Schlagwort-Archive: krise

liste (61) – helfen

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „helfen„.

diese menschen haben mir in meinem leben am meisten weitergeholfen:

in diesen situationen hätte ich hilfe gebraucht, bekam sie aber nicht:

in diesen situationen fiel es mir am schwersten, mir hilfe zu suchen:

diesen menschen würde ich sehr gern helfen, doch sie wollen keine hilfe:

meine hilfsbedürftigsten situationen in meinem leben:

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„der therapeut für die hosentasche“ von therese borchard – ein buchtipp

lebensweisheiten helfen, sonst würden sie ja nicht lebensweisheiten heissen. ähnliches ist bei sinnsprüchen der fall oder bei sprichwörtern. alle sind geronnene formen von alltäglichen erkenntnissen, die sich gern wiederholen. und viele sind aus schwierigkeiten und problemen heraus entstanden.

und so begab sich vor etlichen jahren eine frau ins internet, um über ihre psychischen probleme zu berichten, aber vor allen dingen auch, um ihre lösungswege und -versuche zu veröffentlichen. so bloggte therese borchard seit etlichen jahren und gewann beständig leserInnen, die mit ihren überlegungen und beschreibungen etwas anfangen konnten.

was selten vorkommt, sich aber manchmal doch umsetzen lässt: aus dem blog von therese borchard (siehe http://blog.beliefnet.com/beyondblue/ ) ist ein büchlein geworden: „der therapeut für die hosentasche – 144 tipps für emotionale notfälle – ein unverzichtbarer begleiter für den alltag„.

die autorin hatte nie vor, ihre erkenntnisse zu verallgemeinern. sie beschreibt nur, was ihr gut getan hat. sie beschreibt, wie sie mit neurotischen und psychotischen situationen umgegangen ist. was ihr geholfen hat und was ihr nicht geholfen hat. dies ist meist subjektiv, kann aber auch anderen helfen. der blog lief nur deshalb so gut, weil sich viele menschen, in ähnlichen situationen wiedergefunden haben. und man sollte ernst nehmen, was auf dem buch steht: es geht wirklich um emotionale notfälle, also etwas, was nicht jeder mensch jeden tag erlebt, aber genug menschen, beinahe täglich. (sonst würde man auch keinen therapeuten, keine therapeutin aufsuchen).

und so werden aus berichten, kleine lebensweisheiten für menschen in krisenhaften situationen. da kann auch solch ein büchlein hilfreich sein. und dann kann man auch darüber hinweglesen, dass eine der lösungen von therese borchard im christlichen glauben liegt. auch dies ist geschmackssache, besser glaubenssache, und kann manchen helfen, anderen wieder nicht. wie alles in diesem buch, kann man dies nur für sich selber entscheiden. aber ein blick hinein lohnt sich, wenn man nach wegen sucht, heftige psychische krisen durchzustehen.
das buch ist 2011 im schwarzkopf & schwarzkopf verlag in berlin erschienen. ISBN 978-3-86265-042-2

wenn das schreiben zur qual wird, kann es bedrohlich werden

april, april. es gibt einen zusammenhang zwischen dem schreiben und der suizidalität. eine untersuchung, die vom schreibzentrum in freiburg gemacht wurde, zeigt, dass die verzweiflung über nicht gefundene worte sich extrem steigern kann. das schreibzentrum befragte zum einen studierende und doktorandInnen, zum anderen schriftstellerInnen und journalistInnen.

erstaunlicherweise zeigten die akademikerInnen eine größere toleranz gegenüber dem schreibfrust, als die beruflich schreibenden. selbst wenn der abschluss eines studiums oder das erreichen des doktorgrades auf dem spiel stehen und nichts auf das papier gebracht wird, denken nur zwei prozent daran, ihrem leben ein ende zu setzen.

ganz anders sieht die quote bei den journalistInnen und schriftstellerInnen. unter ihnen denken immerhin 30 % bei einer schreibblockade an den suizid und vier prozent haben auch schon einen versuch unternommen. danach befragt, was denn in dem moment der anlass sei, erklärten von den suizidalen wiederum 63%, dass sie sich in diesem moment nicht mehr vorstellen könnten, dass die schreibblockade ein ende finden würde. und ein leben ohne schreiben ist für 74% prozent der befragten berufsschreiberInnen nicht vorstellbar.

das ist wahrscheinlich der große unterschied zu den akademikerInnen. diese können sich im gegensatz dazu, zu 79% ein leben ohne schreiben vorstellen. ob das nun ein erschreckendes ergebnis über die bildungslandschaft in deutschland ist, lässt sich der untersuchung nicht wirklich entnehmen. dazu müssten anschlussforschungen angestellt werden. es gibt erste überlegungen an der alice-salomon-hochschule, ein bundesweites forschungsprojekt zu starten, das den zusammenhang zwischen schreibblockaden und psychischen erkrankungen untersuchen soll. es wird vermutet, dass ein großteil der vorherrschenden depressionen in schreibkrisen zu finden sind.

mehr informationen zur untersuchung in freiburg sind auf der website des schreibzentrums freiburg nachzulesen. und ansonsten sollte man schnell anfangen zu schreiben, wenn man präventiv vorgehen möchte 😉

schreibpädagogik und schreibberatung

jeder mensch kann einmal in die situation geraten, dass es mit dem schreiben hakt. selbst berufsschreiberInnen landen ab und zu in einer schreibkrise oder schreibblockade. in dem moment kann die zeit vor dem weißen blatt oder dem weißen bildschirm quälend werden. die ideen fehlen oder die umsetzung der idee gelingt nicht angemessen.

daneben kann es aber auch zu den bekannten fluchtbewegungen kommen. es ist dringend eine abschlussarbeit zu schreiben, ein bericht oder antrag zu verfassen, ein brief zu schreiben, und man räumt lieber die wohnung auf, spült das geschirr, wäscht die wäsche, putzt die fenster, staubt die bücher ab, repariert das fahrrad, kachelt das bad neu. wer kennt das nicht?

es ist so lang erträglich, so lang es bei kurzen episoden bleibt. die kann man mit anderen dingen überbrücken und sollte sich nicht verrückt machen. das schadet nicht und wird entspannender, wenn man sich zugesteht, dass einem nicht immer etwas einfallen muss. schwieriger wird es, wenn der gesamte studienabschluss oder die berufliche existenz langsam auf dem spiel stehen. dann wird der druck auf die schreibenden immer größer, ein kleiner teufelskreis kommt in gang. denn je größer der druck, desto schwerer fällt es vielen, nicht zu flüchten.

wünschenswert ist es dann, dass man noch rechtzeitig erkennt, allein schaffe ich das jetzt nicht mehr. gründe kann es dafür viele geben, aber man kommt ihnen allein nicht auf die schliche. hier macht es sinn, sich hilfe zu suchen. dies können gute freunde sein, die einen unterstützen, mit denen man kontrollanrufe oder andere hilfestellungen vereinbart. es kann auch helfen, den schreibort zu verlegen. etliche ziehen sich zum beispiel gern in die leseräume von bibliotheken zurück, wo alle anwesenden versuchen zu arbeiten, zu lesen und zu schreiben, denn das kann animierend sein. so lenkt zumindest nichts ab, wie es zuhause doch häufig der fall ist.

dann gibt es noch die möglichkeit, ratgeberbücher zu hilfe zu nehmen. Weiterlesen

nochmal durch krisen gehen?

„oxypelagius“ bemerkte in seinem kommentar, das schreiben helfe gegen depressionen. ist das wirklich so? oder hier in bezug auf das biografische schreiben bezogen, kann das schreiben eine therapeutische wirkung haben? mit den wirkeffekten von therapien und techniken ist das so eine sache. die psychotherapieforschung bemüht sich schon seit langem nachzuweisen, welche dinge welchen effekt haben. doch dafür ist der mensch ein viel zu komplexes wesen, als dass sich dies verallgemeinern ließe. oder schlicht geschrieben: was bei dem einen hilft muss bei dem anderen noch lange nicht helfen. dem einen genügt es schon, dass er sich schreibend den raum zur ruhe nimmt, der andere benötigt zwei jahre therapeutische arbeit, um eine verbesserung seiner situation zu empfinden.

doch eines lässt sich zum biografischen schreiben bemerken: es ist eine wunderbare zusätzliche gelegenheit, vergangenes sich neu zu erschließen. der effekt des ganzen sei einmal dahingestellt, dazu später mehr. erst einmal bietet das biografische schreiben etliche techniken (fragen, assoziationen, freewriting, lebenskurven, tabellen…), um erinnerungen zu reaktivieren. eine konsequenzen des erinnerns besteht darin, dass man sich an immer mehr erinnert. wenn man einmal angefangen hat, dann wirkt es, wie wenn man ein türchen nach dem anderen öffnet und sich die erinnerungen stück für stück verzweigen. das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die abgelegten gedanken in spezieller weise miteinander verknüpft sind. Am bekanntesten dafür ist das werk „auf der suche nach der verlorenen zeit“ von marcel proust. hier gibt es das berühmte beispiel der madeleine (ein gebäck), die der auslöser von erinnerungen aus kindheit und vergangenheit ist.

da der mensch vor allem unangenehme erinnerungen gut verdrängen kann (wie hier schon häufiger erwähnt aus selbstschutz-gründen), kann bei der offenlegung der eigenen lebensgeschichte, natürlich auch die erinnerung an negatives reaktiviert werden. darum ist das biografische schreiben sehr viel mehr als das kreative schreiben mit vorsicht durchzuführen und zu begleiten. denn die erneute erinnerung an alte krisen und traumen kann ebenso neue auslösen. das soll nicht abschrecken, sondern eher die möglichkeit offerieren, sich dem zu zu wenden, was man lange ad acta gelegt hat, einen aber unbewusst durch den alltag begleitet. wodurch die erinnerungen ausgelöst werden, kann man nie vorhersagen. es kann ein geruch sein, ein gebäck, ein geräusch oder eben eine geschichte, die man schreibt, und dabei verselbstständigt sich die geschichte in eine richtung, die man eigentlich nicht einschlagen wollte.

da sitzt man dann mit seiner alten krise. was nun damit? man dachte, alles längst bewältigt zu haben und da meldet es sich wieder zu wort. Weiterlesen

selbsterkenntnis und schreibpädagogik

schreiben hat immer reflexive momente. selbst wenn ich gerade eine horrorgeschichte verfasse, fließt etwas von mir als person ein. dies kann sich in verhaltensweisen des protagonisten zeigen, in gedanken der opfer, im gesamten plot oder auch nur an der ausstaffierung einer beschriebenen wohnung. aber es gibt kaum einen schreibprozess, in dem ich so weit von mir abstrahieren kann, dass das ergebnis keine persönlichen anteile enthält. geschäftsbriefe, vielleicht auch forschungsarbeiten oder juristische texte kommen meist ohne persönlichen anteil aus. doch das macht sie auch so distanziert und alles in allem recht uninteressant, zumindest für nicht-spezialisten.

inzwischen lösen sich selbst diese starren muster ein wenig auf. es menschelt in der post und in der wissenschaft. das kann skurrile formen annehmen, die eher nach emotionalen offenbarungen scheinen, denn nach ernsthaften professionellen tätigkeiten. es kann aber auch zu ansprechenden texten mit persönlichem bezug führen, die sich angenehm lesen und noch eine menge informationen vermitteln. selbst solche texte schreiben sich leichter von der hand, wenn ich mir meiner bewusst bin. daher kommt es nicht von ungefähr, dass menschen, die abschlussarbeiten oder berichte verfassen müssen, prompt dann in persönliche krisen geraten, wenn dies ansteht. abgesehen von der frage, „warum mach ich das überhaupt?“, oder dem zweifel, „wie sieht meine zukunft nach der abgabe aus?“, lässt das regelmäßige schreiben die gedanken nebenher fließen. sie in zaum zu halten fällt schwer und kann einen ganz schön aus der bahn werfen.

hier bekommt die schreibpädagogik zwei funktionen. zum einen durch techniken eine trennung zu schaffen zwischen dem verfassen der professionellen arbeit und den persönlichen reflexionen, zum anderen aber, selbst in die arbeit, die wissenschaftlichen gedanken, persönliches einfließen zu lassen. und eigentlich gibt es noch eine dritte funktion, die aber mit psychologischen vorgehensweisen kombiniert wird, einen umgang mit den selbstreflektiven momenten in stresssituationen zu finden. Weiterlesen

wortklauberei (31)

„karriere lounge“

geahnt hat man es ja schon immer. der streit um die bonus-zahlungen für bankmanager hat es nur noch einmal bestätigt: einmal in einer bestimmten position, karriere gemacht, fließt das geld automatisch zu den menschen. man kann nur noch die treppe rauffallen und nur sehr selten abstürzen.

da passt es ganz gut, dass ein großer bekleidungskonzern im rahmen seines „general management programm“ eine „karriere lounge“ anbietet. das kann man so oder so verstehen. laut deutscher definition handelt es sich bei einer „lounge“ um einen aufenthaltsraum, einen wartesaal oder ein wartezimmer. momentan kann man da eventuell ganz schön lange warten, bis man karriere im management machen kann. werden doch eine ganze menge manager zur zeit dem arbeitsmarkt wieder überantwortet, wie man es so schön formulieren kann.

man kann es aber auch anders übersetzen: das englische „to lounge“ heißt übersetzt „faulenzen“. mal karriere gemacht, ein sicherlich zeitaufwendiges unterfangen, kann man den rest seiner arbeitstage faulenzen. das hübscheste daran ist, und hier schweife ich von den banken ab, man kann den größten bockmist bauen, in den seltensten fällen wird man zur verantwortung gezogen. Weiterlesen

schreibpädagogik und psychische erkrankungen

 

zwei aspekte ergeben sich für die leitung von schreibgruppen im zusammenhang mit psychischen erkrankungen. zum einen kann es passieren, dass unter den teilnehmerInnen während der durchführung der gruppe psychische erkrankungen zu tage treten können. zum anderen können spezielle schreibgruppen für menschen mit psychischen erkrankungen angeboten werden.

in bezug auf den ersten punkt kann es zu schwierigkeiten kommen, die teils schwer zu bewältigen sind. schreiben, egal ob biografisch oder kreativ, kann bei menschen emotionen auslösen, die sie in eine krise bringen oder eben eine psychische störung auslösen. das schreiben an sich, verursacht dies nicht, es muss im vorfeld schon etwas vorgefallen sein, schon zu einer erkrankung gekommen sein und durch das schreiben müssen dann nur die emotionen transportiert werden. deshalb sollte im vorfeld einer schreibgruppe sehr klar formuliert werden, ob sie auch therapeutische aspekte berücksichtigt oder nicht. sollte man als leitung keine ausbildung in diese richtung erfahren haben, sollte man auf alle fälle weiter verweisen, wenn es zu vorfällen kommt. wichtig scheint es, in momenten des zutagetretens von störungen, klare grenzen der gruppe zu formulieren und das einzelgespräch mit den teilnehmerInnen zu suchen. es scheint mir wichtig, dass nur dann eine lösung gesucht werden muss, wenn die erkrankung den ablauf der schreibgruppe stark beeinflusst. kleine störungen können auch so oder so in schreibgruppen auftreten. und das schreiben an sich, soll ja auch dazu dienen, sich seiner selbst zu vergewissern. warum sollte dies nicht auch ein mensch mit psychischen erkrankungen machen können?

womit wir beim zweiten der oben aufgeführten punkte wären, Weiterlesen

wortklauberei (24)

 

„eine neue zeit beginnt. wir sind bereit.“

der glaube soll ja berge versetzen. diesen eindruck hinterlässt die heute gefundene anzeige in der zeitung. der leser erfährt zwar nicht genau, wie die „neue“ zeit so aussehen soll, oder warum sie überhaupt neu sein soll, aber die feststellung ist gedruckt. im hintergrund ist eine meeresküste in der morgen- oder abenddämmerung abgebildet. verheissungsvoll also dieser titel.

genauso geht der text weiter: „wir stehen am anfang einer neuen zeit. eine zeit, die erfahrung und entschlossenheit erfordert. gerade im umbruch sind wir unseren kunden und unserem anspruch an leistung verpflichtet. wir haben die stärke, weiter erfolgreich und nachhaltig zu wachsen.

nun, das kann wahrscheinlich jede firma behaupten, die auf dem markt bestand haben möchte. und das behauptet auch jede firma. „nachhaltigkeit“ ist heute ganz wichtig. der umbruch aber ergibt sich aus keiner zeile, aus keinem wort. vor welchem umbruch stehen wir denn? eventuell ist damit die wahl von obama gemeint oder die steigenden arbeitslosenzahlen, also die „krise“, die zu erwartende verstaatlichung von banken und industrien. all dies kann einem in den sinn kommen.

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web 2.0 und gafferei

 

man kennt das: ein unfall ist auf der autobahn passiert und auf der gegenseite staut es, da die vorbeifahrenden autos langsamer fahren, um einen blick auf das unglück anderer zu erhaschen. ebenso kam es oft genug vor, dass menschen etwas passierte und kein mensch kümmerte sich darum. leider verstärkt die halbanonymität des internet diese menschlichen reaktionen.

vor etlichen tagen brachte sich in den usa ein junger mensch mit bipolarer störung (auch als „manisch-depressiv“ bekannt) vor seiner webcam um und die internet-community, in diesem zusammenhang eher schülerInnen, schauten zu, feuerten ihn sogar an, da sie ihm nicht glaubten. sicherlich spielte dabei eine rolle, dass er seinen suizid schon häufiger angekündigt hatte und viele ihm nicht mehr glaubten.

und doch vereinfacht die virtualität, soll heißen, der nicht vollständig reale charakter einer übertragung auf einen bildschirm, eine innere distanz zum geschehen herzustellen. wären die gleichen schülerInnen neben ihm gestanden, während er seine tabletten nahm und sich aufs bett legte, hätten sie ihm sicherlich nicht gesagt, er solle das jetzt endlich zu ende bringen. Weiterlesen

wortklauberei (8)

„verantwortungsloses system“

der französische premierminister francois fillon wurde gestern in den tv-nachrichten zur bankenkrise mit den worten zitiert, es sei an der zeit gegen das „verantwortungslose system“ vorzugehen. der originaltext ist mir nicht bekannt, weshalb es schwer ist, zu kontrollieren, ob er dies wirklich gesagt hat. sei´s drum, wenn er es nicht gesagt hat, dann zumindest redakteurInnen oder übersetzerInnen. und das wichtigste, diese aussage wird gesendet.

man möchte ja nicht altklug erscheinen, aber ein system kann nicht verantwortungslos sein. auf der anderen seite kann man sich gewiss sein, dass solche aussagen nicht leichtfertig getroffen werden, sondern menschen sich gedanken machen, warum sie es gerade so formuliert haben und nicht anders. übertragen auf eine andere situation würde der autofahrer, der gerade einen passanten dem erdboden gleich gemacht hat, erklären, das läge am verantwortungslosen auto, das ja auch so schnell fahre. seltsamerweise wird in diesem moment differenziert und die rechtssprechung sieht den autofahrer in der verantwortung, der das auto gelenkt hat.

ein schelm, der beim „verantwortungslosen system“ schlechtes denkt. sollte die aussage getroffen worden sein, um die „verantwortung los“ zu sein? inzwischen sollten sich nicht nur die banken gegenseitig misstrauen, sondern menschen sollten auch den banken und vor allen dingen ihren aufsichtsräten das vertrauen entziehen. denn die nun zu spät kommende systemkritik ignoriert, dass es menschen sind die dieses steuerten und aufrecht erhalten. niemand kann sich dem entziehen, wenn die gesamte gesellschaft nach den prinzipien funktioniert. und doch werden in anderen zusammenhängen verantwortliche benannt. nur beim abstürzen der börsen sind es entweder die anderen oder das system. und nur, da es so formuliert wird, erklären sich viele menschen bereit, hilfsaktionen in billionenhöhe zu akzeptieren. wenn die deutschen sparkassen auch einen fonds für deutschland fordern, dann sollte mensch einmal nachfragen, welche leichen sie denn noch im keller haben. ach ja, diese „verantwortungslosen“ banken. 😆

biografisches schreiben und umbrüche

 

arbeitgeber bevorzugten früher bei neueinstellungen gerne bewerber mit einem lückenlosen lebenslauf. das hat sich in vielen bereichen inzwischen stark geändert. stellte man doch fest, dass menschen, die krisen oder pausen in ihrem lebenslauf vorwiesen meist den arbeitsanforderungen besser gewachsen waren. außerdem gibt es heutzutage kaum einen menschen, der ein arbeitsleben ohne wechsel vorweisen kann.

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