Schlagwort-Archive: lächeln

schreibidee (304)

die welt der dienstleistungen ist eine qualvolle. untersuchungen haben ergeben, dass das ständige lächeln, das immer möglichst freundlich bleiben, zu psychischen störungen führen kann. denn wohin mit der wut, wenn dieses gute-laune-gebot über allem steht? und alle dienstleisterInnen können ein lied davon singen, mit welchen absurden, teils verrückten wünschen der kundInnen sie konfrontiert wurden. also eine schreibanregung für „service-personal-texte„.

zum einstieg erstellen alle schreibgruppenteilnehmerInnen ein cluster zum begriff „das ewige lächeln“ und schreiben anschließend eine kurze geschichte (maximal drei seiten) zu der daraus entstandenen schreibidee. die texte werden in der schreibgruppe vorgetragen. es findet keine feedbackrunde statt.

anschließend werden dienstleistungen erfunden, die es bis jetzt noch nicht gibt. die branche der dienstleistungen wächst beständig, auch befördert durch das internet. alle schreibgruppenteilnehmerInnen notieren sich jeweils drei neue dienstleistungen. anschließend greifen sie sich eine heraus und formulieren eine berufsbeschreibung von maximal einer seite. die berufsbeschreibungen werden in der schreibgruppe vorgetragen und die berufe am flipchart notiert.

nun überlegen sich die schreibenden jeweils drei absurde, schräge oder unverschämte forderungen von kundInnen an das service-personal. was für dienste könnten menschen von anderen menschen fordern? die forderungen werden in maximal fünf sätzen beschrieben und nicht in der gruppe vorgestellt. stattdessen betrachten die schreibgruppenteilnehmerInnen noch einmal ihr cluster, ihre kurze geschichte, die neuen berufe am flipchart und die absurden forderungen und entwickeln daraus eine idee für einen sevice-personal-text.

es steht zum schreiben einer längeren geschichte genug zeit zur verfügung. die geschichten müssen sich nicht um eine erfundene dienstleistung drehen oder auch nicht absurde forderungen der kundInnen enthalten. einzige vorgabe der geschichte ist es, dass das service-personal eine tragende rolle spielt. anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgelesen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt. in der feedbackrunde sollte unter anderem betrachtet werden, wie authentisch die schilderung der situation von service-personal getroffen wurde. vielleicht gibt es ja schreibgruppenteilnehmerInnen, die in diesem bereich tätig sind.

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wortklauberei (48)

„dienstleistungsbereitschaft“

oft genug wurde beschrieben und beschrieen, dass die deutschen lande eine dienstleistungswüste seien, das müsse sich ändern. so bemühen sich alle ein eingefrorenes lächeln aufzusetzen, sei der wunsch noch so abstrus oder das verhalten der kunden noch so unverschämt. es wird auf teufel komm raus gelächelt. das kann dann auch anstrengend werden. kaum steht man in einem laden oder sitzt im zug, schon wird man nach den wünschen gefragt, bespielt und unterhalten. das geht so weit, dass man glaubt, sich nur noch in einer welt voller animateurInnen zu bewegen, und man habe sich in einen großen club mediterranee verlaufen.

doch den unternehmensberaterInnen und wirtschaftsankurblerInnen ist dies lang noch nicht genug. so veranstaltete eine kleine provinzzeitung den wettbewerb zur „dienstleistungsbereitschaft“ des örtlichen einzelhandels. dazu konnten die leserInnen abstimmen, ob sie sich gut beraten und bedient fühlten. sind sie also bereit dienst am kunden zu leisten? was eine verkleisterung der eigentlichen interessen. die einen wollen verkaufen und die anderen kaufen. dazu bedarf es eigentlich keines grinsens und lächelns, sondern einfach nur eine angebots und einer umfassenden klaren kommunikation. doch so geht das heute nicht mehr. anscheinend nähern wir uns einem mix aus japanischen und us-amerikanischen handelsgepflogenheiten an. da ist zum einen das dienen, dass sich in einer tiefen verbeugung oder auch in einer form der unterwürfigkeit gegenüber den kaufwilligen äußert. und da ist zum anderen dieses klebrige wir-sind-so-gut-drauf- und eine-große-familie-gehabe, dass den eindruck einer verbrüderung hinterlässt, obwohl man nur sein geld in ware tauschen möchte.

und auf diesem mist wächst die kategorie der „dienstleistungsbereitschaft“, die den dienenden alles abverlangt (nicht ohne grund sind die psychosomatischen erkrankungen bei ewig grinsenden berufen stark verbreitet) und die kunden zu kleinkindern degradiert, die auch noch unterhalten werden müssen. doch es gefällt anscheinend und wird begrüsst. dann scheint das wort doch treffend. lasst uns alle snoozelen 😛

komplimente und lächeln

meine kollegin sandra hat mir den link zu diesem film auf „youtube“ geschickt. ein kurzfilm von etwa 16 minuten, der zeigt, was wir eigentlich alle wissen und empfinden aber so wenig leben.

dass komplimente und ein lächeln das zusammenleben der menschen verändern können. das bedeutet nicht, dass alles schön ist, wenn nur genug positiv gedacht wird. es heißt nur, dass sich im alltag eigentlich alle bemühen, doch dabei manchmal die kleinen freundlichkeiten der kommunikation vergessen.

nicht ohne augenzwinkern greift der film dieses thema auf. zu finden ist er unter: http://de.youtube.com/watch?v=Cbk980jV7Ao . und dann die nächsten tage nur noch komplimente verteilen, damit auch bei ihnen die menschen schlange stehen 😀