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biografisches schreiben und tiere

tiere, explizit haustiere, nehmen im leben der menschen sehr verschiedene bedeutung ein. die einen haben schon immer einen kanari namens „peterle“ gehabt. andere können sich ihr leben ohne hund nicht vorstellen und wiederum andere wollen sich überhaupt nicht an ein weiteres lebewesen binden.

wie wichtig sind haustiere im eigenen leben? welche rollen gibt man ihnen? sind sie partnerersatz, kindersatz oder einfach nur gesellschaft? wie geht man mit ihnen um, was erlebte man mit den mehrbeinigen freunden? eine frage, die für viele menschen nicht bedeutungslos ist. beim aufschreiben der eigenen lebensgeschichte sollte man sich ruhig auch diesem thema zuwenden. vielleicht ergeben sich dadurch weitere blickwinkel auf das eigene leben.

es gibt seit längerem die erkenntnis, dass haustiere auch einen gesundheitsfördernden effekt haben, vor allen dingen im alter, aber nicht nur. ein hund zum beispiel animiert einen, sich bei jedem wetter in bewegung zu setzen, einen spaziergang zu machen. katzen können die einsamkeit reduzieren, also das gefühl allein zu sein, abmildern. sowohl körperliches als auch seelisches wohlbefinden kann durch tiere gesteigert werden.

dazu kommt der aspekt der verantwortung für ein anderes lebewesen. so wie eine zeitlang das tamagochi dazu dienen sollte, kindern und jugendlichen für ein virtuelles wesen verantwortung zu übertragen, so kann ein leibhaftiges lebewesen die aufmerksamkeit und verantwortung für andere steigern. natürlich gibt es auch immer wieder übertriebene führsorge für andere wesen, hier wird es ab und zu problematisch und manches artet in tierquälerei aus. Weiterlesen

wortklauberei (65)

„lebensqualität“

ein seltsamer begriff, der schwer zu fassen ist. was ist lebensqualität? es ist ein aktueller zustand, den nur ich für mich benennen kann. ich weiß, wann die qualität meines lebens für mich angenehm ist und wann sie nachlässt. doch in diese entscheidung fließen so viele komponenten ein, dass ich meist zu gar keinem klaren ergebnis kommen kann.

verwendet wird der begriff aber gern in kombination mit „gut“ und „schlecht„, wie wenn es einen vergleichbaren maßstab für lebensqualität geben könnte. so wurde vor kurzem für einen vortrag mit dem titel „gute lebensqualität – auch mit knochenmetastasen“ geworben. wenn lebensqualität ein ausschließlich subjektiver begriff ist, dann kann ich „gute“ lebensqualität mit allem erleben: mit knochenmetastasen, mit verkehrslärm, mit frühstück oder mit gummibärchen. es kommt definitiv auf den kontext an. denn als vergleich für die lebensqualität wird die ein zustand in der vergangenheit oder ein zustand in der fantasie herangezogen.

diese beiden zustände (oder diese drei, diese vier …) werden miteinander verglichen. da wird lebensqualität ein kriterium für den abgleich in der form von stiftung warentest. da gibt es plötzlich städte mit der höchsten lebensqualität (was ist eigentlich hohe lebensqualität?), da gibt es den versuch, die lebensqualität zu steigern. und wer wird testsieger? der mensch, der von sich sagt, „ich habe eine sehr gute lebensqualität“. warum sie überhaupt quantifizieren und vergleichen? weil es ein weiterer versuch ist, das befinden der mensch zu verallgemeinern und vergleichbar zu machen. es wäre ja schlimm, wenn zwei menschen an ein und demselben ort sehr unterschiedliche lebensqualitäten er-leben.

eine armada von lebensratgebern bauen auf gesellschaftlich anerkannte vorstellungen von lebensqualität auf. das unkomplizierte, sexuell ausgiebige, vielfältige, bunte und wohlhabende leben als konsens in der vergleichsskala. tja, ein traum, der viele veränderungswünsche hervorruft, eine verheissung, die zum ständigen arbeiten an sich selber auffordert. wie wäre es mit der schlichten frage: „wie fühlst du dich?“. und sollte mehr betrachtet werden, kann man noch fragen: „wie würdest du dich gern fühlen? was bräuchtest du dazu?“. und dann kann gemeinsam nach handlungsmöglichkeiten gesucht werden. denn woher soll ich wissen, was anderen „gut“ tut.