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schreibidee (311)

doch mal wieder eine schreibanregung oder schreibübung, die dem biografischen schreiben zugeordnet werden kann. nach dem motto „zeige mir, wie du wohnst, und ich sage dir wer du bist“ wird dazu angeregte, sich mit hilfe einer fantasierten umgebung, auszudrücken, denn ohne unsere träume würde uns die motivation fehlen, etwas zu verändern. darum also eine schreibidee zu „lebens(t)raum-geschichten„.

zum einstieg werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, eine liste mit wichtigen bestandteilen oder aspekten ihrer „idealen“ wohnung oder ihres „perfekten“ lebensraums zu erstellen. aus dieser liste greifen sie die fünf wichtigsten aspekte heraus und teilen sie den anderen teilnehmerInnen ohne große erklärung mit. die daten werden stichwortartig am flipchart gesammelt.

anschließend wendet sich die gruppe vom schreiben ab und es kann mit stiften und farben ein bild, ein grundriss oder eine ansicht des idealen lebensraums gezeichnet werden. wie sieht ihr lebens(t)raum aus? ist es ein haus, eine wohnung, eine landschaft oder ein fantasiegebilde? dabei dürfen natürlich auch dinge gezeichnet werden, die gar nicht existent sind oder technisch bis heute nicht möglich sind. es soll eine fantasiewelt werden, die vielleicht in ansätzen auch erreicht werden kann.

wenn das bild fertig ist, dann schreiben alle schreibgruppenteilnehmerInnen einen maximal dreiseitigen text, der ihren lebens(t)raum darstellt. danach findet eine kleine präsentation der räume statt. die bilder werden der schreibgruppe gezeigt und die beschreibung des lebens(t)raums wird gleichzeitig vorgelesen. es findet keine feedbackrund statt. alle teilnehmerInnen sollen die träume der anderen nur auf sich wirken lassen. wer nun noch etwas ändern möchte, kann dies an seinem bild oder text vornehmen.

denn zum abschluss soll eine längere geschichte verfasst werden, die in dem lebens(t)raum spielt. wer möchte, kann vorher noch ein cluster erstellen. es gibt keine vorgaben für die geschichte. anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. und vielleicht vereinbaren alle, dass sie sich in etlichen jahren wiedertreffen, um zu besprechen, wie weit sie ihren lebens(t)raum verwirklichen konnten.

schreibidee (175)

man schwankt gern zwischen vernünftigen überlegungen und weitgreifenden träumen. so mancher erstellt sich einen lebensplan für die nächsten jahre, hat eine vorstellung von karriere, die er verfolgt und findet irgendwann nicht mehr raus. andere verstricken sich in traumwelten, blenden die realität aus, in der sie sich befinden, und entfernen sich immer weiter von ihren wünschen. der goldene mittelweg ist ein schwieriger. doch in dieser schreibidee soll die waagschale ohne vorbehalte sich in eine richtung bewegen. es sollen „lebenstraum-geschichten“ entstehen. sind wir doch immer so vernünftig und trauen uns kaum über den lottogewinn hinauszudenken.

da auch diese schreibidee den kontakt zum biografischen schreiben aufrecht erhalten soll, wenden wir uns erst einmal den ganz persönlichen träumen zu. als einstieg sollten die schreibgruppenteilnehmerInnen ihren schönsten traum und ihren größten albtraum, die sie real im schlaf erlebten, auf je einer halben seite notieren. diese träume werden nicht der schreibgruppe vorgestellt, es kann also jedes ereignis beschrieben werden. als nächstes sind zehn punkte zu notieren, die man in seinem leben auf alle fälle noch verwirklichen möchte. diese punkte werden am flipchart zusammengetragen, können sie doch auch anderen noch anregungen für ihren lebenstraum geben.

schwieriger wird es nun für alle teilnehmerInnen, da sie hinter jeden noch zu verwirklichenden punkt, den sie notiert haben, drei sätze schreiben sollten, weshalb dies noch nicht geschehen ist. im nächsten schritt wird der traum vergrößert, gesteigert. nun sind zehn beispiele zu notieren, von denen man träumt, aber weiß, dass man sie nie verwirklichen wird. auch diese punkte werden in der schreibgruppe zusammengetragen. aus dem pool an träumen wählen alle teilnehmerInnen jeweils drei aus. diese drei punkte werden zu einer „lebenstraum-geschichte“ verwoben. wie würde das leben aussehen, wenn die drei punkte wirklichkeit sind? diese geschichte darf länger sein. sie wird anschließend in der schreibgruppe vorgetragen.

und nun wahrscheinlich der schwerste punkt: was muss getan werden, um den formulierten lebenstraum doch zu verwirklichen. es sollen von allen teilnehmerInnen zehn schritte notiert werden, die auf den lebenstraum zusteuern. dieses zehn-schritte-programm wird der schreibgruppe vorgestellt. und als hausaufgabe für die nächsten zehn jahre ist die verwirklichung des lebenstraums anzupeilen 😀