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schreibidee (115)

texten etwas hinzuzufügen, sie zu erweitern, in gemeinschaftsarbeit zu verwandeln ist hier nicht neu. doch dieses mal soll radikal gestrichen werden, wie ein locher, lücken in den text gestanzt werden. deshalb werden nach dieser schreibanregung hoffentlich „lochertexte“ entstehen.

entweder werden alle teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert einen text, der ungefähr drei seiten länge hat, mitzubringen, oder zu beginn der gruppe werden nach einem cluster ohne vorgabe, längere texte verfasst. dann werden die texte ausgetauscht. und nun darf in den texten der anderen gewildert werden. dazu bedarf es nur des mutes der streicherInnen und des gleichmutes der verfasserInnen.

durch das streichen darf sich der vorgelegte text vollständig verändern, also etwas neues daraus entstehen. es geht hier nicht um das verdichten, sondern wirklich um das wildern. es sollte satzweise gestrichen werden. und es wird nicht in dem text herum gemalt. sondern die teilnehmerInnen nehmen sich zwei leere zettel. auf dem einen notieren sie den neuen text, auf dem anderen die sätze, die sie herausgenommen haben. denn die gestrichenen stellen werden recycelt.

wie beim lochen konfetti entsteht, soll aus den streichungen ein neuer text entstehen. doch erst einmal werden die neuen texte vorgelesen. im feedback darf ruhig gesagt werden, ob die geschichte gewonnen hat oder nicht. anschließend werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, den zettel mit den streichungen zu nehmen und daraus eine neue geschichte zu schreiben. die gestrichenen sätze müssen darin auftauchen. ansonsten werden keine vorgaben gemacht. es kann also etwas ganz neues daraus entstehen. auch diese geschichten werden anschließend vorgetragen und ein feedback dazu gegeben. doch bevor die geschichte vorgelesen wird, sollten die streichungen kurz vorgestellt werden.

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