Schlagwort-Archive: management

wortklauberei (92)

„care-verpflichtungen“

nach den care-paketen kommen die care-verpflichtungen, die in der heutigen zeit immer noch mehrheitlich von frauen übernommen werden. dabei handelt es sich um die „pflege- und sorgearbeit“, die bei der brut oder bei älteren angehörigen zu verrichten sind. als ich diesen begriff das erste mal las, dachte ich, es ginge um einen versicherungsabschluss. doch weit gefehlt, es geht um tätigkeiten, die nicht mehr tätigkeiten genannt werden, da es einen ethischen und moralischen hintergrund gibt.

entweder ist es management- oder arbeitspsychologie-sprech, die sich hier breit machen. jedenfalls könnte man sich den begriff genauso gut in der coaching-sitzung oder in der zukunftsplanung eines großbetriebs vorstellen. es hat mit dem alltag nicht mehr viel zu tun, ähnlich wie „pflege- und sorgearbeit“. was ist bitte sorgearbeit? die anstrengung, sich ständig sorgen zu machen? oder doch nur der oberbegriff für ent- und versorgungstätigkeiten?

schon vom klar her, bekommt man das gefühl in einer durch und durch organisierten und technokratisierten welt zu leben, die in einer distanzierten und kühlen sprache den versuch unternimmt die konflikte im menschlichen zusammenleben (wie eben die weiterhin hauptsächlich den frauen zugeschriebene rolle der versorgung und pflege) zu entemotionalisieren. und so schleicht sich nicht nur der begriff „self-care“ in unsere sprache ein, sondern jetzt sind wir in care-momenten demnächst be-cared und blicken care-voll in die zukunft.

es ist zu vermuten, dass das wort „sorge“, das wir in diesen momenten normalerweise verwenden, zu stark wirkt, also den diskurs verschärft, darum wurde er ent-cared.

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wortklauberei (36)

„bossnapping“

frankreichs gewerkschaften sind dafür bekannt, arbeitskämpfe drastischer durchzuführen, als es in deutschland üblich ist. so erscheinen die demonstrationen auf den straßen nicht nur größer, sondern auch gewaltbereiter. in letzter zeit machten die arbeitnehmer dadurch auf sich aufmerksam, dass sie ihre chefs als geisel nahmen, wenn es zu entlassungen oder schließungen von betrieben kommen sollte.

diese sicherlich nicht feine art des arbeitskampfes erhielt den namen „bossnapping“. hier wurden begriffe zusammengesetzt, die eine seltsame bedeutung erhalten. „napping“ bedeutet eigentlich „schlafen“ oder „schlummern“. so wird der boss anscheinend zum schlafen außerhalb seines hauses gebracht. er wird in der firma festgehalten. dabei stellt sich immer wieder die frage, ob heutzutage überhaupt noch ein boss die vollständige verantwortung für den niedergang seiner firma hat. meist mag es missmanagement geben, doch die eigentliche entscheidung einer schließung übernehmen viele menschen.

wahrscheinlich müsste es eher zum „banknapping“ oder „managementnapping“ kommen, wenn man wirklich die verantwortlichen treffen möchte. doch die wut entlädt sich an den bossen. dabei so ein verniedlichendes wort zu verwenden, scheint im widerspruch zur eigentlichen tat zu stehen. schnell sind begrifflichkeiten gefunden, die das eigentliche problem ausklammern. eine „firmenbesetzung“ oder „produktionsmittelenteignung“ würde nicht einzelpersonen treffen, sondern besitz und dessen verwendung in frage stellen. doch das findet seltsamerweise nicht statt.

wortklauberei (31)

„karriere lounge“

geahnt hat man es ja schon immer. der streit um die bonus-zahlungen für bankmanager hat es nur noch einmal bestätigt: einmal in einer bestimmten position, karriere gemacht, fließt das geld automatisch zu den menschen. man kann nur noch die treppe rauffallen und nur sehr selten abstürzen.

da passt es ganz gut, dass ein großer bekleidungskonzern im rahmen seines „general management programm“ eine „karriere lounge“ anbietet. das kann man so oder so verstehen. laut deutscher definition handelt es sich bei einer „lounge“ um einen aufenthaltsraum, einen wartesaal oder ein wartezimmer. momentan kann man da eventuell ganz schön lange warten, bis man karriere im management machen kann. werden doch eine ganze menge manager zur zeit dem arbeitsmarkt wieder überantwortet, wie man es so schön formulieren kann.

man kann es aber auch anders übersetzen: das englische „to lounge“ heißt übersetzt „faulenzen“. mal karriere gemacht, ein sicherlich zeitaufwendiges unterfangen, kann man den rest seiner arbeitstage faulenzen. das hübscheste daran ist, und hier schweife ich von den banken ab, man kann den größten bockmist bauen, in den seltensten fällen wird man zur verantwortung gezogen. Weiterlesen

„wer reden kann macht eindruck – wer schreiben kann macht karriere“ – eine buchvorstellung von ulrike scheuermann

Vorsprung durch Texte

Ob Berufstätige und Wissenschaftler, Studierende oder privat Schreibende: Für viele ist Schreiben eine lästige Pflichtaufgabe, die zwar Zeit frisst aber wenig bringt. Doch Schreiben bietet beste Chancen für die persönliche und berufliche Entwicklung – zum Beispiel durch Methoden des Schreibdenkens, bei denen nicht für Leser geschrieben wird, sondern einzig dafür, um auf andere Weise als gewohnt weiter, anders und neu zu denken.

coverbuchIch beschreibe in meinem neuen Ratgeber „Wer reden kann, macht Eindruck – wer schreiben kann, macht Karriere“ die typische Problemzonen des Schreibens: Zum Beispiel Schreiben im Stress und unter Druck, Aufschieberitis, ausufernde Texte, nicht gelesene und beantwortete E-Mails und Leere im Kopf. Wie sich diese Probleme lösen lassen, ist mit vielen Vorschlägen, Hintergründen und Beispielen beschrieben.

Der zweite Teil ist ein Trainigsprogramm für die Schreibfitness: Nach Fitness-Check, Schreibausrüstung und Aufwärmphase geht es mit überwiegend kurzen Schreibübungen und Hintergrundinfos weiter mit Schreibsprints, Schreibmuskelaufbau und Schreibausdauertraining. Nach einem Aufschieberitis-Spezialprogramm kommt das Dehnungsprogramm, in dem der Text reift und reflektiert wird. Und schließlich kommt der Endspurt – das Überarbeiten und Veröffentlichen. Die Trainingseinheiten machen Spaß, sind anschaulich mit Abbildungen und Beispielen dargestellt und am Schluss kann sich jedeR sein eigenes Trainingsprogramm zusammenstellen.

Der Leser erfährt und übt Neues auf abwechslungsreiche und unterhaltsame Weise:

Viele Beispiele, rund 30 Übungen und über 40 Abbildungen gestalten das Lesen anregend.

Ich bin Diplom-Psychologin, Schreibcoach und Autorin. Ich bin nach elf Jahren Schreibcoachingtätigkeit Expertin für individuelles Schreibmanagement, Schreibdenken und gelungene Texte. Ich berate telefonisch und persönlich Menschen, die schreiben – vom Sachbearbeiter bis zum Geschäftsführer, vom Wissenschaftler bis zum Sachbuchautor. Als Dozentin für Schreiben bin ich an Universitäten und Fach­hochschulen tätig.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ulrike Scheuermann

www.ulrike-scheuermann.de

Das Buch, 264 Seiten, kartoniert,  ist erschienen im Linde Verlag in Wien, ISBN 978-3-7093-0240-8, http://www.lindeverlag.at

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creative business writing – werkstatttipp

sabine samonig bietet eine weitere schreibwerkstatt in Berlin an, die ich auch gern hier vorstellen möchte:

 

Creative Business Writing

Workshop: Schlüsselkompetenz Schreiben im Beruf 

 

Inhalte:

  • Kreative Schreibimpulse für den beruflichen Alltag und darüber hinaus.
  • Schreibblockaden am Schreibtisch die Stirn zeigen
  • Schreibtipps und –Strategien nutzen
  • Storytelling: das Potenzial erzählter Geschichten in der Wirtschaft

 

Zielgruppe: Interessierte, die ihre Schreibkompetenzen aufmöbeln und für den beruflichen Erfolg nutzen wollen, Gruppengröße 6 – 10 TeilnehmerInnen

 

Termin und Anmeldung:

28. März 2009, 10.00 – 18.00 Uhr, Kosten 175 Euro

Schreib Collagen! – die textwerkstatt in berlin

Sabine Samonig, MA für Biografisches und Kreatives Schreiben

www.schreibcollagen.de

sabine@schreibcollagen.de , Tel: 547 07 480

Ort: Samonig & Collegen, Grolmanstraße 36, 10623 Berlin – Charlottenburg