Schlagwort-Archive: marcel reich-ranicki

wer macht hier für wen fernsehprogramme? – ein kommentar

 

stellen sie sich vor, sie sind 14 tage im urlaub. sie kommen nach hause, lesen die angesammelten tageszeitungen und stellen fest, dass ihre lieblings-politik-sendung im fernsehen einen skandal aufgedeckt hat, der den rücktritt eines bundesministers zur folge hatte. alle zeitungsartikel beziehen sich auf die sendung, die sie sich noch einmal im internet ansehen wollen. das geht nicht, denn ihr urlaub findet nach dem mai 2009 statt. die 12. novelle des rundfunkstaatsvertrags ist gerade in kraft getreten und selbstproduzierte sendungen dürfen nur noch 7 tage vorgehalten, also im internet gezeigt werden. wer heckt so einen wahnsinn aus?

sie zahlen ihr zeitungsabo, um auch nach ihrer abwesenheit die alten zeitungen noch einmal lesen zu können. sie zahlen gez-gebühren und wenn sie einen betrieb haben, sogar für ihre computer, dürfen aber alte sendungen nicht mehr sehen. und das in einer so genannten informationsgesellschaft. dafür können sie aber bei den privaten tv-anbietern den ganzen „schrott“ bis zum abwinken noch einmal ansehen. wer heckt so einen wahnsinn aus?

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die intellektuellen sind schuld – eine fernsehkritik

 

gut inszeniert hat sich marcel reich-ranicki der überreichung des „deutschen fernsehpreises“ entzogen. und er formulierte eine schelte am aktuellen fernsehprogramm. eine schelte, die inzwischen laut viele teilen, die aber mit großer wahrscheinlichkeit zu keiner veränderung führt. warum dies nicht geschehen wird, hat das in der folge geführte gespräche zwischen thomas gottschalk und marcel reich-ranicki gezeigt. (es kann in der mediathek des zdf, zu finden unter http://www.zdf.de , angesehen werden.)

denn herr gottschalk rechtfertigte sich immer wieder sowohl für sein verhalten als auch das der fernsehschaffenden. er formulierte beständig, dass derjenige ein verlierer sei, der keine anständige quote liefere und quote bringe eher das flache programm. denn die anspruchsvollen sachen, die seien immer so intellektuell, dass der rest der bevölkerung diese gar nicht verstehe, ähnlich wie die kritik in den feuilletons.

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