Schlagwort-Archive: metaphorisch

schreibspiel (11) – die bessere metapher

die suche nach passenden metaphern für situationen, gegenstände oder handlungen kennt jeder schreibende. manchmal ergeben sich umschreibungen und sinnbildliche formulierungen ganz automatisch beim schreiben. manchmal muss man lang überlegen, wie man bestimmte ereignisse der geschriebenen geschichte am besten umschreibt. es benötigt eine sinnvolle metapher, um den text blumiger oder ansprechender abzufassen. das finden von metaphern liegt diesem spiel als idee zu grunde.

dieses spiel ist ein kleiner wettkampf, der mehrere teilnehmerInnen benötigt. so kann es gut in schreibgruppen gespielt werden. man nehme das spiel „stadt, land, fluss“, wandle es ein wenig um und schon steht das schreibspiel „die bessere metapher“.

alle spielerInnen haben einen zettel mit einer zweispaltigen tabelle. über der linken spalte steht „begriff“, über der rechten steht „metapher“. nun kann man in die linke spalte schon im vorfeld begriffe, also situationen, gegenstände oder handlungen einsetzen, die tabelle austeilen und die teilnehmerInnen auffordern möglichst schnell metaphern zu finden. wer als erstes fertig ist mit dem ausfüllen, ruft „stopp“ und alle müssen den stift weglegen. nun werden die jeweiligen metaphern verglichen. zum einen gibt es für eine gefundene einen punkt, zum anderen erhält die von allen zur „besten metapher“ erklärten noch zusätzliche punkte.

oder man gibt dem spiel noch eine persönlichere note. dann ist auch die linke spalte leer. nun darf jeder reihum einmal einen begriff sagen. daraufhin werden von allen teilnehmerInnen metaphern dazu geschrieben. bei dieser variante kann die tabelle auch mehr spalten haben, damit man nicht nur eine metapher, sondern gleich drei finden kann. die metaphern werden in der gruppe vorgestellt und per abstimmung festgestellt, welche die schönste und beste ist. anschließend nennt der nächste teilnehmer einen begriff, die nächsten metaphern werden gefunden usw..

wenn man das spiel in einer schreibgruppe spielt, dann kann anschließend dazu aufgefordert werden, eine geschichte aus den angesammelten metaphern zu schreiben.

schreibaufgabe (27)

sowohl das schreiben als auch das internet sind möglichkeiten, sich anderen mitzuteilen und zu erklären. doch der versuch andere für sich einzunehmen, das interesse bei anderen an einem selber zu wecken, ohne zu viel von sich preiszugeben ist eine beständige gratwanderung. also bietet sich die möglichkeit in andeutungen zu sprechen, zu schreiben oder darzustellen an. ich nehme eine andere rolle ein, um von mir zu berichten.

die folgende schreibaufgabe greift den „rollenwechsel“ auf und macht ihn an dingen fest. beschreiben sie sich über anderes. das mag jetzt verwirrend klingen und lässt sich leichter in fragen formulieren: wenn sie eine seife wären, was wären sie für eine seife? wenn sie ein tier wären, was wären sie für ein tier? wenn sie ein gemüse wären, was wären sie für ein gemüse? oder wenn sie ein autoteil wären, was wären sie für ein autoteil?

aufgabe ist es auf einer seite (also, was sie unter einer seite verstehen) eine beschreibung eines dings zu verfassen, die gleichzeitig sie mitbeschreibt. das überlässt den leserInnen die freiheit der deutung und ihnen das versteckspiel hinter dem ding. wenn sie zum beispiel ein tiger mit besonders breiten streifen wären, ist es an den leserInnen, sich zu fragen, was sie damit wohl sagen wollten. doch sie wissen für sich, warum die streifen so breit sind. wer das interesse bei den anderen noch ein wenig steigern möchte, kann einfach mehrere beschreibungen formulieren, die ein gesamtbild abgeben. so könnte man sich ganze essensgerichte, einen zirkus oder eine besenkammer vorstellen, deren bestandteile und akteure alle sie sind. überraschen sie uns mit sich. und achten sie darauf nicht zu viel von sich preiszugeben, ist ja nur ein spiel.