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wortklauberei (14)

„handy“

es wäre einmal interessant, wer den namen für das „mobile phone“ im deutschen erfunden hat. ein witz besagt, es wären die schwaben gewesen, da sie immer fragten „hänn die des kabel vergässa?“. doch es ist zu vermuten, dass das „handy“ seinen namen der tatsache verdankt, dass es in der hand liegt und von dieser gehalten wird. aber wann das geschah ist schwer zu sagen. waren die früheren mobiltelefone doch eher von der größe einer schweinshaxe und hatten die form eines walkie-talkie.

heute verschwinden die dinger in der hand und werden in kindersöckchen gepackt. so sollten sie inzwischen eigentlich „losy“ heißen. und nicht zu vergessen, sie sind eine seuche geworden. es vergeht kein tag, an dem einem nicht jemand vor den füssen rumlatscht und nicht vom fleck kommt, da schnell im gehen die neuste sms gelesen werden muss. es vergeht kein tag, an dem nicht ein autofahrer einen fast vom fahrrad schmeißt, da die rechte hand das telefon ans ohr hält. und es geht vor allen dingen kein tag, an dem nicht jemand über den gesamten u-bahnhof brüllt, da er nicht glauben kann, dass so etwas kleines einen guten empfang haben kann.

so plädiere ich dafür, den namen des geräts zu verändern in „loudy“, „wriggly“ oder „killy“. aber es würde mir auch gefallen, wenn man sich dazu durchringen könnte, worte wie „nervy“ oder „strahly“ zu verwenden. das „y“ sollte man auf keinen fall beseitigen, ist es doch so süss, das kleine. 🙄

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web 2.8 – twistori

eine beliebte übung in schreibgruppen ist es, texte zu verdichten. auf wenige worte zu kürzen und doch eine intensive wirkung hervorzurufen. da ist uns die jugend ein paar schritte voraus. zur zeit besonders beliebt ist „twitter„. twitter ist eigentlich ein sammelpunkt von meldungen mit maximal 140 zeichen. diese meldungen sind inzwischen leicht von mobiltelefonen aus ins netz zu setzen. andere abonnieren diese meldungen, um zu erfahren, was der rest der welt so macht. dabei sammeln sich viele kurzmeldungen, die von langeweile über große gefühle bis zu blödsinn im sekundentakt veröffentlicht werden.

eine seite im internet hat es sich zur aufgabe gemacht, sich auf die wirklich wichtigen dinge des lebens zu konzentrieren, die von twitter abgesondert werden. es handelt sich dabei um twistori. wenn man diese seite aufruft, dann finden sich auf der linken seite, in großen lettern, verschiedenfarbig folgende begriffe: „love“, „hate“, „think“, „believe“, „feel“ und „wish“. klickt man auf einen der begriffe, fangen auf dem bildschirm beständig kurzmeldungen, die den jeweiligen begriff enthalten, durchzutickern. meldungen aus der welt zu befindlichkeiten. verdichtete momentaufnahmen, die zu geschichten anregen können, die einen pool an ideen liefern oder einen ganze dialoge produzieren lassen.

zu finden ist diese spielerische seite unter: http://twistori.com/ . obwohl „spielerisch“ sicherlich der falsche begriff ist, sind es doch die großen gefühle, die im sekundentakt den bildschirm erobern.