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schreibidee (266)

das web 2.0 lässt menschen zur marke werden. jede(r) versucht eine marke zu sein. es geht weniger darum, spezielle dinge anzubieten, es geht darum speziell zu sein. denn menschen zählen, wie viele follower, freunde, oder verlinkungen sie ihr eigen nennen können. und dafür braucht es ideen. es genügt nicht mehr so zu sein, da zu sein und selbst zu sein, es muss schon was geboten werden. diese schreibanregung soll hilfestellung geben bei der „eigen-werbung„.

zum einstieg schreiben alle schreibgruppenteilnehmerInnen einen text von maximal einer seite länge über ihre eigenen vorzüge. welche eigenschaften machen sie zur marke „xy“? womit können sie für sich werben? in der wirtschaft nennt sich dies alleinstellungsmerkmal, doch so weit muss die selbstdarstellung nicht gehen. es geht nicht um außergewöhnlichkeit, sondern darum, was einem an einem selber gefällt. die kurzen texte werden in der schreibgruppe vorgelesen. dies sollte vor der übung angesagt werden, denn menschen fällt es oft nicht leicht, sich selbst positiv darzustellen. das vorlesen macht aber sinn, um die späteren ergebnisse der schreibanregungen zu verstehen.

anschließend soll ein kurzer werbetext von maximal einer halben seite geschrieben werden, in dem die teilnehmerInnen jeweils sich selbst anpreisen. es geht also über die vorzüge hinaus, denn nun soll werbung für einen selber gemacht werden. dazu suchen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen eine person aus der gruppe aus, und schreiben auch für sie einen halbseitigen werbetext. die texte über sich selber werden von der gruppe vorgetragen, die über einen weitere person nicht.

nun geht es um das „verdichten“. im marketing wird gesagt, dass ein slogan oder motto in der werbung möglichst nicht länger als 8 wörter sein soll. alle teilnehmerInnen sollten für sich selber einen eigenen werbeslogan entwickeln. es können auch mehrere geschrieben werden und die schreibgruppe stimmt später ab, welchen slogan sie am besten findet. die einzige vorgabe besteht darin, dass der eigene vorname in dem slogan auftauchen muss. nun werden die slogans vorgetragen und es gibt eine kurze feedbackrunde.

zum abschluss entwickeln alle teilnehmerInnen für sich eine kleine werbekampagne. wie möchten sie sich den anderen menschen gegenüber als marke „verkaufen“? was würden sie dafür tun, um sich selber auf dem markt zu etablieren? diese kampagnen werden vorgestellt, und wer lust hat, kann nach der schreibgruppe mit der eigen-werbung und -vermarktung beginnen 😉 und sei es auch nur im web 2.0.

schnickschnack (75)

wochenende, die zweite. eine woche später bietet berlin weitere ereignisse, die einem sowohl spaß als auch genuß bereiten können. hier lässt sich verbinden, was in diesem blog immer wieder thematisiert wird.

es startet nämlich das poesie-festival der literaturwerkstatt berlin. für längere zeit werden ab dem 27ten juni lesungen, workshops und diskussionen angeboten, die sich um alle erdenklichen formen der poesie drehen. hier das gesamte programm vorzustellen, würde den rahmen sprengen. darum einfach einen blick auf die homepage werfen und für sich auswählen, was einen am meisten interessiert. und nebenbei vielleicht einmal in die ausstellung in der akademie der künste gehen. weitere infos sind hier zu finden: http://www.literaturwerkstatt.org/index.php?id=658 .

und dann findet am 27ten juni der zweite höhepunkt der pride-week statt, der christopher-street-day. inzwischen ein bunter umzug, der aber an politischer aussagekraft, allein durch das schaffen von öffentlichkeit immer noch bedeutung hat. auch wenn dieses jahr das motto schon eine wortklauberei hier wert war, zu finden unter: https://schreibschrift.wordpress.com/2009/05/19/wortklauberei-39/ . der csd zieht sich wie jedes jahr durch die innenstadt, weiter infos dazu sind hier zu finden: http://www.csd-berlin.de/ .

ebenso gibt es auch wieder den transgenialen csd, der einen zweiten, zwar kleineren demonstrationszug bildet, gleichzeitig aber auf alle fälle politischer ist. denn es gibt schon seit jahren kritik an der großveranstaltung, dass sie ihre politische aussagekraft zu allgemein und schwach formuliert. darum bietet berlin gleich zwei demos gleichzeitig. weitere infos sind hier zu finden: http://transgenialercsd.blogsport.de/ .

schreibpädagogik und party

schreibgruppen haben oft ein sehr ähnliches setting. sie benötigen einen mehr oder weniger ansprechenden raum, der sitzgelegenheiten und tische zum schreiben bietet. manchmal wird für schreibanregungen der raum verlassen, man begibt sich in die natur oder an öffentliche orte, beobachtet und schreibt.

eine alternative, die selten genutzt wird, ist es eine party zu veranstalten oder aufzusuchen. eine selbst organisierte party von schreibgruppen könnte zum beispiel vollständig einem motto gewidmet sein. dies kann einhergehen mit verkleidungen der teilnehmerInnen, dem motto angemessen, und vor allen dingen mit schreibspielen, die auf der party veranstaltet werden. so eine schreibparty könnte zum beispiel bei der arbeit mit kindern und jugendlichen eine anregung sein, sich dem schreiben spielerisch anzunähern.

aber auch für erwachsene kann eine schreibparty eine neue erfahrung sein. alle schreibgruppenteilnehmerInnen können noch bekannte und partnerInnen mitbringen. es wird sich auf der party nicht unterhalten, sondern der smalltalk wird aufgeschrieben, dialoge also beständig verfasst. zu den am buffet ausgewählten köstlichkeiten ist eine kurze geschichte zu verfassen oder man bietet auf einer party einen extra schreibraum, in den sich die menschen mit schreibideen zurückziehen können. so wie sich meist gäste im laufe der zeit in der küche versammeln, so könnte es dieses mal im schreibraum sein.

es ist aber auch vorstellbar mit stift und papier, eine party zu besuchen. dort werden nur kurz notizen gemacht, zu kleinen begebenheiten, zu personen oder zur stimmung. erst wenn man anschließend zuhause ist, werden die schreibanregungen herangezogen und eine geschichte geschrieben. das wäre wie oben erwähnt aber nur ein öffentlicher schreibort. da erscheint eine selbstorganisierte party attraktiver.