Schlagwort-Archive: mutig

web 2.0 und mut

klingt erst einmal komisch, im netz mut zu benötigen. viele machen sich darüber wahrscheinlich überhaupt keine gedanken. da ist ein netz, in dem sich viele menschen bewegen, mit denen möchte ich kommunizieren, spielen oder daten austauschen, warum also noch einen gedanken verschwenden. die dimension ihres handelns wird ihnen oft erst später bewusst.

andere nehmen diese dimension gedanklich vorweg. sie malen sich auch, was alles passieren könnte, wenn man sich nur mit ein paar worten an die weltöffentlichkeit wendet. die überwindung ist groß (mal abgesehen von der diskussion um die sinnhaftigkeit) und es bedarf mehrerer anläufe, um alles zu bewältigen.

und dann gibt es noch den schock. man hat einmal was geschrieben und bekommt anschließend panik, ob dies im web überhaupt richtig platziert ist, von anderen verstanden wird oder ob es nachgefragt wird. alle drei aspekte benötigen an einem bestimmten punkt mut. den mut, auszuhalten, nicht zu wissen, was andere mit dem, was man geschrieben hat, machen. den mut zu realisieren, dass das geschriebene nun jeder lesen kann.

journalistInnen lernen dies im laufe ihres berufslebens, sie stehen in kontakt mit den leserInnen und vor allen dingen mit redaktionen, erhalten also auch ein professionelles feedback. die einzelnen web-schreiberInnen erleben dies erst einmal nicht. vieles versinkt im netz und taucht nie wieder auf. abseits der großen frustration, die es auslöst, Weiterlesen

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schreibpädagogik und mut

im zusammenhang mit schreibgruppen und deren anleitung gibt es zwei aspekte, die mut erfordern. zum einen ist mut notwendig, an einer gruppe teilzunehmen, zum anderen ebenso mut notwendig, eine (schreib)gruppe anzuleiten und gruppendynamische prozesse zu gestalten.

der mut, an einer gruppe teilzunehmen: ganz gleich was für eine gruppe man besucht, der erste schritt ist für viele der schwerste: HINGEHEN. sich keine gedanken darüber zu machen, wie es werden könnte. im vorfeld kann man das nie bei einer gruppe wissen. wenn man nicht einzelne teilnehmerInnen schon kennt, dann ist es immer eine überraschung, wen man in den gruppen treffen wird. das kann sowohl gut gehen als auch (selten) schlecht laufen.

einfacher ist es, wenn alle neu in der gruppe sind. dann kann man davon ausgehen, dass die anderen teilnehmerInnen genauso aufgeregt sind, wie man selber. geht man aber in eine existierende gruppe, dann kann die angst aufkommen, dass die anderen sich ja schon gut kennen und man selber niemanden. aber auch dies ist normalerweise kein problem, da alle das gefühl kennen, neu in eine gruppe zu kommen. darum gibt es immer wieder einzelne, die einen begrüßen und erste informationen geben. ist die gruppe angeleitet, dürfte dies sowieso kein problem sein.

und dann geht es natürlich um bewertungen. die gedankliche vorwegnahme von bewertungen durch die anderen teilnehmerInnen stellt für viele eine hürde dar. gern wird davon ausgegangen, dass das eigene auftreten kritisiert werden wird und explizit bei schreibgruppen, dass das vorgelesene nicht gut ankommt. hier kommt der mut ins spiel, sich über die eigenen ängste (die häufig unbegründet sind) hinwegzusetzen. Weiterlesen

liste (40) – mut

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „mut„.

situationen, in denen mich der mut verlassen hat:

die mutigsten menschen für mich:

meine eigenen mutigsten momente:

und in diesen situationen hätte ich in zukunft gern großen mut:

biografisches schreiben und mut

lernen zwei menschen sich kennen und schätzen, erzählen sie sich gern gegenseitig aus ihrer vergangenheit. was man so gemacht hat, wie es einem erging oder auch wo man gerade steht. eigentlich findet tagtäglich biografisches storytelling statt. doch beim kennenlernen werden gern die schwierigen situationen ausgespart. man erzählt sich nicht gleich von den größten ängsten, die einen begleiteten, von den krassen erlebnissen, die man hatte. nur manchmal geschieht das gegenteil, dann werden von anfang an die abgründe ausgebreitet. auch dies kann eine strategie sein, interesse beim gegenüber zu wecken. aber dann werden meist die schönen momente ausgespart.

das biografische schreiben kann dazu dienen, alle aspekte des eigenen lebens zu erzählen: schriftlich und erst einmal sich selber. es gehört eine gehörige portion mut dazu, sich den aspekten des lebens anzunähern, die man gern vor sich selber ausspart, die man beim kennenlernen anderer weglässt. und um es vorsichtig zu formulieren, der schritt muss nicht immer schön sein. er hat aber meist einen therapeutischen effekt: man hat noch einmal alles durchgearbeitet und kann es nach dem aufschreiben auf die seite legen.

es gibt keinen zwang, das biografische schreiben, zum aufhellen der eigenen dunklen flecken zu nutzen. es ist jedoch ein phänomen, dass das schreiben an sich förderlich ist, sich an dinge zu erinnern, die man bis dahin gut vor sich selber versteckte. da bedarf es zweierlei mut, Weiterlesen

schreibberatung und mut

der mutigste schritt besteht wahrscheinlich darin, sich einzugestehen, dass man allein nicht weiterkommt und hilfe benötigt. denn unsere gesellschaft ist zwiespältig in bezug auf zu erbringende leistungen. schreiben wird sehr einseitig gelehrt. der schwerpunkt liegt auf schönschrift und grammatik, andere formen der lehre tauchen nur selten auf. gleichzeitig wird jedoch erwartet, dass in bestimmten situationen das schreiben und formulieren von allein funktioniert. alle gehen davon aus, dass man sich nur ein wenig zusammenreissen müsse und schon läuft es wie beim aufsatz-schreiben in der schule.

ich möchte hier keine drohgebilde produzieren. ja, es kann so einfach laufen, und das ist schön. aber das schreiben kann auch schwer fallen. wenn aber alle drumherum zu verstehen geben, dies dürfe nun wirklich nicht das problem sein, dann fängt man an, sich zu fragen, was man nur falsch mache. der nächste schritt, nämlich zu sagen, ich brauche hilfe, bei mir läuft das nicht so locker, wie es andere formulieren, ist ein erschwerter.

es hat sich bei uns noch nicht etabliert, davon auszugehen, dass man schreiben auch in bezug auf die ideen und die kreativität lernen kann. hier schwirrt die schriftstellerInnen-aura durch die vorstellungen: entweder man habe talent oder eben nicht, einen ansprechenden und lebhaften text produzieren zu können. im job und in den wissenschaften sei dies sowieso nicht so notwendig. mutig ist es, sich aus diesen vorstellungen freizustrampeln.

mutig ist es auch, den nächsten schritt zu machen, sich beraterInnen zu suchen. zu telefonieren oder zu mailen, um einen termin zu vereinbaren, und dabei immer wieder seine schreibgeschichte offen zu legen. es sich selber einzugestehen, dass man hilfe benötigt ist etwas anderes als dann auch noch unbekannten dritten von den persönlichen schwierigkeiten zu berichten. jedoch, ist dieser schritt geglückt, dann Weiterlesen

selbstbefragung (101) – mut

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „mut„.

  • wofür hätten sie gern mehr mut? beschreiben sie.
  • wann wandelt sich für sie mutigkeit in sorglosigkeit?
  • welches war bis jetzt ihre mutigste handlung in ihrem leben?
  • und wann hat sie der mut verlassen?
  • was halten sie von mutproben? warum?
  • wer in ihrem umfeld erscheint ihnen besonder mutig?
  • woraus schöpfen sie ihren lebensmut? erklären sie.
  • dürfen sie auch einmal schwach sein? warum?
  • welche reaktionen lassen ihren mut schwinden?
  • mut, angst, selbstbewusstsein und selbstschutz hängen zusammen. wie kombinieren sich diese aspekte bei ihnen, in ihrem leben?

kreatives schreiben und mut

ja, man kann über helden schreiben, die mutig die welt, menschen oder auch nur den kanarienvogel retten. „mut“ taucht als motiv in geschichten immer wieder auf. doch viel interessanter scheint mir der blick darauf, wie viel mut es kostet, kreativ zu schreiben. das mag in den ohren mancher etwas seltsam klingen, ist es doch nur ein wenig geschichten schreiben, etwas, das in der vorstellung unbeteiligter in die kategorie „das machen frauen in der volkshochschule“ (nichts gegen hausfrauen) gehört.

hier fängt die sache mit dem mut schon an. es ist mutig, sich hinzusetzen, entgegen aller abwertender vorurteile, zum stift zu greifen und der eigenen fantasie freien lauf zu lassen. diejenigen, die diese vorstellung possierlich finden und das kreative schreiben mit schulfaufsätzen vergleichen, scheuen diese form des ausdrucks meistens. denn dabei handelt es sich um den zweiten mutigen schritt: persönliches in einen text einfließen zu lassen.

im vorfeld weiß man nie, was das schreiben mit einem macht. man kann sich ein thema vornehmen, recherchieren und nachdenken, einen plot entwickeln und dann feststellen, dass sich die geschichte in eine ganz andere richtung entwickelt, als man es sich vorstellte. schreiben birgt immer die chance (oder gefahr) in sich, dass dinge einfließen und handlungen geschehen, die im schreibfluss nicht kontrolliert werden können. schreiben kann auch einen mutige form des kontrollverlusts sein, und eben ein ausdruck ganz persönlicher gefühle.

wenn man das kreative schreiben in einer schreibgruppe praktiziert oder es wagt, texte von sich der öffentlichkeit preis zu geben, dann unternimmt man den nächsten mutigen schritt. denn die reaktion der anderen Weiterlesen