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selbstbefragung (142) – milde

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „milde“.

  • wann haben sie milde walten lassen? warum?
  • was ist für sie in ihrem leben milde gewesen?
  • wann waren sie zu milde und bereuen es heute?
  • wie schmeckt für sie milde?
  • was ist ihnen in ihrem leben zu mild gewesen?
  • was ist ihnen in ihrem leben zu hart gewesen?
  • wem gegenüber wären sie lieber milder, schaffen es aber nicht? beschreiben sie.
  • wem gegenüber würden sie gern öfter „nein“ sagen können, schaffen es aber nicht? warum?
  • wo sollte unsere gesellschaft mehr milde walten lassen? begründen sie.
  • wann war jemand ihnen gegenüber zu mild gewesen? gab es solch einen moment überhaupt?

hier können sie weitere 1000 fragen als pdf-datei runterladen.

schreibpädagogik und aufgabenverweigerung

in schreibgruppen kann es vorkommen, dass teilnehmerInnen bei einzelnen schreibaufgaben aussteigen und diese nicht mitmachen wollen. das ist ihr gutes recht. normalerweise wird am anfang einer schreibpädagogischen veranstaltung sowieso eingeräumt, dass immer bei einzelnen fragestellung teilnehmerInnen für sich entscheiden können, diese nicht mitzumachen.

und doch kommt es bei solchen begebenheiten nicht selten vor, dass sich die schreibgruppenleiterInnen angegriffen fühlen. so gibt es versuche brücken zu bauen oder zu überreden, die aufgabe doch einmal zu versuchen. das kann kontraproduktiv sein, erinnert es doch sehr an schulsituationen, in denen viele oft genug zu lernprozessen angehalten wurden, deren sinnhaftigkeit sich ihnen nie erschlossen hat. es kann nicht nur negatives feedback einen dazu bringen, manche dinge nicht mehr zu machen auch die überredung zu dingen, zu denen man eine ablehnende position hatte, kann einem den spaß verderben. bleibt doch das gefühl haften, beim besuch der schreibgruppe mitmachen zu müssen.

schreibgruppenleiterInnen müssen sich selber vorher bewusst machen, dass eine einzelne nichtteilnahme an schreibaufgaben, keine kritik an ihnen ist. und selbst wenn dies von einzelnen teilnehmerInnen so formuliert wird, dass nämlich die aufgabe „doof“ wäre, macht es immer noch sinn, auch die anderen teilnehmerInnen zu fragen, ob sie dies auch finden. nur wenn der großteil der gruppe formuliert, dass ihnen die aufgabe nicht gefällt, dann sollte man kurzfristig sein konzept ändern. dass aber einzelne teilnehmerInnen für sich erkennen diese oder jene aufgabe würde ihnen nicht gut tun, ist eher ein positives zeichen, da die selbstbestimmtheit der teilnehmerInnen in der gruppe platz hat. die aufgabenverweigerung muss normalerweise nicht begründet und nicht offengelegt werden. schon das reden darüber kann teilnehmerInnen extrem unter druck setzen, vor allen dingen bei biografischem schreiben aber auch bei manchen themen im kreativen schreiben. schreibgruppenleiterInnen können meiner ansicht nach einzig eines machen, sie können nachfragen, ob eine alternative schreibaufgabe gewünscht ist. kommt auch dann ein „nein“, ist dies auszuhalten. denn meist finden die gruppen mit erwachsenen menschen statt, die für sich selbst verantwortlich sind, und ihre grenzen oft gut selber einschätzen können. und solange keine schreibblockade formuliert wird, zu deren überwindung anregungen gegeben werden können, nimmt jemand einfach an einer aufgabe nicht teil.