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nabelschau (62)

schutz, der kein schutz ist. oder – wer kennt sich überhaupt aus? je mehr meldungen es über die diskussionen um acta, um die datensammlungen bei sozialen netzwerken, um urteile des bundesverfassungsgerichts oder um das verhalten deutscher behörden im netz geht, um so stärker kommt das gefühl auf, dass ein großteil der politischen entscheidungsträger keinen blassen schimmer davon hat, um was es überhaupt geht.

da werden ausschusssitzungen in dokumentationen über facebook gezeigt, die schon bei den fragestellungen der ausschussmitglieder erahnen lassen, dass man sich nicht auskennt. das ist nicht weiter schlimm, es kommt bei anderen themen auch vor und es ist menschlich. man kann nicht zu allem alles wissen. wenn man dann wenigstens an den entscheidenden stellen kompetente menschen mit entsprechenden befugnissen sitzen hat.

aber offizielle datenschützerInnen sind orchideenposten wie die frauenbeauftragen oder die drogenbeauftragten. da wird eine gesellschaftliche problematik ausgegliedert, um ein feigenblatt vorweisen zu können, wenn es kritisch wird. es können jedoch keine entscheidungen getroffen werden. den rest lässt man irgendwie laufen. gut, irgendwann greift man teilweise die bedenken der expertInnen auf, entscheidet halbherzig etwas und lässt es dann weiterlaufen. die folge: nun rennen alle dem davongelaufenen hinterher.

die technik, die handhabung der technik und die missbräuchliche anwendung der technik sind so weit vorangeschritten, dass zwar immer mal jemand an der reissleine zieht, aber der fallschirm nicht aufgehen will. gerade hat das bundesverfassungsgericht wieder darauf hingewiesen, dass im netz, web, internet praktiken herrschen, die mit den grundrechten nicht vereinbar sind. ist das nicht mal jemandem vorher aufgefallen? man hat den eindruck – irgendwie schon, aber man hat es erst einmal laufen lassen.

da erwarten institutionen und entscheidungsträgerInnen von der bevölkerung angemessenes verhalten in der digitalen welt und überschreiten selber eine grenze nach der anderen. es ist auf allen ebenen kein (daten)schutz und keine privatheit mehr gewährleistet. wen wundert es dann, dass von allen alle möglichkeiten Weiterlesen

damit die digitale revolution auch wirklich eine revolution wird

revolutionen haben das ziel, dass sich gesellschaftliche bedingungen so weit verändern, damit für viele mitglieder der gesellschaft eine verbesserung eintritt. nachdem in den vorherigen beiträgen die problematiken des web beleuchtet wurden, möchte ich hier einmal darauf eingehen, was es bräuchte und was es schon gibt, um eine positive veränderung hervorzurufen.

man kann es negativ sehen und von einer informationsflut schreiben. doch eigentlich handelt es sich dabei um eine sehr positive entwicklung. noch nie war es für den einzelnen menschen bei uns so leicht an verschiedene informationen zu allen aspekten des wissens zu gelangen, wie heute. und selbst wenn die überprüfbarkeit mancher informationen schwer ist, so habe ich doch viele vergleichsmöglichkeiten. wenn man die situationen mit bibliotheken vergleicht, so war die auswahl in den bibliotheken um einiges schwerer, ich konnte nur einen ausschnitt der vorhandenen literatur erhaschen und hatte selten vergleichsmöglichkeiten oder andere positionen dazu.

gut, ich habe oft immer noch nicht die möglichkeit, ganze bücher im internet zu lesen. dies wird auf absehbare zeit auch weiterhin aufgabe der bibliotheken sein. aber ich kann zum beispiel die bücher direkt über das internet ausleihen. ich muss meine wohnung seltener verlassen, um überhaupt an informationen zu kommen. Weiterlesen

web 2.0 und politik – netzpolitik.org

wieder hat mich ein hinweis einer dozentin erreicht. diesmal auf einen blog, der an vielen stellen erwähnt wird, den ich aber bis jetzt nicht besucht hatte. was für ein glück, dass ich ihn bis jetzt nicht besucht hatte. der blog ist so voller informationen, dass man wahrscheinlich jahre benötigt, bis man sich über seinen inhalt kundig gemacht hat.

dabei ist der inhalt mehr als wichtig. der schwerpunkt liegt bei der frage, wer denn im netz, internet, web 2.0 wie das sagen hat? vor allen dingen datenschutz spielt in dem blog eine große rolle. die tag-wolke ist so groß, dass alle anderen begriffe außer datenschutz kaum zu lesen sind. dazu ist das schriftbild des browsers zu vergrößern, um dann in die weiten der netzpolitik abzutauchen.

doch allein die beiträge und verweise zum datenschutz lohnen einer betrachtung. denn in vielen bereichen ist bis heute nicht geklärt, was mit den gesammelten, zwischengespeicherten und verknüpften daten eigentlich geschieht. es gibt keine eindeutige regelung, außer den versprechungen, dass daten geschützt würden. der blog „netzpolitik.org“ von markus beckedahl und anderen listet all die äußerungen und diskussionen geflissentlich auf. und er bietet nur dadurch auch einen ort der diskussion. denn sie ist zu führen, wird zu wenig geführt und in der zwischenzeit guckt der verbraucher dumm aus der wäsche. als ort des beobachtens all der netzpolitischen bewegungen auch abseits des datenschutzes ein reichhaltiger blog, der sich für freiheit und offenheit im digitalen zeitalter einsetzt, zu finden an dieser stelle: http://netzpolitik.org/ .