Schlagwort-Archive: netzwerk

mein computer und ich – eine umgangslehre (24)

netzwerk

„netzwerken“ ist der große trend. die funktionen des internets und die geschwindigkeiten der computer haben diesen trend erst möglich gemacht. unter „netzwerken“ versteht man die zugehörigkeit zu diversen sozialen zusammenschlüssen. früher war dies eher durch eine vereinsmitgliedschaft möglich, heute gehört man einem digitalen netzwerk an. dabei kann es sich um ein privates oder berufliches netzwerk handeln (teilweise finden sich die netzwerke zusätzlich in einer vereinsstruktur wieder).

das grösste und ausdifferenzierteste soziale netzwerk ist facebook. man kann die mit einem vernetzten menschen differenzieren, und ihnen ein ranking-label geben. dementsprechend erhalten sie persönliche informationen oder auch nicht. man kann sich nicht mehr unter pseudonymen verstecken, die realen namen sind gewünscht. das netzwerken ist schon lang keine spiel mehr, sondern eine ernsthaft und zeitraubende angelegenheit. und das vernetzen wird als lösung von vielen problemen oder konflikten angesehen.

erst einmal mag dies vernünftig klingen: viele augen lösen ein problem schneller als nur zwei oder vier augen. viele menschen einzubinden in eine entscheidung verhindert spätere konflikte. viele menschen zu einem thema zu verbinden kann grundlage vieler neuer ideen und kreativer erkenntnisse sein. das klingt ideal. wird die virtuelle vernetzung auch noch in das reale leben überführt, dann sei man auf dem richtigen weg.

jain. das internet bietet sicherlich die tolle möglichkeit, weltweit menschen finden zu können, die die gleichen interessen haben, wie man selbst. es ist viel leichter in fachlichen austausch zu gehen. aber auf der anderen seite hat gerade das netzwerken einen nebeneffekt: berufliches wird immer stärker mit privatem verquickt und die trennschärfe verliert sich. das netzwerken ist auch ein zeichen dafür, dass sich die klaren strukturen verlieren. doch dies sorgt im laufe der zeit für zusätzlichen zündstoff. arbeitskonflikte lassen sich viel schwerer klären, wenn privates mit ins spiel kommt. die auflösung der hierarchien wird vorgegaukelt. man kann dies feststellen, wenn letztendlich entscheidungen getroffen werden müssen. schlagartig stellen menschen fest, dass hierarchien durch das netzwerken nur virtuell eingeebnet wurden und damit nicht automatisch teilhabe entsteht.

netzwerken erhöht auch den druck auf einzelne, ihre freizeit mit dem beruflichen sozialen umfeld zu verbringen. das fängt bei gemeinsamen staffelläufen, mittagessen oder ausflügen im arbeitsumfeld an, geht weiter über klausurfahrten, einladungen und gemeinsame bonusreisen. die schwierigkeit besteht darin, dass auch in der freizeit das berufsleben nicht mehr verlassen wird. man kann sich aber in halbprivaten momenten nicht so verhalten, wie man es im privatleben tun würde. man bleibt trotz der freizeitgestaltung auf einer strategischen ebene (wohl wissend, dass es hierarchien Weiterlesen

Werbeanzeigen

web 2.0 und unsicherheit

die nutzung des web 2.0 ist eine gratwanderung zwischen unsicheren und selbstsicheren momenten. man nehme nur einmal facebook als beispiel. bei facebook vernetzt man sich mit menschen, die man von „sehr gut“ bis „kaum“ kennt. inzwischen kann man staffelungen einstellen, wen man über was informieren möchte. alle nutzerInnen wissen außerdem, dass eigentlich der anbieter dieses netzwerks ständig mitliest. es kann also in keinem moment von privatheit gesprochen werden. doch das spielt bei facebook für viele keine rolle mehr – privates wird zu öffentlichem – immer gekoppelt mit einer leichten unsicherheit im hinterkopf, was denken die anderen über mich.

erst wenn hunderte zur eigenen party kommen, die man nicht kennt, aber da man den verteiler nicht korrekt bedient hat sie sich eingeladen fühlen. erst dann spürt man, wie öffentllich das private bei facebook werden kann. und dann wird man vorsichtig. man möchte teil eines netzes sein, doch eigentlich nur eines sicheren und verlässlichen netzes. aber diese gewissheit gibt es im web 2.0 nicht mehr. die gab es eigentlich auch vorher im internet nicht mehr. der grund ist leicht auszumachen: es ist die virtualität der digitalen welt: ich sehe nicht eins zu eins, mit wem ich kommuniziere, wer was von mir lesen kann. ich kann nur einen vertrauensvorschuss geben, den ich nie überprüfen kann.

wenn man sich dessen bewusst ist, dann kann man sich eigentlich nicht mehr selbstsicher durch das netz bewegen. dann wird immer unsicherheit im spiel sein. dann tauchen fragen auf: bin ich zu weit gegangen? wieso habe ich mich spontan mit meiner meinung so weit aus dem fenster gelehnt? sollte ich mich überhaupt noch im internet bewegen? wie gut sind die freundschaften mit anderen wirklich? auf wenn kann ich mich verlassen? ohne eine reale überprüfung durch treffen und Weiterlesen

web 2.0 und störung

im internet oder netz lassen sich störungen leicht benennen: es konnte keine verbindung hergestellt werden oder es werden daten geklaut. im gegensatz zu den anderen im laufe der woche hier benannten störungen wird die störung im web 2.0 immer existentieller. viele menschen verbringen einen großen teil ihrer arbeitszeit in der einen oder anderen weise im internet. ob nun mit dauerkontakt durch das smartphone oder am computer im firmennetzwerk.

auch freizeit, beziehungen, freundschaften und familienleben verlagern sich immer öfter ins web 2.0. da wird gechattet, gemailt, sich in der cloud bewegt oder es werden flashmob-treffen organisiert. ganz abgesehen von den fernseh- oder radiosendern, die inzwischen den abruf des programms zeitverzögert zulassen. wenn man dann noch das handy als fotoapparat oder den pc als spielkonsole in online-rollenspielen nimmt, dann ist die freizeit eng mit dem web 2.0 verknüpft.

störungen im netz sind somit für die nutzerInnen inzwischen schwer auszuhalten. die geschäftliche wie auch die private kommunikation käme zu einem großen teil zum erliegen. wie aufgebracht die menschen reagieren kann abgelesen werden, wenn zeitweise handynetze ausgefallen sind oder die zugangsmöglichkeiten ins netz nicht funktionieren. und man möge es nicht unterschätzen, inzwischen werden auch viele logistische aktionen und dienstleistungen über das netz abgewickelt.

störungen sollten also möglicht vermieden werden. so betreiben etliche firmen ein internes und ein externes netz. im web 2.0 kann auf alternative server ausgewichen werden und selbst bei stromausfall springen teilweise ersatzaggregate an. denn die abhängigkeit ist so groß, dass inzwischen bücher gefragt sind, die darüber berichten, wie es sich anfühlt, wenn man für längere zeit das internet ruhen lässt, sich zurückzieht. abhängigkeiten sind immer sehr anfällig Weiterlesen

web 2.0 und medien

das web 2.0 ist irgendwie ein medium für sich, das wiederum auf alle möglichen medien zurückgreift, sie verknüpft, neu arrangiert und ganze netze durch mediale welten spannt. es entstehen im web 2.0 gebilde, die keiner katalogisierten bibliothek oder einem filmarchiv entsprechen. es sind verwebungen, die lebendiger und interdisziplinärer erscheinen. dabei entstehen zusätzlich verknüpfungen mit subjektiven ausdrücken, bewertungen und emotionalen darstellungen.

neben der bedrohlichen sehr persönlichen datensammlung entsteht noch etwas ganz anderes: das web 2.0 erhält durch seine „leichte“ bedienung und die medienfülle eine dermaßen große vielfalt, wie sie für menschen vor einem jahrzehnt nicht vorstellbar schien. am spannendsten scheint mir dabei, dass auch eine geringe leserInnenzahl nicht verhindert, dass grandiose einzelne auftritte überall im web 2.0 glänzen. menschen drücken sich in einer vielfalt aus, die ihrer vielschichtigkeit gerechter wird, als alles zuvor dagewesene.

man schaue sich an, dass neben dem ganzen marktgeheul im netz, viel persönliche energie und kompetenz in ein stetig wachsendes gewebe eingespeist wird. es bestätigt die vorstellung, dass der mensch viel kreativer und schillernder ist, als ihm oft eingeredet wird. wäre da nicht eine teilweise enervierende urheberrechtsdebatte, die manches engagement schon wieder im keim erstickt, dann könnten sich noch mehr ausdrucksformen im web 2.0 finden (ich meine hier nicht die kriminellen download-seiten).

das web-2.0-bashing ist zwar weiterhin in mode, doch viele lassen sich dadurch nicht beirren und folgen einfach ihren interessen. so lang sich niemand gezwungen fühlt im sozialen netzwerk agieren zu müssen, kann das web 2.0 einen produktiven austausch befördern, der sich abseits der gewohnten kunst-, kultur- und medienpfade bewegt. dass daraus dann immer wieder neue pfade entstehen können, die im laufe der zeit Weiterlesen

nabelschau (61)

was gab es da noch zu überlegen? absurd, absurder, am absurdesten: es gibt handlungen und haltungen, die ich schwer nachvollziehen kann. das kommt selten vor, aber es kommt vor. da geht es über monate um die frage der vorteilsnahme, die frage der verstrickungen und einem selber müsste bewusst sein, dass dem so ist. doch die haltung, die nach außen getragen wird, ist, sich im recht zu befinden. da wollte uns also jemand klar machen, dass all seine reisen, seine freundschaften und seine kredite ganz normalen kriterien folgen, dass unser leben heute so aussieht.

zu teilen mag das stimmen, vor allen dingen in bestimmten kreisen dieser republik. die konsequenz des groß gepriesenen „netzwerkens“ können nämlich auch so genannte „seilschaften“ werden. und bei der propagierung des netzwerkens wird dies meist an keiner stelle thematisiert. ja, es ist sogar ein netter zug, sich gegenseitig zu unterstützen. doch, und hier liegt die krux, es ersetzt inzwischen eine vorstellung von solidarität, die sich auch menschen zuwendet, die nicht zum netzwerk gehören. bei den gepriesenen freundschaften regieren leistungen und gegenleistungen. auch wenn ich nicht glaube, dass es die auf der anderen seite propagierte „selbstlosigkeit“ gibt, da jeder helfende mensch zumindest eine emotionale gegenleistung erhält, so muss es doch einen mittelweg geben.

doch dieser mittelweg wird nicht mehr beschritten und wie es scheint, auch überhaupt nicht mehr gesehen. noch erschreckender scheint mir aber, dass nicht mehr gesehen wird, wie sehr auf kosten anderer agiert wird (und das nicht nur im kleinen land, sondern im ganzen weltgefüge). und um es noch einmal am ehemaligen bundespräsidenten wulff festzumachen, es scheint immer häufiger von außen betrachtet tragisch, dass die haltung schon so verinnerlicht ist, dass anderes kaum mehr vorstellbar scheint. darum sollte es mich auch nicht verwundern, dass nach dem gestrigen antrag zur aufhebung der immunität noch einmal eine nacht verstreichen musst, bis man sich dazu äußert.

die journalistInnen hätten garantiert am gleichen abend zur verfügung gestanden, die kollegInnen aus den diversen fraktionen auch. in unserer schnelllebigen welt ist dies keine schwierigkeit. aber es benötigte abermals bedenkzeit. und diese bedenkzeit erschreckt.

web 2.75 – schreib-t-raum.de

am bodensee bildet sich ein weiteres netzwerk des schreibens. und eine vertreterin des netzwerkes ist mit einem eigenen blog namens „schreib-t-raum“ über das schreiben, zu schreibideen, zu büchern und vielen fragen der schreibpädagogik, zu schreibgruppen und entdeckungen im internet an die öffentlichkeit gegangen.

der blog existiert zwar noch nicht sehr lang, aber schon in kurzer zeit, sind interessante tipps und hinweise hinzu gekommen. wer diesen blog, den schreibschrift-blog, ganz gern ab und zu besucht, der sollte auch einen blick auf den „schreib-t-raum“-blog werfen. da gibt es zusätzliches futter in ähnliche und andere richtungen. und ich bin mir sicher, in den nächsten monaten kommt noch so manches dazu.

und wer selber im bodensee-raum schreibpädagogisch unterwegs ist, der kann sich an die autorin des blogs wenden, falls er an einer netzwerk-struktur interesse hat. da gibt es sicherlich noch mehr zu erfahren. zu finden ist der blog unter http://www.schreib-t-raum.de . weiterhin viel erfolg heike!

web 2.72 – diaspora

die „diaspora“ ist übersetzt „verstreutheit„. man kennt den begriff am ehesten von kirchlichen ansiedelungen und glaubensrichtungen. doch die „diaspora“ im internet soll ein gegenstück zu facebook & co werden. es geht vor allen dingen darum, ein soziales netzwerk im web 2.0 aufzubauen, in dem die nutzerInnen definitiv selber über die verwendung und weitergabe ihrer daten entscheiden. das projekt soll nicht über einen großen server laufen, sondern über verstreute knotenpunkte.

die begriffe „netz“ und „netzwerke“ soll wieder seine alte bedeutung zurückerhalten, nämlich dadurch dass alle nutzerInnen nicht nur ein datennetzwerk bilden, sondern im laufe der zeit auch ein hardware-netz spinnen. zudem sollen alle verknüpfungen und formen des datenaustauschs allein vom user festgelegt werden. die daten werden nicht gesammelt, sondern die hoheit liegt bei den besucherInnen. auf dem weg dorthin ist es auch möglich, sich nicht mit seinem vollständigen namen anmelden zu müssen.

der versuch entspringt der idee, selbstbestimmter die technischen möglichkeiten des web 2.0 zu nutzen. bisher existiert „diaspora alpha„, also eine vorversion, die nicht allen internetbesucherInnen die möglichkeit gibt, sich anzumelden. man muss sich einladen lassen, an dem versuch teilzunehmen. dies geht über die startseite, indem man seine mailadresse angibt. ob man dann eingeladen wird, das kann anscheinend eine gewisse zeit dauer. vorher empfiehlt es sich, einmal in den blog der seite zu schauen, um eine ahnung von den geplanten vorgehensweisen zu erhalten. zu finden sind die informationen unter: https://joindiaspora.com/ .

mal sehen, ob es noch andere formen des sozialen netzwerkens im internet geben, spannend klingt es allemal.

schnickschnack (100)

es klingt spannend, es bietet viele möglichkeiten und es macht otto-normalverbraucher zum journalisten. im internet wird beständig geschrieben, neues produziert, kommentiert und weitergedacht. man klickt sich manchmal einen wolf, bis man „alle“ stimmen zu einem thema gefunden hat. da freut es, wenn menschen bündeln, vorsortieren und einen kleinen überblick geben.

bis vor einer weile fehlte noch das programm dazu, alles zu bündeln. man saß also vor dem computer und versuchte diverse links in den blogtext zu integrieren, twitter, facebook und vieles andere zu durchkämmen. das soll nun leichter gehen mit „storify„, einem tool, das einen zum jäger und sammler von beiträgen macht, sie bündelt und wiederum in einer einheitlichen oberfläche als dossier zur verfügung stellt. diese dossiers kann man nun in seinen blog integrieren oder den link dorthin veröffentlichen.

beim blick auf die homepage http://storify.com/ fällt auf, dass es keine suchfunktion, sondern nur ein paar vorgeschlagene und empfohlene dossiers gibt. man muss sich schon anmelden, um mehr einsicht in die angebote zu bekommen. doch auch das anmelden wird nicht gerade gut erklärt. wenn ich das richtig verstanden habe, benötigt man einen twitter-zugang, um sich damit wiederum bei storify anmelden zu können.

aber wenn man das getan hat, dann geht alles ganz einfach mit rüberziehen, ein paar worte schreiben, bündeln und veröffentlichen. es wird wohl auch ein code des dossiers generiert, denn man in den eigenen blog integrieren kann. ich werde es noch ausprobieren und berichten, aber das lob zum tool ist schon sehr positiv. so kann das social-web endlich umfassend genutzt werden. wer neugierig ist, probiere es einfach mal aus. ach so, noch eins: das ist bis jetzt die beta-version des tools.

web 2.0 und mut

klingt erst einmal komisch, im netz mut zu benötigen. viele machen sich darüber wahrscheinlich überhaupt keine gedanken. da ist ein netz, in dem sich viele menschen bewegen, mit denen möchte ich kommunizieren, spielen oder daten austauschen, warum also noch einen gedanken verschwenden. die dimension ihres handelns wird ihnen oft erst später bewusst.

andere nehmen diese dimension gedanklich vorweg. sie malen sich auch, was alles passieren könnte, wenn man sich nur mit ein paar worten an die weltöffentlichkeit wendet. die überwindung ist groß (mal abgesehen von der diskussion um die sinnhaftigkeit) und es bedarf mehrerer anläufe, um alles zu bewältigen.

und dann gibt es noch den schock. man hat einmal was geschrieben und bekommt anschließend panik, ob dies im web überhaupt richtig platziert ist, von anderen verstanden wird oder ob es nachgefragt wird. alle drei aspekte benötigen an einem bestimmten punkt mut. den mut, auszuhalten, nicht zu wissen, was andere mit dem, was man geschrieben hat, machen. den mut zu realisieren, dass das geschriebene nun jeder lesen kann.

journalistInnen lernen dies im laufe ihres berufslebens, sie stehen in kontakt mit den leserInnen und vor allen dingen mit redaktionen, erhalten also auch ein professionelles feedback. die einzelnen web-schreiberInnen erleben dies erst einmal nicht. vieles versinkt im netz und taucht nie wieder auf. abseits der großen frustration, die es auslöst, Weiterlesen

„praxisbuch networking“ von andreas lutz – ein buchtipp

seit der entstehung des so genannten web 2.0 tritt eine soziale kompetenz im arbeitsleben immer stärker in den vordergrund: das „netzwerken“, wie es neudeutsch genannt wird. vor allen dingen selbstständige, aber auch angestellte sind gefordert, sich ein netzwerk aufzubauen, das in erster linie über das internet kommuniziert und sich gegenseitig hilfestellung bei der erledigung von aufgaben gibt.

doch so schlicht sollte man dies nicht formulieren. das networking erfüllt noch mehr aufgaben: zum einen sich überhaupt in ein soziales netz einzubinden, nicht allein auf der welt sein ding durchziehen zu müssen. es bietet also auch einen halt. zum anderen aber auch die verschränkung von privatem und beruflichem. etwas, das in der heutigen arbeitswelt unumgänglich scheint. es geht nicht darum, andere zum eigenen vorteil auszunutzen, es geht darum im laufe der zeit gegenseitige unterstützung und hilfsbereitschaft zu signalisieren.

andreas lutz zeigt in seinem „praxisbuch networking – einfach gute beziehungen aufbauen – von adressmanagement bis xing.com„, dass es nicht nur um die digitalen kontakte, sondern vor allen dingen auch die persönlichen, realen geht. dass networking erst einmal nur darauf basiert, seine eigenen kompetenzen, informationen und möglichkeiten anderen anzubieten, ohne den eigenen vorteil im auge zu haben. ein netzwerk wächst, es hat etwas dynamisches, das gepflegt werden muss, aber gleichzeitig auch sozial einbindet.

es gibt heutzutage viele möglichkeiten, sein eigenes netzwerk aufzubauen. im buch wird eine auswahl der möglichkeiten geschildert. es werden ganz praktische tipps gegeben, wie man am angenehmsten auf andere menschen zugeht, was man kommunizieren kann und wie man ein netzwerk pflegt. auch wenn man sich fragen kann, ob das bisherige soziale netz, in dem man gelebt hat, auch ohne einen begriff dafür zu haben, die gleichen konsequenzen hatte, so scheinen manche tipps für das berufsleben hilfreich und heutzutage notwendig. ein blick in die weite welt des networking lohnt sich.

das buch ist 2009 im linde verlag in wien erschienen. ISBN 978-3-7093-0200-2. und noch mehr infos finden sich unter http://www.jeder-ist-unternehmer.de .

biografisches schreiben und soziale netze im web

das web 2.0 bietet gute möglichkeiten, sich mit anderen menschen auszutauschen und zu verbinden. kriterien für diese netzbildungen sind zum beispiel gemeinsame hobbys, ein ähnlicher musikgeschmack oder auch soziales engagement. warum also nicht einmal ein soziales netzwerk zum austausch biografischer erinnerungen ins leben rufen.

dafür gäbe es unzählige möglichkeiten. man könnte virtuelle jahrgangstreffen gründen oder bestimmte einschneidende gesellschaftliche ereignisse zur erinnerung ausrufen. ähnliches geschieht schon auf den zeitzeugen-webseiten. dort wird aber von außen animiert, archiviert und moderiert. interessanter wird es sicherlich noch einmal, wenn die „zeitzeugInnen“ aufgrund eines eigenen internetzugangs die gründung selber übernehmen.

so könnten menschen, die sich im rahmen des biografischen schreibens an bestimmte ereignisse in ihrer kindheit erinnern, andere dazu aufrufen, diese mit ihnen in der digitalen welt zu teilen. zum einen sind die erinnerungen meist verschieden, zum anderen ergeben sich soziale kontakte zu menschen mit ähnlichen erinnerungen. der austausch regt zur größeren detailgenauigkeit bei den erinnerungen an.

schwieriger wird es, die älteren generationen anzuregen, sich ins web zu trauen. es gibt eine große differenz bei der internetnutzung zwischen den jungen und den älteren generationen. es ist zwar zu verzeichnen, dass immer mehr ältere das internet nutzen, doch auch die art und weise der nutzung unterscheidet sich gehörig von den jüngeren generationen. gerade die sozialen netzwerke werden eher von jüngeren menschen genutzt. an diesem punkt wäre also noch aufklärungsarbeit zu leisten.

doch langfristig könnte man sich zum beispiel die koppelung von schreibgruppen zum biografischen schreiben, computerkursen bei bedarf und der anregung, selber ein netzwerk zu gründen, vorstellen. Weiterlesen

web 2.0 und soziale netzwerke

 

die menschen scheiden sich in zwei gruppen. die einen sagen zu netzwerken wie „facebook“, „studivz“ oder „xing“, dass sie iher kontakte lieber persönlich und real-kommunikativ pflegen. andere sagen, dass sie über die im web 2.0 existierenden netzwerke kontakt zu menschen bekommen, zu denen sie nie in ihrem leben kontakt bekommen hätten. vollständig vergleichbar sind reale und virtuelle netzwerke auf keinen fall. es sind unterschiedliche kommunikationsformen, die jeweils angewendet werden. und es wird deshalb eben auch verschieden kommuniziert.

beide formen haben ihre vor- und nachteile. die netzwerke im web sind sicherlich viel größer, als man sie im realen zusammensein überhaupt erleben kann. gleichzeitig besteht aber das problem im internet, dass sich die betreiber gerade stück für stück das vertrauen ihrer nutzer verspielen. gerade letzte woche änderte „facebook“ mal kurz seine nutzungsbedingungen und versuchte die hoheit über alle existierenden daten auf dauer zu sichern. unter protest wurde dies wieder zurückgenommen. „studivz“ hatte schon seine auseinandersetzung um werbemöglichkeiten und datenverwendung.

anscheinend sind datenansammlungen, die natürlich gehäuft in netzwerken vorkommen (oder bei großen arbeitgebern wie bahn und telekom), extrem verführerisch für jegliche nutzung. Weiterlesen

web 2.0 und das gehirn

die neurophysiologie und gehirnforschung setzen teilweise die geschwindigkeit des hirns in zusammenhang mit einer ständig vorherrschenden grundaktivität, einem „rauschen“, das tag und nacht stattfindet. wir können zum beispiel nicht aufhören zu denken, auch nicht im schlaf (siehe träume) oder bei meditationen. auch dann denke ich, dass ich nichts denke. bei entspannungsübungen wird das denken sicherlich fokussiert auf einen einzelnen gedanken, das rauschen also ein wenig reduziert, aber die gehirnaktivität endet nicht. wie hier schon erwähnt, besitzt der mensch vor allen dingen die fähigkeit, zu selektieren und nicht jedem gedanken zu folgen. viele denkprozesse verlaufen unbewusst, so denke ich nicht jedesmal bewusst darüber nach, dass ich beim gehen den rechten fuss jetzt anheben muss. doch der prozess an sich findet statt, da ich in diesem moment auch stehenbleiben könnte. ich treffe also eine entscheidung.

wozu dieser lange vorlauf? es erscheint mir immer einleuchtender, dass das web 2.0, da von menschen geschaffen, formen eines ausgelagerten gehirns annimmt. es gibt ein beständiges „rauschen“ im netz, es werden gedanken, texte und bilder produziert, die nicht wahrgenommen werden. für beständige abläufe werden netzwerke gegründet, die einen gedanken, eine idee oder eine handlung fokussieren. plötzlich können informationen, die lang verschüttet waren, wieder aufgerufen werden und von interesse sein. fängt jemand damit einmal an, folgen etliche andere. und doch bündeln sich interessen, selektieren, unterstützt von den suchmaschinen. der mensch fasst dies gern in ein ranking, sortiert also vorrangige gedanken gegenüber nebensächlichen aus. was nicht bedeutet, dass dies immer die sinnvollen und vernünftigen gedanken sind. aber auch dies ist im realen leben nicht unbedingt der fall. das eigene hirn kann einem einen haken schlagen, indem es dinge fokussiert, die man gerade gar nicht fokussiert haben will.

wichtig scheint es auch im web, dass eigentlich kein gedanke verloren geht, höchstens jemand löscht seinen eintrag, seine homepage oder seine bilder. es gibt unvollendete gedanken, es gibt chaos, das unüberschaubar scheint. und doch bilden sich immer wieder neue ordnungen heraus, gedanken, überlegungen, die vorausstürmen. ich finde jedenfalls den gedanken immer interessanter, dass der mensch, nicht unbedingt bewusst, mit dem web 2.0 ein abbild etlicher seiner hirnfunktionen geschaffen hat. spannend wird dann die frage, wo die hormone im web 2.0 ihre funktion haben 😉

web 2.7 – ning.com

die sozialen netzwerke, die das web 2.0 bietet sind meist an anbieter geknüpft. das heisst, das eigentliche netzwerk erstellt der anbieter. dabei kann man sich mit anderen verbinden und verknüpfen, kann aber nicht unbedingt eine eigene gruppe bilden.

anders sieht es bei „ning.com“ aus. der anbieter stellt einem speicherkapazität und software zur verfügung (cms). und man selber kann ein eigenes soziales netzwerk einrichten. so finden sich auf der homepage viele schulvereine, verbände und andere soziale gruppen, die schon existieren und sich nicht neu im internet bilden. im vorfeld kann entschieden werden, was von außen kommende mitlesen können. es können eigene chats oder foren eingerichtet werden. zudem natürlich kontaktbögen, alle teilnehmerInnen können sich einloggen und die daten hinterlassen, die sie ihren kollegInnen oder freundInnen hinterlassen wollen.

es können nachrichten an die anderen oder öffentlich verbreitet werden. also präsentieren sich auf den seiten jeweils gruppen. nur eine(r) muss den administrator machen.

die seite ist zu finden unter http://www.ning.com .

web 2.6 – social-networks

dieses mal gleich die geballte ladung des web 2.0 für alle die hinter teilweise geschlossenen türen, kontakte knüpfen wollen. denn es kann anstrengend werden allzu persönliches in die öffentlichkeit zu tragen. besteht doch die gefahr, von manchen zum freund erklärt zu werden, von denen man dies nicht möchte.

aber auch die treffpunkte die hier vorgestellt werden haben inzwischen so großen zulauf, dass die vorstellung, unter sich zu sein, ein trugschluss ist. wichtig ist nur, dass man sich vorher registrieren lassen muss, um den zugriff zu bestimmten informationen über die anderen teilnehmerInnen zu bekommen. soll heißen, die profile sind nicht jedem zugänglich.

bekanntestes ist zur zeit inzwischen studivz. eigentlich sollte es einmal eine plattform für studentInnen sein, um sich austauschen zu können. inzwischen geben viele an studierende zu sein, sind es aber nicht. es geht ausschließlich um die teilhabe an einer großen community, die hauptsächlich durch das „gruscheln“ bekannt wurde. ein mix aus „grüßen“ und „kuscheln“. und der holtzbrinck-verlag hat viel für studivz bezahlt. zu finden ist die seite unter: http://www.studivz.net/

ähnlich gelagert, nur nicht auf studis konzentriert ist facebook. die etwas dezentere variante zum hier vorgestellten myspace. auch hier geht es darum soziale kontakte zu knüpfen und miteinander zu kommunizieren. profile werden nur für mitglieder sichtbar. zu finden hier: http://de.facebook.com/

für berufstätige und menschen mit abgeschlossener berufsausbildung bietet sich eher xing an. hier geht es etwas weniger um den sozialen kontakt, als bei den anderen vorgestellten seiten. hier geht es vor allen dingen um berufliche netzwerke und um die möglichkeit von headhuntern entdeckt zu werden. so stellen die profile weniger die subjektiven interessen dar, als die berufliche laufbahn und die arbeitsschwerpunkte. die seite ist zu finden unter: http://www.xing.com/

und als letztes noch gayromeo, das schwule einwohnermeldeamt, das vor allen dingen der anbahnung von sozialen kontakten und von sex dient. hier liegt der schwerpunkt der profile auf den sexuellen vorlieben und auf die frage, ob safer sex praktiziert wird oder nicht. unterstützt wird dies von aussagekräftigen fotos, die aber nur sichtbar sind, wenn man angemeldet ist. zu finden ist die seite unter: http://www.gayromeo.com/ .

und wer schon genug soziale kontakte hat, der muss die nächste kolumne abwarten. übrigens sollte man auch in diesen communities vorsichtig sein, was man von sich preisgibt und was nicht.