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schreibpädagogik und technik

je mehr menschen sich der technischen entwicklungen des computers öffnen und je öfter sie mit dem computer arbeiten, um so mehr raum muss das schreibwerkzeug computer in schreibgruppen thema werden. die technische entwicklung ist chance und fluch zugleich für das arbeiten mit gruppen.

als chance kann man es verstehen, dass abseits der gruppentreffen ein austausch von feedbacks und texten ganz einfach möglich wird. man muss auf der eigenen homepage den teilnehmerInnen von schreibgruppen nur eine plattform und ein forum einrichten. oder man tauscht eine mailliste aus, damit die teilnehmerInnen schnell und einfach miteinander in kontakt treten können. so können texte, die nach dem feedback in der gruppe noch einmal überarbeitet wurden, weitergeleitet werden. es können zusätzliche informationen oder veranstaltungshinweise mit einem newsletter an andere versendet werden.

noch einen schritt weiter geht die möglichkeit, relativ einfach, verfasste texte aus der schreibgruppe in die welt zu streuen und zu veröffentlich, dadurch, dass man sie ins internet stellt. doch dazu müssen entweder die teilnehmerInnen der schreibgrupp im umgang mit dem computer versiert sein oder die leitung der gruppe muss die zusätzliche arbeit übernehmen. aber es lohnt sich, um die arbeit der gruppe zu dokumentieren und letztendlich auch andere menschen zum schreiben zu animieren.

der fluch der technischen entwicklung kommt jedoch auch nicht zu kurz, bei solchen aktionen mit schreibgruppen. das fängt schon beim tippen der handgeschriebenen texte an. da meist alle teilnehmerInnen sehr verschiedene computer, betriebssysteme und schreibprogramme haben, muss man sich möglichst schnell auf textformate einigen, die alle öffnen können. dann ist der zugang zum internet für viele mit fragen verbunden, die browser sind verschieden, etliche funktionen oft unbekannt und die anleitung zur angemessenen umsetzung verbraucht zeit, die die gruppe lieber zum schreiben nutzen würde.

man kann heute nicht voraussetzen, dass die teilnehmerInnen von schreibgruppen sich auf einem annähernd gleichen niveau im umgang mit dem computer befinden. Weiterlesen

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web 2.0 und 25 jahre e-mail

vor ein paar tagen jährte sich das versenden der ersten e-mail in deutschland zum fünfundzwanzigsten mal. immerhin der tagesschau eine meldung wert und ein kleines jubiläum mit großen wirkungen.

wo wäre der „spam“, wenn es die mail nicht gebe. wo wären all die unwichtigen newsletter und inhaltsleeren botschaften, wenn es die mail nicht gäbe. postwurfsendungen gibt es zwar auch noch, doch sie halten sich im rahmen. aber so eine kurze mitteilung, dass man eigentlich sein geld in russland anlegen solle oder viagra unentbehrlich für zukünftige sexuelle abenteuer sei, hatte man nie im briefkasten, mancher aber täglich im mail-postfach.

ja, die verbindungen und kommunikationen sind schneller und einfacher geworden. aber eben auch unklarer. dadurch dass die mail suggeriert, sie sei eine schnelle eins-zu-eins-kommunikation, fördert sie auch die hoffnung einer schnellen antwort. doch die muss nicht kommen. früher machten sich die menschen im netz noch die mühe, auf jede mail zu antworten, so wie man auch jeden persönlichen brief im laufe der zeit beantwortete. doch heute ist erst einmal meist schweigen.

und da fängt man an, sich zu fragen, ob die übertragung überhaupt geklappt hat. denn manche mail ist schon im netz verschütt gegangen, umgeleitet oder von anderen gelesen worden. offiziell gehen wahrscheinlich viel weniger mails verloren als behauptet wird. aber die verleugnung der ankunft vereinfacht die bewältigung der massenkommunikation. zum glück wurde inzwischen twitter erfunden. hier wird keine antwort mehr erwartet. wer die nachrichten liest, liest sie, der andere lässt es einfach sein. man kann reagieren, muss aber nicht. es ist ungerichtetes schreiben. wie schön, dass die verbindlichkeiten aus dem alltag verschwinden. eigentlich können wir es dann doch ganz sein lassen, uns zu schreiben. oder?