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schreibidee (75)

heute habe ich im buchladen ein wunderbares reclam-heft gefunden, das den anlass für die neue schreibidee gibt. unter der isbn 978-3-15-009890-5 findet man „deutsche unsinnpoesie„. etwas, das vor allen dingen durch joachim ringelnatz sehr bekannt wurde. da nonsens gar nicht so leicht zu produzieren ist, sollte man den einstieg in das thema am besten mit ein paar kleinen beispielen beginnen. Ob von DichterInnen oder von MalerInnen, viele haben sich der „unsinnpoesie“ gewidmet. der dadaismus hat es auf die spitze getrieben, die moderne schuf vermehrt lautgedichte, dem unsinn wurde kreativität gewidmet.

so kann es in einer schreibgruppe hilfreich sein, erst einmal einzelne unsinnige aussagen zu verfassen. wie zum beispiel bei „fahrradöl verfeinerte das aroma des feldsalates“. die aussagen werden gegenseitig vorgestellt. anschließend wählen sich alle teilnehmerInnen ihre lieblingsaussage aus allen getroffenen aussagen aus. daraus wird dann ein gedicht verfasst. wie dies umgesetzt wird, bleibt den schreibenden vollständig überlassen. auch diese gedichte werden gegenseitig vorgetragen.

zum schluss wird noch ein schritt weitergegangen. nun sind alle aufgerufen einen text zu verfassen, der weder sinn noch unsinn enthält. ein text, der erst einmal gar nichts mehr aussagt, obwohl die bedeutung der texte für jeden wieder verschieden sein kann. diese übung bedeutet alles bis jetzt über das kreative schreiben gelernte zu vergessen, den inneren zensor zu ignorieren und sich an unbekanntes wagen. so kann für kurze zeit der dadaismus einzug in die schreibgruppe halten.

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kreatives schreiben und nonsens

 

der anspruch im kreativen ausdruck auch viel von sich auszudrücken, besteht natürlich auch oft beim kreativen schreiben. nur zwischendurch kann es einen einmal packen und man hat keine lust tiefen gedanken nachzuhängen. das geschriebene soll nichts audrücken, nichts wiedergeben, ja, noch nicht einmal einen tieferen sinn haben.

der dadaismus ist ein schöner ausdruck für den versuch sinnfreie literatur zu schaffen. obwohl das nicht ganz so stimmt. denn sinnfrei war der ganze versuch nicht. man wollte dem situierten literaturbetrieb etwas bedeutungsfreies entgegensetzen. der dadaismus war eine mischung aus humor, protest und anarchie, im literarischen sinne. und das ist gar nicht so einfach. versuchen sie doch einmal einen wirklich sinnfreien text zu verfassen, also absoluten nonsens. das geht praktisch gar nicht, solang die gebräuchliche sprache verwendet wird.

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