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mein computer und ich – eine umgangslehre (25)

entwicklungen und schluss

seit oktober 2011 habe ich hier eine nabelschau der digitalen art betrieben. ich habe versucht, unterschiedliche aspekte der nutzung von computer und internet zu thematisieren. denn die digitale welt hat unser arbeiten und unser leben in den letzten jahren stark verändert, selbst wenn wir uns standhaft weigern, einen computer zu nutzen. wie findet man den eigenen angemessen umgang mit den anforderungen der virtuellen und elektronischen welt? diese gedanken sind erst einmal ausgeschöpft und heute endet diese serie.

zum abschluss möchte ich noch einmal einen blick in die zukunft werfen. am auffälligsten ist dabei die entwicklung des handys zum smartphone, also inzwischen zum kleinen taschencomputer, der mit sich herumgetragen wird. und so ist die abhängigkeit von den funktionen dieses kleinen digitalen gerätes bei vielen menschen enorm. man betrachte nur die immer öfter auftauchende gebeugte haltung im alltagsbild, die den fussgänger, die autofahrerin oder die nutzerInnen des nahverkehrs als besitzerInnen eines smartphones ausweist.

diese entwicklung wird sicherlich noch eine zeitlang eine weitere steigerung erfahren. aber man stellt inzwischen fest, dass manche menschen wieder die abkehr vom zwang der geräte erproben. nachdem sie irgendwann selber feststellten, dass sie alle fünf sekunden auf das display blicken, da es sein könnte, dass sich jemand gemeldet hat oder neueste nachrichten eingetroffen sind.

doch menschen merken, dass ihre persönliche und authentische kommunikation unter den aufmerksamkeitsunterbrechungen leiden. und manch einer fängt selber an zu leiden: es gibt keine ruhe, keine pausen mehr. es ist kaum auszuhalten, wenn das smartphone nicht mehr zur verfügung steht. dies wird kein dauerzustand bis in die zukunft bleiben. die suche nach dem stressabbau wird sich in den nächsten jahren verstärken und die digitalen geräte werden bestimmt selbstbewusster eingesetzt werden.

schwer aufzuholen bleibt der vorsprung jüngerer generationen bei der nutzung neuester technik im gegensatz zur älteren generationen. immer noch sind viel zu viele menschen nicht darauf vorbereitet, die technik effektiv für sich nutzen. immer noch sitzen zu viele menschen zu frustriert vor dem computer. aber auch hierbei wird das internet seine kraft entfalten. denn die user werden kritischer. sie formulieren es immer öfter und klarer, dass manche technische neuerung unter einer schlechten usability leidet.

die kritische haltung ist vor allen dingen im zusammenhang mit dem datenschutz schon jetzt zu verpüren. die menschen werden sensibler, wenn es um ihre privatspäre im netz geht und sie setzen sich zur wehr. darum werden mit großer wahrscheinlichkeit viele horrorszenarien doch nicht eintreten, da sie von mündigen usern verhindert werden. auch die teilweise erpresserische haltung Weiterlesen

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mein computer und ich – eine umgangslehre (05)

software

eines meiner liebsten themen: die programme, die den computer erst zum laufen bringen. sie können immer mehr, sind immer schneller und bündeln unglaublich viele funktionen. aber, und da bin ich wieder bei der usability, sie kommen irgendwie unfertig auf den markt. dafür gibt es gute und schlechte gründe. die guten gründe sind: da die menschen ihre software auf computern immer individueller zusammenstellen, können nicht alle kombinationen bedacht werden. nimmt man noch die peripherie (also die angeschlossenen geräte) dazu, kann man beim programmieren nicht alle eventualitäten bedenken. also muss nachgerüstet werden. die schlechten gründe: das produkt wird unfertig auf den markt gebracht, damit sich die nutzerInnen als testgruppe nützlich machen. es wäre zu zeitaufwendig, alle eventualitäten durchzutesten.

bei vielen technischen geräten ist dies aber üblich. erst die abnahme durch den tüv oder eine andere institution ermöglicht es, etwas auf den markt zu bringen. oder was glauben sie, was los wäre, wenn in einer produktionsstrasse eine autokonzerns software zum einsatz käme, die unvollständig ist und ständig durch fehler in der produktion auf sich aufmerksam macht. dass das vorkommen kann, das ist logisch und menschlich. dass es aber beinahe eingeplant ist, ein update nach dem anderen nachzuschieben, das macht sauer.

und dann noch die ständigen automatischen updates. viele programme haben die voreinstellung, dass man nicht mehr selber entscheidet, wann sich der eigene computer mit wem im internet verbindet. das macht das ding automatisch. das kann aber zur folge haben, dass plötzlich veränderungen in programmen auftauchen, die man gar nicht möchte. will man diesen ablauf verhindern, muss man sich jedesmal in die tiefen der einstellungen begeben, um das automatische updaten oder die automatische suche nach updates zu verhindern.

womit ich eigentlich schon bei meinem zweitliebsten thema bin: die usability. etliche programm werden mit neuerungen so vollgepackt, dass man stunden benötigt, um alle details in den einstellungen beachtet zu haben. macht man dies nicht, machen programme Weiterlesen

„don´t make me think!“ von steve krug – ein buchtipp

homepage, blogs und andere webauftritte werden gemacht, damit möglichst viele menschen einen blick darauf werfen. man geht nicht an die öffentlichkeit, um nicht wahrgenommen zu werden. alle macherInnen von webauftritten freuen sich, wenn sie verlinkt, kommentier, zitiert oder besucht werden. nicht ohne grund werden im hintergrund ständig statistiken geführt, werden weltweit rankings von homepages erhoben und wird die verweildauer festgestellt.

menschen lassen sich im internet auf verschieden arten anlocken. doch im vordergrund steht neben dem inhalt die usability (anwenderfreundlichkeit), die die besucher (user) bindet und weiterlesen lässt. wir menschen sind schon beim layout von zeitungen kritisch, aber laut untersuchungen bei homepages noch viel kritischer und ungeduldiger. baut sich eine seite langsam auf, finde ich nicht die sachen, die mich interessieren, bleibe ich meist auch nicht lang und komme wahrscheinlich nie wieder. das möchte kaum jemand.

schon vor etlichen jahren ist ein buch erschienen, das hilfe gibt bei der gestaltung einer website, um die anwenderfreundlichkeit zu erhöhen. steve krug hat das buch „don´t make me think! – web usability – das intuitive web“ veröffentlicht. und das buch hat, im gegensatz zu den schnellen technischen entwicklungen, nichts an aktualität verloren. wir bewegen uns genaus sprunghaft, unklar und überfliegend durch das große virtuelle netz, wie damals. steve krug greift all die vielen bedürfnisse der user auf und versucht eine grafische und strukturelle umsetzung zur befriedigung der bedürfnisse vorzuschlagen.

da aber auch er nicht sicher weiß, was, welcher besucher auf welcher homepage haben und erleben möchte, bietet er eine vorgehensweise zum testen der usability an, die jeder mensch durchführen kann. es war auch nach beinahe drei jahren intensiver weberfahrung noch einmal spannend, die aspekte der nutzerfreundlichkeit so geballt beschrieben zu bekommen. da schaut man seine eigenen seiten ganz anders an. da fragt man sich noch stärker, was möchten meine leserInnen eigentlich hier finden? und man ändert manches ein wenig.

der autor unterwirft auch das buch der nutzerfreundlichkeit. er formuliert kurz, knapp und sehr verständlich, wie man eine homepage umgestalten kann, damit sie noch angenehmer beim besuch wirkt. blog-software kommt vielen positiven kriterien schon sehr nahe. doch auch hier kann der blick noch intensiver werden. für menschen, die ihren webauftritt für die nutzer interessant machen möchten, kann ich dieses buch nur empfehlen. testen sie ihre vorstellungen einer guten seite bei anderen, sie werden erstaunt sein. die deutschsprachige zweite auflage des buches ist bei redline in heidelberg 2006 erschienen. ISBN 978-3-8266-1595-5