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schnickschnack (52)

plötzlich tauchte überall der begriff auf, den sonst kein mensch verwendet: „inauguration„, eigentlich die amteinführung des amerikanischen präsidenten. dass dies eine große bedeutung bekam, hat sicherlich damit zu tun, dass er vieles verändern möchte, sich darum bemüht neue wege zu gehen. dies betrifft nicht nur die politik, sondern auch die verschränkung der politik mit dem web 2.0.

so wurde die homepage des „weissen hauses“ vollständig überarbeitet und es wird versucht wirkliche bürgerInnennähe zu praktizieren. denn man kann eine nachricht an den präsidenten senden, aber auch in einen e-mail-verteiler aufgenommen werden, um zu den aktuellen entscheidungen informationen zu erhalten. ja, es geht um transparenz. ob dieser versuch wirklich durchgehalten wird, kann man momentan noch nicht absehen, aber zumindest erscheint die seite schlicht und informativ, abgesehen von dem personenkult um barack obama. zu finden ist die seite unter: http://www.whitehouse.gov/ .

und dann gab es noch details der inauguration, die laut organisatorin von den meisten menschen angeklickt wurden. es handelte sich dabei um die rezepte des essens des neuen präsidenten der usa mit mitgliedern des kongresses und des senats. zu finden ist die menüfolge unter: http://inaugural.senate.gov/luncheon/ .

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tagebuch schreiben und die kommende us-regierung

barack obama will alles richtig machen, damit der machtwechsel reibungslos verläuft und sofortiges anpacken der probleme möglich ist. um schwarze schafe in der neuen regierung und administration auszuschließen, erhalten alle möglichen kandidaten einen umfassenden fragebogen, der wahrheitsgemäß auszufüllen ist. das ist anscheinend heutzutage notwendig, da man sonst nicht sichergehen kann, welche moralischen verfehlungen im laufe der zeit auftauchen. 🙄 

wie die süddeutsche zeitung heute schrieb, widmet sich davon eine frage vor allen dingen den tagebuchschreiberInnen unter den zukünftigen mitarbeiterInnen. so richtet sich frage 14 ausschließlich an diese. sie sollen, wenn peinliche dinge in den büchern stehen, diese offenlegen. wo, wenn nicht in sein tagebuch, schreibt man dinge, die den rest der welt nichts angehen. oder zumindest erst von interesse sein dürfen, wenn man verstorben ist und die eigenen tagebücher nicht vernichtet hat.

und, was ist peinlich? das, was man in sein tagebuch schreibt, ist einem selber in diesem moment wahrscheinlich nicht peinlich, da es einen bewegt. müssen also die zukünftigen regierungsmitglieder ihre tagebücher nun bekannten und verwandten oder sogar den geheimdiensten zu lesen geben, damit diese beurteilen, ob sich darin etwas peinliches befindet? und wer sollte die eigenen tagebücher veröffentlichen, wenn nicht man selber? darf ein ausschuss zur  einsetzung von mitarbeiterInnen nach den inhalten von tagebüchern fragen?

es drängt sich einem die vermutung auf, dass sich menschen, die ihre intimen gedanken nicht in einem blog, bei facebook oder in einem film bei youtube veröffentlichen, per se verdächtig machen und sicherlich ständig peinliches notieren. viel peinlicher ist doch die ständige offenlegung von intimem. ja, hier wird der abschaffung von tagebüchern vorschub geleistet oder der industrie zur produktion von tresoren, um die eigenen tagebücher immer einschließen zu können.

da sich aber die leserInnen dieses blogs in absehbarer zeit sicherlich nicht als mitarbeiterInnen der amerikanischen regierung wähnen dürfen, kann ich nur empfehlen, auch in zukunft die tagebücher mit allen peinlichkeiten und emotionalen notdurften zu füllen, damit die nachwelt auch morgen noch weiß, nach was wir uns alle sehnten 😉

web 2.0 und us-wahl

die präsidentenwahl in den usa wurde zu großen teilen von den jüngeren generationen entschieden und führte zu einem wechsel, den wenig für möglich hielten. großen einfluss auf die entscheidung hatte die tatsache, dass es viele jüngere menschen für notwendig befanden, zum wählen zu gehen, sich also registrieren zu lassen.

in diesem zusammenhang ist nicht zu unterschätzen, wieweit sich heutzutage junge menschen im internet informieren. und so schalteten bekannte künstlerInnen aus den usa einen werbespot für das wählen auf youtube, der sehr oft abgerufen wurde. aber es fanden auch ausführliche diskussionen über die jeweiligen politischen positionen der beiden präsidentschaftskandidaten statt. das web 2.0 übernahm eine rolle, die sonst dem persönlichen gespräch zur wahl gehört. und es ist damit zu rechnen, dass dieser aspekt eine immer größere rolle spielen wird.

das hat vor- und nachteile. der vorteil besteht darin viele ansichten zu politischen positionen kennenlernen zu können, schriftliche diskurse in aller ausführlichkeit führen zu können. außerdem konnte das sammeln von wahlkampfspenden sehr viel einfacher durchgeführt werden. hier zeigte sich der große vorteil des web 2.0, nämlich die tatsache, dass kleinvieh auch mist macht. barack obama schaffte es durch kleine beträge alle wahlkampfspenden-rekorde zu brechen. ein effekt des internet, der unter dem begriff „long tail“ schon länger bekannt ist.

nachteil bleibt am internet weiterhin die im hintergrund weiterhin existierende virtualität, soll heißen, es ist teilweise schwer zu kontrollieren, wer eigentlich welche nachricht im netz platziert. die verbreitung von gerüchten ist sehr viel schneller möglich. doch es muss eingeschränkt werden, dass der widerspruch zu gerüchten ebenso schnell verbreitet werden kann. ob es nun ein verdienst des web 2.0 ist, die demokratisierung in den usa zu verstärken, lässt sich wahrscheinlich nicht klären, denn ein enormer anziehungspunkt kann auch einfach das auftreten von obama und seinen politischen positionen sein. doch einen wahlkampf ohne internet zu führen kann sich in absehbarer zeit kein politiker mehr leisten.