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web 2.0 und olympia und zensur (2)

 

langsam empört man sich über das verhalten chinas in bezug auf die pressefreiheit und die beschränkung des internetzugangs für journalisten. es geht anscheinend noch einen schritt weiter. die tageszeitungen im „deutschen haus“ werden vorher von der zensur überprüft und landen wahrscheinlich nicht auf dem tisch der delegation.

wolfgang schäuble, der minister, der ein gespaltenes verhältnis zum datenschutz hat, hat heute der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein interview gegeben zur lage um die zensur in china. leider werden keine klaren aussagen bezüglich des verhaltens der zurückhaltenden sportfunktionäre getroffen. interessant ist die argumentationslinie. erst hat man gesagt, dass man china auch deshalb die olympiade ausrichten ließ, da man sich einen demokratischen schub für das land verspricht. doch als sich herausstellte, dass sich china eher verbarrikadiert, da betont man immer wieder, dass es sich bei der olympiade um eine sportliche veranstaltung und um keine politische handle.

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web 2.0 und olympia und zensur

erst vor ein paar tagen war hier die macht der administratoren thema. und schon zeigt sich die verletztlichkeit des „freien internets“. die chinesische regierung versperrt den journalisten der gesamten welt den weg ins internet. nicht vollständig, auf sportseiten dürfen sie noch. und das ioc schafft es gerade einmal zu der aussage, dass ihnen das wichtigste sei, dass über den sport berichtet werden könne.

das bedeutet also, dass hinter dem sport keine menschen mehr stecken mit eigenen geschichten. und dass im publikum des großevents auch keine menschen mehr mit eigenen geschichten sitzen. hat man doch immer soviel davon gehalten, mit den olympischen spielen gleichtzeitig land und leute vorzustellen. das ist vorbei.

nur noch schlimmer scheint eins. bis jetzt konnte man nichts davon hören, dass sich einer der sponsoren aus dem geschäft zurückgezogen hätte oder dass eine zeitung, ein sender gesagt hätte, unter solchen bedingungen übertrage man nicht aus china. die ethik des journalismus ist endgültig hopps. wäre es doch ein leichtes, wenn alle sich zusammenschließen würden und erklärten, ab diesem moment nicht mehr von der olympiade zu berichten. wie schnell würde wohl einen chinesische regierung reagieren und vor allen dingen wie schnell wären die sportfunktionäre bemüht dem missstand abhilfe zu schaffen.

und so sind also an den verteilerknoten des internets sperren eingerichtet, um binäre codes der ungerechtigkeit nicht durch die leitungen zu lassen. man kann nur hoffen, dass manche findiger sind und trotzdem von land und leuten berichten. und man sollte das ioc vollständig austauschen, hier werden junge menschen nicht in sportlich faire wettkämpfe geschickt, sondern sie werden in eine propagande-maschinerie eingespannt, und ihre karriere steht auf dem spiel, sollten sie sich nicht darauf einlassen. dass alles politisch ist, auch ein sportgroßereignis, wird von den offiziellen geleugnet. na dann können wir endlich die nationalen wettkämpfe abschaffen.