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wortklauberei (33)

„bunte eier aus bodenhaltung“

es ostert. es ostert schon seit wochen. im rahmen dieser osterei bot eine supermarkt kette folgende nahrungsmittel feil: „bunte eier aus bodenhaltung„. in diesem moment fragt sich der lesende kunde: kann man die essen?

allein der begriff „bodenhaltung“ ist ein verwirrender, wenn der moderne mensch nicht das pendant der „käfighaltung“ und die erweiterung der „freilandhaltung“ kennt. also boden ist nicht gleich land, land nicht gleich freiland, aber land auch boden, wobei boden und land wiederum nichts mit käfig zu tun haben. und in luft und wasser wird nichts gehalten. obwohl das so auch nicht stimmt, zumindest nicht für den lachs, den karpfen oder die forelle im wasser. mit der luft wird es ein wenig schwierig, isst der mensch doch sehr wenig, das richtig fliegen kann. die enten und die gänse, die wir verzehren bleiben am boden haften und die geschichten von fliegenden kühen und schweinen sind märchen. taubenbraten kommt selten auf den tisch und selbst das rebhuhn schafft gerade mal ein paar meter durch die luft, bis es wieder landet.

aber auch champignons und pfifferlinge, ebenso wie der spargel kommen aus der bodenhaltung. nun hat man aber bisher noch nichts davon gehört, dass dies bei „bunten eiern“ der fall ist. bis jetzt stellte sich eigentlich nur die frage, wer zuerst da war, die henne oder das ei. aber es stand nie außer frage, dass es einen originären zusammenhang zwischen henne und ei gibt. ohne henne kein ei. als kind hörte man davon, dass der osterhase mit seiner familie diese eier der henne bunt bemalt. aber dass hennen bunte eier legen oder sie selbst bemalen, während sie ihr dasein auf dem boden fristen ist doch eine neue erkenntnis. in manchen zeitschriften war zu lesen, dass durch zufütterung das eigelb gefärbt werden kann. nun, man lernt nie aus. nur ob man bunte eier aus bodenhaltung essen sollte, wird hier nicht beantwortet. in diesem sinne frohe, bunte ostern.

biografisches schreiben und märchen der erwachsenen

es ist mal wieder ostern und man erinnert sich sicherlich daran, dass man als kind noch an den osterhasen, den weihnachtsmann oder das sandmännchen glaubte. das waren zeiten in dem leben eines jeden, in denen man darauf vertraute, dass das was erwachsene erzählen der realität entspricht. man hinterfragte noch nicht die geschichten, so fantastisch sie auch klangen.

zum einen sind diese geschichten von erwachsenen oft genug dazu verwendet worden erzieherische maßnahmen zu stützen und durchzudrücken (siehe nikolaus) oder die eigene verantwortung abzugeben (wenn das christkind nicht das brachte, was man sich gewünscht hatte, lag dies natürlich am christkind). zum anderen war die enthüllung, dass es diese figuren überhaupt nicht gibt, für alle kinder ein schock, da sie, meist noch nicht bewusst, feststellten, dass sie von den personen, denen sie am meisten vertrauten, angelogen wurden.

und doch sehnen sich viele in ihre naive zeit zurück, in der man noch an fantastische ereignisse glauben konnte. die entlarvung der eigenen eltern ist ein schmerzhafter prozess in jeder lebensgeschichte. Weiterlesen

selbstbefragung (07) – frühlingsanfang

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „frühlingsanfang„.

  • gehören sie auch zu den menschen, denen der winter immer zu lang andauert? warum?
  • sind sie der meinung, dass ihr hormonhaushalt von den jahreszeiten bestimmt wird? geben sie eine begründung.
  • die tag-und-nacht-gleiche, also frühlings- und herbstanfang, wenn es gleich lang hell und dunkel ist, wirft die frage auf: mögen sie es lieber länger hell oder dunkel?
  • wenn es jetzt länger hell wird, was machen sie mit dieser zeit? haben sie da bestimmte vorlieben?
  • welche frühlingsblume gefällt ihnen am besten? lässt das rückschlüsse auf ihren charakter zu?
  • glauben sie noch an den osterhasen? wieso nicht?
  • wenn sie frühlingsgefühle hätten, wem gegenüber denn am liebsten?
  • können sie bei dem lauten gesang der vögel schlafen? wenn nein, warum nicht?
  • welche erinnerung bringen sie aus dem diesjährigen winterschlaf mit? wie wichtig ist sie ihnen?
  • was sollte sich in ihrem leben bis zum sommeranfang dieses jahr ändern? notieren sie stichworte.