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biografisches schreiben und diskriminierung (2)

eine wunderbare, da sich beständig verbessernde lebenssituation schildert ein interview im magazin der süddeutschen zeitung vom letzten freitag. dabei handelt es sich um ein gepräch mit einem schwulen paar, das über 40 jahre ein paar ist und nun vor zehn jahren heiraten durfte. auch wenn es seltsam ist, dass schwule paare viel häufiger in den medien auftauchen seitdem sie sich verpartnern dürfen und man dahinter schon wieder diskriminierung vermuten könnte (vielleicht aber auch eine verbesserung des gesellschaftlichen klimas).

doch das interview widerspricht eindeutig dieser vermutung. denn zur freude der leserInnen sind die beiden kritische beobachter einer gesellschaftlichen entwicklung. sie schildern was sie alles ertragen mussten, bis sie ihre ihr liebe überhaupt so leben konnten, wie sie wollten. sie beschreiben, wie schwer es fiel, sich öffentlich zu küssen und das wort „schwul“ auszusprechen. das ist sicherlich die erschütterndste erfahrung nach jahrzehntelanger diskriminierung. die schwierigkeit, sich an die verbesserte lebenssituation zu gewöhnen. viele schwule, die die beobachtungen und verurteilungen durch den § 175 noch erlebt haben oder die beobachtung durch die stasi im osten, brauchen eine menge zeit, um im alter die freiheiten zu nutzen, die ihnen zustehen.

und es gibt ein happyend, auch wenn man dabei den kontakt zur eigenen familie verloren hat. das schmerzt aber wird durch das gemeinsame glück der beziehung gemildert. zu lesen ist das interview unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29355

schreibpädagogik und aufgaben zu zweit

in schreibgruppen lassen sich gut schreibanregungen zu mehreren personen, aber vor allen dingen auch zu zweit durchführen. angefangen beim schreiben von dialogen, über textfortsetzungen bis zu textveränderungen. schwierig kann dabei aber die auswahl der paarungen werden.

die einfachste und neutralste variante ist das losen. dabei wird unter den teilnehmerInnen einer schreibgruppe ausgelost, wer mit wem zu schreiben hat. wenn sich die gruppe schon länger kennt, kann dies aber schnell zu diskussionen führen, da bestimmte teilnehmerInnen ausschließlich gern zusammen schreiben möchten.

die andere variante besteht darin, die teilnehmerInnen wählen zu lassen, mit wem sie zusammen schreiben möchten. dies erinnert jedoch viele an schulzeiten, als im sportunterricht die mannschaften gewählt wurden und jemand sitzen blieb zum schluss. oder es erinnert an den tanzkurs, wo die beliebtheit nicht immer etwas mit qualifikationen zu tun hatte. deshalb kann diese form der auswahl schnell zu verletzungen bei den teilnehmerInnen führen. dies sollte man versuchen zu verhindern.

die dritte variante besteht darin, dass schon gleich zu beginn der schreibgruppe paarungen gefunden werden, die über die dauer der veranstaltung bestand haben. diese form bietet die möglichkeit, einzig den zufall walten zu lassen oder beliebtheiten in den vordergrund zu rücken. natürlich kann es in längeren zweikonstellationen auch zu konflikten kommen, die gemeinsames schreiben erschweren.

darum ist es bei allen variationen der paarfindung sinnvoll zwischendurch nachzufragen, Weiterlesen

schreibaufgabe (20)

eine der spannendsten übungen für das kreative schreiben ist der perspektivwechsel. dabei kann man oft feststellen oder aus eigener erfahrung einbringen, dass zwei menschen, eine gemeinsame situation sehr verschieden erleben können. deshalb sollen dieses mal „paarblicke“ verfasst werden.

zwei menschen, möglichst ein paar, erleben etwas gemeinsam. entweder eine alltägliche situation, z.b. einkaufen im supermarkt oder einen streit, eine liebeserklärung, eine hochzeit, einen unfall, eine überraschung…

nun sind zwei innere monologe zu verfassen, die gedanken der beiden zu notieren, und nebeneinander zu stellen. wie erleben die beiden jeweils die situation, was geht ihnen durch den kopf? unterscheiden sich beide wirklich so sehr, wie es oft den anschein hat, oder sind ihre überlegungen doch ähnlicher als man vermutet. die freiheit der perspektiven kann voll ausgeschöpft werden und der fantasie sind keine grenzen gesetzt.

jeder text darf maximal 500 wörter enthalten. und dann mal sehen, wie einfühlsam die paare miteinander umgehen 😉