Schlagwort-Archive: philip roth

interview mit philip roth auf arte – ein fernsehtipp

einer der großen literarischen querdenker aus den usa, philip roth, gibt normalerweise kaum interviews, will sich nicht zu seinen büchern äußern. aber wie es aussieht, hat er im jahr 2010 william karel lange rede und antwort gestanden und sich begleiten lassen.

daraus ist das porträt eines schriftstellerlebens geworden, wie sie in letzter zeit öfter auf arte gezeigt werden. ob man für sich selber als schreibender mensch, etwas daraus ziehen kann oder die person philip roth nur interessant ist, kann ich nicht sagen. wahrscheinlich sollte man einfach mal heute abend gegen 23.00 uhr reinschauen, ausschalten kann man ja immer noch. hier die informationen, die auf der homepage von arte zu finden sind: http://www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/Philip-Roth–ohne-Beschwerden/4115664.html . es sind eine ganze menge informationen.

zwei interviews zum schreibprozess

oft wird vermittelt, es gäbe beim schreiben von romanen ein paar anhaltspunkte, die, wenn sie eingehalten werden, erfolgsträchtig seien. da ist es immer wieder erfrischend, wenn sich autoren zu wort melden, die das alles ganz anders machen und trotzdem erfolg haben. denn es zeigt sich dann, dass es „das erfolgsrezept“ oder die „geniehafte vorprägung“ nicht gibt.

gerade sind in der zeitschrift „lettre international“ zwei interviews erschienen, die sich vor allen dingen um den schreibprozess und dessen hintergründe drehen. das eine interview führte heinz-norbert jocks mit paul nizon. (ein auszug des interviews kann hier nachgelesen werden:
http://www.lettre.de/aktuell/88-Nizon-Jocks.html ). nizon zeigt auf, dass ihm das schreiben auch immer dazu diente sich eine zweite welt aufzubauen, sich dem alltag zu entziehen. das andere interview führte thomas david mit philip roth. roth wiederum bedient in einem interview nicht die erwartung, man müsse eine klare struktur der geschichte planen und dann die einzelnen bausteine ausfüllen. er hat für sich den weg des sich von der eigenen schreibe überraschen lassens gewählt. und er betont vor allen dingen immer wieder, dass es sich beim schreiben auch um handwerk handelt.

beide interviews erscheinen mir deshalb so erfrischend, da sie die unberechenbarkeit von kreativität und dem schreibprozess aufzeigen. es geht wahrscheinlich immer wieder darum, sich zu trauen, einfach nur zu trauen, zum stift zu greifen und seinen ideen zu folgen (was nicht heisst, dass anschließend ausdauernd überarbeitet werden muss.). und beide interviews zeigen ebenso, dass man als schreibende(r) nicht anders kann, dass es eine form der unausweichlichkeit des schreibens gibt, die auch schmerzhaft erfahren werden kann.
eines zeigt sich aber auch: je unberechenbarer der schreibprozess ist, je weniger alles gesteuert werden, desto weniger lässt sich wahrscheinlich auch der erfolg vorhersehen. so genannter „misserfolg“ muss eventuell nicht an der qualität des geschriebenen liegen.

wie schriftsteller schreiben – ein interview

im magazin der süddeutschen zeitung vom freitag erschien ein interview mit dem schriftsteller philip roth über sein neues buch, das in deutschland erscheint. aus diesem anlass wurden interessante fragen zu seinen schreibprozessen gestellt. wie entsteht denn nun ein buch?

für menschen, die selber schreiben, kann es immer wieder interessant sein, wie es denn andere machen. denn schreiben ist einer dieser jobs, bei denen man während des eigentlichen arbeitsprozesses immer allein ist, in seinem kopf. ein austausch kann vorher und hinterher stattfinden, aber nicht während des kreativen prozesses. deshalb können viele das gefühl bekommen, nicht zu wissen, ob sie allein auf der welt sind oder ob es noch andere gibt, die ähnliche situationen oder phänomene erleben.

gestern war dann gleichzeitig auf „bbc world“ ein interview mit john irving zu sehen, in dem er, ebenso wie roth in seinem interview, beschrieb, dass schriftsteller zu sein, bedeuten kann, auch im hohen alter nicht aufhören zu können zu schreiben. roth beschreibt es sogar als eine art sucht, die, einmal angefangen, bedient werden will. vielleicht unterscheidet das die schriftstellerei vom journalismus. abgesehen davon gibt es interessante hinweise von roth, wie bei ihm die geschichten entstehen, hinweise, die eventuell vielen anderen auch bekannt vorkommen. das interview ist zu finden unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28003 .