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liste (88) – wasser

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um das „wasser“.

in dieser form mag ich wasser am meisten:

so scheint mir wasser am gefährlichsten:

gewässer, die mir am besten gefallen:

meine häufigsten assoziationen mit wasser:

was ich als erstes gegen wasserverschmutzung tun würde:

biografisches schreiben und wildnis

auf viele menschen übt das unbekannt, wilde eine ungeheure faszination aus, vor der sie gleichzeitig zurückschrecken. dabei ergeben sich zwei überlegungen: vielleicht ist das wilde gar nicht so wild, wie es scheinen mag? und vielleicht ist das eigene leben wilder, als es scheinen mag? diese überlegungen sollen beruhigen, besänftigen, damit man nicht weiter dem romantischen verlangen nach wildem folgt. die folgen sind nicht abzuschätzen.

aber es gibt noch viel mehr besänftigungsüberlegungen: vielleicht möchte man nur das haben, das man nicht haben kann? wahrscheinlich ist die wildnis unglaublich anstrengend und unbequem? man sollte viel mehr das schätzen, was man hat. es wäre an der zeit, sich dies noch einmal vor augen zu führen. und so verharren die menschen in einem gezähmten zustand, und die wildnis wird in ihren augen beständig bedrohlicher und verlockender zugleich.

im biografischen schreiben kann man mal einen blick darauf werfen, wie weit man sich in festgefügten bahnen bewegt und in welchen momenten man ausbrach oder ausbrechen wollte. es gibt keine negative bewertung für festgefügte bahnen, so sie sich gut und angenehm anfühlen. sind aber obige überlegungen vorrangig angestellt worden, dann wäre die frage, warum nicht einfach mal geschaut wurde, wie wildnis wirklich ist. denn das erleben von wildnis ist ebenso wenig verallgemeinerbar, wie alles andere erleben auch.

wildnis muss nicht nur natur sein, wildnis kann sich auch im dickicht der städte befinden. die midlife-krise ist nichts anderes, als an etwas gewagtes, unbekanntes und wildes anknüpfen zu wollen. das wird bei uns oft lächerlich gemacht, und die scheu vor Weiterlesen

web 2.71 – peter elbow

für jede entwicklung im alltag gibt es vorreiter, die meist erst einmal schief angesehen werden, wenn sie versuchen neue ideen umzusetzen. einer der vorreiter einer neuen schreibpädagogik an hochschulen und schulen ist peter elbow aus den usa. von eigenen schreibschwierigkeiten ausgehend hat er sich die frage gestellt, was beim wissenschaftlichen schreiben anders laufen müsste, um die eigene krise zu überwinden.

dabei stieß er neben vielen anderen dingen auf das „freewriting“ als methode, überhaupt in einen regelmäßigen schreibfluss zu kommen. einmal angefangen, fiel ihm auf, dass dem wissenschaftlichen schreiben jegliche form von kreativem geraubt wurde. die starren strukturen des schreibens brach er mit seinen büchern auf. besonders oft wird „writing with power“ von schreibpädagogInnen erwähnt und zitiert.

er lehrt an der university of massachusetts in amherst und befindet sich weiter im diskurs um lern- und lehrkonzepte, auch über das schreiben hinausgehend. das kreative schreiben wird auch in deutschland gern als unwissenschaftliche herangehensweise abqualifiziert, erscheint etlichen wissenschaftlerInnen suspekt. aktuellere texte von peter elbow sind auf dieser homepage zu finden: http://works.bepress.com/peter_elbow/ . alles in englisch, aber weiterhin anregend und nachdenklich machend. es kann sich an hochschulen noch viel verändern, wenn sich jemand dafür einsetzt. elbow macht dies weiterhin.

schreibidee (282)

der körper ist inzwischen ein eigenständiger wert, der auf dem feld der freien marktwirtschaft mit veräußert wird. die persönliche fitness, das aussehen und die kleidung erhalten einen immer höheren stellenwert, wenn man auf dem arbeitsmarkt fuss fassen möchte. wenn es vor allen dingen zu regelmäßigen kundenkontakten kommt, ist es dienstleistern wichtig, das perfekte bild abzugeben. diese entwicklung ist problematisch, da sie von den einzelnen fordert, beständig bemüht zu sein, die richtige körperpflege anzuwenden. darum eine schreibanregung zu „körperpflege-stories„.

als einstieg für dieses schreibgruppentreffen, werden alle teilnehmerInnen im vorfeld aufgefordert, ihr lieblingskörperpflegeprodukt mitzubringen. nur schreibt man für das mitgebrachte produkt einen kleinen werbetext, der anschließend mit dem produkt allen teilnehmerInnen vorgestellt wird. dabei darf man ohne hemmungen die ganz subjektiven bewertungen des produkts ausbreiten. da es sich um keine verkaufsveranstaltung handelt, muss im anschluss auch nicht über die bewertungen diskutiert werden.

nun werden zwei kurze stories zur täglichen körperpflege verfasst. zum einen die schnelle, zeitsparende variante der körperpflege und zum anderen die langwierige, ausführlich variante. es sollen beschreibungen der abläufe geschrieben werden. diese beschreibungen müssen sich nicht auf das eigene körperpflegeverhalten beziehen, sondern können der fantasie entspringen.

im anschluss wird am flippchart in der schreibgruppe gesammelt, welche formen der körperpflege zu einer ausführlichen vorgehensweise gehören. diese liste übernehmen alle schreibgruppenteilnehmerInnen und geben für sich eine kurz begründete bewertung ab, was sie von dieser form der körperpflege jeweils halten.

nun wird eine längere geschichte geschrieben, in der die persönliche körperpflege die hauptrolle spielt. sie kann vernachlässigt oder übertrieben, beiläufig oder konzentriert, selbstverständlich oder widerwillig stattfinden. sie kann in einen dialog eingebunden, einen nebenschauplatz eröffnend oder auch den höhepunkt der story darstellend sein. anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss wird von allen schreibgruppenteilnehmerInnen ein pamphlet gegen die vereinnahmung des eigenen körpers durch die gesellschaftliche ver- und bewertung verfasst. unter dem titel „mein körper gehört mir!“ darf widerstand geleistet werden. was nervt am schönheits- und pflegewahn? wobei möchte man nicht mitspielen? wie kann eine gesellschaft ohne körperliche vereinnahmung aussehen? die pamphlete werden am ende des schreibgruppentreffens vorgetragen.