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liste (47) – empfang

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um den „empfang„.

diese post empfange ich sehr gern:

gäste, die ich gern einmal bei mir empfangen würde:

gäste, dich ich immer wieder gern bei mir empfangen habe:

menschen, die mich gern empfangen haben:

fernsehsender, die ich gern empfange:

unterstützung, die ich gern empfange:

nabelschau (23)

das tägliche grauen in der post. es fällt schwer bei diesem thema ernst zu bleiben, handelt es sich doch um vorgaben eines beinahe-monopolisten. wer einmal marcel prousts „auf der suche nach der verlorenen zeit“ gelesen hat, der kann dort erfahren, dass in paris am tag mehrfach briefe zugestellt wurden und somit schriftlich beziehungen aufgebaut, vertieft und beendet werden konnten. wenn nötig sogar an einem tag. diese briefe zeichneten sich durch schöne schrift, vielleicht einen duft, ein siegel oder besondere umschläge aus. heute bietet dies zumindest teilweise die mail. nur mit dem duft, dem siegel oder einem besonderen umschlag ist es weiterhin schwierig im digitalen zeitalter.

also greift mancher von uns zwischenzeitlich doch noch zum büttenpapier, zum edlen füller, wählt einen zarten duft und vielleicht einen farbigen briefumschlag. zumindest wird die post meist noch einmal am tag zugestellt (obwohl es da auch schon engpässe gegeben haben soll) und sie wird oft auch innerhalb eines tages durchs land transportiert. doch wer seinen bedeutungsvollen brief nicht am schalter im postamt abgibt (wo war noch einmal das nächste postamt?) und länger keine farbigen briefumschläge verwendet hat, verursacht dem oder der angebeteten ärger. denn er hat seine schriftlichen zärtlichkeiten mit großer wahrscheinlichkeit falsch frankiert. ein farbiger brief kostet mehr als ein normaler brief. und dies gilt schon seit jahren. ich habe es erst durch die zeitung vor etlichen wochen erfahren, dass die post da regeln hat, die nirgends schriftlich eindeutig gefasst sind, die aber für naive lust- und liebesbrief-schreiberInnnen zum supergau werden können.

stellen wir uns einmal vor, wir haben eine tollen brief geschrieben, werfen ihn vor der leerung in den kasten und warten am nächsten tag oder am übernächsten tag sehnsüchtig auf eine reaktion (telefonisch, per mail oder brieflich). es kommt nichts. wir sind verunsichert, hat den adressaten unser gefühlvolles werk verfehlt, sind die worte falsch gewählt gewesen? nichts dergleichen. der brief hat ihn einfach nicht erreicht. er fand eine benachrichtigung des/der zustellerIn im kasten, auf dem steht, dass ein brief im service-center auf die abholung warte, aber eine nachgebühr zu entrichten sei. denn der umschlag war farbig. das steht nicht auf der benachrichtigung. aber wer seine zartheiten nicht in graue, weiße oder kackbraune umschläge packt, muss 90 cent draufkleben. begründung der post: die adresse eines briefes kann von den automatischen sortiermaschinen bei farbigen umschlägen nicht gelesen werden, es muss also von hand sortiert werden.

abgesehen davon, dass diese regel nirgends steht, ist es im hochtechnisierten zeitalter anscheinend nicht möglich lesegeräte so zu kallibrieren, dass schriften auf farbigem papier erfasst werden. nun kommt von den schreibenden wahrscheinlich niemand auf die idee mit rotem stift auf rotem papier die adresse zu notieren, sondern es wird dann schon blau oder schwarz verwendet, doch das genügt der maschine nicht. tja, die welt war einmal bunt, sie wird immer grauer. und in ein paar jahrzehnten, wenn das grauen weiter um sich gegriffen hat, dann sind farbige briefumschläge ein zeichen von widerstand gegen die sortierenden und ausliefernden roboter.
interessant wäre es, zu erfahren, ob an dieser regelung schon beziehungen gescheitert sind, da der schreiber am dritten tag ohne reaktion zur feder griff und dem ganzen ein ende machte, hatte er doch sein herz in worte gefasst und diese wurden anscheinend nicht geachtet, sie wurden in seinen augen ignoriert. dabei war es nur die post, die tristesse in sein leben brachte.
ob demnächst düfte verboten werden, wegen geruchsbelästigung?

web 2.0 und 25 jahre e-mail

vor ein paar tagen jährte sich das versenden der ersten e-mail in deutschland zum fünfundzwanzigsten mal. immerhin der tagesschau eine meldung wert und ein kleines jubiläum mit großen wirkungen.

wo wäre der „spam“, wenn es die mail nicht gebe. wo wären all die unwichtigen newsletter und inhaltsleeren botschaften, wenn es die mail nicht gäbe. postwurfsendungen gibt es zwar auch noch, doch sie halten sich im rahmen. aber so eine kurze mitteilung, dass man eigentlich sein geld in russland anlegen solle oder viagra unentbehrlich für zukünftige sexuelle abenteuer sei, hatte man nie im briefkasten, mancher aber täglich im mail-postfach.

ja, die verbindungen und kommunikationen sind schneller und einfacher geworden. aber eben auch unklarer. dadurch dass die mail suggeriert, sie sei eine schnelle eins-zu-eins-kommunikation, fördert sie auch die hoffnung einer schnellen antwort. doch die muss nicht kommen. früher machten sich die menschen im netz noch die mühe, auf jede mail zu antworten, so wie man auch jeden persönlichen brief im laufe der zeit beantwortete. doch heute ist erst einmal meist schweigen.

und da fängt man an, sich zu fragen, ob die übertragung überhaupt geklappt hat. denn manche mail ist schon im netz verschütt gegangen, umgeleitet oder von anderen gelesen worden. offiziell gehen wahrscheinlich viel weniger mails verloren als behauptet wird. aber die verleugnung der ankunft vereinfacht die bewältigung der massenkommunikation. zum glück wurde inzwischen twitter erfunden. hier wird keine antwort mehr erwartet. wer die nachrichten liest, liest sie, der andere lässt es einfach sein. man kann reagieren, muss aber nicht. es ist ungerichtetes schreiben. wie schön, dass die verbindlichkeiten aus dem alltag verschwinden. eigentlich können wir es dann doch ganz sein lassen, uns zu schreiben. oder?

1000tes post in diesem blog

es dauerte etwas länger als ein jahr bis mit hilfe von biance 1000 posts in diesem blog veröffentlicht wurden. darunter widmet sich weiterhin der größte teil den themen „kreatives schreiben“, „biografisches schreiben“, der schreibpädagogik und dem web 2.0. inzwischen sind es annähernd 120 schreibideen und 25 schreibaufgaben, die hier veröffentlicht wurden, diverse buchtipps, verlage wurden vorgestellt, worte und sprüche zerpflückt, alltägliches und politisches aufgegriffen.

manche diskussion fand statt, schreibwerkstätten wurden vorgestellt und kulturelle veranstaltungen angekündigt. außerdem homepages aus dem netz, die weiterhelfen können oder einfach nur spaß machen verlinkt.

und so wie es mit dem web ist, so ist es auch mit diesem blog und seinen posts, ein ende ist nicht abzusehen. das regelmäßige schreiben spornt dazu an, die augen für interessantes und erquickliches zu öffnen. eines lässt sich dabei schwer leugnen, die auswahl ist eine subjektive, sie wird es auch immer sein. denn es gibt sicherlich viele dinge, die eine erwähnung wert sind, aber hier noch nie erwähnt wurden. entweder sind sie einem nicht über den weg gelaufen oder sie wurden als nicht ganz so interessant eingestuft. das ist der vor- oder auch nachteil eines blogs, die auswahl ist von den administratorInnen abhängig. doch um die auswahl einzugrenzen und nicht alles lesen zu müssen, gibt es ja die suchmaschinen, aber auch die suchfunktion hier im blog. manche veröffentlichung wurde zudem in eigenen posts gebündelt, also eine interne verlinkung angelegt. und ja, es gibt einzelne tage, an denen nichts geschrieben wurde.

der schönste nebeneffekt bleibt dabei der versuch, täglich zum schreiben zu kommen, so ganz im sinne des kreativen schreibens, keine angst mehr vor dem weißen bildschirm zu haben. das hat funktioniert und funktioniert hoffentlich weiter. und vielleicht ist auch manches lesbare darunter. wohl wissend, dass sich auch mancher schrott in die öffentlichkeit bewegt, ebenso wie provokationen. wäre aber auch ganz schön langweilig ohne :mrgreen:

nabelschau (7)

 

ich habe gewonnen! und ich habe meinen gewinn nicht abgeholt. will mir jedenfalls eine „eilsendung-erinnerung“ einreden. wer glaubt, die spams im internet würden immer dreister werden (auch hier gibt es die skurrile variante, dass man sich selbst eine mail sendet mit dem betreff: dringend – gewinn), der hat noch nicht das snailmail-phishing erlebt. die texter lassen keine dreistigkeit aus: „da dieser gewinn aus datenschutzgründen nur eine gewillte zeit geführt werden darf und wir dieses konto auflösen müssen geben wir ihnen letztmalig die chance ihren gewinn am 18.03. in unserer zweigstelle abzuholen.“ es soll sich um 8000 euro handeln, die ich bei einem rätsel im letzten sommer gewonnen haben soll.

und jetzt wird es interessant: die zweigstelle erreiche ich wohl nur mit einem bus (in der post steht „bush“, ob das alles eine us-amerikanische verschwörung ist?) der bei mir um die ecke gerade an besagtem tag vorbeikommt. ich darf auch noch maximal vier personen mitnehmen. ich zahle nichts und bekomme dafür einen computer, frühstück, mittagessen und ein käffchen. worauf ich mich aber besonders freuen würde, wenn ich jemals an einem preisrätsel teilgenommen hätte, wären die gratis-stichsäge, -bohrmaschine und -schleifmaschine.

ich sollte mich natürlich anmelden, am liebsten mit geburtsdatum, die restlichen daten haben sie schon schön zusammengetragen. um dies zu unterstreichen wurde auf die antwortkarte auch noch ein possierlicher strichcode gedruckt. aber das schönste ist, die antwortpostkarte geht an ein postfach in „großenkneten“, na wenn da nicht der name vater des gedanken ist. und die busfahrt geht wahrscheinlich in ein heizdeckenlager, das man erst wieder verlassen darf, wenn alles aufgekauft ist.

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schreibtechnik (18)

die zeit ist knapp, also braucht die „snail-mail“ für viele inzwischen zu lang, wo es die e-mail doch schneller schafft. es werden also auf teufel komm raus mails versendet. doch was ist dabei zu beachten, wenn ich elektronische post versende?

als erstes wahrscheinlich, dass die anderen die mail auch lesen können. aus eigener erfahrung kann ich schreiben, wenn die anderen nur kryptische schriftzeichen empfangen, dann gerät die kommunikation ins stocken. also ein möglichst kompatibles mailprogramm verwenden.

was den stil und das schreiben in den mails angeht, da gibt es keine eindeutigen regeln. sind die mails doch eine mischung aus brief und chat. es ist also fast alles möglich. ich persönlich finde es immer ganz hübsch, wenn ich in der betreffzeile einen hinweis auf den nun folgenden text finde. denn die mail wird nicht nur schnell geschrieben und versendet, sondern auch meist schnell gelesen. bekommt man doch inzwischen, vor allen dingen bei der arbeit, eine unmenge von mails und newslettern zugesandt, die erst einmal durchgearbeitet werden müssen. auch kleine absätze im text machen freude. so ganz absatzlos geschriebene texte müssen sonst erst noch im kopf sortiert werden. also doch lieber zwischendurch auf die enter-taste drücken.

eine kleine gebrauchsanweisung für das schreiben von mails hat ein it-kenner (boris piwinger) verfasst und die findet sich hier: http://piology.org/mail/  .

ansonsten erlauben mails eigentlich fast alles und sind nicht so strikt reglementiert wie der geschäftsbrief. aber es kommt doch besser, wenn es bei der begrüßung und verabschiedung eine rolle spielt, an wen die mail gesendet wird. ich bevorzuge inzwischen ja die kleinschreibung, aber bei offiziellen mails finde ich auch die groß- und kleinschreibung noch sinnvoll. denn darin sollte es auf keinen fall zu missverständnissen kommen. ab und zu aber einen brief im briefkasten hat weiterhin eine andere bedeutung, wie eine mail im postfach.