Schlagwort-Archive: preiswert

schnickschnack (123) – Hartz IV Möbel

wenn ich schon beim thema wohnen bin, hier ein tipp – nicht neu, aber weiterhin sinnvoll und effektiv. auch wenn dem gedanken in unserer wohnwahn-welt ein gewisser geschmack anhaftet, bleibt weiterhin die frage im raum, ob man abseits der möbel-discounter nicht manches selber machen kann. man kann, wie dieser blog zeigt. schritt für schritt und mit selbsterklärenden bildern werden unterschiedliche, unentbehrliche möbelstücke und ihre bau präsentiert. auch das möglichst kostenfreie transportieren wird bei den möbelkonzepten berücksichtigt.

der erfinder van bo le-mentzel bietet die baupläne für den eigenbedarf für lau an. inzwischen sorgen die möbel für viel nachahmung und neue wohnkonzepte. also einfach mal reinschauen: Hartz IV Möbel.

Werbeanzeigen

schreibidee (230)

zur schnäppchen-jagd gehört auch die möglichkeit, handeln zu dürfen, also einen rabatt rausschlagen zu können. es gibt nachlass bei sofortzahlung, bei ausstellungsstücken oder auch nur bei zu hoch angesetzten preisen. wieso also nicht darüber nachdenken, wie geschriebenes rabattiert werden kann? im buchhandel sind es die mängelexemplare, die ermässigt vertrieben werden. gut, beim schreiben müssen es nicht unbedingt mängel sein, die einen rabatt erfordern, aber einmal „rabattierte geschichten“ zu verfassen, soll hier anregung sein.

zu beginn werden in der schreibgruppe leistungen und gegenstände benannt, die normalerweise nicht rabattiert werden (nach dem motto: wenn sie bei uns drei operationen durchführen lassen, erhalten sie eine operation kostenlos (obwohl dies in der schönheitschirurgie dann doch vorstellbar ist)). man wähle sich eine rabattfreie leistung aus und verfasse die werbeanzeige für das rabattangebot. diese anzeigen werden in der schreibgruppe zu gehör gebracht.

anschließend werden geschichten geschrieben, die ein ungehöriges rabattangebot zum thema haben. wie diese vorstellung in der geschichte verankert wird ist allen schreibgruppenteilnehmerInnen freigestellt. die geschichten werden erst einmal nicht vorgetragen, sondern jeweils an andere teilnehmerInnen weitergegeben. diese streichen aus den geschichten ungefähr 10 prozent des textes, verfassen also eine „rabattierte geschichte“. auch diese werden in der schreibgruppe noch nicht vorgetragen.

denn zum abschluss wird die geschichte noch einmal an die anderen schreibenden weitergereicht. und nun werden abermals ungefähr zehn prozent der schon verkürzten geschichte gestrichen. nun werden im anschluss alle geschichten vorgelesen. immer in der reihenfolge, dass zuerst die originalversion vorgetragen wird, anschließend die erste gekürzte version und dann die zweite. in der feedbackrunde wird diskutiert, ob die geschichte dadurch gewonnen oder an wirkung verloren hat.

und um ein wirkliches schnäppchen aus der geschichte zu machen, wird nun noch eine zusammenfassung von 10 sätzen von den autorInnen der jeweiligen geschichte verfasst. dabei sollen keine neuen worte gefunden werden, sondern die zehn sätze müssen dem original entnommen werden.

verlag (9) – zweitausendeins

1969 gegründet ist zweitausendeins erst einmal gar kein verlag. es ist ein buchversand. die idee, die dahinter steckt ist die resteverwertung. was inzwischen fast jeder buchladen vor seinem geschäft stehen hat, sind verbilligte bücher, die entweder kleine schäden haben oder kurz vor dem recycling stehen. zweitausendeins versucht dies in größerem maßstab.

doch es werden auch eigene bücher herausgegeben. zum einen konnte man sich über die jahre sehr preiswert klassiker bestellen, die in fetten paperback-bänden daherkommen. ob der gesammte tucholsky, kafka oder auch max weber, das gab und gibt es alles. und dann gibt es projekte, wie die digitalisierung vom wörterbuch der gebrüder grimm oder die verlegung von william s. borroughs.

daneben vertreibt man noch gern die bücher von rogner & bernhard oder von haffman. es gab immer eine eine interessante comicecke und vor allen dingen bücher von berhardt, henscheid und co.

die homepage ist zum einen online-shopping-portal für bücher, cds und dvds. daneben bloggen zwei autoren, die von zweitausendeins verlegt werden, und es kann der katalog „merkheft“ bestellt werden. mehr ist da nicht, aber es lohnt sich, denn beim durchforsten kann man so manches schnäppchen finden, z.b. den bildband der letzten documenta für wenig geld.

zu finden ist die seite unter: http://www.zweitausendeins.de/