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schreibpädagogik und mut

im zusammenhang mit schreibgruppen und deren anleitung gibt es zwei aspekte, die mut erfordern. zum einen ist mut notwendig, an einer gruppe teilzunehmen, zum anderen ebenso mut notwendig, eine (schreib)gruppe anzuleiten und gruppendynamische prozesse zu gestalten.

der mut, an einer gruppe teilzunehmen: ganz gleich was für eine gruppe man besucht, der erste schritt ist für viele der schwerste: HINGEHEN. sich keine gedanken darüber zu machen, wie es werden könnte. im vorfeld kann man das nie bei einer gruppe wissen. wenn man nicht einzelne teilnehmerInnen schon kennt, dann ist es immer eine überraschung, wen man in den gruppen treffen wird. das kann sowohl gut gehen als auch (selten) schlecht laufen.

einfacher ist es, wenn alle neu in der gruppe sind. dann kann man davon ausgehen, dass die anderen teilnehmerInnen genauso aufgeregt sind, wie man selber. geht man aber in eine existierende gruppe, dann kann die angst aufkommen, dass die anderen sich ja schon gut kennen und man selber niemanden. aber auch dies ist normalerweise kein problem, da alle das gefühl kennen, neu in eine gruppe zu kommen. darum gibt es immer wieder einzelne, die einen begrüßen und erste informationen geben. ist die gruppe angeleitet, dürfte dies sowieso kein problem sein.

und dann geht es natürlich um bewertungen. die gedankliche vorwegnahme von bewertungen durch die anderen teilnehmerInnen stellt für viele eine hürde dar. gern wird davon ausgegangen, dass das eigene auftreten kritisiert werden wird und explizit bei schreibgruppen, dass das vorgelesene nicht gut ankommt. hier kommt der mut ins spiel, sich über die eigenen ängste (die häufig unbegründet sind) hinwegzusetzen. Weiterlesen

web 2.53 – poetron-zone

es gibt webseiten, die einfach ein großer spaß sind. es gibt die seiten schon lang, aber erst jetzt stösst man darauf. und dies mit hilfe eines studierenden, der die seite ausfindig gemacht hat.

gedichte schreiben ist nicht jedermanns oder jederfraus sache. da soll ein rhythmus entstehen, womöglich noch ein reim, das ganze auch noch sinn ergeben, abseits der nonsens-lyrik. eine schwierige aufgabe. dem kann abgeholfen werden. es gibt eine „lyrik-maschine“ im internet. man muss nur ein begriffe eingeben. einen namen, ein nomen, ein verb und ein adjektiv. dann klickt man auf den button und schon wird ein gedicht aus den begriffen generiert.

nun gut, manches ergebnis kann sich nicht unbedingt sehen lassen, es klingt zwar ganz edel, aber der sinn ist verloren gegangen. doch man kann den versuch öfter wiederholen. und mit ein wenig glück entsteht ein gedicht, dass sich kaum von ernsthafter lyrik unterscheidet. das glauben sie nicht? es gibt auch ein quiz auf der website, dass sie vor die frage stellt, ob das dargebotene gedicht vom computer generiert wurde oder von einem schreibenden menschen. spätestens beim quiz kann man ins schlingern geraten.

wo man das alles findet? auf der homepage von günter gehlpoetron-zone„. zu finden ist die seite unter http://www.poetron-zone.de . wenn man mal angefangen hat, den rechner dichten zu lassen, kann man schwer wieder aufhören. und so wurden schon über 4,5 millionen gedichte generiert. selbst wenn man die gedichte nicht verwenden möchte (es kann ja nun wirklich nicht sein, dass ein digitales machwerk wie ein menschliches produkt wirke), bietet poetron-zone anregungen für die eigenen lyrischen entwürfe. und für die lyrik-muffel ist die seite ein wunderbares angebot 😉

wie entwickle ich schreibideen?

es kann spaß machen, schreibideen von anderen aufzugreifen und mit deren hilfe texte zu verfassen. noch mehr spaß macht es aber für sich selber oder für gruppen, die man anleitet, schreibideen selber zu entwickeln. doch wie geht man am besten vor, um eine umsetzbare schreibidee zu finden?
zum einen gibt es keine garantie dafür, dass sich jede schreibidee umsetzen lässt. schreibideen bewähren sich erst dann, wenn sie einmal ausprobiert wurden.
zum anderen kann eine schreibidee in der einen gruppe ganz wunderbar funktionieren, in der anderen gruppe aber kläglich scheitern. nicht alle ideen sind überall umsetzbar.

also kann man im vorfeld nicht alles antizipieren, das eine schreibidee hilfreich macht oder nicht. deshalb sollte man nicht zu vorsichtig in der planung, dafür um so bedachter in der anwendung sein. im laufe der zeit entwickelt man ein gespür dafür, welche schreibidee in welcher gruppe ganz gut ankommen könnte.

nun geht es erst einmal darum, einen einstieg in eine schreibidee zu finden. hier gibt es keine beschränkungen. auslöser für eine idee und einen kreativen prozess kann eigentlich alles sein. angefangen bei einzelnen gegenständen, erlebnissen, jahreszeiten, rituale, verhaltensweisen bis zu einzelnen worten, zeitrahmen oder schreibwerkzeugen, alles kann in eine schreibidee verwandelt werden.
man setze sich zum beispiel an einen ruhigen ort, in einen raum oder ins alltägliche getöse und lasse seinen blick schweifen. was fällt einem auf, was erblickt man? Weiterlesen