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schnickschnack (125) – IKEA Hackers

das schwedische möbelhaus der selbstabholer ist kreativ so anregend wie ein baumarkt: lässt man einmal seine fantasie spielen, dann kann man wunderbar aus dem angebot dinge entwerfen und herstellen, die so von den produzenten nicht gedacht waren. ob man nun aufhübscht, perfektioniert oder ganz neu kombiniert, man schöpft das angebot einfach noch weiter aus.

vielleicht sollte man sich zu beginn erst einmal an preiswerten produkten versuchen, um für sich zu probieren, wie gern man bastelt und werkelt. macht es spass, kann man den „hack“ 😉 perfektionieren. und für all diejenigen, die schwierigkeiten haben, sich unter ikea-hacks etwas vorzustellen, gibt es natürlich einen blog, der voller ideen ist. natürlich sind manche veränderten möbelstücke geschmackssache, aber die auswahl ist. und man sollte bedenken, dass manche produkte ihre garantie verlieren, wenn man sie verfremdet, neu kombiniert oder umbaut.

hier finden sich die vielen tipps:

IKEA Hackers.

wortklauberei (28)

„up-&-awake-pads“

auch wenn es übersetzt so klingen mag, es handelt sich um kein sexualität-stimulierendes produkt. so könnte man es „höhepunkt-und-munter-polster“ nennen. erinnert dies doch irgendwie an hilfsmittel, die neben viagra zum erfolg führen können. oder es ist vielleicht als „empor-und-munter-unterlage“ gemeint, einer matratze, die das aufstehen erleichtert. akustisch lässt sich leicht aus „pad“ ein „pet“ machen. das hieße dann „empor-und-munter-schnuckelchen“, ein neuer kosename für den oder die liebste(n).

doch melitta meint damit etwas ganz anderes. es ist eines dieser polsterchen, das in die kaffeemaschine eingefügt werden kann und angeblich für verschiedene geschmäcker oder vorlieben, verschiedene kaffeemischungen zur verfügung stellt. spaciger lassen sich diese profanen kaffeezubereitungsbestandteile kaum benennen. eigentlich handelt es sich dabei um verwandte des teebeutels und der ausdruck „kaffeebeutel“ würde näher beschreiben, worum es sich dabei handeln könnte.

doch so erinnert „up-&-awake-pad“ eher an das lied „up, up and away“ von „fifth dimension“. in dem lied möchte man mit dem ballon wegfliegen. so ließen sich diese polster auch mit exklusiven beimischungen vertreiben, die nicht nur munter machen, sondern einen in andere dimensionen transportieren. das ist nur so eine idee für den weiteren vertrieb dieser abgepackten kaffeeportionen. wenn man schon nicht hollywood-schauspieler für die eigene werbung verpflichten konnte, dann muss man über andere wege auf sich aufmerksam machen. es gelang, wenn auch ein wenig schräg 😮

biografisches schreiben und moden

das online-jugendmagazin der süddeutschen zeitung, „jetzt.de“ stellt seit einiger zeit auf die gedruckte seite des magazins eine sogenannte „produktbiografie“. zu finden ist die startseite unter: http://jetzt.sueddeutsche.de/ . und dann muss man in das suchfeld den begriff „produktbiografie“ eingeben, schon finden sich alle beiträge der mitarbeiter. eine biografie von mitarbeitern entlang eines produkts also zum beispiel entlang des frühstücks, der lieblingsfernsehserien oder der hosen, die man im laufe seines lebens getragen hat.

denn unser leben wird nicht nur von verwandten, freunden und unseren eigenen bedürfnissen bestimmt, es wird ebenso von den gesellschaftlichen moden und trends beeinflusst. angefangen bei der angesagten musik über fernsehmomente, die jeder gesehen hat bis zu zeitungen und zeitschriften, die es einmal gab. erinnern sie sich vielleicht noch an die zeitschrift „tempo“, die mal unglaublich hipp in den 80ern und 90ern war und sozusagen im frechen popjournalismus endete? etliche die dort schrieben veröffentlichten später postmoderne bücher.

oder die karottenjeans und bundfaltenhosen, die anfang der 80er viele trugen? erinnern sie sich noch an die popper, die frisuren trugen, wie heute die jugend, nur ein wenig fluffiger aufgepufft?

für die eigene lebensgeschichte kann es interessant sein, einen blick auf produkte des eigenen lebens zu werfen und zu sehen, wie sich diese verändert haben. mit was haben sie früher ihre musik angehört und mit was heute? kaum verändert hat sich das „nutella“-glas. dagegen hat sich zum beispiel „persil“ von einem großen pulver-karton zu einem flüssigen waschmittel in einer kugel zu megaperls und wäschetabs und wieder zurück entwickelt.

interessanter neben der produktentwicklung, dem design und den inhaltsstoffen scheint mir aber, im nachgang zu betrachten, von was man sich beeinflussen ließ. weshalb habe ich zum beispiel die mode mit den entsetzlichen pastelltönen damals anfang der achtziger mitgemacht? wie habe ich mich von moden distanziert und unterliege ich heute noch welchen? den menschen, der frei von  gesellschaftlichen trends lebt, den möchte ich kennenlernen. es sind nicht immer die gleichen trends, aber trends bleiben es doch. und wenn man genau hinschaut, dann wurden sie einem nahegelegt. nur eines habe ich nicht verstanden, wieso benötigt man frischkäse in scheiben und wie basteln die den?