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schnickschnack (126) – Characters for an Epic Tale

manchmal ist die illustration so schlicht und doch so effektiv. also, ran an die zeichenstifte oder die zeichen-software und die eigenen geschichten bebildern:

Characters for an Epic Tale | Flickr – Fotosharing!.

. es müssen ja nicht immer fotos sein!

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kreatives schreiben und lachen

zwei blickwinkel zum lachen im rahmen des kreativen schreibens möchte ich hier kurz einnehmen.

zum einen die frage, wie man lachen in texten beschreibt. man kann natürlich notieren „sie / er lacht“. doch wie schon beim biografischen schreiben aufgezeigt, gibt es unendlich viele varianten des lachens. so kann man verhalten, laut, prustend oder scheppernd, schallend, … lachen. man kann kichern, kreischen, giggeln, gackern oder glucksen. wegen der großen bandbreite sollte man vielleicht bei der beschreibung des lachens nach passenden metaphern suchen, die das lachen abbilden, zumindest dann, wenn die emotionale äußerung in der geschichte eine rolle spielt.

auch beim schreiben von dialogen wird gern ein lachen oder lächeln dazwischen geschoben. doch werden die dialoge vorgelesen, vorgetragen oder vorgespielt, bedarf es meist mehr, als nur ein schlichtes lachen zu notieren. es ist ein großer unterschied, ob sich jemand amüsiert oder jemand anderen auslacht, ob jemand eine situation belacht oder mit seinem lachen ins lächerliche zieht. darum kann man bei szenen oder dialogen kaum darauf verzichten, das lachen näher zu beschreiben, anhaltspunkte für die form der äußerung zu geben.

beinahe noch schwieriger ist es, texte zu verfassen, die zum lachen bringen. ja gut, gags und kleine witzigkeiten enthalten viele texte des kreativen schreibens. manchmal entstehen in schreibgruppen regelrechte wettbewerbe, wer denn den witzigsten text geschrieben habe. aber eine durch und durch humorvolle geschichte nach david-sedaris-art oder auf Weiterlesen

schreibidee (235)

was lässt menschen in ihren begegnungen zu anderen menschen hart werden? ein panzer, den sie sich zugelegt haben, um niemanden zu nah an sich rankommen zu lassen, zum beispiel. dabei zeigt sich, dass oft erfahrene verletzungen diese härte haben entstehen lassen. und somit gibt es sie, die gestrengen, unerbittlichen und knallharten protagonisten in büchern und filmen, die meist sich selbst noch mehr verletzen als ihr gegenüber. daran orientiert sich diese schreibanregung, denn es sollen „harte geschichten“ erzählt werden.

am anfang ist der erfindungsreichtum gefragt. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden aufgefordert drei protagonistInnen zu erfinden, die „harte“ verhaltensweisen an den tag legen oder eine harte ausstrahlung haben. sie sollen ein kurze (viertelseitiges und stichwortartiges) psychogramm erstellen. darin sollen vor allen dingen auch die gründe benannt werden, die die person so hart werden ließen. diese personen werden in der schreibgruppe kurz vorgestellt.

alle teilnehmerInnen wählen sich eine person aus (dies kann auch eine person der anderen teilnehmerInnen sein). sie schreiben eine geschichte, in der die härte und vor allen dingen die selbstverletzung durch die harte haltung sichtbar werden. mehr vorgaben gibt es nicht. es sollte genug zeitraum zum schreiben der geschichte gewährt werden. anschließend werden die geschichten vorgetragen und es wird in der feedbackrunde rückgemeldet, wie stark die härte der person wirkt.

dieses mal soll diese härte zum abschluss weder reduziert noch aufgeweicht werden. denn nun werden zwei charaktere ausgewählt. man kann auf die eben schon dargestellte person zurückgreifen aber auch zwei vollständig neue protagonistInnen aus dem vorher erstellten pool verwenden. diese zwei personen begegnen sich und führen einen erbarmungslosen dialog. die schreibgruppenteilnehmerInnen schreiben den dialog nieder. anschließend werden die dialoge zu zweit vorgetragen und es wird abermals feedback gegeben. dabei sollte betrachtet werden, durch welche wortwahl die härte erreicht wurde.

erst danach dürfen die schreibgruppenteilnehmerInnen sich wieder versöhnlich geben 😉

schreibidee (202)

ich möchte noch einmal die verschiedenen sichtweisen auf eine szene, eine geschichte oder eine situation aufgreifen. diese schreibanregung ist nur eine von unendlich vielen möglichkeiten, „blickwinkel-texte“ zu verfassen. dieses mal sind die vorgaben durch die schreibgruppenleitung relativ strikt, da alle teilnehmerInnen der schreibgruppe den gleichen blickwinkel einnehmen sollen. spannend bleibt, was alle jeweils sehen und wie sie das gesehene beschreiben.

als einstieg bekommen die schreibgruppenteilnehmerInnen einen alltagsgegenstand in die hand gedrückt oder er wird auf einen zentralen platz gestellt. das kann eine kaffeemaschine, ein voller joghurtbecher oder ein stempel sein. dieser gegenstand ist nun auf jeweils einer viertel seite von oben, unten, rechts und links zu beschreiben. die schreibenden nehmen jeweils den blickwinkel ein und beschreiben den gegenstand. die kurzen betrachtungen werden in der schreibgruppe vorgelesen, aber es wird kein feedback gegeben.

der nächste schritt ist recht aufwendig, kann aber eventuell vor dem gruppentreffen vorbereitet werden. man sollte eine sehr kurze geschichte mit mehreren protagonisten finden. diese geschichte wird vorher von allen gelesen. nun sollen auf maximal zwei seiten für jeden protagonisten die beobachtungen und gedanken, die gemacht werden, aufgeschrieben werden. da es den zeitlichen rahmen der schreibgruppe sprengt, greift man einen protagonisten heraus und lässt mehrer teilnehmerInnen ihre texe vorlesen, für den nächsten protagonisten machen dies dann andere teilnehmerInnen der schreibgruppe. so bekommen alle einen einblick in die vielfalt der betrachtungen.

zum schluss nimmt man noch einen gegenstand, der in der geschichte auftaucht, und lässt ihn aus seiner sicht die ereignisse erzählen. auch dieser gegenstand wird vorgegeben und dient allen als beobachter. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgelesen und beim feedback wird darauf geachtet, welcher charakter dem gegenstand von den schreibenden zugeschrieben wurde.

alternativ kann auch ein tier genommen werden und man beschreibt die situation, wie das tier sie wohl sieht. dabei geht es dieses mal aber nicht um eine „vermenschlichtes tier, das sich gedanken macht. man versucht sich eher zum beispiel in die stubenfliege zu versetzen, die mit ihrem insektenauge ein ganz anderes bild der situation empfängt. um dies zu illustrieren kann man in wissenschaftlichen zeitschriften suchen, die den blickwinkel von tieraugen beschreiben. dieser wird auf die jeweilige geschichte angewandt.

schreibidee (120)

kreative geschichten können in vielfältigen kombinationen, was die anzahl der protagonisten angeht, entstehen. doch dieses mal wird die zahl der handelnden oder auftauchenden personen vorgegeben. das ist den teilnehmerInnen am anfang der schreibgruppe aber nicht bekannt. denn in der folge sollen „personengeschichten“ werden.

eingestiegen wird mit der aufforderung, doch einmal drei sehr verschiedene protagonisten für eigene geschichten zu entwerfen. die personen sollen auf jeweils ungefähr einer seite beschrieben werden. dazu zählen natürlich alter, beruf aber auch eigenheiten der personen. für diese anregung wird genug zeit zur verfügung gestellt. nun werden die personen nicht den anderen teilnehmerInnen vorgestellt. nur ein teilnehmer wird ausgewählt, um eine seiner personen vorzustellen.

die eine person wird zum schreibanlass für alle genommen, eine geschichte zu dieser person zu beginnen. nachdem fünf minuten geschrieben sind, wird eine weiterer teilnehmer aufgefordert, einen protagonisten vorzustellen. jetzt sind alle schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, diese person in ihre geschichte mit aufzunehmen und einfließen zu lassen. wie dies geschieht, ist allen freigestellt. es wird weitergeschrieben. nach weiteren fünf minuten wird wieder eine person vorgestellt. auch diese person ist zu integrieren. und so kann es länger weitergehen, je nachdem wieviel zeit zur verfügung steht.

wenn die personengeschichte abgeschlossen ist, werden alle teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert in fünf minuten freewriting über die erfahrung mit dieser schreibanregung zu reflektieren. im anschluss werden sowohl die entstandenen geschichten als auch die selbstreflexion vorgelesen. mit großer wahrscheinlichkeit wird es in der reflexion eine rolle spielen, wie oft sich die eigene geschichte durch das beständige hinzufügen neuer protagonistInnen gewandelt hat.

schreibtechnik (16)

 

manchmal ist es nicht leicht, sich einem stoff, zu dem man eigentlich eine geschichte schreiben möchte, anzunähern. die idee ist eigentlich grob vorhanden, aber es ist unklar, aus welcher perspektive man schreiben möchte, oder wie das verhältnis zu den eigenen protagonisten ist. da sich eine geschichte sowieso nicht durchplanen lässt (oder zumindest selten), kann sich das verhältnis zu den protagonisten sowieso ändern.

wie kann nun eine annäherung aussehen? sie kann sich langsam entwickeln, indem man einfach in die geschichte einsteigt. man kann aber manchen gedanken auch schon vorweg nehmen, indem man seinen protagonisten einen brief oder eine mail schreibt. dabei geht es nicht darum, eine assoziationskette herzustellen, sondern es geht darum, einen bezug zu einer person, einem ding oder einer fantasiefigur zu finden. Weiterlesen