Schlagwort-Archive: prüfung

schreibberatung und liebe

nein, es soll hier nicht darum gehen, dass sich ratsuchende oder klientInnen in ihre beraterInnen oder therapeutInnen verlieben können. das kann vorkommen, wie in jedem anderen job auch. es macht vieles kompliziert und widerspricht teilweise dem berufsethos, doch es kann nur persönlich geklärt werden.

es soll hier um ein anderes phänomen gehen, das oft einhergeht mit anstrengenden situationen. wer kennt es nicht, dass in prüfungszeiten oder wenn der stress am größten ist, prompt alles zusammenkommt. das heisst, plötzlich wird in diesen momenten auch die beziehung zu anderen menschen zusätzlich thema. man muss eine abschlussarbeit verfassen und die existierende beziehung fängt an zu kriseln. oder man lernt ausgerechnet in diesem moment eine person kennen, die einen verwirrt.

zu erklären ist das phänomen schwer, man kann nur vermutungen darüber anstellen. so kann es damit zu tun haben, dass in sehr fordernden und konzentrierten situationen die emotionalen fühler und die persönlichen gefühle auf einem sensibleren niveau liegen. also kann es in der schreibberatung passieren, dass diese emotionalen ausnahmesituationen den schreibfluss und die schreibkrise beeinflussen.

nun kann man natürlich versuchen, die persönlichen gefühlslagen in der beratung auszuklammern, sich auf den schreibprozess zu konzentrieren. doch wenn man davon ausgeht, dass schreibschwierigkeiten beeinflusst werden von diversen lebenslagen und die schreibberatung diese einbeziehen sollte, um gemeinsam handlungsmöglichkeiten zu finden, dann müssen die beziehungskonstellationen auch thema sein dürfen.

so kann die schreibberatung, wenn das thema gefühle und liebe thematisiert wurden, schreibtechniken anbieten, die zum einen der klärung des gefühlschaoses zuträglich sein können, und die zum anderen schreiben trotz eines gefühlschaoses ermöglichen. Weiterlesen

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schreibberatung und freizeit

schreibkrisen fressen zeit, vor allen dingen freizeit. denn die schreibkrise verlängert den arbeitsprozess. die ausweichhandlungen führen zwar zu einer ordentlichen wohnung, zu gewaschener wäsche und zum auffüllen der speisevorräte, aber eben nicht dazu, zwischendurch zu entspannen. das unangenehme an schreibblockaden sind die ständigen gedanken im hinterkopf.

man weiß, man sollte etwas tun, man sollte eine abschlussarbeit, eine semesterarbeit oder einen bericht schreiben, doch man schiebt es auf. aber der gedanke daran, dass etwas zu tun ist, verschwindet nicht so einfach. wenn man sich zwischendurch vergnügungen hingibt folgt mit großer wahrscheinlichkeit kurz darauf das schlechte gewissen, dass man wieder mal nicht das getan hat, was man tun sollte. und schlechtes gewissen ist per se unangenehm, ja es stresst.

die schreibberatung kann in diesem zusammenhang eine andere zeitrechnung offerieren. erst einmal benötigt es für den einstieg in den schreibfluss nicht viel zeit. das bedeutet, dass man etwas getan hat, das schlechte gewissen also reduziert werden kann, und doch nicht viel zeit verbrauchte, also freizeit übrig bleibt. wenn die freizeit in ruhe genossen werden kann, dann ist die chance, sich entspannter an die schreibaufgabe zu setzen, recht hoch.

natürlich kommt irgendwann die phase, wenn recht viel geschrieben werden muss. und sicherlich bleibt dann nicht mehr so viel freizeit übrig. aber auch dafür kann in der schreibberatung eine andere perspektive eröffnet werden. das konzentrierte und intensive schreiben verhindert viele ausweichhandlungen, die viel mehr zeit fressen würden. man kann sich also strategisch verhalten. man kann sich sagen, dass eine intensive schreibzeit zwei positive effekte hat: erstens benötigt man insgesamt weniger zeit und das schlechte gewissen verschwindet. und zweitens stellt sich der positive erfolg, nämlich der geschaffte abschluss oder die abgegebene arbeit, ein. es gibt also eine belohnung für die anstrengung.

natürlich kann man auch für sich entscheiden, bestimmte aufgaben nicht auszuführen, studiengänge abzubrechen oder abgabefristen zu verlängern. Weiterlesen