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liste (121) – coolness

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um die „coolness“.

das ist für mich „echt cool“:

diese menschen sind für mich „echt cool“:

das stört mich sehr am „cool sein“:

hierbei hat mir coolness weitergeholfen:

hierbei stand meine coolness oder die von jemand anderem im weg:

schnickschnack (102)

manchmal fehlen einem die worte. da befindet man sich in einer auseinandersetzung oder man musste sich eine frechheit anhören, doch es fällt einem gerade nichts passendes ein. kaum hat man sich von seinem kommunikationspartner verabschiedet, schon fallen einem die passenden, knackigen und treffenden antworten ein. am liebsten würde man die zeit zurückdrehen, um alles noch einmal durchzuspielen und seine antworten anzubringen.

es ist eine übungssache, just-in-time reagieren zu können. die so genannte schlagfertigkeit kann man am besten dadurch erlernen, dass man viel kommuniziert und die hemmung verliert, klartext zu reden. ja, es darf dabei auch mal etwas rausrutschen, das nicht so treffend ist. aber dies ist besser, wie wenn man immer den mund hält. bestimmte formen des schlagabtauschs basieren auf keiner bösartigkeit, sondern sie sind oft arten des grenzen auslotens. manch einer kennt seine grenzen nicht.

darum ist es besser immer schön in der übung zu bleiben und vor allen dingen seine eigenen grenzen benennen zu können, ja, ein überschreiten der grenzen schnell zu registrieren und dem einhalt zu gebieten. das internet bietet da unterstützung. der rhetoriktrainer matthias pöhm hat eine große bibliothek an schlagfertigen antworten zusammengestellt. es geht nicht darum, immer witzig zu sein, sondern es geht darum, den wind aus den segeln zu nehmen und den ball zurück zu spielen. zu finden ist die „antwortbibliothek“ unter http://www.schlagfertigkeit.com/antwortbibliothek/ .

und um es auf das schreiben runterzubrechen: beim schreiben von dialogen kann diese sammlung von antworten sehr hilfreich sein. abgesehen davon, kann man schlagfertigkeit einmal zum thema einer schreibgruppe machen und weitere eigene antworten finden. die kann man dann übrigens herrn pöhm über seine homepage mitteilen und somit den pool an schlagfertigen antworten erweitern. auf dass einem nie wieder die worte fehlen 😎 .

schreibpädagogik und kommunikation

gruppen, auch schreibgruppen, anzuleiten, hat sehr viel mit der fähigkeit zu mündlicher kommunikation zu tun. denn obwohl in den gruppen die meiste zeit geschrieben wird, sollten die gruppenleitung klar und eindeutig sein. das fängt bei der formulierung der schreibanregungen an, denn sie sollten von jederman verstanden werden. es geht weiter über die fähigkeit gruppendynamiken zu erkennen und gegebenenfalls offen zu thematisieren. und es endet bei der kompetenz, auf persönliche krisen von (schreib)gruppenteilnehmerInnen eingehen zu können.

das bedeutet, auch schreibpädagogInnen sollten die richtigen worte finden können. beim schreiben mag dies vielen leicht fallen, bei der mündlichen kommunikation empfinden es die meisten anstrengend und fühlen sich verunsichert. eine gute übung stellt daher der versuch dar, mit guten kollegInnen einmal die anleitung einer schreibgruppe auszuprobieren. denn wenn man ins kalte wasser springt und ohne vorübung gruppen anleitet, kann man sich schnell verkühlen. ausgestrahlte unsicherheit, der falsche tonfall oder angst vor den reaktionen der gruppenteilnehmerInnen verunsichern schnell jede (schreib)gruppe.

es hilft nicht viel, wenn man versucht, die unsicherheit zu überspielen. da ist es sogar oft besser, auch einer gruppe zu erklären, dass man sich gerade unsicher fühle. in solchen momenten ist eine gruppe eher bereit einem unterstützend zur seite zu stehen. viel schwieriger wird es, wenn eine schreibgruppe mitbekommt, dass man seine emotionen und schwierigkeiten krampfhaft überspielen möchte. es muss klar kommuniziert werden.

das bedeutet nicht, dass der ton der kaserne mit befehl und gehorsam gelten sollte. es bedeutet nur, dass man sich nicht in verbale schlagabtäusche mit teilnehmerInnen einlassen sollte. man hat das gruppentreffen organisiert und strukturiert, also sollte man auch dahinter stehen. stellt man alle planungen kurz vor der durchführung in schreibgruppen zur debatte, dann verzettelt man sich in den verschiedenen interessen der teilnehmerInnen. und ich verspreche ihnen, es gibt verschiedene interessen.

also müssen schreibpädagogInnen trainieren, eine gruppe mündlich passend durchzuführen. das geschieht viel zu selten, nicht nur bei schreibpädagogInnen. es ist nichts dabei, wenn etwas schief geht, wenn die kommunikation stockt. alle gruppenleitungen können und sollten stetig hinzulernen und keine gruppe ist vorhersagbar in ihrem verhalten. also: trainieren sie ihre stimme, Weiterlesen

biografisches schreiben und kommunikation

wir sind soziale wesen. kaspar hauser hat gezeigt, dass wir ohne ansprache, ohne kontakt zu anderen menschen verkümmern. es zeigt sich, dass wir den austausch benötigen, um zu lernen. erst machen wir nach, was andere machen, sprache entwickeln wir durch kopieren und erfolg haben. später denken wir selber, kopieren zwar auch noch, aber entwickeln gleichzeitig eigene formen der kommunikation. und je nach erfahrungen, die wir gemacht haben, fällt es uns leichter oder schwerer, mit anderen in kontakt zu kommen.

dabei geht es nicht nur um die sprachlichen fähigkeiten, es geht in der kommunikation noch einen ganzen schritt weiter: sende ich eine botschaft, die der empfänger auch als passend empfindet? wenn mir zum beispiel jemand von seiner schweren erkrankung berichtet und daraufhin frage, ob er die britische prinzenhochzeit auch im fernsehen verfolgt hat, dann könnte dies als affront verstanden werden. darum lernen wir neben der sprache, neben dem sich ausdrücken auch eine form von emotionaler einstimmung auf die anderen. von all dem (und noch weiterem, das hier aber zu viel würde) hängt ab, ob uns kommunikation glückt oder eher nicht.

beim biografischen schreiben können wir einen blick darauf werfen, in welchen situationen wir das gefühl hatten, dass uns kommunikation besonders gut glückte. meist geht für uns ein sehr angenehmes gefühl damit einher, wenn wir feststellen, dass wir mit unserem gegenüber auf einer ebene interagieren. man fühlt sich aufgehoben, angenommen und verstanden. darum versuchen wir immer wieder kontakt zu anderen menschen aufzunehmen. auch dieses fällt dem einen schwerer, dem anderen leichter. im biografischen schreiben können wir davon berichten, welche kommunikationen uns gut getan haben, welche uns leicht gefallen sind, durch welche wir uns weiterentwickelt haben, wodurch wir am meisten lernten und wie wir im laufe der zeit unser soziales netz gespannt haben.

denn es geht anderen genauso wie uns. und vielleicht finden sich beim lesen von lebensgeschichten, kommunikationsberichte, die wir ähnlich kennen und erlebt haben. denn erstaunlicherweise gefallen auch oft die bücher und berichte, die unserem eigenen erleben entsprechen. Weiterlesen

kreatives schreiben und kommunikation

menschen treten über gesten, laute und blicke in verbindung. sie haben sich auf codes geeinigt, die (meist) andere die botschaften verstehen lassen, die man aussendet. oft genug klappt das nicht so gut, da man noch so viele absprachen treffen kann, es entstehen trotzdem missverständnisse, probleme und konflikte. der große vorteil, auch die schwierigkeiten kann man kommunizieren und versuchen zu entschärfen.

für das kreative schreiben bietet sich beim thema kommunikation natürlich der dialog an. dieser gestaltet sich etwas schwieriger als gedacht. unsere dialoge sind oft ungelenker und abgehackter, als sie uns scheinen. würde man sie eins zu eins notieren, würden sie gelesen mit großer wahrscheinlichkeit unglaublich langweilen oder eben den lesegenuss trüben. es bedarf ein wenig übung, um einen flüssigen dialog zu notieren. am besten liest man ihn sich laut vor, um ein gespür dafür zu bekommen, wie der rhythmus eines lesbaren dialogs klingen muss. oder man sucht sich ein publikum, das rückmeldungen gibt, wie ein dialog wirkt.

ähnlich ist es mit schriftlicher kommunikation, zum beispiel im chat oder per mail. es hat sich im laufe der zeit eine ganz eigene sprache entwickelt, die den spagat zwischen informationen und emotionalen ausdrücken versucht. denn wer möchte jedesmal einen literarisch hochwertigen text verfassen, den er dann absendet, um sich möglichst klar ausdrücken? die modernen kommunikationsmittel leben von der geschwindigkeit und lassen darum weniger raum für ausführliche situationsbeschreibungen. ein chat ist ein geschriebener dialog mit verteilten rollen. er erübrigt sich schnell, wenn das virtuelle gegenüber eine viertel stunde benötigt für eine antwort.

das kreative schreiben bietet zumindest mit seinen formen in einen schreibfluss zu kommen, metaphern zu finden und schriftlich gefühle besser ausdrücken zu können, eine grundlage für eine leichtere und teilweise „bessere“ kommunikation in den digitalen welten. außerdem gibt es die ersten romane, die ausschließlich auf mailkontakte basieren, ähnlich einem briefroman. die handlung erschließt sich über die abgedruckte kommunikation.

sehr viel schwieriger lässt sich mit kreativem schreiben die nonverbale kommunikation darstellen. Weiterlesen

schreibidee (210)

in den science fiction spielt die technik eine große rolle. es werden raumschiffe erfunden, neue technische möglichkeiten oder roboter mit herz. in anderen romanen und geschichten hat die technik selten einen herausragende rolle. gut, vielleicht das telefon oder das auto, das liegen bleibt, die mikrowelle, um das essen warm zu machen. aber so eine echte hauptrolle, davon träumen die geräte um uns herum. darum mögen die ergebnisse dieser schreibanregung „technik-geschichten“ sein.

als einstieg schreiben alle schreibgruppenteilnehmerInnen eine einseitige liebeserklärung an ihr bevorzugtes technisches gerät zuhause. um was es sich dabei handelt, spielt keine rolle. die texte werden vorgetragen und die geräte am flipchart gesammelt. anschließend werden noch mehr geräte am flipchart aufgelistet, die im eigenen lebensumfeld zu finden sind.

alle teilnehmerInnen wählen sich ein gerät aus, um sich danach vorzustellen, dieses gerät hätte ein herz und könnte denken oder wäre ein ganzer kosmos von kleinen helfern, die in dem gerät wirken. es wird ein cluster zu dem lebewesen neben einem erstellt. und es wird eine längere geschichte über die abläufe innerhalb des gerätes erstellt. wenn zum beispiel die sklaven, die im pürrierstab die zahnräder drehen müssen in streik treten und dann durch einen kurzschluss stromschläge bekommen, um ihre arbeit weiter zu verrichten, dabei aber sterben und das gerät nicht mehr funktioniert. es ist unglaublich, welche dramen neben uns in der wohnung stattfinden 😉 die geschichten werden vorgetragen und somit ein kosmos im haushalt eröffnet. anschließend wird ein feedback von der schreibgruppe gegeben.

als abschluss wählen sich die teilnehmerInnen der schreibgruppe ein weiteres gerät aus, das sie beleben wollen. die zwei geräte, die sie nun für sich ausgesucht haben, lernen sich kennen. der dialog zwischen den beiden, wie sie in kontakt miteinander kommen, sollte aufgeschrieben und anschließend mit verteilten rollen in der schreibgruppe vorgetragen werden. denn die technik lebt!

wortklauberei (49)

„du bist nicht auf der welt, um zu schweigen“

jawoll ja, da stimmt man doch sofort zu und vermutet einen revolutionären aufruf dahinter. wie sonst sollte man die äußerung „du bist nicht auf der welt, um zu schweigen“ verstehen. macht den mund auf, lasst euch nichts gefallen, schaut nicht weg, reiht euch ein! oder richtet sich der satz an eltern, die ihren kleinen kindern das sprechen beibringen sollten, anstatt sie mit süssigkeiten abzufüttern?

weit gefehlt. dieser satz prangt auf plakatwänden und wirbt für die handy-flatrate von vodafone. oh, wie treffend der aufruf erscheint. oder anders formuliert, es hätte des plakates gar nicht bedurft, um die menschen auf ihr rederecht aufmerksam zu machen. denn wer durch die straßen zieht, glaubt neben dem lärm der verbrennungsmotoren, nur noch geplapper zu hören.

auf dem bürgersteig, in der u-bahn, im buchladen, im zug, in der bäckerei, im kino, beim frisör, im discounter, in und vor den kneipen und natürlich in den wohnungen. die menschen schweigen schon lang nicht mehr. sie belabern sich gegenseitig mit vielen nichtigkeiten und seltsamerweise finden die wichtigen gespräche wohl nicht am handy statt. oder es finden überhaupt keine wichtigen gespräche mehr statt. doch das wäre eine unterstellung, die nicht glaubwürdig erscheint.

denn das soziale gefüge ist noch nicht aus den fugen geraten, also müssen sich die menschen auch noch über die existentiellen dinge des lebens verständigen. doch wenn man es richtig versteht, dann nicht im mobilen raum. das ist ein trost, der einen auffordert die plakatkampagne zu starten „du bist nicht auf der welt, um zu plappern“. wäre doch einmal etwas für den sozialen frieden 😆