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beinahe-wildnis auf arte – ein fernsehtipp

skandinavien hat noch viele flecken auf denn kein mensch lebt. auch wenn in manchen regionen die holzbewirtschaftung, der bau von staudämmen und der tourismus der wildnis in den ländern sehr zusetzt, es gibt regionen, die dem menschen kaum zugänglich sind. es gibt zum beispiel einen wanderweg, den man nur betreten darf und sollte, wenn man sich vorher anmeldet. jährlich sterben dort weiterhin menschen, da die wildnis wild bleibt.

arte stellt nun in einem porträt die skandinavischen länder und ihre menschen vor. dazu gehören natürlich auch städte und zivilisation. aber schon in folge 1 der 15 folgen von „europas hoher norden“ werden die lofoten an der westküste norwegens vorgestellt. eine region, die aussieht, wie wenn jemand die alpen ins meer geschmissen hätte. leider sind hauptsächlich bilder aus dem winter zu sehen, dabei sehen die lofoten vor allen dingen im sommer sehr wild aus und sind es auch.

also, tolle bilder, interessante länder, viel natur, eine menge wildnis und interessante porträts. ach ja, und wer bis jetzt folgen verpasst hat, sie werden wiederholt und man kann sie im internet anschauen. mehr infos hier: http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Europas-hoher-Norden/4293566.html . es lohnt sich.

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biografisches schreiben und region

mit blick auf den vorhergehenden buchtipp, möchte ich die rolle der region, in der man aufwächst, ein wenig beleuchten. der mensch unterliegt im laufe seiner entwicklung nicht nur dem einfluss des elternhauses, der familie und der nachbarschaft, sondern auch den bedingungen, die ihm in seiner lebensregion zur verfügung gestellt werden.

beim verfassen der eigenen lebensgeschichte kann es eine rolle spielen, wie groß dieser einfluss auf die eigene biografie war. fühlte man sich in seiner heimat wohl und hat sie nie verlassen oder hat man es nach einer gewissen zeit nicht mehr ausgehalten und wollte den lebensraum wechseln? hier gibt es unterschiede, zum beispiel bei der frage, ob man in einer großstadt oder in ländlicher umgebung aufgewachsen ist. wie sahen die möglichkeiten für eine eigentständige entwicklung aus? wie beschützend war das soziale netzwerk?

denn eines ist offensichtlich: es gibt unterschiede, sowohl in der sozialen absicherung als auch kontrolle. das kann verschieden empfunden werden und hängt von den subjektiven bedürfnissen ab. so lohnt sich ein blick auf die ehemalige lebensumwelt. was wollte man zur damaligen zeit erreichen? wieviel ließ sich davon umsetzen und gab es momente, in denen einen das eigene umfeld daran hinderte oder förderte?

in diesem zusammenhang interessant scheint auch, ob man sich die eigene lebensregion überhaupt im laufe seines lebens selber wählen konnte. musste man wegen möglicher arbeitsangebote in regionen leben, in die man nie wollte. und wie hat sich dieses leben entwickelt. es kann zum beispiel vorkommen, dass man anfängt, die unfreiwillige heimat zu schätzen. und möchte man zur zeit des biografischen schreibens den eigenen lebensraum noch einmal wechseln?

schreibidee (128)

auch wenn heute viele länder gemeinsam ein parlament wählen, zeigt sich bei dem zusammenschluss doch, dass jede region ihre eigenheiten zu bieten hat. diese form der verschiedenheit, die einen zusammenschluss nicht behindert, sondern eher eine große vielfalt bietet, soll dieses mal der schreibanregung dienen. es werden „ländergeschichten“ geschrieben.

der einstieg in dieses thema sollte auf der regionalen ebene beginnen. wenn alle teilnehmerInnen der schreibgruppe aus deutschland kommen sollten, dann sind am anfang erinnerungen an die regionalen eigenheiten zu notieren. was war zum beispiel für die region typisch, welche festivitäten, sehenswürdigkeiten und kulinarischen genüsse bietet die region, in der man aufgewachsen ist? was gefiel oder gefällt einem daran und was mag man nicht? anschließend ist ein text möglichst in mundart über eine regionale begebenheit zu schreiben, an die man sich noch gut erinnert. die geschichten werden sich gegenseitig vorgelesen. sollte jemand aus anderen sprachregionen kommen wird dieser einstieg schwieriger, da geklärt werden müsste, ob andere den text verstehen oder ob er ins deutsche übersetzt werden muss.

anschließend verlässt man das eigene land, in dem man aufgewachsen ist. jetzt ist zu notieren, welche andere land einem am besten gefällt. entweder hat man dort gelebt, lebt dort oder war einmal im urlaub dort. Weiterlesen

wortklauberei (18)

„kinderleicht-regionen“

es ist schwer, im wahrsten sinne des wortes, sich vorzustellen, was „kinderleicht-regionen“ sein könnten. als erstes kommt man auf die idee, dass es in schulbüchern abschnitte gibt, die als kinderleicht-regionen bezeichnet werden. dann fragt man sich, ob es sich um regionen in deutschland handelt, die in der pisa-studie am besten abgeschlossen haben. nichts dergleichen ist der fall.

also schaut man sich seinen computer an und fragt sich, ob es kleine programme sind, die keine großen computerkenntnisse voraussetzen. oder es könnten die angebote des web 2.0 mit ihrer blog- und bild-verwaltungssoftware sein. doch auch der binäre code hat nichts mit kinderleicht-regionen zu tun.

also einen blick ins impressum der broschüre, die der tv-zeitung eingeheftet war, werfen. herausgeber ist das bundesministerium für ernährung, landwirtschaft und verbraucherschutz. da kommt man auf dumme gedanken, wenn man von den regionen hört. wie wäre es mit gebieten, in denen die meisten essstörungen auftreten, also magersüchtige überdurchschnittlich oft vertreten sind. oder vielleicht die möglichkeit, dass es sich um regionen handelt, in denen es kinderleicht ist, die zutaten von lebensmitteln zu entziffern, die auf den packungen stehen.

naja, und irgendwann kommt man natürlich auf die idee, dass es sich wohl um gegenden handelt, die sich bemühen, übergewichtige kinder zu verhindern (was nicht unbedingt vor essstörungen schützt). hier macht ein ministerium etwas, das eigentlich aufgabe, des gesundheitsministeriums ist. doch das nur am rande, wer diesen titel verbrochen hat, steigerte das ganze nur noch mit dem titel der homepage http://www.besseressenmehrbewegen.de . und diese wortverbrechen nur um dicke und fette kinder regional zu verhindern, ist doch „kinderleicht“ 😳

schreibidee (58)

bin gerade bei einer lesung gewesen zum thema „heimat(en) in großer stadt“ der ernst-bloch-gesellschaft. da liegt es nahe, die schreibidee von „stadttexten“ aufzugreifen. jede stadt, jeder ort und jedes dorf hat so seine eigenheiten. angefangen beim dialekt bis zu den sehenswürdigkeiten und den lokalpolitischen ärgernissen. und jeder mensch lebt in einer ansammlung von anderen menschen. oft ist nur zu beobachten, und es ergeben sich „heimat“-texte., nicht zu verwechseln mit dem genre des „heimatfilms“.

in schreibgruppen kann erst einmal dazu aufgefordert werden, das eigene lebensumfeld in wenigen stichworten zu umreißen. die stichworte werden dann insoweit von den teilnehmerInnen abgeklopft, welches merkmal besonders ist für den eigenen wohnort. mag es der perfekt gemähte rasen in einer wohnsiedlung oder die kneipe am straßenende, die tag und nacht geöffnet hat. es kann auch das eine haus sein, dass im gegensatz zu allen anderen häusern in königsblau gestrichen wurde. ein merkmal wird aus der eigenen liste ausgewählt. um dieses merkmal wird eine geschichte oder ein text verfasst. nachdem der text fertig ist, wird ein „statt-text“ verfasst. dabei handelt es sich um das gegenteil. einen ort, an dem man auf keinen fall leben möchte. auch hierzu können erst stichworte gesammelt werden, es kann aber auch nur das gegenteil zu dem bisher geschriebenen verfasst werden. in welcher stadt, in welchem ort, in welchem dorf möchte man nicht leben. beide texte werden im anschluss der schreibgruppe direkt nacheinander vorgetragen, um den kontrast wirken zu lassen.

biografisches schreiben und nachbarschaft

 

beinahe alles war hier schon thema, was bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte eines genaueren blicks gewürdigten werden kann. nur eines fehlt, wo bin ich eigentlich aufgewachsen? damit meine ich weniger das land oder den kontinent, sondern die nähere nachbarschaft. es kann sein, dass diese schon bei der frage nach guten freunden auftaucht, aber es kann auch das gegenteil der fall sein.

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