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kreatives schreiben und essen

essen kann genuss sein, neben der zufuhr von lebensnotwendiger nahrung. schreiben kann genuss sein, neben der beruflichen notwendigkeit. da scheint es eine logische folge zu sein, dass man beides öfter miteinander verbinden sollte. so kann es ein genussreicher moment sein, erst gemeinsam zu schreiben, dann gemeinsam zu kochen und als dessert gemeinsam texte vorzulesen.

aber kreatives schreiben und essen lassen sich noch ganz anders miteinander verbinden. man kann zum beispiel restaurantkritiken mit elementen des kreativen schreibens erstellen. also seine formulierungen und assoziationen über die bekannten schreibtechniken erlangen. oder auch gemeinsam essen gehen und später darüber schreiben.

allein das thema „geschmack“ bietet eine unglaubliche bandbreite für kreative ideen. eine der eindrücklichsten übungen besteht zum beispiel darin, mit verbundenen augen gefüttert zu werden. die geschmackssensationen werden viel intensiver erlebt, die spannung ist enorm. nicht ohne grund sind viele menschen von den restaurants begeistert, die in absoluter dunkelheit ihr essen anbieten.

und man schaue sich einmal die arbeitsweise der großen köchInnen an. in den berühmten küchen herrscht ein großes kreatives potential. letztendlich baut sich ein neues rezept ähnlich auf, wie ein neuer text: es werden bekannt dinge in unbekannter weise miteinander kombiniert. daraus entstehen durch experimentieren und erproben sensationelle gerichte. warum also nicht einmal in beiderlei hinsicht experimentieren: Weiterlesen

schreibidee (227)

der mensch sei des menschen wolf, sagen die menschen, die häufig der anderen menschen wolf sind. „die welt an sich ist böse!“ tröstet über erlittene verletzungen und schlimme erfahrungen hinweg. und ja, es gibt sie, die bösartigen menschen, die das befinden der anderen aus den augen verloren haben, die gefühllos auf furcht und angst anderer reagieren. da es in den schreibanregungen oft so nett zu geht, ist es an der zeit, einmal zu „boshaften geschichten“ aufzufordern.

am anfang notieren alle schreibgruppenteilnehmerInnen mit wenigen worten fünf verschiedene boshaftigkeiten jeweils auf einen zettel. alle zettel werden zusammengefaltet in einem gefäß gesammelt. nun ziehen alle teilnehmerInnen jeweils drei zettel aus dem gefäß. und im anschluss verfassen sie zu jeder boshaftigkeit eine kurz-kurz-geschichte, die den bösen charakter wiedergibt. in diesen geschichten dürfen schurken, despoten oder auch nur gefühlskalte typen auftauchen. diese kurz-kurz-geschichten werden vorgelesen.

dann ziehen alle teilnehmerInnen noch jeweils zwei zettel dazu. so hat nun jeder fünf boshaftigen vor sich liegen. aufgrund der boshaftigen entwickeln die schreibenden einen einzelnen charakter, also protagonisten, von dem sie auf einer seite ein psychogramm notieren. wie tickt ihr bösewicht? was ist seine hintergrundgeschichte? nachdem der protagonist gefunden ist, wird nun eine längere geschichte verfasst, in der der anti-held seine boshaftigkeiten auch umsetzt. diese geschichten werden in der schreibgruppe vorgelesen und es findet eine feedbackrunde statt.

da aber das „böse“ in der welt ja nicht siegen soll und wir alle so lieb sind, werden zum abschluss der schreibgruppe noch rezepte verfasst. in der art eines kochrezeptes soll ein rezept für den „superhelden“, die „superheldin“ verfasst werden, wie das „böse“ und die boshaftigkeit in der welt besiegt werden kann. zum abschied werden diese rezepte noch in der schreibgruppe vorgetragen, damit alle heldenhaft nach hause finden.

schreibidee (221)

kälte bewältigt der mensch durch einen erhöhten verbrennungswert im körper. gleichzeitig schützen ihn körperbehaarung und fettschicht für einen gewisse zeit vor dem erfrieren. hört man auf seinen körper, signalisiert er zu beginn des winters, dass seine nahrungszufuhr mehr fettiges essen benötigt. nicht ohne grund sind die feiertagsmenüs am jahresende recht gehaltvoll. aber auch in anderen lebenszusammenhängen verwenden wir öle und fette. so kurz vor frühlingsbeginn darum noch schnell eine schreibidee zu „fettigem„.

einstieg soll dieses mal ein abd-darium sein. zu jedem buchstaben des alphabets sollen die schreibgruppenteilnehmerInnen einen begriff finden, den sie mit „fettig“ assoziieren. die abc-darien werden in der schreibgruppe kurz vorgetragen. man kann gern für sich begriffe anderer übernehmen, die einem besser gefallen, als die eigenen assoziationen. anschließend soll aus allen begriffen eine kurze „fett-geschichte“ von maximal zwei seiten geschrieben werden. die geschichten werden ebenso kurz ohne feedback in der schreibgruppe vorgetragen.

nun wählen sich alle teilnehmerInnen einen begriff aus, den sie am ansprechendsten finden. dieser begriff, dieses wort bildet die überschrift der nun zu verfassenden geschichte. dabei ist die textform freigestellt. es steht zum schreiben relativ viel zeit zur verfügung. anschließend werden die texte vorgelesen und es wird ein feedback gegeben.

um sich dem thema auch real anzunähern, werden nach der feedbackrunde butterstullen gemeinsam gegessen. im anschluss daran werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, einen aufruf gegen die kalorienzählerei und für den genuss von fettigem zu verfassen. das kämpferische vortragen der aufrufe bildet den abschluss dieses schreibgruppentreffens. anschließend können noch kochrezepte mit hohem kaloriengehalt und fettigen zutaten ausgetauscht werden. vor diesem treffen wurden alle teilnehmerInnen aufgefordert, ein solches rezept auszuwählen.