Schlagwort-Archive: sachzwang

internet und anpassung

ja, das netz wird kundenfreundlicher. manche homepages, blogs und chats lassen sich immer leichter bedienen. doch dies verschleiert den effekt im hintergrund: sie lassen sich immer leichter bedienen, da sich immer mehr menschen mit den abläufen im netz auskennen und die programme, die den netzbesuch steuern, immer komplexer sind. in der bedienung der oberfläche lassen sich manche vereinfachungen finden. und neben der beschleunigung der übertragungsraten lassen sich so etliche tätigkeiten im laufe der letzten jahre im web immer leichter durchführen.

aber, und dies ist eher eine bedenkliche entwicklung, die vielfalt der ständig wachsenden zahl von programmen und kleinstprogrammen, verlangt eine vielzahl von einstellungen, von vorgehensweisen und von wissen über die möglichkeiten. es bleibt dabei, der mensch passt sich eher der technik an, als dass die technik sich dem menschen anpasst. und dies in einer technologie, auf die inzwischen beinahe jeder in den industrialisierten ländern der welt angewiesen ist. das paradoxe an der situation ist, dass zwar die prozesse einfacher werden, gleichzeitig aber der markt mit unterschiedlichen anwendungen überschwemmt wird. dass also für einfachheit zu zahlen ist. das erinnert ein wenig an die steuererklärung, die dann am besten gelingt, wenn man einen steuerberater dafür bezahlt, dass er etwas erledigt, was jeder braucht, möchte er dem staat nicht geld schenken oder säumig bleiben.

es fehlt also eine technologie aus einem guss, die all das kann, was ich benötige. Weiterlesen

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selbstbefragung (58) – spontaneität

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „spontaneität„.

  • mögen sie spontane entscheidung bei sich selbst und bei anderen? begründen sie.
  • was verstehen sie unter spontaneität? beschreiben sie.
  • wann waren sie das letzte mal spontan?
  • hat es sich gut angefühlt? warum?
  • ab wann wird für sie spontaneität rücksichtslos? wie reagieren sie dann?
  • glauben sie, dass man im laufe seines lebens an spontaneität verliert? warum?
  • der sachzwang ist der gegenspieler der spontaneität. welche sachzwänge finden sie für sich persönlich am schlimmsten?
  • was war ihre letzte ausrede, um nicht spontan sein zu müssen, als ihr eigener impuls ihnen angst machte?
  • was würden sie jetzt gern spontan machen? warum machen sie es nicht?
  • welcher mensch ist für sie ein vorbild aufgrund seiner ansteckenden spontaneität?

biografisches schreiben und sachzwänge

eines des erstaunlichsten phänomene, wenn menschen älter werden, ist es, dass eine gewisse form von narrenfreiheit entsteht. viele stellen fest, dass sie die von ihnen verlangte leistung für die gesellschaft erbracht haben und sie fühlen sich ab diesem moment den anforderungen nicht mehr so verpflichtet. oft geht diese entwicklung einher mit der pensionierung, muss aber nicht.

dieser moment kann zu zwei reaktionen führen. die einen fallen beinahe in eine depression, da an sie keine großen anforderungen von außen mehr gestellt werden. die anderen genießen diese form der narrenfreiheit und gestehen sich dinge zu, die sie ihr leben lang nicht verwirklicht haben. ab diesem moment lohnt sich beim verfassen der eigenen biografie oder lebensgeschichte ein blick in die vergangenheit. erst dann sind menschen oft bereit, sich einzugestehen, dass sie in vielen handlungszusammenhängen sachzwängen gefolgt sind, die sie nicht nachvollziehen konnten oder zu denen sie eigentlich eine gegenposition einnahmen. am häufigsten geschieht dies sicherlich im berufsleben. hier steht für viele menschen die angst im hintergrund, dass sie ihren job verlieren könnten, wenn sie sich nicht konform verhalten. diese angst ist meist nicht unbegründet. beim rückblick auf das geschehene stellt man häufig fest, dass die gefahr in der form gar nicht bestand, aber man konnte es damals nicht wissen.

aber es lohnt sich ein blick genau auf diese momente, da es einem zeigen kann, wie stark man die eigene entwicklung auch durch ein sachzwang-geprägtes verhalten beeinflusst hat. deshalb erscheinen manche depressionen nach der pensionierung auch nicht erstaunlich, wird etlichen in dieser zeit klar, dass sie immer bemüht waren, den anforderungen von außen genüge zu tun, dabei aber die eigenen bedürfnisse oft genug aus den augen verloren haben. man sollte sich dafür nicht schämen und auch nicht an allem nur die eigene verantwortung oder schuld suchen, sondern man sollte sich dadurch entlasten, indem man sich genau anschaut, welche alternativen für einen damals überhaupt vorstellbar waren. und dann vielleicht in seiner biografie oder lebensgeschichte, den leserInnen aufzeigen, was man eigentlich gern gelebt und wie man am liebsten gehandelt hätte.