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selbstbefragung (153) – wasser

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um das „wasser“.

  • was mögen sie lieber: köllnisch wasser oder kirschwasser? warum?
  • was mögen sie an wasser?
  • was geht in an diesem element auf die nerven?
  • baden sie regelmäßig? warum
  • haben sie nah am wasser gebaut?
  • in welcher form mögen sie wasser am lieben (z.b. nebel, eis, schnee …)?
  • machen sie einen wassersport? warum?
  • wer sollte ihrer meinung die rechte über das wasser auf der erde besitzen? begründen sie.
  • salzwasser oder süsswasser? warum?
  • wieviel wasser trinken sie am tag und in welcher form?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

nabelschau (33)

huch, es hat geschneit. klar, es ist viel schnee, der zur zeit die bundeshauptstadt bedeckt, der nicht wieder verschwinden will. doch nach dem letzten winter, nach den prognosen zum klimawandel und nach den anfängen in diesem winter, erstaunt immer wieder eines: wie man in berlin so überrascht sein kann, wenn es dann wirklich schneit. teilweise wird der schnee schon tage vorher angekündigt. dann wurden sogar dieses jahr im vorfeld ein wenig salz und split gestreut.

doch wenn der schnee so richtig fällt, dann bekommt man immer wieder den eindruck, dass die schneepflüge und räumdienste kapitulieren und einfach aufgeben. sie werden nicht mehr gesehen. wahrscheinlich sagt man sich, lassen wir es erst einmal alles runterkommen, dann lohnt sich das wegschieben auch mehr. schneeräumen lernen, heisst vom süden lernen. wenn es länger schneit wird in süddeutschland auch die ganze zeit geräumt. denn die überlegung, später besser mit der weißen pracht fertig zu werden, funktioniert bei schnee nicht so richtig. ist er einmal festgefahren und festgetreten, bekommt man ihn nur noch sehr schwer wieder weg.

im süden weiß auch jeder mensch, dass schneebedeckte landschaften in der folge stärker abkühlen. hat es aufgehört zu schneien, muss man damit rechnen, dass das ganze auch noch ordentlich anfriert. und irgendwann müssen die schneemassen woanders hintransportiert werden (und zwar nicht nur die vor dem brandenburger tor für die silvesterfeier), denn sonst kommt kein autofahrer mehr aus seiner parkbucht, findet kein fussgänger mehr den bürgersteig.

ach ja, der schnee richtet sich auch nicht nach arbeitszeiten oder sonnenaufgang und -untergang. darum wird in süddeutschland auch noch in der nacht geräumt und am tag weiter. es macht nicht viel sinn, die nacht erst einmal abzuwarten, um gegen sechs uhr morgens wieder anzufangen. das schafft keiner. und so erfreut man sich inzwischen in berlin an seitenstraßen, die seit tagen nicht geräumt wurden, die nur noch aus zermahlenem pulverschnee in verschiedenen höhen und tiefen bestehen. das streugut schichtet sich inzwischen wie tiramisu zwischen den verschiedenen schneedecken und salzen macht sowieso keinen sinn, wenn erst einmal nicht abgetragen wurde.

tja, schön sieht es aus. ruhig ist es geworden. man fragt sich immer wieder, wie die das in den skigebieten nur schaffen, dass am nächsten tag meist alles fährt und sich die menschen fortbewegen können. schön, dass gerade für viele ferien sind 😛 .

schreibidee (189)

auch wenn es momentan bei den frühlingstemperaturen unwahrscheinlich erscheint, bald wird es bitterkalt werden und der winter sorgt für die abkühlung der gemüter. ähnlich wie die laue sommernacht, haben winternächte eine ganz eigene stimmung. wenn die luft klar, kalt und die die bäume kahl sind, wirkt die welt um einen herum distanzierter. darum einmal die schreibanregung zu „winternacht-geschichten„.

in schreibgrupppen bietet sich diese schreibidee natürlich für die wintermonate an. sollte die schreibgruppe abends stattfinden, könnte man die gunst der stunde nutzen, die wettervorhersage abfragen, und sich hinaus in die kälte begeben, wenn das klima dementsprechend ist. dazu sollten die teilnehmerInnen aufgefordert werden, handschuhe mitzubringen, die es ihnen ermöglichen ein paar stichworte zu notieren.

denn als erstes begibt man sich gemeinsam in die winternacht, möglichst mit viel natur und landschaft um sich herum (perfekt ist es, wenn auch noch schnee liegt). während man sich also durch die kälte bewegt sollen assoziationen und beobachtungen notiert werden. zurückgekehrt in die räumlichkeiten der schreibgruppe bei ansprechenden heissgetränken ist dann die erste geschichte aus den beobachtungen zu schreiben. einzige auflage: es soll keine weihnachtsgeschichte werden (da zu diesem genre gern beim thema winternächte gegriffen wird). anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgetragen und ein feedback gegeben.

im zweiten schritt sind die geschichten zu überarbeiten. es soll der winternachtsstimmung rechnung getragen werden, indem alle emotionen und warmen gedanken der vorherigen geschichte entzogen werden. es soll eine geschichte entstehen, die eine kalte und klare sprache hat, so dass beim vortrag alle ins frösteln geraten. es besteht für die schreibgruppenteilnehmerInnen die möglichkeit, eine neue geschichte zu verfassen, wenn sie das gefühl haben, dass sich ihre vorherige geschichte nicht zum überarbeiten anbietet. anschließend werden auch diese geschichten vorgetragen und beim feedback wird darauf geachtet, wie kalt die geschichte wirkt.

als abschluss kann, so weit noch zeit übrig ist, das genaue gegenteil verfasst werden: eine winternacht-geschichte, die nur so von wärme und herzlichkeit strotzt. die leserunde bietet einen versöhnlichen abschluss des treffens.

nabelschau (24)

mit schneekanonen auf spatzen schießen. na dett war ja mal nen ordentlicher winter. man ahnt schon, dass nun die kritiker der klimawandeltheorie wieder auf den plan treten werden und uns erklären werden, dass an der ganzen hysterie, von wegen die erde erwärme sich, nichts dran sei. dass sich all die entwicklungen im rahmen der natürlichen klimaschwankungen bewegen würden.

gleichzeitig versagte vor einiger zeit die weltpolitik beim versuch, eine veränderung bei der umweltverschmutzung herbeizuführen. es wäre mehr möglich gewesen, doch man zögert weiter. ökologisch betrachtet, hat die natur da kein problem mit. geht das eine ökosystem hopps, baut sich ein neues auf. es mag für den menschen nicht attraktiv sein, lebensunwirtlich, aber für andere lebewesen bieten sich da sicherlich möglichkeiten.

der gutmensch sagt sich in solchen momenten, da muss etwas geschehen. also organisiert er eine demo. doch demos sind auch nicht mehr so interessant, seitdem man eigentlich täglich wegen irgendetwas auf die straße gehen könnte. also muss eine aussagekräftige demo her, ein event. vor etlichen wochen organisierte man in berlin eine schneemann-demo, um auf den klimawandel aufmerksam zu machen. hübsche idee, auch wenn aufgrund der vorjahre davon auszugehen war, es wird keinen schnee geben.

doch weit gefehlt, berlin hatte dieses jahr genug schnee. nur leider keinen für schneemänner. es war zu kalt, der schnee zu pulvrig. doch anstatt einfach eine eisschollen-demo auszurufen (und vielleicht knut drauf zu setzen), wurden schneekanonen nach mitte geschafft, um genug pappigen schnee produzieren zu können. nun fragt sich der unbedarfte mensch, womit werden schneekanonen eigentlich betrieben? mit wasser und viel strom (oder anderen energiequellen). so kam es zum inszenierten widerspruch. eine demo gegen klimawandel, hohen co2-ausstoss und energieverschwendung mit hilfe von energiefressenden schneekanonen. wahrscheinlich solarstrom-betrieben, um die umwelt zu schonen.

da hätte man dann auch gleich den klimawandel fordern können, damit die solarzellen in zukunft nur noch so jubilieren. aber immer noch besser als die verwendung der atomenergie zur brückentechnologie zu erklären wie es zur zeit geschieht, um weiter strahlend in die zukunft blicken zu können. ist schon scheisse, dass das leben so komplex ist.

schreibidee (152)

klimawandel scheint dieses jahr auszufallen, was natürlich nicht bedeutet, dass er nicht doch demnächst wieder die hitze in uns steigen lässt. nachdem also nach gut zwei wochen der dauerfrost beendet ist und die weiße pracht in matsch zerfließt, ist es an der zeit „tauwetter-texte“ zu verfassen.

vorraussetzung für tauwetter-texte ist es, dass etwas schmilzt. deshalb sollten die teilnehmerInnen der schreibgruppe erst einmal auf jeweils einer halben seite das schmelzen von dingen beschreiben. so kann ein herz dahinschmelzen, käse, eis, schnee oder zum beispiel blei, stahl, sand zu glas und dergleichen mehr. je nach zeitrahmen sind also mehrere schmelzprozesse kurz zu beschreiben.

anschließend ist ein schmelzendes ding auszuwählen, zu dem eine geschichte, ein text verfasst wird. dazu kann ein cluster erstellt werden. nun wird die geschichte verfasst, doch es gibt vorgaben zum stil. wie es bei schmelzenden gegenständen der fall ist, sind sie vorher fest, hart, bis die wärme ihnen zusetzt. ähnlich soll es sich mit dem text verhalten. er beginnt, hart, scharf, kantig und verwandelt sich in geschmeidig fließende worte. wie die schreibenden dies erreichen, bleibt ihnen überlassen. anschließend werden die texte vorgelesen.

sollte dann noch etwas zeit zur verfügung stehen, kann mit der schreibgruppe gemeinsam blei gegossen werden. die entstandenen kleinen skulpturen dienen als assoziationshilfe und anregung für eine weitere geschichte, die nichts mehr mit dem dahinschmelzen zu tun haben muss.

schreibaufgabe (24)

dieses mal widmet sich die aufgabe den aktuellen witterungsbedingungen,. es sollen in den nächsten jahren die winter ja immer wärmer und feuchter werden. dies bedeutet, dass es in regionen, in denen es bisher nicht der fall war, viel schnee geben wird, viel zu viel schnee. so kann man sich manches katastrophenszenario der zukünftigen winter ausmahlen. wie wäre es zum beispiel, wenn vom kleinen berliner kreuzberg plötzlich lawinen abgingen? es soll also eine „winterliche katastrophen- oder abenteuergeschichte“ verfasst werden. diese darf bis zu 1000 worten lang sein.

vorstellbar ist vieles, angefangen bei schweren schneeverwehungen vor der haustür, steckengebliebenen zügen und zugeschneiten flughäfen über große lawinen und lieferengpässen bei waren. viel spaß beim verfassen der „flocken-flut“.

nabelschau (05)

berlin schneit zu. ein seltenes ereignis, das vermerkt werden muss. die welt erscheint in solchen momenten angenehm gedämpft. langjährige „berliner“ sind schon genervt, zu viel winter, zu viel schnee. ab drei zentimeter neuschnee geben die räumdienste auf und lassen liegen, was nicht zu vollständig zu beherrschen ist. der einwurf, dass es viel ekliger wäre, wenn das alles als regen runterkäme, wird mit einem kurzen nicken toleriert. gleich darauf wird nachgeschoben, dass es dieses jahr reicht mit dem winter.

schade eigentlich, wird die stadt doch für ein paar tage ein wenig ruhiger. sonst brummt, schreit und poltert sie ungehörig durch den alltag. jetzt bremsen grippewelle und schneegestöber den tatendrang. doch auszeiten sind auszuhalten. wer konsequent auf hochtouren läuft, den überfällt gern in momenten des innehaltens die ganzen beiseite gelegten gedanken und bedenken. da scheint schnee plötzlich eine provokation zu sein, einen auf sich zurückzuwerfen. und wer hatte noch einmal die grippe erfunden?

diese form der dämpfung wünscht man sich manchmal fürs internet. einfach zehn zentimeter neuschnee, die das gelärme und die empörung ob aktueller entwicklungen und dem leben an sich zudecken. ein wenig abkühlen, zittern statt twittern. jeder muss sich seinen weg durch den belag bahnen, die gruppenwanderungen werden erschwert und der hype erschwert. mensch dreht sich schwerer um sich selbst, die gefahr auszurutschen ist zu groß. lieber eine schlittenfahrt durch eine landschaft, die in pastell daher kommt, keine brüllende werbung auf jeder seite, kein rennen, um die nase vorne zu haben. einfach schreiben bei dem sich die texte aufbauen, wie eine schneedecke und die worte leicht wie flocken fallen.

berlin scheint so hell wie selten, sand und rollsplitt, die bei einem zentimeter schnee tonnenweise aufs parkett geworfen wurden, sind verdeckt. die hundescheiße verschwindet unter weißen häubchen. eigentlich ein grund zur freude. und dann die bewegung gründen: „jedem haus seine schippe – hals- und beinbruch können kein lebensziel sein“. berlin schneit zu.

p.s.: jetzt ist dann alles wieder matsch 😦

schreibaufgabe (18)

um ein wenig in stimmung zu kommen, wenn´s denn sein muss, soll die nächste schreibaufgabe von winterlichen gedanken geprägt sein. es ist eine „geschichte vom schnee“ zu schreiben (mindestens zehn zentimeter neuschnee). und da es sich bei zehn zentimeter neuschnee um ungefähr 700 flocken handelt, sollten maximal 700 wörter verwendet werden. es muss ja nicht ewig rieseln.

und bei der glätte nicht ausrutschen 😆 .