Schlagwort-Archive: schnickschnack

web 2.70 – longform.org

ja, es gibt sie, die langen texte im netz, die man nicht unbedingt am computer, im browser lesen will. und im englischsprachigen raum gibt es auch die webseite, die sie sammelt, sortiert und verlinkt – longform.org. dabei werden artikel aus angesagten zeitungen und zeitschriften veröffentlicht, jeden tag zwei oder drei. man kann sie sich aufbereiten lassen zu, um sie am iphone (obwohl mir dann nicht einleuchtet, weshalb man sie nicht lieber im browser etwas größer liest) am ipad oder mit kindle zu lesen.

die artikel kommen teilweise zeitversetzt auf die homepage und doch lohnt sich ein blick in die archive. denn es handelt sich nicht um den üblichen nachrichtenartikel, der hier zur verfügung gestellt wird. es sind eher essays, reportagen oder eben lange berichte. das archiv geht zurück bis in die 1960er jahre und bietet auch aus dieser zeit interessantes. man kann sich ebenso einen langen artikel im vollen textformat pro woche zusenden lassen.

wer also interesse an lesestoff aus den angesagten, vor allen dingen, amerikanischen zeitungen und zeitschriften hat, der möge sich einmal auf der seite http://longform.org/ umsehen, die archive durchstöbern (es gibt viele verschiedene suchkriterien) und in ruhe das für ihn interessante lesen. es lebe der lange text 😉

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schnickschnack (101)

alles digitale ist elektronisch, benötigt strom, damit es in datenpäckchen umgepackt werden kann und gespeichert wird. kein wunder, dass die ausstellung, der kongress oder auch die messe in linz „ars electronica“ heisst und sich in der hauptsache mit den verwendungsmöglichkeiten digitaler verarbeitung auseinandersetzt. dabei liegt ein schwerpunkt sicherlich auf der künstlerischen bearbeitung digitaler möglichkeiten.

aber schaut man sich das programm an, dann geht es noch um viel mehr. es geht zum beispiel um zukunftsperspektiven: wie in zukunft mit all den digitalen errungenschaften umgegangen werden soll. es findet zudem ein wettbewerb statt, der viele und hohe prämierungen vergibt. es lohnt ein blick in die prämierungsliste und man bekommt ein gespür dafür, wofür der digitale lebensbereich nutzbar ist.

es finden sich projekte, perfomances, programme und vieles andere darunter. eins, zwei dinge werde ich hier noch vorstellen. die „ars electronica“ endet heute, aber im internet gibt es zum glück archive. vorbeischauen lohnt sich, wenn man sich für die digitalen lebens- und kunstwelten interessiert. zu finden ist das alles unter http://www.aec.at/news/ .

100 mal „schnickschnack“ aus diesem blog

was ist „schnickschnack„? das sind links und webseiten, die mir einfach gefallen oder spaß machen, die aber nicht so eindeutig der schreibpädagogik oder dem schreiben zu zu ordnen sind.

im laufe der letzten 3 1/2 jahre hat sich da ganz schön was angesammelt und manches mag vielleicht gar nicht mehr existieren oder unter anderem namen vorhanden sein, kann aber vielleicht eine anregung sein. es würde den rahmen sprengen, den schnickschnack noch einmal zu überprüfen, dafür ist es ja „nur“ schnickschnack. doch ich schätze, so manches kleinod lässt sich noch finden. und bevor es hier im blog verschütt geht, ein überblick.

christof, der das internet weiterhin so buuuunt findet 😉

schnickschnack 01: tokyoplastic und kinetic singapore (grafikdesign und animation)

schnickschnack 02: ted.com (wissenschaftliche präsentationen)

schnickschnack 03: riesenmaschine.de und lesemaschine.de (so humorvoll kann man das internet auch nutzen)

schnickschnack 04: uncontrol.com und rhizome.org (visuelle, interaktive spielereien)

schnickschnack 05: imageafter.com (bilder-datenbank)

schnickschnack 06: thefwa.com (grafikdesign im netz – riesige datenbank)

schnickschnack 07: unlimited.orange.co.uk (damals eine außergewöhnlich animierte werbeseite)

schnickschnack 08: apathyparty08.com (satire zu us-wahl 2008)

schnickschnack 09: mrdoob.com (animationen im web)

schnickschnack 10: cwd.dk (grafikdesign-seite mit tipps)

schnickschnack 11: colormatch (farbwähler mit farbpaletten-tipps)

schnickschnack 12: rossipotti.de (literaturmagazin für kinder)

schnickschnack 13: der bunte hund (noch eine literaturseite für kinder)

schnickschnack 14: heise online (nachrichten aus der digitalen welt)

schnickschnack 15: dmoz.org (suchkatalog) und arxiv.org (wissenschaftliche texte)

schnickschnack 16: ufos.nationalarchives.gov.uk (die offizielle ufo-seite der briten)

schnickschnack 17: die mediatheken der bbc, der ard und des zdf (teils veraltet)

schnickschnack 18: nytimes.com (homepage der new york times)

schnickschnack 18a: oldbaileyonline.org (gerichtsakten aus london seit 1674)

schnickschnack 19: deutsches literaturarchiv marbach

schnickschnack 20: zeno.org (der versuch eine kulturdatenbank)

schnickschnack 21: tauschring.de (leistungen abseits des geldverkehrs)

schnickschnack 22: presentationzen.com (tipps für ansprechende präsentationen)

schnickschnack 23: fark.com (schräge nachrichtenseite)

schnickschnack 24: designarchives.aiga.org (design-datenbank)

schnickschnack 25: oneseek.de (ist nur noch suchmaschine)

schnickschnack 26: 9rules.com (subjektive blogauswahl)

schnickschnack 27: spoongraphics (spezielle weltkarten)

schnickschnack 28: zitty und tip aus berlin (stadtmagazine)

schnickschnack 29: geocaching.com (spielwiese für gps-freaks)

schnickschnack 30: art-magazin.de (zeitschrift) und we-make-money-not-art.com (kunst-webseite)

schnickschnack 31: wired.com (zeitung über digitale entwicklungen)

schnickschnack 32: tribu-design.com (möbeldesign) und furniture-love.com (designmöbelkauf)

schnickschnack 33: 1001journals.com (kritzel-kunst-aktion)

schnickschnack 34: salon.com (anspruchsvolles amerikanisches online-magazin)

schnickschnack 35: news.luminalive.sg (kultur-seite)

schnickschnack 36: homepage zur damaligen ausstellung „die tropen“ im gropius-bau (nicht mehr aktuell)

schnickschnack 37: wikicandidate08 (sich den idealen politkandidaten basteln)

schnickschnack 38: arnaba.wordpress.com (deutsch-als-fremdsprache-blog)

schnickschnack 39: popkomm.de (musikmessenseite)

schnickschnack 40: 23andme.com (genom-test)

schnickschnack 42: diplomschau.praegnanz.de (mediendesign-arbeiten aus mainz) – dafür, dass es schnickschnack (18) zweimal gab, fehlt schnickschnack (41) 😀

schnickschnack 43: kabarettist bodo wartke über den pc

schnickschnack 44: die webseite zum art-forum berlin 2008 (das diese jahr leider eingestellt wurde)

schnickschnack 45: erfolg der „moleskine“-produkte

schnickschnack 46: abstinence.net (sexuelle abstinenz)

schnickschnack 47: google sketchup (zeichen-software)

schnickschnack 48: litcolony.de (gibt es nicht mehr)

schnickschnack 49: mondegrin.de (schreibspaziergänge durch berlin)

schnickschnack 50: newhorizons.eliterature.org (computergenerierte literatur)

schnickschnack 51: humboldt-viadrina-governance-school-bibliothek

schnickschnack 52: whitehouse.gov (homepage des amerikanischen präsidenten)

schnickschnack 53: typographykicksass.com (texte aus bildern)

schnickschnack 54: tiltviewer (interaktive fotobetrachtung bei flickr)

schnickschnack 55: pencil rebel (suchspiel im internet)

schnickschnack 56: berlinale.de (homepage zum berliner filmfestival)

schnickschnack 57: freitag.de (zeitung kooperiert mit blogs)

schnickschnack 58: barack obama mit einer schwäbischen rede

schnickschnack 59: anagramm-generator (schreibtechnik-automat)

schnickschnack 60: weltspiegel.de (die webseite zur reportagesendung)

schnickschnack 61: prosd.org (akzeptierende drogenarbeit)

schnickschnack 62: itb-berlin.de (tourismusbörse in berlin)

schnickschnack 63: lebook.com (bibel der werbekampagnen)

schnickschnack 64: stilinberlin.blogspot.com (mode auf der strasse gefunden)

schnickschnack 65: 60xdeutschland.de (homepage zur tv-geschichtsserie)

schnickschnack 66: mannkann.com (multi-orgasmen 😉 )

schnickschnack 67: annie leibovitz (veralteter link zu einer ausstellung)

schnickschnack 68: tipps für menschen, die an den wirtschaftskrisen erkranken aus den usa

schnickschnack 69: lange nacht der opern und bühnen in berlin

schnickschnack 70: kampagne für den ethik-unterricht in berlin 2009

schnickschnack 71: berliner theatertreffen

schnickschnack 72: film gegen homophobie aus frankreich

schnickschnack 73: ecmc2009.com (europameisterschaften der fahrradkurriere)

schnickschnack 74: schwullesbisches strassenfest in berlin

schnickschnack 75: csd und alternativer csd in berlin

schnickschnack 76: allnationsfestival.de (tag der offenen botschaften in berlin)

schnickschnack 77: herline koelbl ausstellung im gropius-bau

schnickschnack 78: pierre et gilles ausstellung im c/o berlin

schnickschnack 79: der amüsante schwulbuch-blog

schnickschnack 80: krimi-couch.de (eine webseite über krimibücher)

schnickschnack 81: byte.fm (spezialisiertes internet-radio)

schnickschnack 82: grobgrafik.de (neue heilige)

schnickschnack 83: georg klein zur bedeutung der wörter

schnickschnack 84: science-slam

schnickschnack 85: frischfilm.sf.tv (plattform für jungfilmer des schweizer fernsehens)

schnickschnack 86: abermals die berlinale (da hat jemand den überblick bei der fülle verloren 😉 )

schnickschnack 87: davidshrigley.com (homepage des britischen cartoonisten)

schnickschnack 88: tippexperience (witzige interaktive werbefilme von tipp-ex)

schnickschnack 89: b-p-w.de (businessplan-wettbewerb in berlin und brandenburg mit vielen kostenlosen angeboten für menschend, die sich selbstständig machen wollen)

schnickschnack 90: fuckyouverymuch.dk (humorvolles bildertagebuch)

schnickschnack 91: tvtropes.org (vorschläge für das storytelling)

schnickschnack 92: ignant.de (kunst, design in ansprechender form präsentiert)

schnickschnack 93: anthology-of-art.net (visionen von kunst in der zukunft)

schnickschnack 94: thecolourclock.co.uk (bildschirmschoner der besonderen art)

schnickschnack 95: ffffound.com (bilderdatenbank – künsterlisch und chic)

schnickschnack 96: plateform magazin (fotografie und mode)

schnickschnack 97: alltagsdeutsch als mp3-datei (serie der deutschen welle)

schnickschnack 98: kunstaufraeumen.ch (ein großer spass)

schnickschnack 99: d13.documenta.de (zur einstimmung für die nächste documenta)

schnickschnack 100: storify.com (dossiers aus sozialen netzwerken)

schnickschnack (100)

es klingt spannend, es bietet viele möglichkeiten und es macht otto-normalverbraucher zum journalisten. im internet wird beständig geschrieben, neues produziert, kommentiert und weitergedacht. man klickt sich manchmal einen wolf, bis man „alle“ stimmen zu einem thema gefunden hat. da freut es, wenn menschen bündeln, vorsortieren und einen kleinen überblick geben.

bis vor einer weile fehlte noch das programm dazu, alles zu bündeln. man saß also vor dem computer und versuchte diverse links in den blogtext zu integrieren, twitter, facebook und vieles andere zu durchkämmen. das soll nun leichter gehen mit „storify„, einem tool, das einen zum jäger und sammler von beiträgen macht, sie bündelt und wiederum in einer einheitlichen oberfläche als dossier zur verfügung stellt. diese dossiers kann man nun in seinen blog integrieren oder den link dorthin veröffentlichen.

beim blick auf die homepage http://storify.com/ fällt auf, dass es keine suchfunktion, sondern nur ein paar vorgeschlagene und empfohlene dossiers gibt. man muss sich schon anmelden, um mehr einsicht in die angebote zu bekommen. doch auch das anmelden wird nicht gerade gut erklärt. wenn ich das richtig verstanden habe, benötigt man einen twitter-zugang, um sich damit wiederum bei storify anmelden zu können.

aber wenn man das getan hat, dann geht alles ganz einfach mit rüberziehen, ein paar worte schreiben, bündeln und veröffentlichen. es wird wohl auch ein code des dossiers generiert, denn man in den eigenen blog integrieren kann. ich werde es noch ausprobieren und berichten, aber das lob zum tool ist schon sehr positiv. so kann das social-web endlich umfassend genutzt werden. wer neugierig ist, probiere es einfach mal aus. ach so, noch eins: das ist bis jetzt die beta-version des tools.

schnickschnack (97)

erwähnung des eigenen blogs in einem anderen blog freut einen meist. und manchmal freut es einen noch ein wenig mehr. wenn man das gefühl hat, dass die arbeit, die man in den eigenen blog steckt, teilweise exakt auch die erreicht, die man erreichen möchte (also natürlich nicht ausschließlich und exklusiv, dann würde man keinen blog bespielen). aber wenn dieser blog hier mit seinen 300 schreibideen auf einem blog über die aktivitäten zum thema „deutsch für ausländer“ erwähnt und empfohlen wird, dann gefällt das.

und http://landeskunde.wordpress.com setzt sich mit internetangeboten und -entwicklungen in der vermittlung der sprache auseinander. schon fand sich ein hübscher link zur deutschen welle, der das „alltagsdeutsch“ aus einheimischer sicht in sendebeiträgen erklärt. das ist nicht nur für menschen aus anderen ländern, die die deutsche sprache lernen wollen ganz interessant. auch als einheimischer kann man sich noch einmal zu weiteren spracherkundungen anregen lassen. und doch fällt die auswahl der deutschen welle auf. es handelt sich wohl um den versuch, die eigenheiten dieses landes mit einem sprachkurs für fortgeschrittene zu verknüpfen.

nur, es scheint, wie wenn jemand bei vielen beiträgen ins klischeetöpfchen tief hineingegriffen hat. da gibt es beiträge zur steuerberatung, zum stau, zu schrebergärten, zur zünftigen handwerkssprache, zum spreewald, zum besuch am rhein oder zur verwaltungssprache und dergleichen mehr. aha denkt man sich, manches davon sollten fremdsprachlerInnen schon kennen, doch irgendwie fehlt einem dann doch sehr viel. ob dies nun die geschichte ist (doch der neandertaler taucht auf …) oder kunst, kultur, literatur und dergleichen mehr. erstaunlich, was man so unter alltag verstehen kann. wer spricht denn bei uns die „zünftige handwerkssprache“ und wer scheitert nicht irgendwann an der „verwaltungssprache“? aber doch, einfach mal reinlesen oder reinhören und eigene mp3-dateien zu den wörtern und der sprache verfassen, die man selber im alltag verwendet. hier geht´s lang: http://www.dw-world.de/dw/0,,9214,00.html?maca=de-DKpodcast_alltagsdeutsch_de-2283-xml-mrss

schnickschnack (96) – PLATEFORM magazine

noch ein online-magazin, dieses mal aus frankreich, für freundInnen der fotografie und mode. teilweise tolle bilder, wunderbar schlichte ausgaben und einfach was für das auge.

ein wenig schade ist es, dass die angebotenen möglichkeiten, das magazin zu betrachten recht klein gehalten sind. man möchte gern noch viel mehr vergrössern. jedenfalls kann bei vielen bildstrecken eher von kunst, den von markt reden. also immer eine anregung für das fotografieren und das schreiben wert. einfach mal stöbern unter: issue – PLATEFORM magazine.

web 2.65 – benrik.co.uk

grafikdesign, schreiben und kreativität sind eine perfekte mischung, um im internet die welt zu verändern. und wenn man dann auch noch den markt der lebensratgeber betritt, der boomt ohne ende, dann kann etwas sehr anregendes zum vorschein kommen. es ist keine neues angebot, es existiert schon länger. doch wie das web so ist, es muss einen erst einmal jemand darauf aufmerksam machen.

und darum hier die „neuentdeckung“ der homepage von ben carey und henrik delehag (also „benrik„). die beiden spielen mit dem netz. neueste variante ist die app „situationist“ für das iphone, eine software, die helfen soll, gewünschte situationen zu erleben. aber ich möchte den blick auf eine sammlung von täglichen anregungen lenken. es ist das buch „this book will change your life“ daraus entstanden. im netz sind die einzelnen beiträge für 365 tage abgelegt.

jeden tag eine andere handlungsanweisung oder lebensanregung der außergewöhnlichen art. ob es darum geht, eine fliege auf ein blatt papier zu bringen und zu erschlagen, oder einfach einen schrei auszustoßen (man kann zwischen drei vorgeschlagenen lautformen wählen), das buch von seite 1 (siehe http://benrik.co.uk/bestof/large/showme.php?day=1) bis seite 365 (siehe http://benrik.co.uk/bestof/large/showme.php?day=365) regt an. die vorschläge für den einzelnen tag sind wunderbar grafisch aufgearbeitet und bieten auch etwas für das auge.

außerdem kann sich das leben wirklich verändern, wenn man diesen teils subversiven vorschlägen folgt 😉

schnickschnack (95) – ffffound.com

eine ausnehmend ansprechende seite für liebhaber von bildersammlungen, die eher künstlerisch und designerisch daherkommen. große sammlung mit allen querverweisen und quellenangaben. jede(r) kann sich hier eine kleine datenbank anlegen und am aufbau der seite beteiligen.

sucht man bilder der anderen art aus dem netz, dann ist man hier richtig: bei FFFFOUND!.

schnickschnack (94) – The Colour Clock

eine schöne kleine anwendung, die einen sehr farbigen,die hexadezimal-skala der farben abschreitend und dies mit der uhrzeit verbindend bildschirmschoner bietet. es ist alles so schön bunt hier ;-). zu finden unter diesem link: The Colour Clock.

web 2.63 – schreiben wie …

zum kreativen und biografischen schreiben gehört es auch, dass man sich ohne hemmungen an anderen schreibenden, bekannten schriftstellerInnen orientiert. ideen des ausdrucks, formen der metaphern oder auch nur handlungsabläufe werden als orientierunghilfen genutzt. beim schreiben wird die welt nicht neu erfunden, sondern durch das lesen wird die eigene form des schreibens beeinflusst. und irgendwann pendelt man sich auf einem eigenen stil ein, der sich ständig weiterentwickelt.

nun kann man sich, wenn man lust dazu hat, fragen, welchen „berühmten“ schriftstellerInnen der eigene stil nahe kommt. diese frage wird nun beantwortet. eine gute bekannte hat auf ein schönes spielzeug in der digitalen welt aufmerksam gemacht. wie immer im web 2.0 ist alles ganz einfach. zuerst war wohl die englischsprachige ausgabe des kleinen programms im internet. sollte man also in der englischen sprache schreiben, dann kann man folgende seite nutzen: http://iwl.me/ („i write like„). einfach eine eigene textprobe durch copy & paste in das freie feld einfügen und dann auswerten lassen. in kurzer zeit berechnet das programm anscheinend parallelen zu bekannten schreibstilen und teilt mit, wem man in seiner „schreibe“ nahe kommt.

die frankfurter allgemeine zeitung hat dies für den deutschsprachigen raum auf ihrer homepage faz.net veröffentlicht. zu finden ist das programm unter: http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx . gleiche vorgehensweise bei „ich schreibe wie …„, nur dieses mal mit deutschsprachigen texten. mit copy & paste einen eigenen text in das freie feld einfügen und abfragen, welchem stil man ähnelt.

das ergebnis kann zwei effekte haben: man fühlt sich geschmeichelt und angespornt, jetzt endlich auf den literaturmarkt zu drängen, um ähnlich hohe buchauflagen zu erreichen, wie die gefundene berühmte person. oder man fühlt sich gekränkt, da der stil der vorgeschlagenen person einem überhaupt nicht gefällt. dann wird man sich in der zukunft bemühen, gaaaanz anders zu schreiben 😉 ein hübscher spaß!

schnickschnack (93) – anthology-of-art.net

bei der durchsicht diverser unterlagen und beim surfen können einem dinge begegnen, die zwar alt, aber nicht abgenutzt sind. nein, sie können auch 10 jahre später noch interessant und spannend sein. da stellte jemand eine frage und ließ diverse künstlerInnen darauf antworten. hier wurde jochen gerz schon mit seinem projekt 2-3-straßen vorgestellt (https://schreibschrift.wordpress.com/2011/04/22/web-2-56-2-3-strasen/).

schon etliches älter, anfang dieses jahrtausends durchgeführt, ist sein projekt „anthology of art„, das aber weiterhin im internet besucht werden kann. künstlerInnen wurde die frage gestellt: „In the context of contemporary art, what is your vision of a yet unknown art?“ oder übersetzt: „was könnte angesichts der kunst heute noch eine unbekannte kunst sein?“ und sie haben geantwortet, die kunstschaffenden verschiedener ausrichtung. so entstand eine homepage mit 156 bildern und 156 texten. ein archiv, das auch zehn jahre später nichts verloren hat und zum glück noch nicht gelöscht wurde.

die „anthology of art“ kann ein künstlerisches gedächtnis werden. in der zeit des digitalen löschens von altem im netz ist dies ein erfreuliches angebot. denn das erstaunliche ist, dass man private daten ganz schwer wieder aus dem netz bekommt, andere interessante dinge gern schnell wieder verschwinden. und so sollte man, so lang es die anthologie noch gibt, unter http://www.anthology-of-art.net vorbeischauen. vielleicht findet man für sich ein paar antworten zur zukünftigen kunst und vielleicht haben sich manche der antworten auch schon erübrigt.

web 2.62 – booooooom.com

vielfältiger kann ein angebot im netz kaum sein, also zumindest was den kreativsektor angeht. die seite „booooooom.com“ versammelt kunst, design, musik, film, fotografie und generell kunst in den verschiedensten variationen. dazu bietet sie immer wieder eine interaktive beteiligung an. so gibt es zur zeit zum beispiel einen wettbewerb, für den man grafikdesign-entwürfe zum einem vorgegebenen thema einreichen kann. der entwurf der gewinner wird anschließend auf geldbeutel gedruckt.

aber man kann die webseite auch nur als ideenpool nutzen, um sich inspirieren zu lassen für eigene projekte und werke. vieles, was visuell angeboten wird lässt sich auch leicht in schriftliches überführen. zudem kann man schriftlich mitdiskutieren, stellung beziehen und sich eben beteiligen. booooooom.com zeigt wunderbar, in wie vielfältiger weise das internet genutzt werden kann, um virtuellen kreativen raum zu schaffen und eine form der vernetzung herbeizuführen. die seite verbindet alle interessierten miteinander und es gibt vor allen dingen erst einmal kein ausschlusskriterium. das ist wahrscheinlich der interessanteste aspekt, wenn man dem gedanken folgt, dass jeder mensch ein künstler ist.

zu finden ist die seite unter: http://www.booooooom.com/ .

schnickschnack (92)

das internet ist inzwischen auch ein hort der modernen kunst und ästhetik geworden. noch nie ließen sich so schnell kreative ergebnis in der ganzen welt verbreiten. es muss sich nur jemand die mühe machen, künstlerische ergebnisse und ausdrücke zu sammeln und zu bündeln. schön, dass auch dies immer öfter stattfindet.

eine sehr ausführliche und ansehnliche webseite ist „iGNANT„. hier werden alle möglichkeiten der präsentation und berichterstattung über fotografie, design, malerei, werbung und andere künstlerische ausdrücke genutzt. die palette an dargebotenem ist riesig. garniert wird das ganze von interviews, filmen und bildern ohne ende. dazu noch ein paar blicke hinter die kulissen der kunst- und kulturschaffenden, aber auch von bloggerInnen.

die homepage kommt schlicht daher, doch einen klick weiter und man befindet sich in einer galerie, wenn nicht sogar in einem museum. das schlichte erscheinungsbild lenkt die aufmerksamkeit auf die vorgestellten künstlerInnen und ihre digitalen exponate. und wie immer bei solchen vielfältigen webseiten, sind sie auch eine schöne anregung für jeden schreibenden menschen, so er sich visuell anregen lassen möchte. ganz abgesehen von dem genuss.

zu finden ist die seite unter http://www.ignant.de .

schnickschnack (90)

das f***-wort ist inzwischen gebräuchlicher als noch vor jahrzehnten, ja es hat etwas freundliches, beinahe umgangssprachlich kuscheliges erhalten. manchen deutschen deftigen dialekten ist das nicht fremd. hier werden ausdrücke, die in anderen regionen beleidigungen darstellen, als freundschaftsbeweise und sprachliche zuneigung ausgeteilt.

ähnlich zu verstehen ist die website „fuck you very much“ aus dänemark. sie geht eine wunderbare verbindung aus diashow und gaaaanz knapper selbstdarstellung in ein paar worten ein. jeden tag kommen neue bilder und neue anmerkungen hinzu. die bilder sind fundstücke aus dem internet, die kommentare sind von zwei schreibenden verfasst.

wenn man dieses digitale bilderbuch aufschlägt, dann findet man wahrscheinlich sehr schnell ein gefallen daran, immer weiter zu blättern, sich eigene kommentare zu den bildern zu überlegen und einfach die schreibenden stück für stück kennenzulernen. wie weit die durchschimmernden haltungen der beiden veröffentlichenden nur virtuelle fantasie sind oder realität, das lässt sich nicht sagen, spielt aber auch keine rolle.

die seite ist vor allen dingen eine anregung. eine anregung zum bildersammeln, eine anregung sich selber mit ein paar worten und vielen bildern darzustellen. oder eine anregung, zu einzelnen bildern ganz eigene geschichten zu erfinden und zu schreiben. einfach mal vorbeischauen bei http://fuckyouverymuch.dk/ .

drei jahre schreibschrift-blog

exakt vor drei jahren startete dieser blog als versuch, sich dem schreiben und der schreibpädagogik im web 2.0 zu widmen. in der zwischenzeit kam viel dazu, das meiste zum schreiben, zu schreibgruppen und schreibideen, zu kreativem schreiben und biografischem schreiben. gedanken über die schreibpädagogik, über das web 2.0 und inzwischen auch über die schreibberatung rundeten das theoretische bild vom schreiben und seinen möglichkeiten ab.

aber dann fand sich mehr. es fanden sich interessante websites und homepages, die entweder dem „schnickschnack“ oder dem web 2.0 zugeordnet wurden. dann noch im näheren umfeld des autors skurrilitäten und ereignisse, die anlass zur „nabelschau“ gaben.

wenn man sich nach themen über das schreiben verstärkt umschaut, fällt einem auf, dass (vor allen dingen in werbung und politik) die sprache einem doppeldeutigen, schrägen oder einfach nur gruseligen gebrauch ausgesetzt ist. und so entstand die „wortklauberei„. na ja, und wo schaut man sich um, wenn man schreiben zu seinem thema macht? in büchern. also liest man, entdeckt man, findet neues und spannendes. warum nicht davon berichten? also mussten buchtipps.

beim lesen und stöbern fielen irgendwann die listen und fragen auf, die der selbstvergewisserung dienen sollten. warum nicht selber entwerfen? es entstanden die „selbstbefragungen“ und die „listen„, die inzwischen auch reichlich vorhanden sind und als vorstufen des biografischen schreibens verwendet werden können.

und so bildete sich im laufe der drei jahre ein bunter strauss an hinweisen, tipps, vorlagen und statements zum schreiben und zur schreibpädagogik, die gern wiederverwendet werden dürfen. kann man der statistik dieses blogs glauben schenken, dann wird dies auch reichlich getan. spitzenreiter bleiben die schreibideen, die gern der reihe nach besucht und ausgewählt werden, um sie für sich zu nutzen. so soll es sein und so fühlt sich der autor geschmeichelt.

also, danke für das interesse – es wird weitergehen!

schnickschnack (88)

manchmal ist werbung einfach nur lustig. lustig, schräg und interaktiv. wenn man dann auch noch schreiben darf, dann ist dies ein bonbon für die freunde dieses blogs. tipp-ex hat da etwas ins netz gestellt, das einfach nur ein großer spass ist. plötzlich wird das filmchen schauen zum schreibspiel.

man besuche die seite http://www.youtube.com/user/tippexperience . sehe sich den werbegag an und trage dann worte ein. empfehlen kann ich schon mal „schreiben“ und „fucks„. aber es gibt noch viel mehr. einfach mal ausprobieren und sich nicht zu sehr an den grammatik-regeln oder an der deutschen sprache festhalten. die freunde der seite geben ein paar hinweise, was noch alles möglich ist.

da lacht der berliner bär 😉

schnickschnack (87)

er ist bekannt, er ist schon länger als künstler unterwegs, doch mir erst letzte nacht auf arte über den weg gelaufen. da gab es eine ausgabe dieser wunderbaren sendung, in der zwei künstlerInnen in ein auto gesetzt werden und gemeinsam durch die nacht ziehen. er war dabei, es war in paris. und dann habe ich ihn gegoogelt, fand gleich seine homepage.

es sind einfach wunderbare sachen dabei. wenige striche, alle wirken etwas unbeholfen, kindlich. ein paar beschriftungen und schon sind wunderbare, humorvolle cartoons dabei. ich schreibe von david shrigley aus schottland (glasgow). irgendwie handelt es sich um britisch-schottischen humor, denn selbst die werbung verwendet: http://jiminewport.carbonmade.com/projects/2583041 . aber seine eigentliche seite bietet einen reichen fundus an auszügen aus seinen büchern, kleinen filmen und vor allen dingen, sehr anregenden links.

die seite findet sich unter: http://www.davidshrigley.com/index.html . ich kann nur das klicken durch die linkliste empfehlen. sehr hübsch zum beispiel der „dream generator“ und der „outernet explorer“ vom künstler gregor wright. aber auch noch viel mehr. viel wochenendspaß damit.

schnickschnack (86)

es ist wieder so weit, heute startet die berlinale. es bleibt, auch wenn sich die modalitäten für eine kinokarte verschärft haben und die chancen, viele filme eigener wahl zu sehen, komplizierter geworden sind, eines der wenigen großen filmfestivals mit einer so umfassenden publikumseinbindung.

das besondere sind nicht die blockbuster, die im wettbewerb auftauchen, das besondere sind die ausgefallenen filme im panorama und im forum, die wahrscheinlich nie die deutschen kinos oder fernsehsender erreichen werden. selbst arte und 3sat zeigen viele von ihnen nicht.

doch genau diese „ausgefallenen“ filme zeigen, was kreativität alles vollbringt, wie vielfältig die möglichkeiten des geschichten erzählens, der dokumentation und des abbildens sind. da wagnis sich abseits der berlinale-trampelpfade zu bewegen wird meist reichlich belohnt. doch die nischen werden eher kleiner denn größer. die berlinale ist auch eine verkaufsveranstaltung, das sollte man nicht übersehen. was dieses jahr geboten wird findet man unter http://www.berlinale.de .

schnickschnack (81)

die radiosender kranken an ähnlichen irrungen wie die fernsehsender. irgendjemand hat den sendern zu verstehen gegeben, dass sich ihre einschaltquoten verbessern, wenn sie reality-tv, ratgebersendungen und wissensentertainment vereinen. dann noch ein wenig aufgesetzten humor und der brei ist fertig. leider unterscheiden sich auch hier die öffentlich-rechtlichen sender nicht sehr von den privaten. gut, im radio gibt es noch ein paar nischen, doch die sind dann so wortlastig, dass radio als angenehme untermalung auch nicht geht. in berlin ist man mit „radio eins“ noch ein wenig verwöhnt, doch auch hier schlägt immer häufiger die ratgeberschiene zu.

schaut man in das internet, bietet sich eine riesige bandbreite an radiosendern, doch teils ist der empfang schlecht oder es findet sich überhaupt keine moderation mehr. außerdem möchte man auch neues entdecken können, denn wer kennt sich schon aus und verfolgt die ganze zeit abseits der trampelpfade, was es noch so an musik gibt. da ist es eine freude, einen sender (auch mal wieder über den grimme online award) gefunden zu haben, der es sich zur aufgabe gemacht hat, abseits des mainstream zu senden. dazu kommt noch, dass die musik nicht ausschließlich digitalisiert ist, sondern vom plattenspieler abgespielt ins netz gepumpt wird. man mag es vielleicht nostalgie nennen, doch manche audio-fans schwören auf das rillenabspielgerät.

byte fm“ ist der versuch, altes, gewohntes mit neuem zu verbinden. abseits des hypes, abseits der großen plattenlabel mit den verschiedensten musikrichtungen und den verschiedensten sendungen. gut, es ist schwierig, verpasste sendungen (man muss ja noch so manches im alltag bewältigen) noch einmal zu hören, diesen service gibt es nicht. aber dafür kann man kleine oder größere entdeckungen für sich machen, wenn man die möglichkeit hat, internetradio über die stereoanlage abzuspielen. zu finden ist der sender unter: http://www.byte.fm/ .

schnickschnack (74)

wochenende, die erste. das kommende wochenende bietet in berlin den beginn der alljährlichen pride-week mit dem lesbischschwulen strassenfest. eigentlich einmal als antidiskriminierungsprojekt gestartet, hat sich die veranstaltung über die jahre zu einem typischen berliner strassenfest entwickelt.

aber ein paar abweichungen sind dennoch weiterhin bemerkbar. so stellen sich zwischen diversen getränke- und essensständen die meisten einrichtungen des lesbisch-schwulen lebens berlins mit infoständen vor. und es versammeln sich an zwei tagen, also am 20ten und 21ten juni neben dem nollendorfplatz hunderttausende schwule und lesben ebenso wie menschen, die keine berührungsängste mit homosexuellen menschen haben.

das war eigentlich einmal das ziel des strassenfestes, die community mit den anwohnern in kontakt zu bringen. in vielen zusammenhängen hat dies erstaunlich gut funktioniert. also ein grund diese veranstaltung weiter durchzuführen. einmal im jahr in irgendeiner weise sich selbst zu feiern und zu zeigen. mehr infos finden sich hier: http://www.regenbogenfonds.de/index_d.php .