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web 2.84 – bremer schreibcoach

so wünscht man sich die verwendung des internets bei fragen und problemen: als verschachtelten abfragekatalog mit hilfreichen tipps. eigentlich muss man beim „bremer schreibcoach der uni bremen“ immer nur mit „ja“ oder „nein“ auf die gestellten fragen antworten. antwortet man mit „ja“, sollte man das angebot anklicken. so wird man stück für stück durch die eigene schreibproblematik geleitet und landet am schluss bei vorschlägen und übungen.

besonders gut gefallen mir die anleitungen zur selbstreflexion zum schreibprozess. natürlich liegen bei einer universität die schwerpunkte auf dem wissenschaftlichen schreiben, aber trotzdem kann man den „schreibcoach“ auch zweckentfremden für andere schreibprozesse und -projekte. was auch noch freude macht: nicht nur der pure schreibprozess wird beleuchtet, auch die verwendung der schreibwerkzeuge. da werden vorschläge für das textverarbeitungsprogramm gemacht, ebenso wie für das lernen des schreibmaschine schreibens.

der bremer schreibcoach zeigt, wie einfach sich ein content-management-system in eine strukturierte datenbank mit vielen informationen umwandeln lässt und wie durch richtige fragestellungen beinahe alle schreibprobleme thematisiert werden können. dies ersetzt zwar immer noch nicht das „face-to-face“-gespräch mit beraterInnen, aber wenn dies parallel angeboten wird, wie in bremen, dann ist die eine hervorragende versorgung für akademikerInnen (und könnte es sicherlich auch für alle anderen menschen sein, wenn man so eine homepage noch um manche fragestellung erweitert).

also eine empfehlenswerte hilfe, die man hier finden kann: http://www.bremer-schreibcoach.uni-bremen.de/cms/ .

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schreibberatung und privat

die zurückhaltung ist manchmal etwas zu groß. der glaube, allein die passende schreibtechnik genügt und schon gerät man wieder in den schreibfluss, der so dringend notwendig ist, ist weit verbreitet. in vielen situationen ist dies auch eine sinnvolle annahme. wenn jemand aber an dem punkt ist, eine professionelle schreibberatung aufzusuchen und dafür geld zu bezahlen, dann hat die schreibkrise meist mehr gewicht und erscheint schwieriger.

in diesen momenten macht ein blick hinter die kulissen viel sinn. es geht eben nicht mehr nur ums schreiben, es geht um viele andere fragen, die mit dem schreiben einhergehen. es lässt sich im vorfeld nicht sagen, worum es geht. schreibberaterInnen können die schwierigkeiten nur durch fragen einkreisen, um handlungsmöglichkeiten mit den klientInnen zu erarbeiten. bei den fragen dreht es sich auch um fragen zum privaten umfeld, zu unterstützung oder behinderung im schreibprozess durch andere, zu be- und abwertungen durch nahestehende menschen.

darum scheint es mir so wichtig, dass auch in der schreibberatung die schweigepflicht und ein ruhiges setting gewahrt werden. es kann sein, dass gar nicht viel privates eine rolle beim schreibprozess spielt, ebenso kann aber auch das genaue gegenteil der fall sein. einzig, es ist sinnvoll mit privatem nicht hinter dem berg zu halten, auch wenn es schwer fällt. schreibberatung ist keine therapie und will Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und selbstreflexion

das wissenschaftliche schreiben bietet in den vorstellungen vieler erst einmal keinen anlass zur selbstreflexion. man hat ein vorgegebenes oder gewähltes thema, man hat seine untersuchungs- und forschungsergebnisse und man verfasst den dazu notwendigen text. doch viele schreibende geraten exakt in diesem moment des schreibens in einen strudel aus unsicherheit, zweifeln und aufschiebende verhaltensweisen.

gründe für dieses verhalten wurden hier schon öfter thematisiert und im zusammenhang mit dem thema „schreibberatung“ angesprochen. wichtig erscheint es mir, noch einmal gesondert auf die chancen selbstreflexiver schreibanregungen einzugehen. denn in dem moment, in dem das schreiben eines wissenschaftlichen textes nicht mehr so flüssig vonstatten geht, wie man sich das wünscht, in diesem moment werfen einen gedanken und gefühle gern auf eine selbstkritische struktur zurück.

erst einmal spricht nichts gegen eine selbstkritische haltung. doch sie kann so ausgeprägt zu tage treten, dass sie weiteres schreiben verhindert und erschwert. die menschen lassen in diesen momenten kein gute haar mehr an sich. sie entwickeln eine gedankenschleife, die oft in den resümee enden, dass man alles noch besser machen könne und damit das eigene versagen schon vorprogrammiert wäre. dies ist auch eine form der selbstreflexion, die aber teile der realität aus den augen verloren hat.

ja, man kann jeden text, jede wissenschaftliche arbeit noch besser machen. aber gleichzeitig kommt man nicht drumherum festzustellen, dass die zeit für die erstellung der texte beschränkt ist und dass man sich auf sein arbeitsaufgabe beschränken muss. das gefühl der unzulänglichkeit bei der erfüllung einer wissenschaftlichen aufgabe, lässt sich durch selbstreflexive schreibanregungen teilweise wieder Weiterlesen

schreibberatung und kuschelig

nein, schreibberatungen sind nicht dafür gedacht, zu kuscheln. aber schriftlich kann zum beispiel, wie man in sozialen netzwerken lernen kann, gegruschelt werden. doch darum geht es in diesem post auch nur in zweiter linie. wichtiger scheint mir, noch einmal darauf einzugehen, wie die atmosphäre während einer schreibberatung sein sollte.

in erster linie vertrauensvoll. das bedeutet, die klientInnen können den schreibberaterInnen vertrauen. solch eine atmosphäre lässt sich durch verschiedene voraussetzungen herbei führen:

  • die schreibberatung sollte ungestört stattfinden können, es gibt kein telefon- oder handy-klingeln, kein klopfen, keinen lärm, keine anderen störungen.
  • die schreibberatung sollte der schweigepflicht unterliegen. auch wenn es keine rechtlichen vorgaben für schreibberatungen gibt, ist doch eine selbstverpflichtung der beraterInnen selbstverständlich. denn offizielle schreibschwierigkeiten können in vielen beruflichen zusammenhängen zu ernsthaften problemen führen.
  • die schreibberatung sollte in einer empathischen atmosphäre stattfinden (hier kommt man dem kuscheligen schon näher). die klientInnen fühlen sich also mit ihren schwierigkeiten angenommen und ernst genommen. hier bedingen sich voraussetzungen gegenseitig: pünktlichkeit, ungestörtheit und schweigepflicht unterstützen das gefühl, ernst genommen zu werden.
  • die schreibberatung sollte in räumen stattfinden, die als angenehm empfunden werden. jemand, der sich in einer ernsthaften krise befindet, nimmt bei der beratung zwar kaum das umfeld wahr, doch unterschwellig spielt es schon eine rolle, ob man gut sitzt, platz für notizen und für das schreiben hat oder die zimmertemperatur als angenehm empfunden wird. in diesem moment sind wir ganz nah beim thema „kuschelig“.
  • die schreibberatung sollte aber nicht Weiterlesen

schreibberatung und finden

die richtigen schreibberaterInnen für das eigene anliegen zu finden, gestaltet sich ebenso schwer, wie die richtige schreibgruppe für die eigenen interessen zu finden. es gibt keinen umfassenden kriterien, die für alle schreibberatungen verallgemeinerbar sind.

menschen, die schreibberatung oder schreibcoaching anbieten, kommen aus den verschiedensten professionen. angefangen bei der germanistik über die literaturwissenschaft, kommunikationswissenschaft, pädagogische ausbildungen, dem lektorat bis zur psychologie oder diversen sozialwissenschaften, die verschiedensten berufsbiografien haben menschen der schreibberatung näher gebracht. allen gemein ist, dass sie sich meist schon länger mit dem schreiben beschäftigen und jeweils vorstellungen entwickelt haben, was bei schreibkrisen weiterhelfen kann.

ähnlich wie bei anderen beratungsangeboten, gibt es bis heute keine eindeutige effekt- und effizienzforschung. schaut man sich die über jahrzehnte durchgeführte psychotherapie-forschung an, dann zeigt sich schon dort, dass der nachweis von (positiven und negativen) effekten schier unmöglich ist. denn man befindet sich hierbei auf einem absolut subjektiven terrain und es kann nicht trennscharf ermittelt werden, was den therapien (oder beratungen) zu verdanken ist und was den sonstigen ereignissen oder einzelnen personen zu verdanken ist.

so zeigte sich in der psychotherapie-forschung zum beispiel, dass schon die anmeldung zum erstgespräch oder auch das erstgespräch einen effekt haben können, sogar einen positiven, da der schritt, etwas verändern zu wollen, genügte, selbstständig veränderungen herbeizuführen. ähnliches lässt sich für die schreibberatung vermuten. nicht alle interessentInnen werden als klientInnen bei den beraterInnen landen. allein die vorherige auseinandersetzung mit der schreibkrise und die überlegungen zu unterstützungsmöglichkeiten könnten eine veränderung hervorrufen.

da sich auch in der schreibberatung vieles um subjektive wahrnehmung, selbstreflexion und persönliche schwierigkeiten dreht, kann man ähnliches wie bei der suche nach therapeutInnen oder supervisorInnen empfehlen: die chemie sollte stimmen. man darf gern seinem ersten eindruck folgen. auch wenn eine schreibberatung nicht immer sehr persönliche fragestellungen Weiterlesen

schreibpädagogik und kosten

schreibgruppen oder schreibcoaching anzubieten, ist eine dienstleistung. von dieser dienstleistung zu leben, gebärdet sich für viele schwierig. das liegt zum einen daran, dass die nachfrage nach kreativem und biografischem schreiben zwar weiter zunimmt, aber sich immer noch auf recht geringem niveau bewegt. zum anderen ist es immer wieder die frage, welche bedeutung dem schreiben zugestanden wird und wie sehr menschen davon ausgehen, dass eine professionelle anleitung in diesem zusammenhang nicht unbedingt notwendig sei.

die beschriebenen schwierigkeiten betreffen sicherlich den gesamten kreativen fortbildungssektor, da zwar mit kursen zum „richtigen“ verkaufen und präsentieren viel geld gemacht werden kann, aber nicht mit dem „richtigen“ schreiben. möchte man nun von seinen angeboten im laufe der zeit leben können, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich selbst zu überlegen, was man an geld benötigt, um auch von nicht vollständig ausgebuchten schreibgruppen leben zu können.

teilweise ist es schwer einzuschätzen, wie groß die nachfrage zu einzelnen angeboten ist. oft wird, um gruppen voll zu bekommen, ein relativ geringer kostenbeitrag veranschlagt. das steuert aber zur unterbewertung des schreibens bei, soll heißen, fördert den zustand, dass kreatives schreiben, biografisches schreiben und schreibcoaching eher der hobbysparte und den volkshochschulen zugeordnet werden und somit die schreibpädagogik nicht unbedingt einer professionellen tätigkeit.

deshalb wäre es sicherlich hilfreich, sich an anderen coaching und beratungsformen preislich zu orientieren, denn die gewichtung des schreibcoachings oder auch der gruppenangebote ist für viele „kundInnen“ gar nicht so gering. und es ließe sich dadurch zumindest auch im laufe der zeit, der lebensunterhalt ohne zusätzliche nebentätigkeiten bestreiten.