Schlagwort-Archive: schreibgruppen

schreibidee (389)

ob nun horror-, kriminal- oder fantasy-geschichten, es gibt ein technisches mittel in diesen geschichten, das immer funktioniert: die tür oder der vorhang. dabei geht es darum, dass jemand entweder nur ein blick in einen neuen raum wirft oder sogar den raum betritt. in der vorbereitung wird die spannung, was sich in den raum befindet, aufgebaut. am effektivsten ist dieses mittel, wenn unerwartetes auftaucht. darum eine kleine schreibanregung zu „hinter-dem-vorhang- und hinter-der-tür-geschichten“.

die schreibanregung kann man von zwei seiten angehen: entweder weiß man, was hinter dem vorhang oder hinter der tür ist und beschreibt den weg, bis das geheimnis gelüftet ist. oder man weiß, mit welcher vorgeschichte sich jemand auf die tür und den vorhang zubewegt, aber es steht nicht fest, was dahinter gefunden wird. als einstieg in der schreibgruppe kann man an einem flipchart sammeln, was hinter der einer verschlossenen tür, einem vorhang sein könnte. aus der sammlung einigt sich die ganze schreibgruppe auf eine sache, einen gegenstand. nun wird eine geschichte drumherum gewoben. wer macht sich auf den weg? warum stehen die protagonistInnen plötzlich vor der tür oder dem vorhang? und wie reagieren sie, wenn sie das von der gruppe vorgegebene entdecken. die drumherum geschriebenen geschichten werden anschließen in der schreibgruppe vorgetragen, es finde keine feedbackrunde statt.

im zweiten schritt, werden von der schreibgruppenleitung kleine texte, die den weg bis vor den vorhang oder vor die tür beschreiben, ausgeteilt. nun ist es an den teilnehmerInnen, die tür öffnen zu lassen und die eigene fantasie spielen zu lassen, was passiert, entdeckt wird oder überrascht. der kleine text soll also weitergeschrieben werden. einzige vorgabe, auf irgendeine weise sollte der vorhang zurückgezogen oder die tür geöffnet werden. auch diese texte werden in der schreibgruppe vorgetragen. es findet keine feedbackrunde statt.

im letzten schritt wird eine längere geschichte geschrieben. einzige vorgabe ist eine fotografie. die schreibgruppenleitung teilt entweder nur ein bild oder für alle teilnehmerInnen jeweils ein bild einer tür oder eines zugezogenen vorhangs aus. diese sollen in eine geschichte eingebunden sein. in einer geschichte, die sich auf den vorhang oder die tür zubewegt, und in der das öffnen eine zentrale rolle spielt. anschließend werden die texte vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt. in der feedbackrunde wird vor allen dingen betrachtet, wie spannung aufgebaut wurde und wie das geschehen hinter tür und vorhang die geschichte verändern.

zum abschluss kann man noch eine kurze geschichte oder fortsetzung schreiben, in der tür oder vorhang wieder geschlossen werden.

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schreibidee (388)

unsere zeit wird immer knapper (siehe posts vom 02.08.12), die erschöpfungszustände der menschen nehmen zu, die psychosomatischen erkrankungen und störungen steigen an und viele menschen fühlen sich ständig gehetzt. kaum haben sie urlaub, fällt es vielen schwer, sich überhaupt wieder runterzubringen und zu regenerieren. dabei gibt es so vielfältige möglichkeiten wie sauna, meditation, genussvoll essen, faulenzen, … darum eine schreibanregung zu „regenerationstexten“.

was benötigen wir zur regeneration? diese einstiegsfrage wird den schreibgruppenteilnehmerInnen gestellt. alle notieren sich ein paar stichpunkte und wählen anschließend drei punkte aus. zu diesen punkten entwerfen sie einen werbeslogan oder ein werbegedicht. zum beispiel: „neben flora und fauna, hilft zum entspannen auch die sauna!“. die slogans werden in der schreibgruppe vorgestellt.

im nächsten schritt wählen die teilnehmerInnen für sich aus, welche form der regeneration ihnen am besten gefällt. dabei können die werbesprüche, vielleicht auch anderer teilnehmerInnen, als überschrift aufgegriffen werden, um nun einen längeren text über diese regeneration zu schreiben. dabei sollen, wie in einem werbetext die vorzüge und benefits blumig geschildert werden. diese texte dürfen auch gern satirische züge annehmen. anschließend stellen alle teilnehmerInnen ihre lieblingsform in der schreibgruppe vor. es findet eine kurze feedbackrunde statt, in der auch eine rückmeldung gegeben wird, wie sehr man sich vom werbetext angesprochen fühlt.

nun sollen aber eigentliche regenerationstexte verfasst werden. hierzu kann im vorfeld in der schreibgruppe eine kurze diskussion geführt werden, ab welchem moment texte vielleicht zur regeneration beitragen. so kann es sich zum beispiel um meditationstexte oder „wohlfühl“texte handeln. es kann sich um kraftspendendes handeln oder um beruhigendes, positiv gedachtes und vieles mehr. es gibt keine weiteren vorgaben für den zu schreibenden text, die geschichte. anschließend werden die texte, eventuell auch in einem besonderen tonfall, ja nach idee, in der schreibgruppe vorgetragen. es findet eine ausführliche feedbackrunde statt, in der alle teilnehmerInnen benennen können, wie diese form der regeneration auf sie wirkt.

zum abschluss gibt es noch eine kleine persönliche schreibübung. alle schreibgruppenteilnehmerInnen formulieren für sich eine kurze list, in die sie ihre ganz persönlichen regenerationswünsche für die nächste zeit eintragen. dabei können auch gern daten genannt werden, wann diese form der regeneration umgesetzt werden soll. die liste wird nicht in der gruppe vorgetragen, sondern mit nach hause genommen und vielleicht umgesetzt.

schreibidee (387)

ob es nun die wutbürger sind oder das stete jammern und klage – es gibt viele anlässe, die die aktuelle welt schlimm und schlecht erscheinen lassen können. es mag sicher so sein, dass manche beschwerde, manche aufregung unberechtigt oder übertrieben ist. aber es klafft nicht nur die schere zwischen arm und reich auseinander, sondern an vielen orten der welt und bei uns entfernen sich bevölkerung und staatslenkung, -verwaltung immer weiter voneinander. ganz abgesehen davon, erleben immer noch zu viele menschen grausamkeiten. darum dieses mal eine ernsthafte schreibanregung zu „anklage-texten“.

vorab noch eine kurze anmerkung: ich möchte nicht in abrede stellen, dass versöhnung wichtig und hilfreich ist. aber vor allen dingen beim gefühl der ohnmacht darf die ganze frustration auch einmal in einen anklagenden, ungerechten text münden. er dient vor allen dingen dem emotionalen ausdruck, der die verarbeitung des erlebten unterstützen kann. und dann gibt es natürlich auch noch situationen, die keinen menschen ruhig lassen (verhungernde, gequälte und getötet).

aber als einstieg soll bei dieser schreibanregung erst einmal der blick auf die eigene welt geworfen werden. die schreibgruppenteilnehmerInnen werden eingladen, eine kleine sammlung zu erstellen, wozu oder worüber sie gern einen anklage-text erstellen würden. daraus wird ein thema ausgwählt und in stichworten notieren sich die teilnehmerInnen, was zu beklagen wäre. im anschluss wird eine anklage geschrieben. dabei sollten die teilnehmerInnen in die vollen gehen. das heisst, sie sollten sprachlich die möglichkeiten ausloten, wie eine anklage auch wirklich anklagend klingt. da es bei diesen text teilweise sicherlich um sehr persönliche dinge geht, werden die texte nicht in der gruppe vorgetragen.

aber im anschluss werden redewendungen gesammelt, die einer anklage nachdruck verleihen können. sie werden am flipchart notiert. nun gibt die schreibgruppenleitung ein thema vor zu dem von allen teilnehmerInnen ein anklagender text verfasst werden soll. dabei können natürlich manche der gesammelten redewendungen verwendet werden. diese texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt, in der betrachtet wird, wie nachdrücklich die anklage auf die zuhörerInnen wirkt.

zum abschluss wird noch „die rede des häuptlings seattle“, die zu großen teilen gar nicht von ihm stammt, vorgetragen. diese rede zeigt gut, dass man eine anklage abseits von wut, verständnislosigkeit oder verachtung formulieren kann. der stil dieser rede soll in einer eigenen rede, geschrieben von den schreibgruppenteilnehmerInnen nachgeahmt und auf ein anderes thema angewendet werden. die rede kann in kleingruppenarbeit oder einzeln verfasst werden. wenn alle texte fertig sind, dann wird ein rednerpult aufgestellt und die großen reden der schreibgruppe werden vorgetragen. es findet keine feedbackrunde statt, um die wirkung der worte nicht zu zerreden.

schreibpädagogik und arbeit

schreibpädagogik ist nichts anderes, als der versuch, menschen über die verschiedensten wege zum schreibprozess anzuleiten. am umfassendsten kann man dies in einer schreibgruppen-arbeit verwirklichen. dabei wird man als schreibpädagoge zur anleitenden person der gruppe. und dies bedeutet, sich gedanken über die anleitung einer schreibgruppe machen zu müssen. denn auch in diesem arbeitsfeld gibt es sehr verschiedene vorstellungen von der praktischen umsetzung.

generell, wie bei allen anderen (lern)gruppen, kann man eine grobe vorplanung vornehmen, aber nie abschätzen, wie die einzelne gruppe sich zu den vorschlägen verhält. nun gibt es zwei möglichkeiten: stringent die eigenen vorgaben zu verfolgen und durchzusetzen (zum beispiel, wenn es sich um die umsetzung von lehrplänen handelt) oder dem eigentlichen gruppenprozess mehr gewicht zu geben und auf jede gruppe zugeschnitten das angebot zu verändern (mit der folge, dass die lernergebnisse einer gruppe sehr verschieden ausfallen).

um es einmal platt zu formulieren: die stringenz kostet weniger planungsaufwand dafür aber mehr durchsetzungsaufwand. die ausrichtung auf die gruppe kostet dafür mehr planungsaufwand, dafür ermöglicht sie aber individuelles lernen, das für die anleitung weniger energie benötigt. insgesamt benötigen aber beide vorgehensweisen die aktive auseinandersetzung mit den teilnehmenden durch die schreibpädagogInnen. dies ist arbeit. die wertigkeit sozialer und pädagogischer berufe ist in unserer gesellschaft nicht sehr hoch angesiedelt. es wird davon ausgegangen, dass kommunikation zwischen menschen keinen sehr hohen aufwand bedeutet.

die wissenschaft spricht da eine andere sprache. nimmt man einmal den dienstleistungssektor, dann hat man inzwischen festgestellt, dass ständige freundlichkeit und das eingehen auf die bedürfnisse der anderen, ungemein stresst. grund dafür ist, dass die eigenen emotionen in schach gehalten werden müssen, da sonst die gefahr, einen kunden zu verlieren, groß ist. auch die pädagogischen tätigkeiten verlangen Weiterlesen

schreibidee (386)

wenn es tatsächlich sommerlich wird, dann möchte bei hohen temperaturen das gehirn auch keine großen grübeleien und denkereien veranstalten. nicht nur die bewegungen werden ein wenig gedämpft und langsamer, auch das denken läuft nicht unbedingt auf hochtouren. die auswirkungen betreffen den alltag ebenso wie die kreativen momente. darum bieten sich in dieser zeit neben den freiluft-schreibereien (siehe vorhergehende schreibidee) schlichte schreibanregungen an, die das plauderhafte erzählen ermöglichen. hier ein paar „sommer-schreibideen“:

  1. abkühlung verschafft schon das denken an ein bad, ein eis oder eine kühle region. noch schöner ist es natürlich, wenn man ein bad oder eis mit dem schreiben verbinden kann. darum als erste anregung – eine geschichte über das waffeleis verfassen. hier kann man entweder keine weiteren vorgaben machen oder zum beispiel neue geschmacksrichtungen erfinden lassen. man kann auch biografisch arbeiten und nach dem wunderbarsten eis, das man je genossen hat. man kann geschichten in einer eisdiele spielen lassen. man kann eiswürfel über ihr leben erzählen alles und vieles mehr.
  2. als zweite anregung soll natürlich das kühle nass dienen. das magazin der süddeutschen zeitung lies zum beispiel einmal schriftstellerInnen im sommer über eine luftmatratze schreiben. oder man malt sich in einer geschichte den idealen badestrand aus und notiert die beschreibung. anschließend kann man im internet recherchieren, ob es einen solchen strand auf der welt gibt und direkt danach eine reise buchen. man kann aber auch viele geschichten im schwimmbad spielen lassen – ein idealer handlungsort, da dort so viele verschiedene menschen beinahe nackt aufeinandertreffen. dann gibt es noch die geschichten über eine abkühlende dusche, den sommerregen oder dem kühlenden wasser aus der sprühdose.
  3. und nun zu den kühlen regionen als dritte schreibanregung. wie wäre es mit einer geschichte in der antarktis? wie wäre es damit, mit der schreibgruppe eine tropfsteinhöhle zu besuchen und dort zu schreiben. oder man fragt den lebensmittelhändler, den hotelkoch seines vertrauens, ob man einmal mit seiner schreibgruppe im kühlhaus schreiben darf. man kann sich aber auch nur den aufenthalt auf südhalbkugel der welt ausmalen, denn dort herrscht gerade winter. gletscherwanderungen und sommerski sind weitere anregungen zu kühlen regionen. aus allen orten und landschaften lässt sich eine schreibanregung entwickeln.
  4. noch einmal gesondert, als vierte schreibidee, können geschichten zu klimaanlagen geschrieben – eine mehr als dankbare anregung. denn allein der ausfall von klimaanlagen bietet einen wunderbaren hintergrund für eine geschichte. aber auch die negativen aspekte der klimaanlage können in storys zum tragen kommen. und wenn man schon so weit ist, wie wäre es mit einer geschichte von ventilatoren, die es leid sind, sich immer kreis zu drehen? welche gedanken können protagonistInnen durch den kopf gehen, während sie den deckenventilator anstarren.

aus all diesen anregungen lässt sich ein bunter sommer-mix erstellen, der mit abkühlenden handlungen während des schreibgruppentreffens einhergehen kann. dadurch stellt man sicher, dass der kopf in der hitze nicht überanstrengt wird und gleichzeitig eine angenehme alternative zum heissen tag angeboten wird.

schreibidee (385)

auch wenn es diesen sommer mit den sonnenstunden ganz mau aussieht, man kann glück haben, die sonne scheint, die temperaturen sind angenehm und nicht auf backofen-niveau, kein gewitter, keine stürmischen böen und kein regen. man kann es wagen, mit der schreibgruppe die räume zu verlassen, um das zu tun, was man eigentlich immer gern im sommer tut – „draußen-texte“ schreiben. über was man alles schreiben kann, dazu hier ein paar schreibanregungen:

gehen sie in den wald. es sollte ein abwechslungsreicher und möglichst wilder wald sein. die bieten mehr für das auge. wenn sie in einer monokultur aus fichten oder kiefern stehen, dann macht die einstiegsschreibanregung nicht so richtig sinn. denn alle teilnehmerInnen wählen sich einen baum aus, der ihnen gefällt. sie stellen sich unter den baum, blicken in die krone, machen sich vertraut mit dem gewächs. nun schreiben alle eine kurze charakterstudie ihres baumes. anschließend kommt die schreibgruppe an einem treffpunkt wieder zusammen. vorher sollten sich alle teilnehmerInnen merken, wo sich ihr baum befindet. die gruppe wird nämlich von ausgewähltem baum zu baum gehen und sich die texte gegenseitig vorlesen.

eine weitere möglichkeit wäre es, dass man sich in einem festgelegten areal einen baum auswählt. die bäume stehen so nah beinander, dass man sich kurze texte zurufen kann. denn nun wird gemeinsam einen unterhaltung zwischen den bäumen geschrieben. alle schreiben mit. jeder baum kann sich in das gespräch einschalten, wenn er möchte. die schreibgruppenteilnehmerInnen sind die sprachrohre für die bäume. sie rufen die nächste äußerung in den wald. und andere bäume antworten darauf.

schön ist es auch, wenn man in einem wald oder park eine ruhige lichtung findet. dort kann sich die gruppe niederlassen. auf einer lichtung lichte gedichte verfassen wäre die aufgabe für die schreibgruppe. alle teilnehmerInnen sind eingeladen, sich von der atmosphäre einer lichtung inspirieren zu lassen. das gedicht muss sich nicht reimen, wahlweise kann ein haiku erstellt werden. anschließend wird auf der lichtung die lyrik deklamiert – alle sitzen, eine/r steht.

oder man sucht sich einen kleinen bachlauf (möglichst plätschernd und gurgelnd), in dessen nähe lautgedichte oder lautmalerische texte verfasst sind, die in verbindung zu dem plätschern und gurgeln des baches stehen. solch eine schreibübung kann man nur draußen veranstalten, da sie dann am originalschauplatz vorgetragen werden können. schön wäre es, wenn die lautgedichte im zusammenspiel mit dem gewässer als audiodatei aufgezeichnet werden.

ansonsten kann draußen durch die natur und das grün gelaufen werden, eindrücke können notiert werden, einzelne besonderheit zur schreibanregung gemacht werden. ob es nun pflanzen, tiere oder landschaften sind, beinahe alles lässt sich zur grundlage eines textes machen. selbst wüsten oder einöden strahlen eine atmosphäre aus, die man thematisieren kann. einzige voraussetzung für solch eine schreib-expedition, die die üblichen wege verlässt, ist, dass die teilnehmerInnen ganz gut zu fuss sind. und ob man sich in der freien natur gegenseitig ein feedback gibt, sollte der schreibgruppe überlassen werden. denn vielleicht will die gruppe die zeit des treffens lieber den vielen schreibanregungen draußen in der natur widmen.

schreibidee (384)

manches taschenbuch umfasst textlich ungefähr 160 seiten und bietet einen großen lesegenuss. manche überregionale tageszeitung kommt täglich beinahe auf ähnliche textmengen und kann nie vollständig durchgelesen sondern nur selektiv wahrgenommen werden. da befindet sich jeden morgen ein neues taschenbuch im briefkasten. was für ein ausmaß an information. aber auch ein großes ausmaß an anregungen. darum eine schreibanregung zu „tageszeitungstexten“.

die vorgehensweise in der schreibgruppe wird dieses mal umgekehrt: nicht die gruppenleitung entwickelt im vorfeld die jeweiligen schreibanregungen, sondern die teilnehmerInnen gestalten ihre schreibideen selber. grundlage dafür ist die ausgabe einer überregionalen tageszeitung. alle teilnehmerInnen bekommen ein aktuelles exemplar der zeitung. dann werden sie eingeladen, die zeitung durchzugehen und sich zu überlegen, welche schreibanregungen man aus der vorliegenden zeitung entwicklen kann.

nach einer gewissen zeit stellen die schreibgruppenteilnehmerInnen ihre schreibideen vor. nun werden die ideen gesammelt, kurz diskutiert oder noch ein wenig verändert und erweitert, wenn sie sich ähneln, um im anschluss abzustimmen, welche idee man in der gruppe umsetzen möchte. wenn die texte geschrieben und vorgelesen sind, dann gibt es dieses mal eine feedbackrunde nicht zum entstandenen text sondern zur schreibidee: wie gut hat sie funktioniert, was könnte man noch anders machen und in welchen zusammenhängen lässt sie sich anwenden? im laufe des gruppentreffens entsteht so eine kleine sammlung von schreibanregungen, die auch bei weiteren schreibgruppentreffen noch umgesetzt werden können.

sollte es den teilnehmerInnen erst einmal schwer fallen, eigene schreibanregungen zu entwickeln (obwohl dies selten der fall ist), kann die schreibgruppenleitung ein paar anregungen geben: man kann den eigenen alltag in eine zeitungsmeldung verwandeln (oder nur in artikelüberschriften). man kann die geschichte hinter kurzmeldungen schreiben. man kann die todesanzeigen nutzen, um ein leben aufzuzeichnen. man kann seine zukunft in eine wettervorhersage packen. man kann aufgrund einer bekanntschaftsanzeige die folgenden kontakte in geschichten packen. man kann berufe erfinden und dafür stellenanzeigen formulieren. man kann einen kommentar über ein alltägliches ereignis verfassen. man kann eine textbesprechung für die zeitung zu einem eben geschriebenen text verfassen. man kann ausgehend von einer buchbesprechung, den anfang des buches selbst schreiben. man kann diverse collagetechniken anwenden. man kann absurde leserbriefe verfassen. man kann börsennachrichten zum eigenen geldbeutel verfassen … oder man erstellt eine ganz eigene zeitung für den morgigen tag und versendet sie an freunde und bekannte. eine ausgabe, in die gleich die schreibanregungen integriert sind.

schreibpädagogik und verwandlung

schreibgruppen wandeln sich, wie andere gruppen auch, beständig. die klassischen phasen der gruppendynamischen entwicklung lassen sich bei ihnen ebenso nachvollziehen. doch mir geht hier um die besonderheiten der verwandlung einer schreibgruppe. wie zu erwarten hat dies mit der entwicklung der teilnehmerInnen zu tun.

nach der phase des kennenlernens gibt es in schreibgruppen meist noch eine recht große zurückhaltung, den anderen teilnehmerInnen eigene texte zur verfügung zu stellen. es ist für alle mitglieder einer schreibgruppe ein großer vertrauensvorschuss gegenüber den anderen, eigene geschichten zur diskussion zu stellen. denn in jeden schreibprozess fließen auch persönliche anteile ein und man möchte, dass mit der eigenen veröffentlichung angemessen umgegangen wird. als schreibgruppenleitung kann man diesen prozess steuern, indem man vom ersten moment an feedbackregeln mit den teilnehmerInnen festlegt. auf diese regeln können sich alle verlassen.

im laufe der zeit hilft dieser abgesicherte modus beim schritt in die öffentlichkeit. es ist meist zu beobachten, dass nach anfänglicher zurückhaltung, die eigenen texte vorzutragen, alle das bedürfnis verspüren, rückmeldungen zu ihren texten zu erhalten. hat einmal bei einer feedbackrunde jemand den anfang gemacht, reihen sich meist die teilnehmerInnen willkürlich aneinander. und, was mir an dieser verwandlung am wichtigsten ist, es verursacht weder probleme noch diskussionen, wenn einzelne teilnehmerInnen einzelne texte nicht vorstellen wollen. ohne feedbackregeln kommt es eher zu situationen, in denen einzelne teilnehmerInnen gedrängt werden, ihre texte zu verfügung zu stellen. hier sollte man als gruppenleitung auf die verwandlung der gruppe vertrauen.

für die veränderung des gruppenverhaltens förderlich ist auch die kleingruppenarbeit. diese ermöglicht eine diskussion, überarbeitung und Weiterlesen

schreibidee (383)

im nachlass mancher menschen, die mit schriftstellerInnen oder anderen künstlerInnen befreundet waren, fanden sich zum beispiel neben tagebüchern, stapelweise aufgehobene briefe oder postkarten, die einen außergewöhnlichen inhalt hatten. entweder waren sie besonders gestaltet oder sie enthielten gedichte und kleine texte, manchmal auch an vorherige schreiben anschließend. ähnliches in der schreibanregung zu „fortsetzungsgeschichten“.

die schreibidee (55) beschreibt schon die möglichkeit, einen postkartenroman zu verfassen. doch hier soll noch ein wenig weiter gegangen werden. die möglichkeit der variation ist beinahe unerschöpflich.
als einstieg werden die schreibgruppenteilnehmerInnen aufgefordert, sich zumindest den anfang einer geschichte auszudenken, den sie anderen menschen schicken würden (sie können sich auch gleich den ganzen plot überlegen, aber auch versuchen die wendungen der geschichten spontan entstehen zu lassen. die ideen werden in der schreibgruppe nicht vorgestellt.

anschließend werden postkarten an alle teilnehmerInnen ausgegeben, um ein gespür für die mögliche länge der einzelnen textabschnitte zu geben. der anfang der geschichte wird zum beispiel auf drei postkarten notiert. die texte werden in der schreibgruppe kurz ohne feedbackrunde vorgestellt. dann wird durchgezählt, wie viele worte auf einer postkarte platz finden, um später für sich selbst einen anhaltspunkt zu haben. die zahlen werden notiert. nun wird ein text mit abschnitten geschrieben, die die durchschnittliche zahl an worten, die platz auf postkarten finden, haben. dabei sollte darauf geachtet werden, dass der schluss eines abschnitts neugierig macht auf den nächsten. das mag nicht immer gehen, aber fortsetzungsgeschichten haben normalerweise einen „cliffhanger“, der das interesse am geschehen fördert. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen. es findet eine kurze feedbackrunde statt, in der vor allen dingen auf die tauglichkeit der cliffhanger geschaut wird.

nun wird die geschichte abermals etwas verdichtet und umgeschrieben, um sie dem format von tweets und sms anzupassen. dafür gibt es einen vordruck, der platz für 140 zeichen gibt (dies ist die maximale länge von twitter-nachrichten). die zeichen kann man in die vorlage einfügen und falls lust besteht, können gleich sms mit der fortsetzungsgeschichte versendet werden. hier erweitert sich durch die digitale technik der spielraum: denn im gegensatz zur längeren zeitlichen unterbrechung beim versenden von postkarten, kann per sms oder twitter leicht zu zweit an einer fortsetzungsgeschichte geschrieben werden. dies funktioniert nach dem ping-pong-prinzip zwischen zwei personen. immer wenn die person, die mit dem weiterschreiben an der reihe ist, zeit hat, sendet sie eine weitere fortsetzung der geschichte. das kann man gleich einmal in der schreibgruppe durch jeweilige handy-kontakte ausprobieren.

bevor in der schreibgruppe weitere variationen der fortsetzungsgeschichten aufgezeigt werden, werden die schreibenden eingeladen, sich gedanken zu machen, wem sie denn gern postkarten oder sms zukommen lassen möchten. auf einer halben seite wird notiert, warum genau dieser person die fortsetzungsgeschichte geschickt werden soll. die gründe werden nicht vorgetragen.

natürlich kann man diese schreibidee auch per mail, per fax, in kleinen animationen oder als handyvideo umsetzen. man kann per blog, twitter oder facebook mit der geschichte an die weltöffentlichkeit gehen. man kann fortsetzungen zu dritt zu viert oder zu tausenden schreiben (dies geschieht zum beispiel in manchen online-rollenspielen). man kann letztendlich geschichten erstellen, die verzweigt und mit offenem ausgang versehen sind (doch hierzu bedarf es fortgeschrittener programmierfähigkeiten – siehe http://spectregame.com/ (ein interaktiver flash-film)). fortsetzungen sind für die empfänger ein schönes, andauerndes geschenk.

schreibpädagogik und männer

schaut man sich in schreibgruppen und schreibstudiengängen um, dann sind männer stetig in der minderzahl. schaut man sich die neuveröffentlichungen auf dem buchmarkt an, dann kann man dies nicht behaupten. schaut man sich dann noch die zahl der nobelpreisträger an, dann schon gar nicht. herrschen beim lesen und verlegen partriarchale strukturen und beim schreiben abseits des buchmarkts matriarchale? es macht den eindruck. ein phänomen, das anscheinend nichts mit dem schreiben oder nicht-schreiben der geschlechter zu tun hat, sondern eher mit dem schreibverhalten.

so gibt es auch abseits des biografischen schreibens schreibgruppen explizit für frauen. für männer gibt es dies nicht. schreiben frauen so anders, oder wollen männer lieber nicht in schreibgruppen? ich kann da nur spekulieren. es scheint, wie wenn mann eher für sich agiert, für sich schreibt und den austausch sucht, wenn er geschrieben hat. frau wiederum schätzt das schreiben in gruppen, tauscht sich auch gern dort aus, wünscht sich aber nicht unbedingt männer dabei. es scheint, wie wenn frauen schreibgruppen als freiraum, wenn nicht sogar als kreative form der befreiung nutzen. und es scheint, wie wenn männer schreibgruppen eher als beschränkung und einengung empfinden und diesen meist fern bleiben.

oder wenn ich auf den studiengang biografisches und kreatives schreiben schaue, dann fällt auf, dass pro jahrgang maximal 15 prozent der studierenden männer sind. der studiengang, der eine schreibpädagogische ausrichtung hat, wird seit sechs jahren mehrheitlich von frauen studiert. bedeutet das etwas für die schreibpädagogische praxis?

erst einmal nicht, da bei schreibanregungen nicht zwischen den geschlechtern unterschieden wird. auch bei den entstandenen texten kann man eigentlich keinen rollenunterschied ausmachen. es hat dann doch eher mit dem setting zu tun. aber meist wird der geringe anteil an männern von den teilnehmerInnen bemerkt. man kann darüber hinweggehen oder man greift die beobachtung der schreibgruppenmitglieder auf. warum nicht einmal darüber schreiben lassen, weshalb eventuell so wenige männer an den gruppen teilnehmen? nur einen schluss kann man daraus nicht ziehen: dass männer nicht so gern schreiben wie frauen. das haut zumindest dann nicht hin, wenn man die neuerscheinungen im buchhandel betrachtet.

bedeutung gewinnen die geschlechterrollen bei schreibgruppen des biografischen schreibens. denn hier spielen natürlich die erfahrungen, die man aufgrund seines geschlechts in der gesellschaft gemacht hat (z.b. als alleinerziehende mutter in den 50er jahren), eine rolle. und hier sollte sich auch eine schreibgruppenleitung gedanken machen, wie Weiterlesen

schreibidee (382)

schreibgruppen sind auch eine spielwiese für außergewöhnliches und einmaliges. sie bieten den raum, welten zu erfinden, die es nie geben wird. darum dieses mal eine art rollen- oder gedankenspiel, eine wirkliche schreibwerkstatt. denn es ist eine schreibanregung zur „erfindung des schreibamtes“.

wir haben ein finanzamt, ein arbeitsamt, ein ordnungsamt und auch ein bürgeramt. warum nicht noch ein schreibamt einrichten, das alle belange rund um das schreiben regelt und initiiert. als einstieg in das gedankenspiel wird die schreibgruppe eingeladen, ideen zu sammeln, was ein schreibamt alles erledigen kann. dazu erstellen die teilnehmerInnen ein cluster zur frage des schreibamtes. anschließend verfassen sie einen längeren text, der ihr ganz persönliches schreibamt mit allen aufgaben und strukturen beschreibt. die texte werden vorgetragen, die ideen am flipchart gesammelt und es wird feedback gegeben, wie sinnvoll und hilfreich die anderen schreibgruppenteilnehmerInnen die vorgeschlagene struktur finden.

anschließend werden gemeinsam die aufgabengebiete des schreibamtes entworfen. hat sich die schreibgruppe auf eine struktur geeinigt, werden die einzelnen abteilungen des schreibamtes auf einzelne zettel notiert. nun wird unter den teilnehmerInnen gelost. jede/r übernimmt eine abteilung und wird so zusagen zur leitung der abteilung ernannt. nun müssen aufgaben und ziele der jeweiligen abteilungen formuliert werden. alle schreibgruppenteilnehmerInnen erstellen ein kurzes konzept ihrer abteilung. anschließend werden die abteilungen in einer kleinen präsentation in der schreibgruppe vorgestellt.

danach wird eine längere geschichte geschrieben, in der das schreibamt eine rolle spielt. welche abteilung oder aufgabengebiete in der geschichte berücksichtigt werden oder ob die geschichte innerhalb des schreibamtes spielt, bleibt den schreibenden überlassen. anschließend werden die geschichten vorgetragen und es findet eine feedbackrunde statt.

zum abschluss des gedankenspiels soll noch ein humorvoller zeitungsartikel verfasst werden. wenn man schon ein amt gründet, dann ist die bürokratie nicht zu vernachlässigen. also wird von den teilnehmerInnen ein journalistischer bericht über die hürden oder schwierigkeiten im neuen schreibamt geschrieben und in der schreibgruppe vorgetragen.

schreibidee (381)

sprache ist eine praktische einrichtung, die es uns möglich macht, gegenseitig botschaften zu senden und zu empfangen. doch die halbwertszeit von sprache ist relativ gering. so stehen wir vor der frage, welche bilder oder botschaften vor atommülllager angebracht werden sollten, damit diese noch in zweihundert oder mehr jahren verstanden werden. vor einer ähnlichen frage stehen wir im zusammenhang mit außerirdischen – was sollten wir ihnen mitteilen? eine schreibanregung zur „immerwährenden botschaft“.

als einstieg in die schreibübung notieren alle teilnehmerInnen, was ihrer ansicht nach in hunderten von jahren immer noch gewusst werden sollte. zum beispiel kann man der meinung sein, dass beim strassen überqueren vorher nach links und rechts geschaut werden sollte. doch man kann sich nicht sicher sein, dass es überhaupt noch strassen gibt. es wird zu jeder notiz eine kurze beschreibung formuliert und in der schreibgruppe anschließend vorgetragen. die wichtigen wissensgrundlagen werden dann diskutiert: welche botschaft wird in jahrhunderten noch bedeutung haben. zum schluss wird abgestimmt, welches die drei wichtigsten botschaften sind.

dann suchen sich die schreibgruppenteilnehmerInnen aus den drei botschaften eine aus, die sie genauer beschreiben werden. auf maximal zwei seiten wird ein text geschrieben, was an den botschaften so wichtig ist. die texte werden in der schreibgruppe vorgestellt. es gibt keine feedbackrunde. als nächstes wird der eben beschriebene klärungsprozess noch einmal durchgeführt, und zwar für botschaften an außerirdische. diese botschaften unterscheiden sich sicherlich von denen an andere menschen. dabei sollte bedacht werden, dass die außerirdischen auf wegen kommunizieren, die für uns wahrscheinlich unvorstellbar sind. und dass sie in einer absolut anderen welt leben. hier werden ebenso die drei wichtigsten botschaften mit anschließenden texten verfasst.

im anschluss wird eine längere geschichte geschrieben. wahlweise kann sie in ein paar jahrhunderten stattfinden oder als eine begegnung mit außerirdischen beschrieben werden. einzige vorgabe: ihre verfasste botschaft muss eine rolle spielen. man kann sich bei der geschichte an „men in black“ oder „per anhalter durch die galaxis“ erinnern. man kann aber auch ganz neue gedanken und geschichten entwickeln. (ich stelle mir zum beispiel vor, dass vor einem atommmülllager diverse hinweise stehen, dass man dort auf keinen fall graben sollte, da dies gefährlich sei. und dann stelle ich mir die neugierde des menschen vor und bin mir sicher, exakt an dieser stelle wird gegraben werden 😉 ). die texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackgruppe statt.

da es sich bei den schreibanregungen um das verfassen einer art modernen flaschenpost geht, wird zum abschluss noch eine persönliche nachricht verfasst. alle schreibenden werden eingeladen, maximal auf einer halben seite zu notieren, was in ein paar jahrhunderten von ihnen gelesen werden sollte. was möchten sie ganz persönlich den nächsten generationen oder außerirdischen schon immer mal mitteilen? die texte werden kurz vorgetragen. man kann sie anschließend noch sammeln und irgendwo deponieren, vergraben, einzementieren …

kreatives schreiben und männer

vor kurzem in der doku über das bestsellerschreiben wurde auch eine kreative schreibgruppe aus frankreich vorgestellt. wie in deutschland schien es, besuchen beinahe ausschließlich frauen gruppen, die gemeinsam kreativ arbeiten. bei männern scheint es einen stärkeren vorbehalt gegenüber den kreativen techniken zu geben und die einsamen wölfe schreiben lieber für sich in ihren kammern, suchen weniger den austausch.

statistischen untersuchen zu der frage, wie weit männer kreativen und intuitiven techniken raum in ihrem leben geben, gibt es meines wissens bis jetzt nicht. aber es ist schon ein phänomen, welchen dingen sich männer in unserer welt eher zuwenden und welchen weniger. dies kann nicht frei von erziehungs- und geschlechterrollenfolgen sein. autos reparieren, rasen mähen oder eine neue veranda bauen, da blühen manche männer auf. sich hinsetzen, einen stift in die hand nehmen und den eigenen gedanken und emotionen freien lauf lassen, das fällt schon schwerer.

ich weiß, ich weiß, das ist ein vorurteil, doch die zahlen der schreibgruppen deuten zumindest darauf hin, dass es unterschiedliche umgänge mit kreativität gibt. so wäre zum beispiel mal eine geschlechts-gemischte schreibgruppe interessant, die lust hätte selbstreflexionen über das eigene schreiben zu verfassen. und es wäre einmal eine ausschließliche männerrunde des kreativen schreibens interessant, um zu schauen welche formen der annäherung an das kreative gewählt werden.

aber abseits des schreibverhaltens sind männer natürlich auch in texten, geschichten und literatur immer wieder mit der zugeschriebenen rolle konfrontiert. es gibt so gut wie keine männerbewegte literatur, also texte, in denen sich männer anders verhalten, als es ihrer von der gesellschaft erwarteten rolle entspricht. ganz gleich, welches genre man betrachtet, ob roman, krimi, science fiction oder fantasy, männer erhalten auch von vielen frauen die rolle, die sie schon immer inne haben müssten.

im kreativen schreiben könnte man diese rollen verändern. wie wäre es mit einer schreibanregung, in der nicht nur die verunsicherung der männer durch emanzipiertere frauen thema wäre, sondern in denen männer eine rolle einnehmen, die abseits Weiterlesen

schreibidee (380)

wie konnte ich nur die letzten jahre bei den schreibideen, einen stoff, ein produkt als schreibanregung vergessen, das unser leben so sehr bestimmt und so sehr verschönert. es bedarf erst einer dokumentation über einen künstler, der mit diesem stoff arbeitet, um mir wieder seiner bedeutung bewusst zu werden. es hat wahrscheinlich damit zu tun, dass das produkt meist durchsichtig ist. eine schreibanregung zu „glas-geschichten“.

vorab: diese schreibidee kann man natürlich wunderbar mit dem besuch einer glasmanufaktur oder einer glasbläserei verbinden.
als einstieg in die schreibanregung wendet sich die schreibgruppe der grundlage des glases zu, dem sand. das erstaunliche am glas ist, dass aus kleinen sandkörnern dieses wunderbare produkt wird. darum wird die schreibgruppe eingeladen kleine wortkörner zu notieren. alle sind aufgefordert, worte, die nicht mehr als vier buchstaben haben, frei assoziierend zu notieren (die worte müssen nichts mit glas zu tun haben). anschließend werden die worte „eingeschmolzen“ und es sollen kurze texte oder lange wörter, eben ein einziges gebilde, ein wortglas daraus entstehen. die wörter oder texte werden kurz in der schreibgruppe vorgetragen.

im anschluss werden gemeinsam begriffe am flipchart gesammelt, in denen das wort glas auftaucht (glaskolben, glasauge, glastür, glaswolle, glasnudeln, …). die schreibgruppenteilnehmerInnen wählen einen begriff daraus aus und schreiben eine kurze geschichte dazu. ob es nun um den blick durch das glasfenster oder das spielen mit glasperlen oder -murmeln geht, es gibt keine vorgaben für den text. der text wird in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine kurze feedbackrunde statt.

zum abschluss wird eine lange geschichte geschrieben. einzige vorgabe zu dieser geschichte ist ausnahmsweise die überschrift: „vorsicht! glas!“. ein aufdruck der manchmal noch mit dem wort „zerbrechlich!“ ergänzt wird. doch dieser zusatz soll in der überschrift nicht auftauchen, sondern ist nur ein beispiel, welche richtung die geschichte einschlagen könnte. im anschluss werden die geschichten vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt. dabei kann diskutiert werden, wie unterschiedlich man mit einer vorgegebenen überschrift umgehen kann.

sollte noch ein wenig zeit zur verfügung stehen, dann können alle schreibenden eingeladen werden, ein haiku oder ein elfchen zum thema „der gläserne mensch“ zu schreiben (auch hier wäre „vorsicht zerbrechlich!“ ein schöner zusatz.

schreibpädagogik und coolness

gruppen verleiten manchmal zur übertriebenen selbstdarstellung. kreative gruppen fördern diesen prozess. das kann erst einmal sehr unterhaltsam sein, und es gehört zu gruppenprozessen auch dazu, aber es wird dann lästig, wenn sich die anderen gruppenmitglieder nicht zur wehr setzen oder wenn sich eine gruppe keine regeln gibt. es entwickeln sich alpha-positionen von einzelnen gruppenmitgliedern. früher wurde diese rolle meist von männern besetzt, heute kann man das nicht mehr so eindeutig sagen. die alpha rolle kann sowohl von teilnehmerInnen einer gruppe eingenommen werden als auch von der gruppenleitung.

es soll hier klar unterschieden werden zwischen der rolle der aktiven teilnahme an einem gruppengeschehen und der rolle der coolen führerschaft. bei schreibgruppen sind diese führungsrollen schwieriger einzunehmen, da durch das schreiben viel allein und eigenständig gearbeitet wird, also alle teilnehmerInnen nicht in einem ständigen kommunikativen austausch miteinander stehen. zudem gibt es meist die regel, dass alle teilnehmerInnen ihren text vortragen, was das aufbauen einer hierarchie schwerer macht.

aber natürlich kann es auch in schreibgruppen die teilnehmerInnen geben, die aus ihrer vorstellung vom schöpferischen und künstlerischen die haltung ableiten, dass ihre beiträge so einzigartige seien, dass sie viel (zeit)raum einnehmen dürfen, dass sie nur positive rückmeldungen verdienen und dass ihre wortbeiträge, zum beispiel beim feedback, die einzigen treffenden interpretationen liefern. dies kann schnell zu diskussionen führen, die die ganze gruppe beschäftigen, aber keine weiterentwicklung der schreibprozesse fördern.

die überzeugung der außergewöhnlichkeit geht nicht selten mit einer (lauten) coolness einher. beim film kann man dies zum beispiel schön am verhalten auf dem roten teppich festmachen. in schreibgruppen ist das eher an anderen punkten feststellbar. wenn jemand sich bei leserunden stetig vordrängt, wenn überbetont vorgetragen wird oder wenn stetig scherze über die beiträge Weiterlesen

schreibidee (379)

cool ist es dort auf alle fälle, aber nicht unbedingt gefühllos. man kann die tür öffnen und es zeigt sich ein lebensstil einer person oder von mehreren personen. man kann die tür öffnen und man weiß, ob das leben genossen wird oder eher spartanische stimmung herrscht. und schliesst man die tür wieder, dann kann man nur darüber spekulieren, was im inneren geschieht. dies ist eine schreibanregung zu „kühlschrank-geschichten“.

praktisch wäre es, wenn es in den räumen, in denen sich die schreibgruppe trifft, einen kühlschrank gibt. vor dem können sich die schreibgruppenteilnehmerInnen versammeln und als einstieg ihre gedanken notieren, wenn der kühlschrank geöffnet wird und der inhalt sichtbar wird. alternativ dazu können die teilnehmerInnen aufgefordert werden, vor dem schreibgruppentreffen die assoziationen zu ihrem eigenen kühlschrankinhalt zu notieren. noch interessanter würde es, wenn alle eine fotografie von ihrem geöffneten kühlschrank mitbringen könnten. oder man besucht freunde und bekannte und fragt sie, ob man einmal vor ihrem kühlschrank assoziieren darf. aus diesen assoziationen soll ein elfchen und ein haiku geschrieben werden. beide kurztexte werden in der schreibgruppe vorgetragen.

im nächten schritt wird systematisch vorgegangen. da nicht alle kühlschränke identisch konzipiert sind, konzentriert sich die schreibgruppe auf das minimum. als erstes wird die oberste ablagefläche genau betrachtet (was befindet sich dort? wie voll oder leer ist sie?…), gedanken und assoziationen werden notiert. anschließend wird eine kurzer text (für den es keine vorschriften gibt, er sollte nur nicht länger als zwei seiten sein) geschrieben. nun wird die zweite ablagefläche des kühlschranks in den blick genommen. abermals sollte ein text entstehen. dies kann man noch für das gemüsefach und die innenseite der tür wiederholen. die kurzen texte werden anschließend ohne feedbackrunde in der schreibgruppe vorgetragen. interessanter wird das ganze, wenn fotos gemacht werden. denn dann können die kühlschrankinhalte untereinander ausgetauscht werden und die vorlagen sind nicht so vertraut.

zum abschluss wird nun eine handlung in den kühlschrank verlegt (alternativ kann man auch den kühlschrank zum hauptprotagonisten einer geschichte machen). aber es ist sicherlich anregender, sich zu überlegen, was im kühlschrank alles passiert, wenn die tür geschlossen ist. die lebensmittel können sich unterhalten, der schimmelpilz attacken vorbereiten, das gemüse kann frieren und vieles mehr. natürlich kann man diese geschichten auch mit der nutzung des kühlschranks kombinieren. dabei treten die bewohner in kontakt mit der außenwelt. was geschieht? wie reagieren alle, wenn das licht angeht? was passiert, wenn lebensmittel voneinander getrennt werden und jemand nicht zurückkehrt? der kühlschrank als tägliches drama im kleinen 😉 die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

hat die schreibgruppe lust auf psychospiele (dies ist immer mit vorsicht zu genießen), kann man ganz zum schluss das spiel spielen: zeig mir den inhalt deines kühlschranks und ich sage dir, wer du bist.

schreibidee (378)

oooh, ist das alles aufgeregt. unsere formen des multitaskings, die beständige handy-ruf-bereitschaft und die kaskaden an schnellen eindrücken und bilderfolgen in den medien lassen uns so langsam immer unruhiger werden. vor ein paar jahren saß ich einmal in einem kino, das sehr knarrende sitze hatte. im kontrast dazu lief ein extrem ruhiger film. an diesem abend konnte man hören, wie nervös die welt und wie groß das aufmerksamkeitsdefizit inzwischen ist. greifen wir das phänomen doch einmal auf: dies ist eine schreibanregung zu „nervösen geschichten“.

zu beginn werden alle schreibgruppenteilnehmerInnen eingeladen, für sich stichwortartig zu notieren, was sie nervös macht. dann wird eine begebenheit, sache oder ein gedanke ausgewählt und in einem kurzen text beschrieben (maximal zwei seiten). die texte werden in der schreibgruppe vorgestellt.

aus den vorgestellten nevös-macherInnen und der eigenen liste wird abermals ein vorschlag ausgewählt. nun schreiben die teilnehmerInnen einen gedanklichen monolog eines menschen, der nervös ist. dabei soll der ausgewählte nervös-macher im vordergrund stehen. schon das hören der texte soll nervös machen. anschließend werden die texte vorgetragen und es wird in einer feedbackrunde diskutiert, welche techniken angewandt wurden, um den gedanklichen monolog nervös erscheinen zu lassen.

wenn alle schreibgruppenteilnehmerInnen nach dem hören der monologe nervös genug sind, dann kann man sich der ausführlicheren schreibübung zuwenden. es soll eine geschichte geschrieben werden, in der die nervosität im vordergrund steht. mindestens eine person in der geschichte muss nervös sein, es kann sich aber auch um eine ganze gruppe handeln. wichtig ist bei dieser schreibübung, dass die nervosität sich im text wiederfindet. und als zweite vorgabe an die schreibenden: die nervosität soll eine wichtige rolle in der handlung spielen. das kann zum beispiel über fehlhandlungen aufgrund großer nervosität dargestellt werden. es kann zwei menschen in der kommunikation sich verwirren und verstricken lassen, da sie beide so nervös sind. es kann dargestellt werden, wie zunehmende nervosität ein umfeld auf distanz gehen lässt und vieles mehr. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde statt.

zum abschluss notieren nun alle schreibgruppenteilnehmerInnen jeweils drei techniken, um nervosität abzubauen und sich zu entspannen. die techniken werden kurz beschrieben. alle vorgestellten techniken werden nach dem treffen der gruppe von der gruppenleitung zusammengeschrieben und den teilnehmerInnen ausgehändigt. wenn sie einmal nervös werden sollten und der emotionale zustand stört, dann haben sie alle eine schöne sammlung an entspannenden techniken, auf die sie zurückgreifen können.

alle 378 schreibideen dieses blogs können auch gebündelt in einem extra-blog nachgelesen werden: http://schreibideen.schreibboutique.de .

ACHTUNG! zeitänderungen im sommer-programm der schreibboutique christof zirkel

Schreibwoche: Kreative Sommer-Schreibwerkstatt in und mit Berlin
16.07. bis 20.07.2012. 5 Tage (Montag, Dienstag, Donnerstag 11.00 – 16.00 Uhr, Mittwoch 11.00 – 15.00 Uhr, Freitag 11.00 – 17.00 Uhr – gesamt: 25 Stunden)

Seminar: 1- Ein Einstieg in das Wissenschaftliche Schreiben
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 17.00 – 19.00 UhrZEITÄNDERUNG; 2-stündig; wöchentlich)

Seminar: 2 – Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit
Ab 24.07.2012. 5 Termine (dienstags, 19.00 – 21.00 UhrZEITÄNDERUNG; 2-stündig; wöchentlich)

Schreibgruppe: „Ich bin schwul und noch viel mehr …“ – Biografisches Schreiben für schwule Männer ab 40
Ab 02.08.2012. 10 Termine (donnerstags, 18.00 – 21.00 Uhr; 3-stündig; wöchentlich)

Schreibwochenende: Einstieg ins Biografische Schreiben
17.08. bis 19.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Schreibwochenende: Einstieg ins Kreative Schreiben
24.08. bis 26.08.2012. 3 Tage (Freitag 15.00 – 19.00 Uhr, Samstag 12.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 16.00 Uhr – gesamt: 15 Stunden)

Schreibgruppe: Frei-Schreiben – Das Leben gelassener gestalten
Ab 01.09.2012. 5 Termine (samstags, 15.00 – 18.00 UhrZEITÄNDERUNG; 3-stündig; wöchentlich)

Weitere Informationen zu den Angeboten werden in nächster Zeit auf der Homepage http://schreibboutique.de veröffentlicht

Ständiges Angebot der SchreibBoutique Christof Zirkel

Schreibberatung für AkademikerInnen oder andere Menschen in Schreibkrisen: siehe unter http://schreibboutique.de/schreibberatung/ oder per Mail beratung@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Das Leben erzählen“ – eine offene Schreibgruppe für Biografisches Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/biografisches-schreiben/ oder per Mail biografie@schreibboutique.de

Schreibgruppe: „„Kreativ – Kribbelnd – Krass“ – eine offene Schreibgruppe für Kreatives Schreiben
Wöchentlich. Weitere Informationen siehe unter http://schreibboutique.de/kreatives-schreiben/ oder per Mail kreativ@schreibboutique.de

Gruppe: „LeseZirkel – Gemeinsam Bücher lesen und besprechen“
Ab Juli 2012. Weitere Informationen siehe unter „Neue Zeiten für den LeseZirkel“ oder per Mail info@schreibboutique.de
Termine in diesem Jahr: 16.07., 20.08., 17.09., 15.10., 19.11., 17.12.

schreibidee (377)

texte haben einen anfang und ein ende, dazwischen passiert etwas. manchmal passiert mehr, manchmal weniger. es gibt menschen, die lesen nach den ersten zeilen eines buches, erst einmal den schluss. auch wenn ich mir das gar nicht vorstellen kann und das gefühl hätte, dass die spannung genommen wird, aber bedeutungsvoll als rahmung des inhalts sind anfang und schluss. dieses mal soll vollständigen texten eine füllung verpasst werden – der vorhandene text wird selber zu anfang und schluss. eine schreibanregung zu „sandwich-texten“.

zu beginn der schreibgruppe werden von den teilnehmerInnen passende texte ausgewählt. das können zeitungsartikel, kurze geschichten, anzeigen, gebrauchsanweisungen oder ähnliches sein. die texte werden gesammelt und anschließend wird gelost, wer welchen text bekommt. nun wählen die teilnehmerInnen für den ihnen vorliegenden text die stelle aus, an der der „sandwich-belag“ eingefügt werden soll. die texte werden an die linken nachbarInnen weitergegeben.

im nächsten schritt werden in die vorliegenden texte kleine geschichten oder ereignisse als belag eingefügt. wie dies umgesetzt wird, bleibt den schreibenden überlassen: es können bezüge zum vorliegenden text hergestellt werden, es kann aber auch collagierend mit den brüchen gearbeitet werden. ist der belag fertig werden die texte abermals nach links weitergegeben, denn neben wurst, käse, fleisch oder dergleichen mehr, bekommen sandwiches noch ein wenig gemüse mit auf den weg (salat, tomate, gurke usw.).

nun dürfen die schreibenden den ihnen vorliegenden texten noch eine dünne schicht am anfang und ende der einschübe (des belags) verpassen. ist dies abgeschlossen werden die texte abermals weitergegeben. zum krönenden abschluss wird den sandwiches noch ein dressing, eine soße oder paste hinzugefügt. dabei handelt es sich um eine geschmacklich intensive und alles verbindende sprache.

das bedeutet die schreibenden überarbeiten den einschub in den originaltext noch ein wenig sprachlich, geben eine eigene note hinzu, verändern kleinigkeiten und würzen das geschriebene. dann ist der sandwicht-text fertig und kann verspeist werden. dazu werden die entstandenen gemeinschaftstexte in der schreibgruppe vorgetragen und es findet eine feedbackrunde (ein geschmacksurteil) statt.

die schreibidee kann mit einem wirklichen picknick und dem essen von sandwiches verbunden werden. es kann nicht nur mit zwei umfassenden textabschnitten gearbeitet werden, sondern zwei oder drei einschübe gemeinsam verfasst werden. es können vorgaben für die zutaten gemacht werden und vieles mehr. interessant ist am schluss, wie weit die neuen texte von den ausgangstexten abweichen und wie weit etwas ganz neues entstanden ist.

schreibidee (376)

schreibgruppen sind von der altersstruktur her oft sehr gemischt. das ermöglicht eine spannenden austausch zwischen verschiedenen generationen. dabei geht es nicht nur um die jeweiligen biografien oder erlebnisse, sondern es geht auch um das konzept von alter und altern. darum eine schreibanregung zu „alterungstexten“.

die schreibgruppenteilnehmerInnen werden angeregt, darüber zu schreiben, wie sie sich ihr leben im alter von 70 jahren vorstellen (sollten 70-jährige oder ältere teilnehmerInnen in der gruppe sein, können sie einen realistischen text, wie ihr leben mit 70 jahren ist / war, schreiben). der text sollte maximal zwei seiten umfassen. die texte werden gegenseitig vorgestellt und es findet statt einer feedbackrunde eine kleine diskussion zu den vor- und nachteilen des alterns statt.

anschließend erstellen alle teilnehmerInnen ein cluster zum „altern“. hierbei gibt es keine vorgaben, weshalb sich die assoziationen nicht ausschließlich um persönliche einstellungen zum altern drehen müssen. anschließend wird eine kurze geschichte des alterns geschrieben. die geschichten werden in der schreibgruppe vorgetragen. es findet eine kurze feedbackrunde statt.

als letzte vorarbeit für einen längeren text wird eine ausblick in jahrzehnten notiert. dazu schreiben die schreibgruppenteilnehmerInnen maximal 10 zeilen zu der frage „wie sieht die welt in 10 (20, 30, 40, 50) jahren aus?“. anschließend wird eine längere geschichte geschrieben, in der die jahrzehnte durchschritten werden sollen. wie dies umgesetzt wird, ob biografische gedanken oder eine begebenheit, die sich über 50 jahre erstreckt, verfolg wird, bleibt den schreibgruppenteilnehmerInnen überlassen. man kann auch über fiktive tagebucheinträge eine geschichte entstehen lassen oder anhand der mode die jahrzehnte durchschreiten, man kann jemand einen rückblick anstellen lassen oder den weltuntergang herbeischreiben.

zum abschluss werden die geschichten vorgetragen und es findet eine ausführliche feedbackrunde dazu statt, wie der prozess der alterung dargestellt wurde. und wenn lust besteht, dann kann zum endgültigen abschluss noch kurz eine liste mit fünf punkten erstellt werden, was man, wenn man wieder jung wäre, anders gemacht hätte.