Schlagwort-Archive: schreibkompetenz

schreibberatung und lust

die schreibberatung ist in erster linie keine lustvolle angelegenheit, da sie erst bei schwierigkeiten und problemen zum tragen kommt. aber die schreibberatung kann eventuell die lust am schreiben überhaupt reaktivieren. denn irgendwann hatten wir beinahe alle einmal große lust, das schreiben zu lernen und anzuwenden.

meist versuchen kinder durch nachahmung der erwachsenen, mehr teilhabe an deren welt zu erlangen. und wie stolz waren wir alle, als wir das erste mal unseren eigenen namen selber schreiben konnten. auch als man uns das erste mal ein buch nicht mehr vorlesen musste, sondern wir es selber lesen konnten. kinder entdecken die welt, um besser über sie verfügen zu können.

diese kindliche eigenschaft kann man sich erhalten, wenn man versucht, den eigenen interessen zu folgen und schritt für schritt mehr über die eigenen lebensbedingungen zu verfügen. schreiben ist eine kompetenz, die einem dabei hilft (ob kindlich oder nicht), die eigene welt zu erfassen, kommunizieren zu können, einen ausdruck für die eigene situation zu finden und bei vielem mehr. das stete aneigenen von fähigkeiten und das ausbauen der kompetenzen kann zu einem lustvollen gefühl führen. wir menschen fühlen dann, dass wir mehr und mehr verfügung über unsere lebensbedingungen erlangen und eigene bedürfnisse dadurch befriedigen können.

doch leider machen viele bei der entwicklung ihrer schreibkompetenz in der schule und zuhause unangenehme erfahrungen. schreiben wird oft (auch heute noch) an der fehlerfreien schreibweise und Weiterlesen

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schreibpädagogik und ziele

welche ziele hat die schreibpädagogik? darauf gibt es keine klare antwort, aber schön dass das wort „ziel“ schon im plural da steht. denn da die schreibpädagogik kein klar umrissenes teilgebiet der pädagogik ist, sondern sich nur aus den wörtern „schreiben“ und „pädagogik“ zusammensetzt, bietet die unklarheit viel spielraum. man kann unter schreibpädagogik peer-education zwischen schreiben-wollenden und schon länger schreibenden verstehen, man kann darunter die anleitung von schreibgruppen verstehen, aber manche verstehen darunter auch, das „richtig“ schreiben lernen.

darum unterscheiden sich die ziele bei allen „schreibpädagogInnen“ auch gehörig. die einen wollen die kreative ader durch das schreiben bei anderen wecken. andere wollen eine schreibentwicklung durch stetiges feedback fördern. wieder andere legen großen wert auf den richtigen schreibstil, auf eine klare und ausdrucksstarke sprache und lehren diese schreibformen. gemeinsames ziel aller pädagogischen maßnahmen ist eine veränderung des schreibprozesses. gemein ist ihnen auch noch, dass das schreiben in der folge leichter fallen soll, keine große hürde mehr darstellt und der ausdruck sich verändert, letztendlich sich verbessert.

auch allen vorstellungen gemein ist die annahme, dass autoritäre oder streng strukturierte lehrmethoden, kaum einen positiven effekt auf das schreiben haben können. die entdeckung des spaßes am schreiben steht im vordergrund. denn etwas erfolgreich formuliert zu haben, Weiterlesen

schreibpädagogik und schreibkompetenzen

schreibgruppen bieten für alle teilnehmerInnen die chance, die eigenen schreibkompetenzen stück für stück zu erweitern. dies ist zum einen eine frage der zeit und zum anderen eine frage der wahrnehmung. schreibgruppen, die über einen längeren zeitraum stattfinden, bieten die größten chancen einer sukzessiven veränderung im schreiben und schreibverhalten.

am anfang steht bei schreibgruppen, vor allen dingen für menschen, die das erste mal teilnehmen, der „aha-effekt“ oder das erstaunen darüber, was man alles zustande bringt. seltener wird die weitere eigene entwicklung beobachtet. dass sich die eigenen texte beständig verbessern, dass das schreiben immer leichter von der hand geht, dass die ideenfindung unkomplizierter funktioniert und dass sich teilweise die schreibgeschwindigkeit erhöht.

um den blick für diese entwicklungen zu schärfen, kann man die teilnehmerInnen entweder dazu einladen, alte und neuere texte miteinander zu vergleichen. oder man fordert sowohl beim ersten oder zweiten ‚treffen einer schreibgruppe die teilnehmerInnen dazu auf, eine selbstreflexion über den schreibprozess zu verfassen, und das gleiche noch einmal gegen ende der durchlaufenen schreibgruppe. diese beiden texte können miteinander verglichen werden.

das angenehme an der erweiterung von schreibkompetenzen ist es, dass dieser prozess schwer wieder rückgängig zu machen ist. gut man hält die erlernten kompetenzen eher frisch, wenn man konsequent regelmäßig weiterschreibt. doch selbst bei langen pausen zwischen der schreibgruppe und späteren versuchen des schreibens, stellt sich wie beim fahrradfahren heraus, dass man das gelernte schnell wieder anwenden kann. diese tatsache bedeutet, dass es empfehlenswert ist, bei der durchführung von schreibgruppen immer auch die weiterentwicklung von schreibkompetenzen zu thematisieren. das lässt sich sogar in einer unterhaltsamen freizeit-schreibgruppe des kreativen schreibens verwirklichen.