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schreibpädagogik und ziele

welche ziele hat die schreibpädagogik? darauf gibt es keine klare antwort, aber schön dass das wort „ziel“ schon im plural da steht. denn da die schreibpädagogik kein klar umrissenes teilgebiet der pädagogik ist, sondern sich nur aus den wörtern „schreiben“ und „pädagogik“ zusammensetzt, bietet die unklarheit viel spielraum. man kann unter schreibpädagogik peer-education zwischen schreiben-wollenden und schon länger schreibenden verstehen, man kann darunter die anleitung von schreibgruppen verstehen, aber manche verstehen darunter auch, das „richtig“ schreiben lernen.

darum unterscheiden sich die ziele bei allen „schreibpädagogInnen“ auch gehörig. die einen wollen die kreative ader durch das schreiben bei anderen wecken. andere wollen eine schreibentwicklung durch stetiges feedback fördern. wieder andere legen großen wert auf den richtigen schreibstil, auf eine klare und ausdrucksstarke sprache und lehren diese schreibformen. gemeinsames ziel aller pädagogischen maßnahmen ist eine veränderung des schreibprozesses. gemein ist ihnen auch noch, dass das schreiben in der folge leichter fallen soll, keine große hürde mehr darstellt und der ausdruck sich verändert, letztendlich sich verbessert.

auch allen vorstellungen gemein ist die annahme, dass autoritäre oder streng strukturierte lehrmethoden, kaum einen positiven effekt auf das schreiben haben können. die entdeckung des spaßes am schreiben steht im vordergrund. denn etwas erfolgreich formuliert zu haben, Weiterlesen

schreibpädagogik und die förderung der schreiblust

kinder möchten immer gern lernen, was die erwachsenen können. so eignen sie sich schon als kleinkinder die sprache ihres umfelds an, teilweise auch die redewendungen der erwachsenen. anschließend versuchen sie sich gern darin, das schreiben zu erlernen, damit sie die geschichten ihrer bilderbücher irgendwann selber lesen können. es geht auch schon bei kindern darum, mehr teilhabe an der verfügung über das eigene leben zu haben.

doch leider kommt dann oft genug die schule dazwischen, die vielen kindern, sowohl das schreiben als auch das lesen verleidet. so führen diktate, schönschreiben und vor allen dingen vorlesen, nicht selten dazu, dass jemand später in seiner freizeit kaum mehr zum stift greift, geschweige denn ein buch liest. der computer hat die situation bei manchen jugendlichen und erwachsenen verändert. sie schreiben plötzlich wieder, sei es eine sms, sei es twittern oder mails und bloggen, es wird geschrieben ohne ende.

die schreibpädagogik kann nur eines in diesem zusammenhang leisten: die lust oder den bedarf am schreiben aufgreifen und ausbauen. dabei ist vor allen dingen darauf zu achten, aus lust nicht frust zu machen. noch schwerer ist es aus frust wieder lust auf das schreiben zu verursachen. doch wie dies bewerkstelligen?

am einfachsten scheint es, die schreibregeln und -konventionen erst einmal außen vor zu lassen. dies bedeutet nicht, dass bestimmte absprachen beim schreiben vollständig unter den tisch fallen gelassen werden können, da sonst die texte nicht mehr zu verstehen sind. es bedeutet aber, erst einmal ins schreiben zu kommen, um dann die texte stück für stück im laufe der zeit zu verbessern. um diesen schritt des „ich möchte mich gern schriftlich ausdrücken können“ zu schaffen, sollten die hürden für den einstieg nicht zu hoch sein. denn jeder mensch kann schreiben (sofern er es einmal ansatzweise in seinem leben gelernt hat). der vorteil der schreibpädagogik ist es, dass im anschluss nicht benotet wird, sondern die wirkung der texte in der gruppe betrachtet werden.

also kann man schon mit kindern und jugendlichen versuchen, einen schriftlichen ausdruck für das erlebte oder fantasierte zu suchen. aber auch erwachsene brauchen erst einmal kleine erfolgserlebnisse, dass das, was sie zu papier bringen, auch in ihren augen bestand hat. Weiterlesen