Schlagwort-Archive: schreibprobleme

schreibberatung und arbeit

die schreibberatung ist eine stete gratwanderung zwischen der vermittlung eines entspannteren schreibens und dem hinweis, dass schreiben auch immer arbeit bedeutet. menschen suchen die schreibberatung meist auf, da das schreiben für sie zur qual geworden ist oder überhaupt nicht funktioniert. hier ist es an den beraterInnen eine einfachere, direktere vorgehensweise beim schreiben zu vermitteln und den positiven lerneffekt auszulösen, dass schreiben nicht so anstrengend sein muss, wie man es sich bisher vorgestellt hat.

doch gleichzeitig steckt hinter dem flüssigen und entspannten schreiben doch wieder eine „anstrengung“, nämlich die regelmäßige übung, also in den augen vieler klientInnen eben doch arbeit. und damit ist es in vielen zusammenhängen noch nicht getan: im anschluss muss der entstandene text oft noch überarbeitet werden. der zeitaufwand für das überarbeiten ist nicht zu unterschätzen. darum sollte man in beratungen eine zweiteilung vornehmen.

schreiben ist wie rechnen oder lesen nicht frei von arbeit, aber die arbeit kann entspannter vollzogen werden, da der text oder die geschichte nicht von anfang an perfekt sein muss, sondern der einstieg ins schreiben ein spielerischerer ist. es wird also erst einmal „drauflos geschrieben“. der gedanke, jeden text noch einmal überarbeiten zu können, lässt einen beruhigter in den schreibprozess einsteigen. doch das überarbeiten kostet natürlich zeit. es wäre ein trugschluss, zu glauben, schreiben würde keine zeit kosten. und man kann auch nicht versprechen, dass am anfang, wenn man noch nicht viel übung hat, diese form des schreibens schneller geht.

man kann nur versprechen, dass das gefühl einer qual oder die inneren blockaden im laufe der zeit verloren gehen. es geht also erst einmal um die qualitativen aspekte des schreibprozesses. erst im im zweiten schritt, im laufe der zeit, reduziert sich dann auch der arbeitsaufwand. es fällt bei entspannterem schreiben leichter, für den text die richtigen worte zu finden. das bedeutet, dass nachbesserungen und überarbeitungen abnehmen. es bedeutet aber nicht, dass dies Weiterlesen

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wie man den spass am schreiben abgewöhnt (12)

alles aufräumen

dieser beitrag ist nun der übergang zu den selbstverursachten abgewöhnungsstrategien. sie hängen natürlich mit den bisher gemachten erfahrungen in bezug auf das schreiben und den schreibprozess zusammen. sie stehen nicht für sich allein im raum und entspringen einer persönlichen laune. „alles aufräumen“ ist eine vorgehensweise, um den einstieg ins schreiben zu umgehen, zu verhindern und teilweise selbst zu boykottieren. daher wird das vorgehen selten positiv erlebt, sondern eher als belastung, die man nicht abstellen kann.

doch erst einmal eine typisierung: es gibt zwei arbeitstypen unter den menschen: die einen, die früh mit einer aufgabe anfangen, sie für sich strukturieren und planen und das ziel konsequent verfolgen. und dann gibt es den arbeitstypen, der die besten und effektivsten ergebnisse erreicht, wenn er auf den letzten drücker handelt und arbeitet. zwischen den beiden polen von arbeitstypen gibt es viele unterschiedliche varianten an arbeitsstrategien. doch die meisten menschen tendieren in eine der beiden richtungen.

beide arbeitstypen kommen am ziel an, beide liefern die geforderte arbeit ab und beide haben die gleiche zeit zur verfügung. es gibt also qualitativ im ergebnis keinen unterschied. und ganz wichtig, es gibt auch keinen bewertung, welche arbeitsweise besser oder schlechter ist. allein die emotionale befindlichkeit kann für den einzelnen menschen ein kriterium sein. wann wird der arbeitsprozess (schreibprozess) oder der einstieg in den arbeitsprozess (einstieg in den schreibprozess) quälend und unangenehm? dann sollte man einen blick darauf werfen, welche form des arbeitens man bevorzugt. denn: weiß man, wie man am liebsten arbeitet, bekommt man auch kein schlechtes gewissen oder zweifel, ob das alles so richtig ist, wie man das gerade handhabt.

womit ich beim „aufräumen“ bin: wenn ich weiß, dass ich am effektivsten arbeite, wenn ich auf den letzten drücker arbeite, dann muss ich mir in der zeit vorher keine ausreden überlegen, warum ich nicht schon am schreibtisch sitze und schreibe. also kann ich es sein lassen mit den ausweichhandlungen, wie das aufräumen der wohnung. weiß ich aber, dass ich eine klare struktur brauche, dann kann ich mir einen zeitplan erstellen, der für mich bindend wird. in diesen plan kann ich schon meine ausweichhandlungen einbauen, wenn ich weiß, dass ich eine unangenehme aufgabe vor mir habe. ich gebe mir pro tag zum beispiel zwei stunden zeit, die wohnung aufzuräumen. ist dies erledigt, setze ich mich entspannter ans schreiben und verurteile mich nicht für meine ausweichhandlungen.

man gewöhnt sich das schreiben eher dadurch ab, dass man der meinung ist, ausweichhandlungen seien sehr verwerflich. dabei kennt beinahe jeder mensch die situation, plötzlich fenster zu putzen, obwohl eine hausarbeit geschrieben werden sollte. geben sie den ausweichhandlungen und ihren arbeitsweisen genug raum und zeit, und vieles wird Weiterlesen

wissenschaftliches schreiben und alter

lebenslanges lernen wird zur zeit an allen ecken propagiert. das ist eine schöne sache, wenn es nicht in die erwartung eingebunden ist, damit seinen gesellschaftlichen wert zu beziffern. wer möchte kann auch im alter noch lerninteressen folgen und sich weiter mit für einen persönlich spannenden themen auseinandersetzen. doch es sollte der persönliche spaß im vordergrund stehen und nicht irgendeine schon wieder von außen formulierte erwartung.

um dem wissenschaftlichen lernen eine chance zu geben, haben viele hochschulen inzwischen ihre veranstaltungen den seniorInnen geöffnet. teilweise sind studiengebühren zu entrichten, etliche veranstaltungen oder vorträge können auch ohne weitere kosten besucht werden. so bietet die freie universität in berlin zum beispiel die „gasthörercard“ und viele andere möglichkeiten, an den neuen erkenntnissen der hochschule teilzuhaben (siehe: http://www.fu-berlin.de/sites/weiterbildung/gasthoerercard/index.html ).

aber man kann sich auch entscheiden, im alter noch den doktor zu machen, also zu promovieren. es ist heute nicht mehr ganz so einfach, wie früher, da inzwischen auch promotionen durch verordnungen und zeitfenster streng geregelt sind. aber der versuch, sich nach doktorvätern umzuschauen und aus beruflichem wissen vielleicht eine wissenschaftliche arbeit zu machen, ist es wert. mit großer wahrscheinlichkeit lassen sich wege finden.

ältere menschen werden dann meist ebenso wie jüngere menschen feststellen, dass sie sich beim wissenschaftlichen schreiben in identischen schwierigkeiten wiederfinden können. sicherlich kommen „aufschieberitis“ und schreibkrisen seltener vor, wenn das schreiben einer wissenschaftlichen arbeit nicht mehr der existenzsicherung dient, sondern den eigenen interessen folgt. doch wer glaubt, dass hohe ansprüche an sich selbst oder der ehrgeiz eine Weiterlesen

schreibberatung und haltung

beratungen sind eine gratwanderung, was den austausch von persönlichem angeht. auch in der schreibberatung müssen die beraterInnen einen weg finden, nicht als abweisende, herzlose menschen zu wirken, aber gleichzeitig auch nicht zu viel persönliches einfließen zu lassen. es geht hierbei nicht darum, dass privates bei der arbeit nichts verloren hätte, sondern es geht um die spezielle situation bei beratungen.

wer schon öfter beraten hat, kennt die frage von klientInnen, wie man denn selber bestimmte probleme oder schwierigkeiten angehe. dabei möchten klientInnen einen nicht persönlich näher kennenlernen, sondern sie würden gern von „vorbildern“ lernen. man muss sich in diesem moment bewusst machen, dass jemand vor einem sitzt, der oder die sich gerade in einer situation befindet, in der sie nicht mehr weiter wissen. da kann es eine gute orientierung sein, zu schauen, wie andere menschen mit dem alltag (oder eben dem schreiben umgehen).

auch dagegen würde noch nichts sprechen, wenn menschen nicht so individuell wären. das heisst, die brauchbare handlungsmöglichkeit für den einen menschen ist noch lange nicht für den anderen menschen sinnvoll. aber die bereitschaft, dies in einer schwierigen situation zu glauben ist recht hoch. welche haltung nimmt man gegenüber zu diesem problem ein? wenn ich diese haltung auch einnehme, dann verschwinden die schwierigkeiten.

wenn man die frage nach der eigenen haltung barsch zurückweist, um das beratende setting aufrecht zu erhalten, dann mystifiziert man die problemlösungen schnell. gibt man die eigene haltung preis erhält man schnell eine vorbildrolle. darum ist es sinnvoll, bevor man eigenes vorgehen schildert, immer wieder zu betonen, dass für jede (schreib)schwierigkeit oder (schreib)krise gemeinsam spezielle lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden können.

und doch kann es manchmal hilfreich sein, von klientInnen eine vorbild-funktion zugeschrieben zu bekommen. als beraterInnen sollte man dies aber thematisieren. so kann man zum beispiel nachfragen, Weiterlesen

wie man den spass am schreiben abgewöhnt (02)

fieses feedback

es gibt gruppen, die sich treffen, um gegenseitig texte vorzulesen. das kann erst einmal schön sein. doch in manchen gruppen gilt der ehrgeiz möglichst viele texte in grund und boden zu stampfen, sich zu richterInnen des guten geschmacks zu machen. hier sind kritik und feedback meist nicht förderlich, sondern personalisierend und motivationshemmend. bei diesen gruppen handelt es sich schon um die fortgeschrittenen-variante des fiesen feedbacks.

es fängt oft im kleinen an. auch bei diesem thema kann ich nur wieder die schule heranziehen. dort machen wir alle meist die ersten erfahrungen mit ersten textkritiken. man schreibt aufsätze und die lehrerInnen suchen nicht nur schreibfehler, sondern kommentieren und benoten den geschriebenen beitrag. viele lehrerInnen sind so sensibel, die anfänge kreativer schreibprozesse förderlich zu kommentieren. doch leider kam es immer wieder vor, dass das feedback zu viel oder zu wenig potential bemängelte und somit ein urteil sprach, das einhergehend mit einer note, spuren hinterlässt.

so berichteten mir mehrere menschen, dass lehrerInnen den kindern vor allen dingen zu viel fantasie attestierten, die den rahmen eines schulaufsatzes sprengten. was heisst in diesem zusammenhang zu viel? da galoppieren die geschichten mit einem kind davon. man kann dies auch als großes potential verstehen, das im laufe der zeit in produktive bahnen gelenkt werden könnte. und so wird nicht die fantasie im keim erstickt.

oder es wird jemandem bescheinigt, dass er in den naturwissenschaftlichen fächern ja prima sei, aber die aufsätze einfach zu kurz wären. auch hier wird nicht vorgeschlagen, einmal verschiedene formen der verdichtung auszuprobieren oder mit einer schreibtechnik nachdem alles geschrieben ist, zwischen zwei sätze immer einen weiteren satz einzuflechten und mal zu schauen, was dabei herauskommt.

abseits der schule gibt es die fiesen feedbacks jedoch ebenso. wenn sich ein kind sehr für das schreiben interessiert und überlegt, eigene texte zu veröffentlichen, dann wächst die angst vieler eltern exponentiell an, das kind könne auf die idee kommen, schriftstellerIn zu werden. das muss in den augen vieler erziehungsberechtigter verhindert werden, handelt es sich doch um einen brotlosen und etwas abseitigen berufswunsch. also wird das schreiben in der textkritik strategisch madig gemacht. es wird an den kompetenzen zur veröffentlichung von texten gezweifelt.

ähnliches kann man im berufsleben erleben, wenn man einen etwas lebhaftere, blumige sprache wählt, wenn jemand gern nebenher geschichten oder romane schreibt, wenn jemand überhaupt signalisiert lust am (kreativen) schreiben zu haben. auch diese aussagen werden gern in lächerliche gezogen. die texte werden unerbittlich einer geschäftsfähigkeitsprüfung unterzogen und alle anderen bestrebungen ignoriert.

womit ich zum schluss wieder bei den textkritiken in gruppen „gleichgesinnter“ lande. auch im internet ist in den foren für schreiblustige zu lesen, wie unverhältnismäßig manche kritik daherkommt. es wird nicht die wirkung des textes auf einen selbst diskutiert, sondern es werden wieder noten mit punkten, sternchen oder ziffern erstellt. es wird ein ranking erstellt. leider wird in den seltensten fällen wirklich zum text passend argumentiert. auch hier ist das feedback einfach nicht förderlich. schade, dass dies noch nicht einmal in kreisen von menschen geschieht, die große lust am schreiben haben.

die professionelle variante des fiesen feedbacks ist häufig die literaturkritik. erstaunlich, dass schreiben und geschriebenes solche widerstände verursacht. einzige lösung: sich davon in der eigenen schreiblust nicht behindern lassen.

schreibberatung und bürokratie

ganz gleich, ob man bürokratische dinge erledigen muss oder in einem bereich arbeitet, in dem die bürokratischen regeln zu vertreten sind, niemandem fällt es sehr leicht, die texte zu verfassen. uns allen fällt die sprache der absicherung und regelung schwer. doch wir kommen nicht darum herum, entsprechende texte zu verfassen. schreibberatung kann die sprache der texte kaum verändern, aber schreibberatung kann dabei helfen, dass sie einem etwas leichter von der hand gehen.

viele berufsgruppen müssen berichte oder anträge verfassen. diese anlässe sind für die schreibenden oft ein grund für beständiges aufschieben. und dann sitzt man vor dem weißen bildschirm und weiß nicht wie beginnen (wenn es keine strikten vorgaben gibt). gerade das bürokratische schreiben (teilweise kann auch das wissenschaftliche schreiben dazu gezählt werden) stellt für viele eine qual und hürde dar. doch wie diesen prozess auflockern.

zu allererst kann man mit hilfe des clusters, des freewritings oder anderer assoziationstechniken die wichtigsten aussagen, die man treffen möchte, herausarbeiten. es werden sich schnell stichpunkte ergeben, die nun in die entsprechende textform gegossen werden sollten. (übrigens kann man für sich regelmäßig wiederholende schreibaufgaben auch selber listen oder fragenkataloge erstellen, um die relevanten stichpunkte aufzulisten.)

nun geht es darum in einen schreibfluss zu kommen, der die eigentliche aufgabe ein wenig leichter macht. dazu bietet sich wiederum das freewriting an (fünf minuten frei schreiben kurz vor dem eigentlichen schreibprozess). in diesen freien text kann man auch all seine frustration oder hilflosigkeit packen, die es einem so schwer macht, den text zu verfassen. damit hat man sie schon einmal abgeladen und sich selber Weiterlesen

schreibberatung und bewusstes

beratungen haben zwei funktionen: zum einen den status quo differenziert zu betrachten und zum anderen handlungsmöglichkeiten für veränderungen zu erarbeiten. dabei kann es passieren, dass allein die aufschlüsselung des status quo plötzlich zu neuen erkenntnissen führt. es handelt sich um keine wunder, die in diesen momenten geschehen, sondern um die veränderung der blickwinkel und die bewusstwerdung einzelner aspekte.

man wusste zum beispiel schon immer, dass man bei anstehenden schreibaufgaben gern die küche von oben bis unten putzt und aufräumt, wäsche wäscht oder liegengebliebenes in aktenordner sortiert, nur um nicht den schreibprozess zu starten. bis zur schreibberatung war einem aber nicht bewusst, welche mechanismen einen eigentlich dazu bringen, dem schreiben so sehr auszuweichen.

doch wenn man anfängt aufzulisten, welche momente zu den ausweichhandlungen führen, wenn man sich in diesen momenten notiert, was man gerade denkt und wenn man über die angst, einen text zu verfassen, selbstreflexionen schreibt, dann schlüsseln sich oft die mechanismen stück für stück auf und man kann gegensteuern. da werden einem zum beispiel negative erwartungen, die man durch schule und erziehung erfahren hat, bewusster. oder man erkennt die momente, in denen die ausweichhandlungen starten, man weiß um die ganz konkreten auslöser und kann sie das nächste mal umgehen.

für diese entwicklungen in einer beratung bedarf es also keiner besonderen tricks oder geheimnisvoller mechanismen. es bedarf nur einer neutralen person, die von außen die angemessenen und konkreten fragen stellt, um sich seiner selbst bewusster zu werden. im nachhinein wundern sich viele menschen, weshalb sie nicht selber auf diese fragen gekommen sind, warum es ihnen nicht von allein bewusst wurde, wie sie ihren ausweichhandlungen ausweichen können.

und in diesen momenten kommt wieder das verdrängen ins spiel, dass ja auch einen schutz darstellt. wir schützen uns vor der „wahrheit“ oder Weiterlesen

ab 10ten april seminar zum schreiben einer wissenschaftllichen abschlussarbeit

Ob Master-, manche noch Diplom- und Magisterarbeit oder ob Doktorarbeit, manchmal gerät man in die Situation, nicht zu wissen, wie man beginnen soll. Oder es stellt sich die Frage, wie man einen regelmäßigen Schreibfluss beibehalten kann, wo der rote Faden ist, wie die Struktur der wissenschaftlichen Arbeit am sinnvollsten ist und vieles mehr. Dann kann dieses Seminar der SchreibBoutique Christof Zirkel ab Anfang April 2012 mit fünf jeweils 3-stündigen Treffen bestimmt weiterhelfen. Es werden Arbeits- und Schreibtechniken vermittelt, die das Verfassen von Abschlussarbeiten erleichtern. Zudem steht Raum zur Klärung persönlicher Schwierigkeiten beim Schreiben zur Verfügung.
Hier die Daten zum Seminar:

Termine: 10./17./24.04., 08./15.05.2012 (dienstags 17.00 – 20.00 Uhr)
Ort: SchreibBoutique Christof Zirkel, Heesestr. 6, 12169 Berlin
Informationen: http://schreibboutique.de/wissenschaftliches-schreiben/
Teilnehmerzahl: Maximal 10 TeilnehmerInnen
Rückfragen / Anmeldung: Mail: info@schreibboutique.de

Aber auch hier im Blog sind viele Gedanken und Anregungen zum Wissenschaftlichen Schreiben zu finden. Einfach in die Suchfunktion die Worte „wissenschaftliches schreiben und“ eingeben und schon werden die Posts zum Thema angezeigt. Vielleicht helfen ja einzelne Gedanken weiter. Außerdem finden sich unter obigem Link auf der Homepage der SchreibBoutique neben der Seminarankündigungen weitere Infos.

web 2.84 – bremer schreibcoach

so wünscht man sich die verwendung des internets bei fragen und problemen: als verschachtelten abfragekatalog mit hilfreichen tipps. eigentlich muss man beim „bremer schreibcoach der uni bremen“ immer nur mit „ja“ oder „nein“ auf die gestellten fragen antworten. antwortet man mit „ja“, sollte man das angebot anklicken. so wird man stück für stück durch die eigene schreibproblematik geleitet und landet am schluss bei vorschlägen und übungen.

besonders gut gefallen mir die anleitungen zur selbstreflexion zum schreibprozess. natürlich liegen bei einer universität die schwerpunkte auf dem wissenschaftlichen schreiben, aber trotzdem kann man den „schreibcoach“ auch zweckentfremden für andere schreibprozesse und -projekte. was auch noch freude macht: nicht nur der pure schreibprozess wird beleuchtet, auch die verwendung der schreibwerkzeuge. da werden vorschläge für das textverarbeitungsprogramm gemacht, ebenso wie für das lernen des schreibmaschine schreibens.

der bremer schreibcoach zeigt, wie einfach sich ein content-management-system in eine strukturierte datenbank mit vielen informationen umwandeln lässt und wie durch richtige fragestellungen beinahe alle schreibprobleme thematisiert werden können. dies ersetzt zwar immer noch nicht das „face-to-face“-gespräch mit beraterInnen, aber wenn dies parallel angeboten wird, wie in bremen, dann ist die eine hervorragende versorgung für akademikerInnen (und könnte es sicherlich auch für alle anderen menschen sein, wenn man so eine homepage noch um manche fragestellung erweitert).

also eine empfehlenswerte hilfe, die man hier finden kann: http://www.bremer-schreibcoach.uni-bremen.de/cms/ .

schreibberatung und diskurs

ratsuchende erhoffen sich manchmal von einer beratung, dass die beratenden schnell eine lösung für ihre problematiken und schwierigkeiten parat haben. bei einzelnen fragestellungen ist dies gut möglich. doch meist ist es notwendig, die gründe für schwierigkeiten einzukreisen, aus der subjektiven sicht geschildert zu bekommen und gemeinsam nach lösungs- und handlungsmöglichkeiten zu suchen.

dazu bedarf es des nachfragens und der diskussion. während einer beratung wäre also ein ratsuchender mit einer klaren haltung zu den möglichkeiten ideal. davon sollte man aber nicht ausgehen. wäre die haltung zur problematik eindeutig, wäre mit großer wahrscheinlichkeit auch keine beratung notwendig. darum geht es ja: durch nachfragen, durch ein für und wider, durch analysen und bewertungen einen weg zur verbesserung der situation zu finden.

gerade bei der analyse der aktuellen situation und schwierigkeit kann eine beratung nur über die fragestellung, ob man das geschilderte richtig erfasst habe, und in der folge, ob die angesprochenen möglichkeiten vorstellbar sind, sinnvoll sein. denn die umsetzung der dargebotenen und gemeinsam erarbeiteten handlungen und lösungen liegen allein bei den klientInnen. dies sind dann die momente, in denen der diskurs not-wendig ist.

es ist also sinnvoll ratsuchende immer wieder zu ermuntern, möglichst offen und frei ihre position zu vertreten. es ist ebenso sinnvoll als beratende sich auf diesen diskurs einzulassen, auch wenn der einfach ratschlag leichter erscheint. denn, wie hier schon öfter erwähnt, schreitet ein einfacher ratschlag schnell über die interessen Weiterlesen

schreibpädagogik und helfen

die schreibpädagogik hat keinen helfenden, sondern eher eine lehrenden charakter. dies bedeutet, es finden anleitungen von schreibgruppen, kurse und seminare zum biografischen, kreativen, literarischen, szenischen, journalistischen oder wissenschaftlichen schreiben statt. hier wird wissen vermittelt und es werden übungen durchgeführt. aber man befindet sich weniger in der beratenden funktion als schreibpädagogInnen.

doch natürlich ergeben sich situationen, auch im pädagogischen kontext, in denen geholfen wird. es wird gerade beim schreiben und beim lernen von schreibtechniken ebenso zu schreibkrisen oder schreibblockaden bei einzelnen teilnehmerInnen kommen können, wie dies in den schreibberatungen verhandelt wird. darum kann es leicht passieren, dass teilnehmerInnen an die schreibgruppenleitung oder lehrenden herantreten und ihre problematiken schildern.

in diesen momenten sollte man gut abwägen, wie viel unterstützung man geben kann. sicherlich lassen sich in einem kurzen beratungsgespräch oder in einer sprechstunde hinweise, tipps und übungen aufzeigen, die den teilnehmerInnen mit schreibproblemen eventuell weiterhelfen können. doch man gerät als anleiterIn schnell in die ausführlichere beratungsrolle, wenn man sich nicht klar abgrenzt und auf weiterführende hilfen verweist. dies können natürlich auch hilfen sein, die man selber anbietet. doch beratungsgespräche zwischen tür und angel sind für niemanden hilfreich.

es lassen sich feste termine vereinbaren (unentgeltlich oder gegen eine gebühr). man kann auf andere unterstützende institutionen oder beraterInnen aufmerksam machen, an die sich die teilnehmerInnen selber wenden müssen. oder man gibt buchempfehlungen, die bei schreibschwierigkeiten weiterhelfen können. generell sollte man aber eine ahnung davon haben, in welcher form und aus welchen gründen Weiterlesen

schreibberatung und ordnung

nein, es geht hier nicht darum, dass der raum, in dem die schreibberatung stattfindet, ordentlich sein sollte. es geht eher darum, welche rolle „ordnung“ für menschen mit schreibproblemen oder in schreibkrisen spielt. es gibt zwei aspekte, die in großer regelmäßigkeit auftauchen: zum einen ist es eine sehr beliebte ausweichhandlung, um sich vor dem schreiben zu drücken. viele menschen fangen an, ihre wohnung aufzuräumen, zu putzen, dinge zu sortieren, die schon seit jahren rumliegen und dergleichen mehr. zum anderen sind die vorstellungen und bedürfnisse, wie der eigentliche schreibort aussehen sollte, sehr verschieden. vom kreativen chaos bis zum absolut leeren schreibtisch kann alles notwendig sein.

die schreibberatung greift mit großer wahrscheinlichkeit beide aspekte auf, wenn sich die jeweiligen zustände als problematisch erweisen. doch wie nun damit umgehen?

zuerst einmal zu den ausweichhandlungen. es ist zwar schön, wenn die wohnung oder arbeitsplatz tiptop aussehen, wenn aber gleichzeitig das blatt papier leer bleibt, erhöht sich der druck auf die schreibenden beständig. wie kann man sich nun selbst überlisten, um in den schreibfluss zu kommen? zum einen, sollte man seine ausweichhandlungen überhaupt erkennen. dabei kann die schreibberatung hilfreich sein, indem die beraterInnen nachfragen und aufzeigen, wie es einen immer wieder vom schreibort wegzieht.

nun kann gemeinsam überlegt werden, ob man schreiborte aufsuchen sollte, die einen nicht ablenken, an denen man also keine ordnung schaffen kann. oder ob man beim erkennen der kleinen fluchten, sich diese noch bewusster macht und unterbricht. Weiterlesen

schreibberatung und kommunikation

schreibberatung lebt, wie jede beratung von der kommunikation. das interessante bei schreibberatung könnte es sein, dass man die kommunikation schriftlich führt. so kann man zum beispiel klientInnen auffordern, ihre schwierigkeiten mit dem schreiben nicht nur zu berichten, sondern niederzuschreiben. ebenso können listen, texte oder auch gedichte erstellt werden, die zum beispiel den idealen schreibort beschreiben oder die ressourcen, die man in bezug auf das schreiben für sich vermutet.

diese schriftliche kommunikation bietet zwei chancen: zum einen ohne größere umwege in einen schreibprozess einzusteigen, der keine herausragenden leistungen oder erwartungen erfüllen sollte, sondern nur den status quo beschreibt. zum anderen fällt es manchen menschen leichter, ihre emotionen schriftlich darzustellen als sich mündlich ausdrücken zu müssen. man bietet also einen zusätzlichen kommunikationsweg an.

zusätzlich ist heutzutage in der schreibberatung immer öfter damit zur rechnen, dass die erste kontaktaufnahme und die ersten absprachen schriftlich verlaufen, da über das internet hergestellt. dies ist eigentlich schon der einstieg in die oben beschriebenen beispiele, denn die klientInnen sind aufgefordert ihr anliegen, schriftlich zu formulieren. pure online-beratung empfinde ich weiterhin als schwierig, da sehr aufwendig, um die schwierigkeiten einzukreisen und die lösungsmöglichkeiten zu suchen. wer nicht des schnellen tippens mächtig ist und nicht klar auf den punkt bringen kann, welche schwierigkeiten vorliegen, für den wird dieser prozess sehr anstrengend.

das eins-zu-eins-gespräch ist eine kommunikation, die es den beraterInnen ermöglicht, schneller und einfacher empathie zu entwickeln. das aushandeln der lösungsmöglichkeiten kann intensiver und meist tiefgehender diskutiert. werden. womit also die mündliche kommunikation auf keinen fall aus der schreibberatung verbannt ist. und das mündliche bietet neben dem üblichen beratungsgespräch eigene techniken, um den schreibfluss zu fördern. so lassen sich zum beispiel assoziationsübungen Weiterlesen

schreibberatung und freude

eigentlich scheint freude in der schreibberatung unvorstellbar, dreht sich doch alles um schreibkrisen, schreibprobleme oder schreibblockaden. jemand begibt sich erst dann in beratung, wenn die zuspitzung der schwierigkeiten so groß ist, dass man selbst keine lösungsmöglichkeiten mehr sieht. in diesen momenten wird freude kaum raum finden.

aber es begeben sich vor allen dingen auch menschen in eine schreibberatung, die der meinung sind, sie könnten generell nicht schreiben, ja sie wären nicht kreativ, weshalb sie auch in die ausweglose situation geraten seien. viele vertrauen nicht darauf, dass auch sie „kreatives“ schreiben lernen können, dass auch sie aus ihrer fantasie schöpfen können.

um so erstaunter erleben dann etliche den (schreib)prozess, den sie durchmachen. sie kommen an den punkt, eigene kreative texte zu verfassen, ja sie schöpfen fantasievolles, geschriebenes. an diesem punkt kommt freude auf. allein das gefühl, etwas vollständig neues verfasst und geschaffen zu haben, hinterlässt einen selber mit einer mischung aus freude und stolz. auch wenn man sich nicht in schreibkrisen befindet, kann sich diese freude einstellen.

doch in der schreibberatung kommt der freude über selbstgeschriebene texte eine weitere funktion zu: es motivierte zu weiteren „taten“, zu weiteren schreibversuchen. dieser prozess ähnelt ein wenig der zahnpasta-werbung „mutti, mutti, er hat gar nicht gebohrt“. festzustellen, dass schreiben keine angeborene fähigkeit ist, sondern von jedem erlernt werden kann, eröffnet den ratsuchenden ganz neue möglichkeiten. Weiterlesen