Schlagwort-Archive: schriftstellerin

internationales literaturfestival berlin ilb – ein veranstaltungstipp

da wir alle unter zeitknappheit leiden, sei dieses mal schon rechtzeitig auf das internationale literaturfestival in berlin hingewiesen. wie jedes jahr gibt es ein großes, vielfältiges und jede generation ansprechendes programm. der vorverkauf für die karten hat schon begonnen – nun ist also die richtige zeit, um den terminkalender zu zücken, alle termine zu überprüfen, neue zu vermerken und sich die karten zu besorgen.

neben der literatur für erwachsene gibt es auch ein ausführliches programm für kinder und jugendliche. und zum auftakt des festivals beteiligen sich viele schulen an der aktion „berlin liest“. dabei wird an verschiedenen orten von schülerInnen gelesen, vorgelesen und vorgetragen. hier findet man mehr informationen über das festival in einem monat:

Offizielle Webseite – internationales literaturfestival berlin ilb.

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wie wird man bestseller? – ein fernsehtipp

„Der Erfolg eines Buches wird meist in Verkaufszahlen gemessen…“ – so die einleitung auf arte-tv (http://www.arte.tv). eine dokumentation, nicht mehr ganz frisch, aber sicherlich haben sie die mechanismen des buchmarktes seit 2008 nicht so gravierend verändert. darum einfach mal reinschauen. und sollte es heute nicht klappen, kann man die doku sicherlich noch 7 tage lang in der mediothek sehen.

und dann natürlich kurz darauf einen bestseller schreiben 😉

Mittwoch, 11. Juli 2012 um 22.10 Uhr
Wiederholungen: Keine Wiederholungen
Wie wird man Bestseller?
(Deutschland, 2008, 52 min)
SWR
Regie: Thomas Palzer

web 2.92 – ph.d. in creative writing

für das schreiben gibt es zwei grundregeln, die hilfreich sein können. regel 1: schreiben, schreiben und nochmals schreiben. regel 2: schauen, wie andere schreiben. was haben sie für erfahrungen gemacht, wie haben sie ihren weg zum schreiben gefunden?
auch wenn jeder seinen eigenen individuellen prozess durchläuft, wie zum (literarischen) schreiben gefunden, spricht nichts gegen das lernen von anderen. in allen berufsgruppen sind ausbildungen damit verbunden, techniken und experimente, untersuchen und vorgehensweisen von vorgängerInnen nachzuvollziehen, die effekte zu reflektieren. warum also nicht auch beim schreiben.

für alle interessierten hat kelcey parker den wunderbaren blog „ph.d. in creative writing“ ins leben gerufen. (ph.d. ist laut wikipedia „in englischsprachigen Ländern der wissenschaftliche Doktorgrad in fast allen Fächern und der höchste Abschluss des Postgraduiertenstudiums. In diesen Ländern ist der Ph.D.-Abschluss in aller Regel mit der Berechtigung verbunden, an einer Universität zu lehren“). kelcey parker ist also hochschullehrerin für creative writing.

in ihrem englischsprachigen blog hat sie vor einiger zeit die rubrik „how to become a writer“ ins leben gerufen. dazu werden schriftstellerInnen und schreiblehrerInnen fünf fragen gestellt:

  1. Why did you want to become a writer?
  2. How did you go about becoming a writer?
  3. Who helped you along the way, and how?
  4. Can you tell me about a writer or artist whose biography inspires you?
  5. What would you say in a short letter to an aspiring writer?

die antworten sind vielfältig, spannend und anregend. über zwanzig professionelle haben bis jetzt ihre schreibbiografien und -tipps offengelegt. eine anregung für alle interessierte. gebündelt findet man die äußerungen hier: http://phdincreativewriting.wordpress.com/how-to-be-a-writer/ .

doch auch sonst lohnt sich ein blick in den blog: http://phdincreativewriting.wordpress.com . viel spaß beim lesen und schreiben.

„goethe ruft an“ von john von düffel – ein buchtipp

ein sehr amüsantes buch. vor allen dingen menschen, die schreibpädagogisch, schreibdidaktisch tätig sind oder die schreibgruppen anleiten, werden ihren spaß mit diesem buch haben. aber auch menschen, die schon einmal an schreibgruppen teilgenommen haben, kommen auf ihre kosten. auf dem buchumschlag des buches „goethe ruft an“ von john von düffel steht, es handle sich um „eine komödie über die jagd nach erfolg“.

davon handelt das buch sicherlich auch. aber noch viel mehr spaß machten mir die gedanken und auslassungen zum schreiben an sich. ein schriftsteller mit einer schreibblockade übernimmt die anleitung einer leicht „elitären“ schreibgruppe für einen sehr erfolgreichen schriftstellerkollegen. einer der erfolge des kollegen ist seinem konzept des „leichtschreibens“ geschuldet. verstrickungen, verwicklungen und eifersüchteleien sind der hintergrund vor dem sich die humorvolle tragik der suche nach dem perfekten text, dem perfekten buch abspielt.

wie findet man den genialen ersten satz eines buches? wie schreibt man, wenn man nicht ganz zu dieser welt gehört? wie geht „tiefschreiben“? wie baut man distanz zu seinen literarischen vorbildern auf? warum möchte man schriftsteller bleiben, wenn man erfolglos ist? diese und viele andere fragen werden enorm humorvoll ausgebreitet und erörtert. dazu kommen die verschiedenen charaktere, angefangen beim scheiternden hauptakteur über den allwissenden kollegen, den frustrierten literaturkritiker, die bestsellerautorin von „bahnhofsbuchhandlungs-büchern“, die aketische lyrikerin und ihr homosexueller mann, die der geschichte noch eins draufsetzen.

ein lesenwertes buch, eine schöne satire. das buch ist 2011 im dumont buchverlag in köln erschienen. ISBN 978-3-8321-9649-3 .

„zehn gebote des schreibens“ – ein buchtipp

eine hübsche idee, schriftstellerInnen zu fragen, welche zehn gebote für das schreiben gelten. besonders hübsch, da viele antworten, man müsse seine eigenen gebote formulieren und solle sich möglichst wenig an den geboten andere orientieren. irgendwann kommen beinahe alle an den punkt, die ratschläge von außen zu ignorieren.

zum einen ist die palette der schreibenden, die gebote aufstellen eine bunte und internationale, zum anderen widersprechen sie sich so wunderbar. die einen finden es wichtig, zu beginn des schreibens eines buches schon zu wissen, wie die geschichte ausgehen wird, die anderen finden diese vorstellung ganz schrecklich. die einen sind der meinung, dass schreiben vor allen dingen auch eine frage der planung sei und man nicht an die verselbstständigung der protagonisten glauben solle, die anderen bauen auf die verselbstständigung.

doch in etlichem sind sich die autorInnen auch einig: viel lesen, sich nicht beeinflussen lassen beim denken von neuem und konventionen, konventionen sein lassen, und vor allen dingen: „leben“. also feiern, tanzen, unter menschen gehen und das schreiben immer mal wieder dafür unterbrechen. zu selten wird bemerkt, dass schreiben auch spaß machen kann. oft wird die motivation für das schreiben als ein „getriebensein“ beschrieben. das bedeutet, dass ein buch nie wirklich fertig ist, dass man nicht anders kann und dass ohne dieses gefühl kein buch geschrieben werden sollte.

man sollte das büchlein „zehn gebote des schreibens“ also so lesen, wie es die schriftstellerInnen auch meinen: als anregung, der man nur folgen sollte, wenn man auch möchte. und sonst lieber eigene gebote entwickeln, sich über den schreibtisch hängen und wenn sie einem auf die nerven gehen, wieder verwerfen 😉 das buch ist 2011 in münchen in der deutschen verlags-anstalt erschienen. ISBN 978-3-421-04506-5

web 2.66 – PoemHunter.Com

nicht dass man sich immer auf die deutschsprachige literatur konzentrieren müsste. vor allen dingen in der lyrik bekommen die schriftstellerischen werke aus dem englischsprachigen raum eine ganz eigene melodie, die mit der übersetzung nicht aufrecht erhalten werden kann. gerade bei wortspielen und verschiedenen bedeutungen einzelner wörter, etwas, das in der lyrik eine große rolle spielt, gerade in diesen momenten kann übersetzung selten ein vollständiges deutschsprachiges pendant finden.

darum lohnt sich das lesen von gedichten in den jeweiligen mutter/vater-sprachen. und im internet gibt es eine umfassende und vielfältige sammlung englischsprachiger poesie. die homepage „poemhunter.com“ bietet suchfunktionen, datenbanken, vorsortierte und nagelneue gedichte zuhauf an.

auch diese seite kann man nicht vollständig erfassen. man kann sie nur zum nachschlagen verwenden oder sich einfach treiben lassen, durch die fülle sich reimender, melodiöser und ausdrucksstarker literatur.

zu finden ist die seite unter: PoemHunter.Com – Thousands of poems and poets.. Poetry Search Engine.

web 2.63 – schreiben wie …

zum kreativen und biografischen schreiben gehört es auch, dass man sich ohne hemmungen an anderen schreibenden, bekannten schriftstellerInnen orientiert. ideen des ausdrucks, formen der metaphern oder auch nur handlungsabläufe werden als orientierunghilfen genutzt. beim schreiben wird die welt nicht neu erfunden, sondern durch das lesen wird die eigene form des schreibens beeinflusst. und irgendwann pendelt man sich auf einem eigenen stil ein, der sich ständig weiterentwickelt.

nun kann man sich, wenn man lust dazu hat, fragen, welchen „berühmten“ schriftstellerInnen der eigene stil nahe kommt. diese frage wird nun beantwortet. eine gute bekannte hat auf ein schönes spielzeug in der digitalen welt aufmerksam gemacht. wie immer im web 2.0 ist alles ganz einfach. zuerst war wohl die englischsprachige ausgabe des kleinen programms im internet. sollte man also in der englischen sprache schreiben, dann kann man folgende seite nutzen: http://iwl.me/ („i write like„). einfach eine eigene textprobe durch copy & paste in das freie feld einfügen und dann auswerten lassen. in kurzer zeit berechnet das programm anscheinend parallelen zu bekannten schreibstilen und teilt mit, wem man in seiner „schreibe“ nahe kommt.

die frankfurter allgemeine zeitung hat dies für den deutschsprachigen raum auf ihrer homepage faz.net veröffentlicht. zu finden ist das programm unter: http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx . gleiche vorgehensweise bei „ich schreibe wie …„, nur dieses mal mit deutschsprachigen texten. mit copy & paste einen eigenen text in das freie feld einfügen und abfragen, welchem stil man ähnelt.

das ergebnis kann zwei effekte haben: man fühlt sich geschmeichelt und angespornt, jetzt endlich auf den literaturmarkt zu drängen, um ähnlich hohe buchauflagen zu erreichen, wie die gefundene berühmte person. oder man fühlt sich gekränkt, da der stil der vorgeschlagenen person einem überhaupt nicht gefällt. dann wird man sich in der zukunft bemühen, gaaaanz anders zu schreiben 😉 ein hübscher spaß!

„romane made in new york“ – ein fernsehtipp

warum schreiben schriftstellerInnen? weil etwas geschehen ist, sie etwas erlebt haben oder ihre gedanken zu ereignissen in eine idee fließen. es gibt noch viele andere gründe, die schreibende meist erst offen legen, wenn sie gefragt werden (manch eine(r) kann die gründe gar nicht benennen). wenn dann geschrieben und veröffentlicht wurde, versuchen die lesenden, kategorien für das geschriebene zu finden.

es wird gern von „generationen“ der schriftstellerInnen gesprochen. eine doku aus dem jahr 2008 versucht sich den schriftstellerInnen in new york nach dem 11ten september anzunähern. dabei soll wohl darüber reflektiert werden, was die schreibenden bei diesem ereignis bewegt hat und wie viel davon in ihre geschichten eingeflossen ist. außerdem wird eben der versuch unternommen, eine „neue generation“ von schriftstellerInnen in new york vorzustellen. kann ganz spannend werden, jonathan franzen und jonathan safran foer sind dabei.

der film „romane made in new york“ von sylvain bergère und nelly kaprielian läuft auf arte am montag, den 18ten juli um 22.40 uhr (laut arte-tv-zeitschrift) oder um 22.50 uhr (laut arte-homepage). bin gespannt, warum diese „generation“ von schriftstellerInnen schreibt?

web 2.57 – litblogs.net

lesen, einfach lesen im netz. das internet ist ein medium, das die veröffentlichung von literatur allen schreibenden leicht macht. erstaunlicherweise wird es aber von wenigen schreibenden genutzt. wie hier schon einmal erwähnt, liegt dies sicherlich auch an der finanziellen verwertbarkeit des geschaffenen. und doch bietet das internet eine unbegrenzte plattform, entweder reflexionen über den eigenen schreibprozess öffentlich zu machen oder neu geschaffene werke bekannt zu machen.

eine website, die einen teil der aktuellen literarischen veröffentlichungen im netz bündelt ist „litblogs.net„. die seite ermöglicht es, literatInnen beim schaffenprozess über die schulter zu schauen, wenn man möchte. die auswahl ist reichlich, der lesestoff beinahe erschlagend. denn es wird geschrieben, es wird täglich geschrieben. ein wenig mehr übersichtlichkeit würde man sich auf der seite wünschen, doch wahrscheinlich lässt sich dies bei der menge an geschriebenem einfach nicht umsetzen.

jedenfalls ist die seite http://www.litblogs.net eine fundgrube für alle literaturinteressierten. man kann auf der seite stöbern wie in einem reichhaltigen buchladen und sich in die werke vertiefen, die einen am meisten interessieren. einziges manko: man muss es mögen, am bildschirm zu lesen. denn sich ständig die gefundenen literarischen leckerbissen auszudrucken, ist doch ein sehr aufwendiges unterfangen. da bietet es sich eher an, die bücher der hier veröffentlichenden autorInnen zu kaufen. mein tipp: lesen, einfach lesen!

ach ja, und die links zu den ganzen blogs mal durchklicken.

web 2.0 und die unattraktivität für schriftstellerInnen

die tägliche literaturseite der süddeutschen zeitung hat es aufgegriffen: deutsche schriftstellerInnen machen sich im internet rar. im vergleich zu autorInnen von ratgeberbüchern oder von business-werken, den marketing-experten und den psychologInnen, die gern und ausführlich das internet nutzen.

die gleiche erfahrung hat schon eine studentin gemacht, als sie ein referat zum thema „literarische blogs“ halten wollte. sie fand nicht so viel, wie sie erwartet hatte. sie musste die suchmaschinen sehr bemühen, um ein paar autorInnen zu finden, die das netz nutzen, um literatur zu produzieren, zu veröffentlichen und zur diskussion zu stellen.

der autor florian kessler hat sich daran gemacht, zu schauen, wer überhaupt noch literarisch im netz arbeitet. siehe: http://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-im-internet-die-sind-dann-mal-weg-1.1081133 . schriftstellerInnen selber kaum mehr. viele haben sich inzwischen zurückgezogen, andere sind nie aufgetaucht. es gibt nur wenige angebote mit „purer“ literatur. dagegen gibt es eine unmenge von promotion durch die verlage. nun lässt sich natürlich spekulieren, woran das liegen mag.

vielleicht wird man im netz nicht gelesen. aber es gibt auch wenige verschränkungen zwischen gedrucktem und digitalem im literarischen bereich. eigentlich könnte man mit diesen verschiedenen medien spielen. das wird auch von manchen autorInnen gemacht, aber eben nicht von den deutschen. manche blogs sind inzwischen gedruckt, aber es waren auch keine blogs, die einen literarischen anspruch hatten, sondern eher plaudereien und gedankensammlungen, die inzwischen in buchform erschienen sind.

wiederum in den büchern hat das internet, ebenso wie im fernsehen, schon längst einzug gehalten. in gedruckten romanen sind die neuen medien angekommen, ebenso wie im fernsehen. die gegenbewegung fehlt. wahrscheinlich lässt sich bis jetzt kaum geld damit verdienen. aber auch der versuch, zu experimentieren wird kaum unternommen. dabei bietet das netz inzwischen unendliche möglichkeiten für collagen, animationen, text-bild-ton-verschränkungen. doch dies wird eher in der bildenden kunst, denn in der literatur verwendet. schade eigentlich und vielleicht ein zukunftsmarkt.

schriftstellerInnen übers schreiben – ein lesetipp

einer der schönen züge der süddeutschen zeitung ist es, dass sie sowohl im feuilleton als auch im magazin in unregelmäßigen abständen den schreibprozess in artikeln betrachtet. gestern ist das neue magazin erschienen und bietet einen kleinen einblick in das schreibverhalten berühmter schriftstellerInnen.

eingebettet in ein interessantes interview mit haruki murakami (siehe http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34749 ) finden sich im sz-magazin schreibtipps von margaret atwood, jonathan franzen, joyce carol oates, zadie smith und neil gaiman. siehe: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34780 .so verschieden die tipps, so verschieden sind auch ihre bücher. und doch geben die schreibtipps vor allen dingen eines wieder, warnungen vor zu hohen ansprüchen und zu perfekten erwartungen, bevor man überhaupt angefangen hat zu schreiben.

es entsteht durch die kurzen und knackigen statements einfach ein bunter strauss an tipps zum schreibprozess, aus dem man sich das wählen kann, was einem selber am meisten zu schaffen macht. gleichzeitig kann man feststellen, dass es einfach kein allerweltsrezept für schriftlichen erfolg gibt, außer vielleicht der hinweis, schreiben sei einfach arbeit. dies wird bei leserInnen selten so gesehen, da kreativität weiter als glücksmoment verkauft wird.

auf dem homepage des magazins äußern sich deutsche autorInnen (roger willemsen, harriet köhler und tanja dückers) über ihren zugang zum schreiben, geben sie tipps. zu finden sind die unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34780/3/1 . und dann ran an die stifte und tastaturen, einfach mal ausprobieren 😀

„die sandwirtschaft“ von uwe tellkamp – ein buchtipp

eigentlich gibt es nur ein universitäres institut in deutschland, das den versuch unternimmt, studierende zu schriftstellerInnen auszubilden. dabei handelt es sich um das deutsche literaturinstitut der universität leipzig (ich habe den studiengang hier schon einmal vorgestellt). und wie schon manche andere germanistik- oder schreibpädagogische studiengänge, lädt man sich gern einmal bekanntere schriftstellerInnen ein, um den studierenden etwas über das schreiben zu vermitteln.

die poetikvorlesungen in leipzig wurden vor einiger zeit von uwe tellkamp gehalten, der heute in aller munde wegen seine buches „der turm“ ist. nun wurden die vorlesungen, überlegungen und betrachtungen in dem band „die sandwirtschaft – anmerkungen zu schrift und zeit“ vereint und veröffentlicht. dabei handelt es sich um ein lose sammlung von verschiedenen betrachtungen.

ein teil widmet sich der geschichte und entwicklung der lyrik. uwe tellkamp geht der frage nach, ob lyrik eine aussterbende literaturgattung ist und ob man heute noch etwas schreiben kann, das nicht schon längst geschrieben ist. tellkamp gibt einblick in seine motivation zu schreiben (und regte mich dadurch an, hier über die unausweichlichkeit des schreibens nachzudenken). er betrachtet das werk diverser „klassiker“ der literatur und schreibt über „unbekanntere“ schriftstellerInnen.

eine durch und durch subjektive betrachtung, was dem buch aber keinen abbruch tut, da es einblicke in die gedankenwelt eines recht erfolgreichen schriftstellers gibt. man muss nicht tellkamps vorliebe für die großen epen und lyriker teilen, um ein gefühl dafür zu bekommen, was literatur alles ist und abbildet. das buch ist in der edition suhrkamp, frankfurt am main, 2009 als sonderdruck erschienen. ISBN 978-3-518-06999-8

kreatives schreiben und unausweichlichkeit

je mehr literatur zu den schreibanlässen und zum schreibverhalten von schriftstellerInnen auftaucht, um so häufiger lässt sich feststellen, dass es im leben der menschen einen moment gibt, in dem sie gar nicht mehr anders können. das kreative schreiben kann in diesem zusammenhang für manche ein einstieg sein.

wichtig scheint, dass sich solch ein bedürfnis nicht planen lässt. eher das gegenteil ist der fall. manche menschen träumen davon einmal ein großer schriftsteller, eine große schriftstellerin werden zu wollen. doch sie stellen fest, dass sie nach vielen anstrengungen und bemühungen, büchern und schreibgruppen, den nächsten schritt zur bekanntheit nicht schaffen. und dann gibt es die anderen, die schon immer mal ganz gern geschrieben haben, aber selten ambitionen hatten, anderen ihre texte zu unterbreiten. sie haben für sich geschrieben, da es wieder und wieder ein inneres bedürfnis war.

irgendwann platzt der knoten. irgendwann sitzen sie an einem text, an gedichten oder an romanen und können nicht anders. viele freie minuten werden dann schreibend verbracht. sie empfinden das schreiben in diesem moment nicht als arbeit, sondern als befriedigung. es zieht sie mit, es gibt ihnen das, was sie schon lang für sich gesucht haben, aber nicht benennen konnten.

und das kreative schreiben kann solch ein auslöser sein, der den knoten platzen lässt. Weiterlesen

kreatives schreiben und schriftstellerei

 

eigentlich hätte der titel auch lauten können „kreatives schreiben und literarisches schreiben“. denn es soll hier darum gehen, dass das praktizieren von kreativem schreiben einem das gefühl gibt, etwas geschaffen zu haben, was man bis jetzt nicht zustande brachte. dies bedeutet für viele, dass sie sich auf dem weg zum schriftsteller, zu schriftstellerin befinden.

da ist sowohl etwas wahres dran, als auch ein wenig fehleinschätzung. kreatives schreiben hat erst einmal nichts damit zu tun, literatur zu schaffen. es dient vor allen dingen dazu, überhaupt für sich selbst oder in gruppen ins schreiben reinzukommen. dass daraus eine regelmäßigkeit entstehen kann, die wiederum eine hilfe ist, literarisch tätig zu werden, sei hier nicht in abrede gestellt. doch kreatives schreiben ist einfach nicht mit der arbeit als schriftstellerInnen zu verwechseln. denn der unterschied besteht schon darin, dass alle schriftstellerInnen formulieren, schreiben sei arbeit. es lässt sich schwer literatur produzieren ohne ein regelmäßiges tun.

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wie schriftsteller schreiben – ein interview

im magazin der süddeutschen zeitung vom freitag erschien ein interview mit dem schriftsteller philip roth über sein neues buch, das in deutschland erscheint. aus diesem anlass wurden interessante fragen zu seinen schreibprozessen gestellt. wie entsteht denn nun ein buch?

für menschen, die selber schreiben, kann es immer wieder interessant sein, wie es denn andere machen. denn schreiben ist einer dieser jobs, bei denen man während des eigentlichen arbeitsprozesses immer allein ist, in seinem kopf. ein austausch kann vorher und hinterher stattfinden, aber nicht während des kreativen prozesses. deshalb können viele das gefühl bekommen, nicht zu wissen, ob sie allein auf der welt sind oder ob es noch andere gibt, die ähnliche situationen oder phänomene erleben.

gestern war dann gleichzeitig auf „bbc world“ ein interview mit john irving zu sehen, in dem er, ebenso wie roth in seinem interview, beschrieb, dass schriftsteller zu sein, bedeuten kann, auch im hohen alter nicht aufhören zu können zu schreiben. roth beschreibt es sogar als eine art sucht, die, einmal angefangen, bedient werden will. vielleicht unterscheidet das die schriftstellerei vom journalismus. abgesehen davon gibt es interessante hinweise von roth, wie bei ihm die geschichten entstehen, hinweise, die eventuell vielen anderen auch bekannt vorkommen. das interview ist zu finden unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28003 .

schnickschnack (19)

nachdem ich mein faible für archive in den letzten wochen entdeckt habe, sei hier noch eines empfohlen, das eine recherche im literarischen bereich sehr erleichtern kann. spezialität dieses archives sind aber vor allen dingen originale schriftstücke und lebenszeichen jüngerer autoren.

das im schwäbischen liegende „deutsche literaturarchiv marbach“ bietet auf seiner homepage etliche möglichkeiten der recherche. diese ermöglicht es zwar nur, festzustellen, was alles in marbach gelagert ist. doch es gibt auch die möglichkeit unterlagen aus dem archiv einzusehen. dazu benötigt es natürlich eine anmeldung und auch eine begründung. aber es wird gern geholfen in marbach.

doch allein einmal durchzuschauen, was von welchem schriftsteller in marbach lagert ist eine interessante angelegenheit. daneben werden regelmäßig ausstellungen konzipiert und gezeigt. deutschsprachige literatur steht als thema meist im vordergrund.

und wem bei einem persönlich besuch in marbach dies noch nicht genügt, der kann auch noch das gestüt besichtigen. die homepage findet sich jedenfalls unter: http://www.dla-marbach.de/startseite/index.html