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Poetry Slam für die Wissenschaft

Das Slam Format macht längst auch in anderen Genres Schule. Längst hat die Wissenschaft den ursprünglichen Gedanken von Marc Kelly Smith aufgegriffen.

In Chicago der 80ér Jahre besuchte er Jazz- und Blues-Sessions genauso gerne und oft, wie Lesungen in Universitäten und Buchhandlungen. Während die Stimmung bei den Konzerten fantastisch war, blieben meist die Lesungen spröde und langweilig. Warum, so fragte er sich, „…konnte jemand etwas, was ihm offensichtlich wichtig erschien, derart schlecht vorbereitet vortragen, und dieses dann noch in einer derart sterilen Atmosphäre eines nüchternen weißen Raums mit Stuhlreihen von der selben Farbe, ohne Bar, ohne eine flairerzeugende Beleuchtung…“ In diesen Gedanken liegen die Wurzeln für die weltweite Entwicklung des Poetry Slam.

Wissenschaftler, die sich aus dem Elfenbeinturm der Universitäten heraus und auf das schnöde Volk außerhalb der „scientific cummunity“ zu bewegen, slammen auch. Das Publikum erfährt beispielsweise mehr über die mehrdimensionale Faltung von Molekülen, die indigene Kultur im Disney Film Pocahontas oder über das Phänomen schmutziger Toiletten unter soziologischen Gesichtspunkten und im internationalen Vergleich.

Wissenschaftler rocken die Bühne mit ihren Forschungsarbeiten. Dahinter steht das kreative wissenschaftliche Schreiben ansteckender, begeisterungsfähiger, schräger Vorträge. In der Bar, mit flairerzeugender Beleuchtung und ohne Stuhlreihen. Der Science Slam Berlin hat die Webpage www.scienceslam-berlin.de , Bewerbungen sind jederzeit möglich. Das Publikum kommt am 4. April 2011 wieder auf seine Kosten.

(von Sabine Samonig)

schnickschnack (84)

die wissenschaft kommt in diesem blog viel zu kurz. sie ist oft genug grundlage von kreativen und biografischen überlegungen. das kann nun anders werden. seit geraumer zeit gibt es eine neue abendveranstaltung, die der wissenschaft einen kreativen boden bereitet. angelehnt an die sehr beliebten poetry slams und die powerpoint-karaoke-veranstaltungen, gibt es nun in etlichen größeren deutschen städten so genannte „science slams„.

in zehn minuten seine eigenen forschungsergebnisse lebendig vor publikum vortragen und für den vortrag vom publikum bewertet werden. wissenschaftlerInnen sind aufgerufen sich auf die bühne zu begeben und ihre begeisterung für das eigene forschungsthema nach außen zu tragen. also raus aus den laboren, raus aus den bibliotheken und rein in das nachtleben. es gibt science slams in berlin, in hamburg, in köln und in anderen städten. nähere termin-infos und ein paar fotos finden sich auf der homepage: http://www.scienceslam.de/ .

und in berlin findet der nächste science slam im lido am nächsten dienstag, den 16.11.10 statt. ein kleiner veranstaltungshinweis sei hier gestattet: http://www.lido-berlin.de/events/view/770 . na dann, raus aus den wohnungen, rein in die welt der wissenschaft und noten geben. wenn sich diese bewegung vergrößert, dann wird demnächst schluss sein mit den drögen vorlesungen an den universitäten. wissenschaftlerInnen mutieren dann zu performerInnen. wenn das keine abwechslungsreiche perspektive ist.