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liste (101) – bewusst

wer lust hat, kann sich diese seite ausdrucken und ausfüllen. ich schlage listen vor, die einem vielleicht einen überblick zu verschiedenen themen der eigenen lebensgeschichte geben können. dieses mal geht es um „bewusstes“.

situationen, in denen ich unbedingt bei vollem bewusstsein sein will:

handlungen, die ich öfter unbewusst vollzogen habe:

das zählt für mich vor allen dingen zum selbst-bewusstsein:

das möchte ich mir in meinem leben noch bewusster machen:

meine wichtigsten bewussten erkenntnisse der letzten jahre:

schreibberatung und bewusstes

beratungen haben zwei funktionen: zum einen den status quo differenziert zu betrachten und zum anderen handlungsmöglichkeiten für veränderungen zu erarbeiten. dabei kann es passieren, dass allein die aufschlüsselung des status quo plötzlich zu neuen erkenntnissen führt. es handelt sich um keine wunder, die in diesen momenten geschehen, sondern um die veränderung der blickwinkel und die bewusstwerdung einzelner aspekte.

man wusste zum beispiel schon immer, dass man bei anstehenden schreibaufgaben gern die küche von oben bis unten putzt und aufräumt, wäsche wäscht oder liegengebliebenes in aktenordner sortiert, nur um nicht den schreibprozess zu starten. bis zur schreibberatung war einem aber nicht bewusst, welche mechanismen einen eigentlich dazu bringen, dem schreiben so sehr auszuweichen.

doch wenn man anfängt aufzulisten, welche momente zu den ausweichhandlungen führen, wenn man sich in diesen momenten notiert, was man gerade denkt und wenn man über die angst, einen text zu verfassen, selbstreflexionen schreibt, dann schlüsseln sich oft die mechanismen stück für stück auf und man kann gegensteuern. da werden einem zum beispiel negative erwartungen, die man durch schule und erziehung erfahren hat, bewusster. oder man erkennt die momente, in denen die ausweichhandlungen starten, man weiß um die ganz konkreten auslöser und kann sie das nächste mal umgehen.

für diese entwicklungen in einer beratung bedarf es also keiner besonderen tricks oder geheimnisvoller mechanismen. es bedarf nur einer neutralen person, die von außen die angemessenen und konkreten fragen stellt, um sich seiner selbst bewusster zu werden. im nachhinein wundern sich viele menschen, weshalb sie nicht selber auf diese fragen gekommen sind, warum es ihnen nicht von allein bewusst wurde, wie sie ihren ausweichhandlungen ausweichen können.

und in diesen momenten kommt wieder das verdrängen ins spiel, dass ja auch einen schutz darstellt. wir schützen uns vor der „wahrheit“ oder Weiterlesen

kreatives schreiben und privat

kein text wird frei von persönlichem sein, denn das eigene denken, assoziieren und konstruieren schafft den text. selbst bei der herstellung von zufälligkeiten ist unser denken beteiligt. es ist wie in der naturwissenschaft, die bis heute versucht, den einfluss durch den menschen auf die ergebnisse einzuschränken. aber allein die versuchsanordnung ist ein menschliches konstrukt.

also ist die wahrscheinlichkeit, dass in selbstgeschriebenen texten auch privates auftaucht, recht hoch. nur über den anteil kann man sehr wohl regie führen. aber dabei taucht eine schwierigkeit auf: versuche ich während des kreativen prozesses den inneren zensor so klein wie möglich zu halten, nimmt das persönliche und private in den texten zu. ab diesem moment darf ich mir die frage stellen, für wen ich schreibe.

denn es macht sinn zu unterscheiden, ob ich den text nur für mich, für meine schreibgruppe oder für die weltöffentlichkeit schreibe. ich sollte mir zumindest bewusst sein, wie weit ich gehen möchte und was mir als privatheit schützenswert erscheint. dazu kommt, dass ich nicht nur meine eigene privatsphäre im blick haben sollte, sondern auch die anderer. denn fließen geschichten von freundInnen und partnerInnen mit in meine geschichten ein, dann kann dies die privatheit der anderen verletzen.

verletzt wird privatheit immer dann, wenn sehr intimes ausgeplaudert und veröffentlicht wird. in erster linie ist dies meine entscheidung, ich verfüge über die informationen. beim kreativen schreiben sollte ich aber auch bedenken, dass menschen auf meine geschichten reagieren werden, wenn ich Weiterlesen

„verführung mit worten“ von karen christine angermayer – ein buchtipp

schreiben kann sexy sein, texte und geschichten können verführen, so die grundhaltung der autorin karen christine angermayer in ihrem buch. sie bietet in „verführung mit worten„, „33 quickies für erfolgreiche texte„. die quickies sind übungen und aufgaben, die an das eigene schreiben heranführen. hauptziel der übungen ist es, ein gefühl dafür zu bekommen, welches schreiben einem selber entspricht. was möchte man wirklich sagen, was möchte man ausdrücken, wo fühlt man sich wohl in seinen eigenen texten?

dabei versammelt angermayer bekanntes und eigenes zu schreibanregungen und -ideen, die zeitlich schnell umzusetzen sind, die erst einmal wenig aufwand benötigen. ziel ist aber schon eine regelmäßige anwendung der vorschläge, um die form des eigenen schreibens zu verändern, sich selber näher zu kommen. dies bedeutet auf der einen seite erst einmal zwar einen größeren zeitaufwand, hat aber auf der anderen seite mit großer wahrscheinlichkeit den effekt sexy texte zu schreiben, leserInnen besser zu erreichen. an dieser vorstellung ist auf alle fälle etwas dran.

und doch fand ich das buch etwas zwiespältig. um an die einzelnen schreibtechniken, übungen und ideen heranzuführen, gibt es einen längeren einstieg über die erotik des schreibens und die formen der verführung durch texte. mir ist der erste teil des buches zu defizitär formuliert, wird den leserInnen zu sehr vermittelt, dass sie mit großer wahrscheinlichkeit noch viel an ihrem stil, an ihrer schreibweise ändern müssen. das hätte das buch überhaupt nicht nötig gehabt, die grundidee trägt die vorstellung von allein, dass texte und geschichten sexy gestaltet werden können. denn haben wir nicht alle sowieso im hinterkopf, wir könnten noch besser schreiben und formulieren?

der zweite teil mit den quickies kommt viel versöhnlicher daher, zeigt den spaß und die freude am schreiben auf und motiviert mich als leser, die freiheiten beim schreiben zu nutzen, die mir kreatives herangehen immer bietet, also schüchternheit und zurückhaltung über bord zu werfen. hier eröffnen sich viele anreize, noch einmal an geschriebenem weiterzuarbeiten, texte aufzufrischen und die leserInnen auch ernst zu nehmen.

insgesamt ein lesenwertes buch mit vielen anregungen, das verständlich ist und viele aspekte des schreibens beleuchtet. sehr angenehm fand ich, dass die autorin eine menge eigener erfahrungen in ihre texte einfließen ließ und somit sehr verständlich macht, dass schreiben lernbar und nicht eine frage des talents ist. das buch ist 2011 im kösel-verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-466-30897-2

biografisches schreiben und erholungsphasen

das leben ist ein anstrengendes. ob nun jobs, verantwortung, familie oder konflikte, die gestaltung des lebens benötigt energie. ob es heute anstrengender als früher ist, kann schwer gesagt werden, da die lebensumstände sich in den letzten jahrzehnten sehr gewandelt haben. sehr interessant scheint es daher, welche erholungsphasen ein mensch im lauf seines lebens benötigt und sich gönnt.

wie oft sind sie an den punkt geraten, dass sie dachten, jetzt ist jegliche eigene energie aufgebraucht, ich muss neue tanken? und haben sie dann die möglichkeit oder die kraft gehabt, sich erholungsphasen zu gönnen? wer zum beispiel auf dem land auf einem hof aufgewachsen ist, dem erscheint urlaub zu machen als luxus, da es vielen kaum möglich war. unsere gesellschaft konnte sich erst im laufe der zeit immer mehr urlaub gönnen und wir unterscheiden uns darin auch weiter stark von anderen gesellschaften.

für die eigene lebensgeschichte kann es interessant sein, inwieweit man das gefühl hatte, die erholungsphasen für sich zu nutzen, sie als wohltuende abwechslung zu erfahren und sie vielleicht auch zu nutzen, um später das eigene lebens- und arbeitskonzept zu verändern. denn erst in den letzten jahren entstand für manche menschen die möglichkeit ein „sabbatical“ einzulegen, um sich den eigenen bedürfnissen zu widmen. ebenso wie erst seit kurzem auch für männer die möglichkeit besteht, elternzeit zu nehmen und sich der familie zu widmen.

erholungsphasen sind eine gute chance, sich seiner bewusster zu werden oder aber „nur“ durchzuatmen, um später wieder die arbeit aufnehmen zu können. gerade selbstständig tätige menschen haben mehr schwierigkeiten, diese phasen für sich zu organisieren. das kann aber sogar gesundheitlich konseqzenzen haben. vielleicht fällt einem beim betrachten der eigenen lebensgeschichte auch auf, dass man sich sich selbst zu wenig gewidmet hat. oder man entscheidet, nachdem man einmal seine erholungsphasen aufgelistet hat, dass es dringend an der zeit ist, diese nun direkt einzulegen. vielleicht möchte man aber auch nur schauen, welches für einen die schönste erholungsphase war.

biografisches schreiben und selbstbefragung

hier im blog gab es einmal einen buchtipp, der sich mit einem katalog von 300 fragen zur eigenen biografie befasste. (siehe: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/06/17/schreibtechnik-13/ ) diese fragen erleichtern es einem eventuell einen zugang zur eigenen lebensgeschichte zu finden. fragen, die selten im alltag gestellt werden, können einen wunderbare hilfe sein, sich seiner bewusst zu werden. doch wo diese fragen finden?

selbst formulieren und selbst beantworten. doch wie die freundInnen von psychotests in manchen zeitschriften wissen, besteht der kitzel darin, dass jemand anderes einem die fragen stellt und diese unerwartet erscheinen. und am schluss gibt es eine auswertung, die einem sagt, ob man ein guter oder ein schlechter mensch ist. dadurch, dass man auf eine auswertung bauen kann und die tests meist sehr durchschaubar sind, kann man sich in einem positiveren licht erscheinen lassen, als dies tatsächlich der fall ist.

für die eigene biografie kann es hilfreich sein, sich zu fragen, wie denn nun die eigene lebenseinstellung ist. nur woher die fragen nehmen? einfach fragen: „wie ist meine lebenseinstellung?“, erscheint zu profan. eine große hilfe könnte in diesem zusammenhang max frisch sein, der in seinen tagebüchern ausgereifte fragebögen zu verschiedenen aspekten des lebens formulierte. in seiner folge formulierte rolf dobelli „777 indiskrete fragen“. im folgenden post werde ich das buch vorstellen. solche fragebögen, die von anderen formuliert wurden, bieten eine wunderbare möglichkeit für sich im eigenen kämmerlein der eigenen haltung näher zu kommen. 

ist man mit allen fragen anderer durch, hat sich im eigenen leben wahrscheinlich schon wieder so viel verändert, dass man wieder von vorn anfangen kann. und doch bietet eine selbstbefragung die chance, schonungslos zu antworten ohne den inneren zensor, der sich bei gesprächen gern einmischt. zwischen blogs werden auch gern fragebögen (hier „stöckchen“ genannt) hin und her geschickt und öffentlich beantwortet. aber wer ist dann schon ehrlich, wenn die ganze welt mitlesen kann? und möchte (sollte) man unbekannten alles von sich preisgeben?