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schreibidee (219)

im web wird viel gelesen. im gegensatz zu büchern und zeitungsartikeln (obwohl bei diesen der unterschied nicht so groß ist) werden im internet meist nur häppchen gelesen. und die besucher einer homepage haben sich meist schon durch die vorgeschaltete suchmaschine die rosinen aus dem angebot rausgepickt. wiederum die betreiber eines blogs oder einer homepage möchten möglichst viele rosinen anbieten, damit viele besucher ihre seiten besuchen. es besteht ein gravierender unterschied zwischen texten im netz und texten in gedruckter form. darum soll diese schreibidee zum verfassen von „blog/web-texten“ anregen.

wenn es technisch umsetzbar ist, surft die schreibgruppe gemeinsam im netz. vor dem treffen der schreibgruppe wurden alle teilnehmerInnen aufgefordert die webadresse ihres internet-favoriten mitzubringen. sie sollen also eine seite benennen, auf der sie am liebsten lesen. diese seiten werden gemeinsam kurz hintereinander besucht (und mit einem beamer für alle einsehbar gemacht). zu jeder seite notieren sich die schreibgruppenteilnehmerInnen zwei plus- und zwei minus-aspekte. anschließend verfassen sie einen text, wie die ideale homepage, der ideale blog für sie sein sollte. was sollte geboten werden? wie sollte es aussehen? die nicht länger als anderthalb seiten umfassenden texte werden vorgetragen.

nun werden die teilnehmerInnen aufgefordert, das gegenteil von dem zu machen, was man eigentlich beim kreativen schreiben macht: sie sollen ihren inneren zensor anwerfen und sich gedanken machen, was die leserInnen von ihrer idealen homepage eigentlich erwarten würden. welche rosinen könnten sie auf ihrer seite, in ihrem blog verstecken. mindestens 10 rosinen sollen mit jeweils drei beschreibenden sätzen notiert werden. die rosinen werden nicht vorgestellt, da dies den rahmen der schreibgruppe sprengen würde.

die schreibgruppenteilnehmerInnen wählen die rosine, die ihnen am erfolgversprechendsten erscheint aus und schreiben einen text, der nicht länger als 500 wörter sein sollte. die texte werden in der gruppe vorgetragen und alle teilnehmerInnen geben beim feedback auf einer skala von eins bis zehn an, ob sie den text im netz lesen würden.

zum abschluss werden die texte mit jeweils 20 stichworten in einen extra eingerichteten blog gestellt. nach einer woche kann anhand von statistiken geprüft werden, wie groß das interesse am geschriebenen war. (natürlich macht es keinen sinn, wenn man ständig seine eigenen texte zuhause aufruft.) und es besteht die möglichkeit, den blog weiterhin mit texten aus der schreibgruppe zu bespielen. es gibt noch eine reflexionsrunde, wie es sich anfühlt als dienstleisterInnen zu schreiben.