Schlagwort-Archive: sexualpädagogik

web 2.0 und auswirkungen

das internet in seiner heutigen form, aber auch die vergangene entwicklung, regt immer wieder zu diskussionen an. hier schon öfter thematisiert, geht es vor allen dingen um die bedrohlichen aspekte einer informations- und kommunikationsfreiheit, die sowohl berufsgruppen und medien unter druck setzt als auch soziologische, pädagogische und psychologische effekte hat. in der letzten zeit sind zwei veröffentlichungen erschienen, die sich mit den effekten des internet auseinandersetzen.

zum einen geht es um die entwicklung des journalismus und der tageszeitungen in den nächsten jahren. wie verändert das internet die medienlandschaft? dazu äußerte sich letzten freitag das magazin der süddeutschen zeitung, indem es betrachtungen von a bis z anstellte. in der folge kann an verschiedenen orten im web über die veröffentlichten thesen diskutiert werden. zu finden sind alle weiteren informationen unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/liste/h/200919  .

zum anderen geht es um den umgang von kindern und jugendlichen mit dem web 2.0 unter sexualpädagogischen aspekten. jeder mensch der aufklärungsveranstaltungen in schulen macht, kann erleben, was kinder und jugendliche schon alles an sexualitäten und pornografie kennen, da sie es im internet gesehen haben. dagegen gehen ihre eltern meist davon aus, dass ihre kinder sich diese informationen noch nicht besorgt haben. hier sind die sexualpädagogik oder das elternhaus gefragt, um einen selbstbewussten umgang mit den neuen medien zu fördern. die bundeszentrale für gesundheitliche auklärung (bzga) hat gerade einen fachreader zu diesem thema veröffentlicht. er ist hier zu finden: http://forum.sexualaufklaerung.de/AktuelleAusgabeForum.php?mid=4 .

beide veröffentlichungen können einen diskurs anregen, der längst schon notwendig ist und neben dem internethype bis heute nur sehr ideologisch geführt wird.

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web 2.0 und sexting

 

als nicht mehr so junger mensch kann man immer wieder neues dazulernen. am letzten samstag erschien auf der titelseite des feuilletons der süddeutschen zeitung der artikel „die gefährliche entdeckung der eigenen lust – amerikanische gesellschaft und justiz werden von den neuen jugendkulturen und ihren medien überfordert“ von „tracy clark-flory“ (SZ vom 28.02.09, S.13). in dem artikel geht es darum, dass in den usa immer wieder jugendliche angeklagt werden, dass sie kinderpornographie produzieren und vertreiben, wenn sie ihre sexuellen erkundungen zum beispiel mit dem handy filmen und ins netz stellen.

in diesem moment werden die jugendlichen juristisch mit pädophilen gleichgesetzt und kriminalisiert. einen ausweg zeigt der artikel nicht auf. er zeigt aber den widerspruch zwischen der „freiheit“ des web 2.0 und dessen grenzen der nutzung auf. anscheinend ist es eine jugendbewegung, „sexting“ zu betreiben. sexting ist ein wortspiel um „texting“, der us-amerikanische begriff für das sms-schreiben. so versenden jugendliche sich gegenseitig nacktfotos von sich oder ihren sexuellen erlebnissen. abgesehen der tatsache, dass manche bilder auch ohne wissen der sexualpartner verteilt werden, stellt sich meiner ansicht nach eher die frage, wie jugendliche auf die idee kommen, nacktfotos von sich zu vertreiben.

relativ einfach, die erwachsenen machen es ihnen vor. diverse dating-seiten im web basieren darauf, das männer ihr gemächt und frauen ihr geschlecht in die kamera halten. doch abgesehen davon, verwundert es nicht, dass diese vorgehensweise der jugendlichen in den usa anscheinend weitverbreitet ist. dies resultiert aus dem widerspruch, eine sehr prüde gesellschaft zu sein, die bei der sexualaufklärung ob im internet oder in den schulen, eher dem christlichen fundamentalismus folgt als einem unverkrampften umgang mit sexualität, und einer der größten pornoindustrien der welt. 

das internet scheint der letzte ausweg der jugendlichen zu sein, die eigene sexualität zu entdecken. Weiterlesen

sex mal recht ernsthaft – ein magazintipp

neben diesem bloggen hier, habe ich noch eine ganze menge mit sexualpädagogik zu tun. daneben ist der antrieb vieler geschichten, verstrickungen, gedanken oder beziehungen der sex, also auch ein aspekt des kreativen schreibens. 😮 außerdem ist wiederum das internet verschrien als sündenbabel und ort der verkommenen sitten, da übersexualisiert. da ist wohl etwas wahres daran, doch längst nicht nur.


wer glaubt, dass in der heutigen zeit offen über sexualtität gesprochen wird, sieht sich im alltag schnell enttäuscht, da vieles idealisiert und mystifiziert wird. da ist es eine wohltuende abwechslung, wenn eine der überregionalen tageszeitungen, die süddeutsche zeitung, in ihrem freitäglichen magazin beinahe ausschließlich über sexualität schreibt.
und dies in einer wohltuenden offenheit, ohne, wie sie selber beschreiben, „anrüchig“ zu wirken. denn dies ist gar nicht so einfach, wie es scheint. nach teilweiser lektüre kann ich nur schreiben, es scheint geglückt zu sein. hier findet auf ungefähr zwanzig seiten wirkliche aufklärung über die sexuellen bedürfnisse der heutigen zeit statt. also, wen es interessiert, der kann das ganze auch im internet nachlesen unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/ . und sich dann vielleicht die frage stellen, weshalb es heute immer noch so kompliziert ist, über sex zu reden.