Schlagwort-Archive: sinnlos

selbstbefragung (177) – arbeit

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um die „arbeit“.

  • was arbeiten sie zur zeit? beschreiben sie.
  • wie gern arbeiten sie? warum?
  • lohnt sich ihre arbeit? ja, lohnt sich ihre arbeit?
  • wie gut können sie arbeit und freizeit trennen?
  • was machte ihnen in ihrem leben am meisten arbeit?
  • wer machte ihnen in ihrem leben am meisten arbeit?
  • waren sie schon einmal arbeitslos? wie war das?
  • mit wem arbeiten sie gern zusammen?
  • mit wem möchten sie nicht zusammen arbeiten? warum?
  • welche arbeit möchten sie auf keinen fall machen müssen?

die letzten 150 selbstbefragungen sind als links hier gebündelt: https://schreibschrift.wordpress.com/2012/01/05/1500-fragen-zur-selbstbefragung-aus-diesem-blog/

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schreibidee (287)

die welt ist doof, die menschen sind doof, das leben ist doof, dick und doof. „doof“ ist ein wunderbares wort, also vom klang her und es hat etwas von trotzigen jugendlichen vor ein paar jahrzehnten: „mensch bist du doof, ey!“. und um dem ganzen hier ein wenig entspannten blödsinn hinzu zu fügen, eine schreibanregung für „doofe geschichten„.

manchmal ist es schwerer als man denkt, geschichten zu schreiben, die man selber „doof“ findet. also stellt sich die schreibgruppe am anfang mal ganz doof und vergisst alle stilistischen, leser antizipierenden oder fantasievollen mittel etwas zu schreiben. als einstieg schreiben alle gruppenteilnehmerInnen einen text von maximal einer seite mit der überschrift „ich finde doof, dass …“. die texte werden in der gruppe vorgetragen. es gibt keine feedbackrunde.

im anschluss werden am flipchart stichpunkte gesammelt, was man noch alles doof finden kann. und es werden 10 punkte in einer diskussion erarbeitet, was eine „doofe geschichte“ ausmacht. im anschluss sollten sich alle teilnehmerInnen an die 10 erarbeiteten punkte halten und eine doofe geschichte schreiben. diese geschichten werden vorgelesen und es findet eine feedbackrunde statt, in der betrachtet wird, wie doof die geschichte ist.

spielraum gibt es dabei viel. es geht darum inhalte und geschichten zu formulieren, wie man sie wahrscheinlich nie schreiben würde. dabei darf man sich gern doof vorkommen, aber alle ansprüch sausen zu lassen, kann recht entspannend wirken. und je nach bedarf können anschließend noch doofe gedichte, doofe elfchen oder doofe märchen geschrieben werden.

und da dies auch eine doofe schreibanregung ist, muss nichts weiter vorgeschlagen werden. doof, wer dieser anregung folgt 😆 .

biografisches schreiben und freizeit

früher war das leben gedrittelt. 8 stunden arbeit, 8 stunden freizeit und 8 stunden schlafen. die trennung war klar und eindeutig. davon kann heute keine rede mehr sein. kommunikationstechnologien, globalisierung und vernetzungen haben dazu geführt, dass sich das arbeitsleben bei vielen menschen im gegensatz zu früher vollständig verändert hat. die „just-in-time“-produktion und -haltung fordert dazu auf, sich zumindest kommunikativ ständig zur verfügung zu halten, also die freizeit flexibel zu gestalten.

beim aufschreiben der eigenen lebensgeschichte kann man zuerst einen blick darauf werfen, ob man diese veränderung noch miterlebt hat oder das arbeitsleben vorher schon verlassen hat. um dann im nächsten schritt einmal zu schauen, wie man seine freizeit gestaltet hat und noch heute gestaltet. welches waren die persönlichen vorlieben in der freizeit? welches hobby nahm und nimmt viel raum ein. nun kann man noch ein wenig tiefer gehen und sich fragen, was einem so sehr an dieser form der freizeitgestaltung gefällt. wie sieht der persönliche anteil daran aus.

da finden sich sportliche aktivitäten, die den kopf frei machen, einen zu leistungen anregen und einen körperlich fit halten. da gibt es literatur, filme und zeitungen, die das denken anregen, eigene haltungen beeinflussen und stetes dazulernen ermöglichen. da gibt es die medien, das radio, den fernseher und heute das internet, die einen entspannen lassen, die einem das leben „draußen“ näher bringen und die die fantasie anregen. da gibt es das heimwerken, das gärtnern, das kochen, das basteln, das malen und vieles mehr.

und ganz oben auf der skala der freizeitaktivitäten steht für viele der soziale kontakt zu anderen menschen. selbst wenn während der arbeitszeit viel kommuniziert wurde, wünscht sich der mensch auch in der freizeit weitere kommunikation. sie findet auf einer anderen, persönlicheren ebene statt. wie hat man kontakt zu anderen menschen aufgenommen, welche möglichkeiten ergaben sich? und letztendlich die frage: wie wichtig war und ist einem die freizeit? Weiterlesen

selbstbefragung (61) – sinn des lebens

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um den „sinn des lebens„.

  • was macht in ihrem leben zur zeit am meisten sinn? beschreiben sie.
  • wie haben sie für sich den sinn ihres lebens gefunden? oder suchen sie noch?
  • welche tätigkeiten finden sie absolut sinnlos? zählen sie auf und begründen sie.
  • wie können sie anderen menschen ausreden, dass das leben sinnlos sei?
  • welchen lebensabschnitt finden sie für sich am sinnvollsten? warum?
  • gibt es unsinn in ihrem leben? wie sieht der aus?
  • wie stark strengen sie sich an, um ihrem sinn des lebens zu folgen? warum?
  • was fanden sie einst sehr sinnvoll und heute erscheint es ihnen unverständlich, dass sie einmal so dachten?
  • was macht sie in ihrem leben glücklich?
  • was macht sie in ihrem leben traurig?

schreibidee (100)

nachdem hier inzwischen 99 mehr oder weniger anspruchsvolle schreibideen veröffentlicht wurden, wird es zeit, sich zum jubiläum dem nonsens zu widmen. so sollen dieses mal „sinnfreie geschichten“ angeregt werden. es muss ja nicht immer so hochtrabend kreativ oder literarisch sein. der dadaismus war eine schöne variante, keine aussage zu treffen und damit doch eine aussage zu treffen. dazu kommt, dass nonsens unglaublich viel spaß sowohl beim schreiben als auch beim vorlesen machen kann.

um sinnfreie texte in einer schreibgruppe anzuregen, bedarf es keiner größeren vorbereitungen. zu beginn sollten mehrere texte sinnfreier literatur vorgelesen werden. dann werden die teilnehmerInnen aufgefordert eine liste mit zehn fantasieworten zu erstellen. diese müssen nicht erklärt und nicht definiert werden.

zwei varianten der „sinnfreien geschichten“ sollen geschrieben werden. zum einen eine kurze geschichte unter verwendung der fantasiewörter, wie zum beispiel „popputt“ und „kaffel“. zum anderen eine geschichte, deren handlung überhaupt keinen sinn gibt, nicht einmal einen versteckten.

anschließend werden die geschichten in der schreibgruppe vorgelesen. die teilnehmerInnen werden aufgefordert anschließend ein möglichst sinnfreies feedback zu geben.

kreatives schreiben und sinnfreiheit

der vorteil des kreativen schreibens besteht darin, dass klassische regeln des schreibens außer acht gelassen werden können. das ist natürlich abhängig von der schreibanregung. aber es gibt beim schreiben kaum etwas, das nicht geht. dies hat zur folge, dass ohne probleme sinnfreie texte, also sinnlose geschichten entstehen dürfen. auch sinnlose worte, sinnfreie gedichte oder unsinnige sätze sind möglich.

folglich entstehen manchmal texte, die nicht weit vom dadaismus entfernt sind und vielen teilnehmerInnen in schreibgruppen einen unbändigen spaß machen. ob es nun lautmalerische lyrik ist oder der versuch zusammenhänge zwischen zwei ereignissen herzustellen, die es gar nicht geben kann. es sind der fantasie keine grenzen gesetzt und dies darf wörtlich genommen werden. außerdem ist das sinnfreie schreiben eine gute übung für das überwinden des inneren zensors. denn eines ist schwer vorstellbar, die regeln der sprache und des schreibens außen vor zu lassen.

viele haben gelernt, dass schreiben eine ernsthafte angelegenheit sei und damit nicht zu spaßen ist. da scheint es schon subversiv, wenn worte geschüttelt, jongliert und verändert werden. es entsteht eine form von klamauk, die in schreibgruppen erst einmal etwas befreiendes haben kann. widerspricht diese vorgehensweise doch oft den eigenen ansprüchen an das eigene schreiben. die ziele vieler teilnehmerInnen sind groß, sie setzen sich selbst unter druck. zum einen ist dies eine gute voraussetzung für schreibblockaden oder für schwierigkeiten beim produzieren von ideen.

ich möchte hier nicht der vorstellung folgen, dass das kreative schreiben nur eine spielerei sei. aber spiel fördert erst einmal die kreativität, um sich später wieder den regeln, vorgaben und eigenen ansprüchen zuzuwenden. abgesehen davon soll lachen ja gesund sein, auch schriftliches lachen macht da keine ausnahme.

schreibidee (75)

heute habe ich im buchladen ein wunderbares reclam-heft gefunden, das den anlass für die neue schreibidee gibt. unter der isbn 978-3-15-009890-5 findet man „deutsche unsinnpoesie„. etwas, das vor allen dingen durch joachim ringelnatz sehr bekannt wurde. da nonsens gar nicht so leicht zu produzieren ist, sollte man den einstieg in das thema am besten mit ein paar kleinen beispielen beginnen. Ob von DichterInnen oder von MalerInnen, viele haben sich der „unsinnpoesie“ gewidmet. der dadaismus hat es auf die spitze getrieben, die moderne schuf vermehrt lautgedichte, dem unsinn wurde kreativität gewidmet.

so kann es in einer schreibgruppe hilfreich sein, erst einmal einzelne unsinnige aussagen zu verfassen. wie zum beispiel bei „fahrradöl verfeinerte das aroma des feldsalates“. die aussagen werden gegenseitig vorgestellt. anschließend wählen sich alle teilnehmerInnen ihre lieblingsaussage aus allen getroffenen aussagen aus. daraus wird dann ein gedicht verfasst. wie dies umgesetzt wird, bleibt den schreibenden vollständig überlassen. auch diese gedichte werden gegenseitig vorgetragen.

zum schluss wird noch ein schritt weitergegangen. nun sind alle aufgerufen einen text zu verfassen, der weder sinn noch unsinn enthält. ein text, der erst einmal gar nichts mehr aussagt, obwohl die bedeutung der texte für jeden wieder verschieden sein kann. diese übung bedeutet alles bis jetzt über das kreative schreiben gelernte zu vergessen, den inneren zensor zu ignorieren und sich an unbekanntes wagen. so kann für kurze zeit der dadaismus einzug in die schreibgruppe halten.