Schlagwort-Archive: soziale kompetenz

web 2.0 und flucht

das web 2.0 ist der ideale ort für die fluchten aus dem alltag. hier bietet sich dem menschen ein buntes allerlei, das rund um die uhr zur verfügung steht und beinahe alle vergnügungen bietet, die man sich vorstellen kann. gestern war in der u-bahn zu lesen, eine untersuchung habe gezeigt, die meiste zeit werde im internet bei „facebook“ und bei „google“ verbracht. es sind die virtuellen netzwerke und suchfunktionen, die einen das leben da draußen gern vergessen lassen können.

viele menschen geben sich von ihrem verhalten her ganz anders, als sie es im alltag machen würden. das kann ein segen sein, nämlich kontakte aufnehmen zu können, die man sich sonst nicht zutraut, es kann aber auch eine flucht sein, nur in der halbanonymen welt so richtig die sau raus lassen zu können. das hat zur folge, dass der besuch des web 2.0 sehr attraktiv, da freier und ungezwungener, erscheint. die sogwirkung solch einer parallelwelt ist nicht zu unterschätzen.

viele menschen berichten, dass sie sich im netz, wenn sie es aufsuchen, verlieren und am computer zu viel zeit verbringen. erst nachdem man das web 2.0 wieder verlassen hat, stellt sich ein ernüchtertes gefühl ein. da lässt sich plötzlich die scheinhaftig der virtuellen kommunikation spüren. es ist für die meisten doch etwas anderes, direkt face-to-face mit einem menschen zu kommunizieren als per mail, im chat oder bei skype. treten im lauf der zeit die virtuellen formen immer mehr in den vordergrund, dann kann dies zu einer flucht des realen sozialen kontakts werden.

studien haben aber auch gezeigt, dass viele der nutzerInnen des web 2.0 die sozialen netzwerke für anschließende reale kontakte verwenden. dass also nicht per se gesagt werden kann, wer viel im internet ist, der hat sich Weiterlesen

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selbstbefragung (37) – bindung

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „bindung„.

  • was ist für sie eine bindung?
  • ab wann haben sie das gefühl, eine echte bindung zu einem anderen menschen aufgebaut zu haben? beschreiben sie.
  • wie wichtig sind ihnen enge bindungen zu anderen? begründen sie.
  • wann wären sie gern bindungslos?
  • was bindet sie gegen ihren willen?
  • kennen sie bindungen, die ausschließlich auf negative gefühle (wut, hass) aufgebaut sind? welche oder warum nicht?
  • was tun sie, um bindungen aufzubauen?
  • was tun sie, um bindungen zu erhalten?
  • welche bindungen haben sie schon zerstört? was geschah?
  • zu wem würden sie gern eine engere bindung aufbauen? warum?

selbstbefragung (36) – freundschaft

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „freundschaft„.

  • wie wichtig sind ihnen freundschaften? erklären sie.
  • wer sind ihre besten freunde? warum?
  • welche rolle spielt liebe für sie bei freundschaften? wie zeigt sich dies?
  • mit wem wären sie gern befreundet, sind es aber nicht? was bräuchte es, damit eine freundschaft entstehen könnte?
  • wann fühlen sie sich in freundschaften aufgehoben?
  • wann gehen bei ihnen freundschaften zu bruch? was muss geschehen? wo liegen für sie die grenzen der freundschaft?
  • was akzeptieren sie bei freunden, das sie bei anderen menschen nicht akzeptieren? warum?
  • kann man sich auf sie verlassen, wenn man mit ihnen befreundet ist? nennen sie beispiele.
  • verstehen sich ihre besten freundInnen mit ihren partnerInnen? beschreiben sie.
  • was tun sie zur pflege von freundschaften? was erwarten sie von ihren freundInnen?

schreibpädagogik und feedback (2)

eine der großen chancen der schreibpädagogik ist das soziale miteinander. denn in der schreibpädagogik wird die arbeit mit peers oder in schreibgruppen dem alleinigen handeln gegenüber der vorzug gegeben. es ist nicht jedermans sache beim schreiben in gruppen zu sitzen oder gemeinsam an einem text zu schreiben. auch hier gilt wieder, erzwungen werden sollte nichts. jeder mensch kann nur für sich selber entscheiden wie er am liebsten schreibt. aber der versuch, einmal mit anderen gemeinsam zu schreiben, ist es wert.

besonders relevant werden die anderen menschen beim feedback. manche haben lebensabschnittgefährtInnen an ihrer seite, die interesse an dem geschriebenen zeigen und sich auch durch ein angemessenes und ehrliches feedback auszeichnen. doch hier sei eine kleine warnung ausgesprochen, da wir alle auch ein wenig eitel sind, kann ein ehrliches feedback schnell zur belastung werden. dies ist kurz vor dem valentinstag kein scherz, sondern ernst gemeint. eine kritik am eigenen text lässt sich leichter wegstecken und verarbeiten, wenn sie von menschen kommt, die einem nicht ganz so nahe stehen. es ist schön, wenn es mit partnerInnen nicht zum konflikt kommt, ja, wenn der oder die andere sogar die funktion der muse übernehmen, aber man sollte für sich dabei gut abwägen. manchmal sind die geliebten menschen auch einfach zu nett zu einem 😀

ein feedback macht sinn, bevor man sich mit seinem geschriebenen an die öffentlichkeit begibt. ich als schreibender kann mir die form des feedbacks wünschen. worauf sollen die anderen ihren blick werfen, wozu möchte ich eine rückmeldung bekommen? dies sollte alles vor dem feedback geklärt werden. ebenso sollte festgelegt werden, dass das feedback nicht über die gewünschten aspekte hinausgeht. zu manchen dingen möchte man eventuell keine rückmeldung bekommen. vor allen dingen deutungen und charakterisierungen der autorInnen sind nicht hilfreich, da sie sich vom text abwenden und versuchen entweder den text zu erklären oder die autorInnen. wer mag schon von anderen erklärt werden? außerdem steckt in jedem text eine sehr persönliche komponente, die man vielleicht von anderen nicht kritisiert bekommen möchte. gerade beim biografischen schreiben spielt dies eine große rolle.

doch es gibt nicht nur gefahren beim feedback, es gibt vor allen dingen enorm viele vorteile für das eigene schreiben. Weiterlesen

schreibpädagogik und schreibmotivation

warum schreibt der mensch überhaupt? was bewegt einen dazu, zum stift oder zur tastatur zu greifen und etwas niederzuschreiben? kulturgeschichtlich hat dies sicherlich mit der zunahme der komplexizität zu tun, soll heißen, es wurde notwendig, daten für längere zeit zu speichern, also festzuhalten. irgendwann wurde es zu schwierig, diese daten mündlich zu überliefern, zu erzählen. so wurden zählsysteme, aber auch formen der notiz entworfen. es war eine lange entwicklung von bildern, zeichen, kerben und steinen zu buchstaben, texten und büchern.

doch warum schreibt heute noch ein mensch abseits des beruflichen aufnehmens von daten? warum kommunizieren wir nicht ausschließlich mündlich miteinander? das schreiben ist doch meist zeitaufwendiger und benötigt mehr werkzeuge. wahrscheinlich hat es mit der möglichkeit etwas dauerhaft festzuhalten zu tun. der gedanke, der nachwelt etwas von den eigenen ideen und überlegungen zu hinterlassen ist ein sehr menschlicher. unsere gesellschaftsform und vor allen dingen unser lernen basiert auf traditionen und gesellschaftlicher vermitteltheit. wir müssen in unserer persönlichen entwicklung nicht mehr alle entwicklungsschritte der menschheit nachvollziehen. ich muss als kind nicht mehr lernen, dass ich erst das feuer, dann das rad, dann die viehzucht entwickeln muss, um zu einem sozialen miteinander zu kommen. ich kann wissen über andere wege erhalten.

der hauptweg, wissen abzulegen, besteht im schreiben. das schreiben ist platzsparend und verbraucht vergleichsweise wenig kapazitäten. müssten sich heutzutage menschen das wissen der welt merken, um es weiter zu erzählen, würde die momentane überbevölkerung auf keinen fall genügen, bräuchte es viel mehr menschliche „speicherkapazität“.
doch das schreiben, und das interessiert hier natürlich am meisten, ist auch eine gute form, das wissen um sich selbst zu erweitern und zu entwickeln. je mehr der mensch gefordert ist, sich im alleingang zu verstehen, soziale kompetenzen zu entwickeln (ein luxus der dienstleistungsgesellschaft), desto stärker ist er gefordert, sich selbst zu reflektieren.

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