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selbstbefragung (83) – stress

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „stress„.

  • was hat sie in der letzten wochen gestresst?
  • was hat sie in ihrem leben am meisten gestresst?
  • warum lassen sie sich stressen? begründen sie.
  • kennen sie das gefühl, nicht mehr zu wissen, wo ihnen der kopf steht? warum?
  • was hilft ihnen gegen stress?
  • wie gut schaffen sie es ihren stress zu reduzieren? warum?
  • gibt es menschen, die sie unterstützen, wenn der stress am größten ist? oder meinen sie, alles allein bewältigen zu müssen?
  • gibt es menschen, die sie immer wieder unter druck setzen? warum weichen sie ihnen nicht aus?
  • was entspannt sie wunderbar? beschreiben sie.
  • und warum entspannen sie gerade nicht, sondern ziehen sich diese selbstbefragung rein? begründen sie.

biografisches schreiben und gedenken

biografisches schreiben kann erinnerungen an personen, die einem selber wichtig waren oder auch die gesellschaftlich von hoher bedeutung waren, wachhalten. jeder mensch hat andere menschen, die einem als vorbild dienten, die einfluss auf das eigene leben hatten oder haben. sie in die eigene biografie aufzunehmen, ist eine form ihnen für ihren einfluss, auch wenn er unbewusst stattfand, zu danken.

um dies beim verfassen der eigenen lebensgeschichte umzusetzen, kann eine liste erstellt werden, in der die namen der menschen notiert wird, die man toll fand. es geht nicht um beziehungspartnerInnen im klassischen sinn, sondern es geht um personen, deren lebenskonzept, deren haltung oder deren auftreten einen fasziniert hat. jeder mensch findet bestimmt ein paar personen, die einen bei begegnungen auf eine besondere art berührt haben.

natürlich kann es sein, dass man später von ihnen wieder abrückte, dass man hinter manchen fassaden auch dinge entdeckte, die einem nicht gefielen. und doch haben die personen in den jeweiligen momenten eindruck hinterlassen. es lohnt sich, in der liste hinter den personen ein paar stichworte darüber zu notieren, was an ihnen so faszinierte. war es die freundlichkeit, die selbstverständlichkeit, mit der sie auf einen zugingen oder auch die ideen, die sie verbreiteten?

anschließend sollte man ein kurzes porträt dieser personen schreiben (ungefähr ein bis zwei seiten), ruhig mit der technik des freewriting als fokussiertes schreiben. im nachgang kann man sich dann überlegen, inwieweit man eine beschreibung der menschen und deren einfluss auf eigene lebensentscheidungen und auf die eigene haltung einfließen lässt. dabei sind immer die persönlichkeitsrechte der anderen zu wahren. eventuell sollten sowohl die personen als auch ereignisse verfremdet werden, ohne die eigenen entwicklung zu verändern. wichtig erscheint es mir nur, dass ich nicht alle veränderungen aus mir selbst heraus vollzogen habe, sondern meist im sozialen zusammenspiel mit anderen menschen. dies sollte in einer biografie eine rolle spielen.

biografisches schreiben und arbeiterInnenbewegung

anlässlich des „tag der arbeit“ morgen, möchte ich den blick einmal auf die verschiedenen berufswege lenken und vor allen dingen auf das engagement in einer gewerkschaftlichen organisation. bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte sind auch momente von bedeutungen, in denen man vom mitspracherecht gebrauch machte.

war man zum beispiel klassensprecher, schulsprecher oder in jugendorganisationen der parteien. menschen mit einer ddr-biografie mussten sich meist in der fdj organisieren, andere waren eher in christlichen jugendorganisationen. anschließend bestand je nach arbeitsplatz und beruf die möglichkeit, sich in einer gewerkschaft oder einem verband zu organisieren. wollte man dies oder hatte man kein interesse daran?

noch viel interessanter scheint mir in diesem zusammenhang, was man im laufe seiner mitarbeit bei der arbeiterInnenbewegung für sich gelernt hat. das kann sehr hilfreich beim weiteren umgang mit autoritäten oder vorgesetzten gewesen sein, es können aber auch enttäuschende erfahrungen sein, wie zum beispiel den arbeitsplatz nicht retten zu können oder sich in langen diskussionen aufgerieben zu haben. welche auswirkungen hatten die erfahrungen auf das weitere engagement und vor allen dingen auf das eigene leben? denn gerade im zusammenhang mit der eigenen gewerkschaftlichen arbeit oder arbeit in anderen mitspracheorganisationen, kann die eigene einstellung zum sozialen miteinander verändern. so formulieren viele ehemalige ddr-bürgerInnen, dass auch die zwangsverbände in gewisser weise ihnen vieles beigebracht haben. im westen organisieren auch heute noch gewerkschaften bildungsangebote und fortbildungen.

der soziale zusammenhalt unter arbeitnehmerInnen hat stark abgenommen, er erscheint nicht mehr sehr attraktiv, nur noch in wirklichen notlagen. das ist eventuell ein fehler, da eine gewisse steigerung des selbstwertgefühls allein durch die erfahrung eines engagements und eventuell eines erfolgs viel verändern kann. das schreiben darüber kann einem noch einmal offenbaren, wie oft man sich in mitbestimmenden positionen wiedergefunden hat. denn einmal angefangen, fällt es vielen schwer, damit wieder aufzuhören. und wie man gerade wieder sieht, gerecht war die arbeitswelt noch nie.