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vier jahre schreibschrift-blog – zeit zu protzen

ein paar zahlen:

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427 kommentare

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nein, weltbewegend sind die zahlen nicht, wäre auch kaum bei dem thema des blogs zu erwarten. darum bereitet es doch weiterhin freude, gelesen zu werden, abseits all der daten-autobahnen. und es sammeln sich nebeneinander info und nicht-info an. begonnen hatte alles damit: https://schreibschrift.wordpress.com/2008/03/18/hallo-beim-blog-zur-schreibpadagogik/ .

experiment gelungen und weiter geht´s.

christof zirkel

wer reagiert eigentlich noch auf die spam-kommentare?

manchmal fragt man sich, ob sich bestimmte spam-mails überhaupt lohnen und was ihr ziel ist. da gibt es fantasie-mailadressen mit seltsamen homepage-angaben und immer wieder ähnlichen äußerungen. der text sei interessant und beleuchte einen neuen blickwinkel. der facebook-button würde vermisst (obwohl er da ist). man würde bei den spannenden texten im blog bestimmt wieder vorbeischauen. auf dem handy würde der blog seltsam dargestellt. der like-it-button würde fehlen …

wer kommt auf solche schwachsinnigen ideen? und wer wird begeistert sein, wenn er diesen quatsch doch ernst nehmen sollte und beim klicken des homepagelinks auf einer fürchterlichen seite landet? hiermit kann man ja weder werbung platzieren, noch server lahmlegen noch irgendeinen anderen effekt erzielen. nur die spam-software schaufelt die teile in den spam-ordner, den man dann täglich löscht.

wahrscheinlich handelt es sich bei diesen nachrichten um eine digitale arbeitsbeschaffungsmaßnahme, die sich eigentlich beinahe ausschließlich im virtuellen raum bewegt. aber es bleibt die frage, wer solch eine beschäftigung schätzt? wahrscheinlich kleine roboter-programme, die nichts besseres zu tun haben, während sie im netz hin und her wuschen. so muss man sich wahrscheinlich das „nichts“ vorstellen, als nichtige spamnachricht, die nichts sagt, nichts bewirkt und nichts ist. da lobe ich mir doch die postwurfsendung oder diese kleinen in klarsichtfolie eingeschweissten (auch irgendwie sinnlosen und belästigenden) werbeprospekthäufchen der deutschen post. pfhh, die welt ist verrückt 😉 . es fehlt definitiv der „zurück-an-absender-button“ (die werbepäckchen der post kann man einfach wieder in den briefkasten werfen).

web 2.0 und 25 jahre e-mail

vor ein paar tagen jährte sich das versenden der ersten e-mail in deutschland zum fünfundzwanzigsten mal. immerhin der tagesschau eine meldung wert und ein kleines jubiläum mit großen wirkungen.

wo wäre der „spam“, wenn es die mail nicht gebe. wo wären all die unwichtigen newsletter und inhaltsleeren botschaften, wenn es die mail nicht gäbe. postwurfsendungen gibt es zwar auch noch, doch sie halten sich im rahmen. aber so eine kurze mitteilung, dass man eigentlich sein geld in russland anlegen solle oder viagra unentbehrlich für zukünftige sexuelle abenteuer sei, hatte man nie im briefkasten, mancher aber täglich im mail-postfach.

ja, die verbindungen und kommunikationen sind schneller und einfacher geworden. aber eben auch unklarer. dadurch dass die mail suggeriert, sie sei eine schnelle eins-zu-eins-kommunikation, fördert sie auch die hoffnung einer schnellen antwort. doch die muss nicht kommen. früher machten sich die menschen im netz noch die mühe, auf jede mail zu antworten, so wie man auch jeden persönlichen brief im laufe der zeit beantwortete. doch heute ist erst einmal meist schweigen.

und da fängt man an, sich zu fragen, ob die übertragung überhaupt geklappt hat. denn manche mail ist schon im netz verschütt gegangen, umgeleitet oder von anderen gelesen worden. offiziell gehen wahrscheinlich viel weniger mails verloren als behauptet wird. aber die verleugnung der ankunft vereinfacht die bewältigung der massenkommunikation. zum glück wurde inzwischen twitter erfunden. hier wird keine antwort mehr erwartet. wer die nachrichten liest, liest sie, der andere lässt es einfach sein. man kann reagieren, muss aber nicht. es ist ungerichtetes schreiben. wie schön, dass die verbindlichkeiten aus dem alltag verschwinden. eigentlich können wir es dann doch ganz sein lassen, uns zu schreiben. oder?

nabelschau (15)

„sie wissen doch gar nicht, was ich von ihnen möchte“. vor einiger zeit wurde uns versprochen, dass es sie nicht mehr gibt, die komischen werbenden telefonanrufe, diesen verbalen spam, der einen immer wieder erreicht. es sollten gesetze gemacht werden, die sowohl den adressen- und datenhandel unterbinden, als auch die die verwendung sanktionieren sollten. doch weit gefehlt, es gibt sie immer noch.

da meldet sich einen institution, eine versicherung, ein meinungsforschungsinstitut oder ein strom- oder telefonkonzern und stellt sich zumindest vor. wenn man dann den kurzen, knappen satz sagt: „kein interesse“, wird dies nicht akzeptiert. dann wird meist die aussage „aber sie wissen doch gar nicht, weshalb ich sie anrufe“ nachgeschoben. in diesem moment steht man am scheideweg. früher konnte ich mich immer noch zu der freundlichkeit herablassen zu sagen: „ich ahne es. sie wollen mir etwas verkaufen.“ das war ein fehler, denn dann ergab sich meist ein empörtes „nein“.

denn die anrufer wollten nur etwas fragen. sie wollten fragen, bei welchem anbieter man sich denn befindet. sie wollten wissen, inwieweit man zufrieden mit dem aktuellen zustand sei, denn sie könnten ein viel besseres angebot machen. und schon waren sie dabei etwas verkaufen zu wollen. doch aus fehlern lernt man, also fing ich an zu sagen: „ich weiß, dass sie mir etwas verkaufen wollen. ich möchte aber nichts.“ daraufhin kam wieder das obligatorische „nein“, ich sagte nur noch „doch“ und legte auf.

jedoch auch diese form geht eigentlich noch zu weit. ich darf die kommunikation dann unterbinden, wenn ich lustig bin, denn ich bin der angerufene. so hat es den anderen zu genügen, wenn ich „kein interesse“ sage. jeder nachgeschobene satz ist eine aufdringlichkeit, die einstudiert ist und grenzen überschreitet. man könnte sich noch der diskussion hingeben „was haben sie an meinem nein eigentlich nicht verstanden?“. aber sinnvoller scheint es einfach, dass der verbale spam einfach verboten wird.

nabelschau (7)

 

ich habe gewonnen! und ich habe meinen gewinn nicht abgeholt. will mir jedenfalls eine „eilsendung-erinnerung“ einreden. wer glaubt, die spams im internet würden immer dreister werden (auch hier gibt es die skurrile variante, dass man sich selbst eine mail sendet mit dem betreff: dringend – gewinn), der hat noch nicht das snailmail-phishing erlebt. die texter lassen keine dreistigkeit aus: „da dieser gewinn aus datenschutzgründen nur eine gewillte zeit geführt werden darf und wir dieses konto auflösen müssen geben wir ihnen letztmalig die chance ihren gewinn am 18.03. in unserer zweigstelle abzuholen.“ es soll sich um 8000 euro handeln, die ich bei einem rätsel im letzten sommer gewonnen haben soll.

und jetzt wird es interessant: die zweigstelle erreiche ich wohl nur mit einem bus (in der post steht „bush“, ob das alles eine us-amerikanische verschwörung ist?) der bei mir um die ecke gerade an besagtem tag vorbeikommt. ich darf auch noch maximal vier personen mitnehmen. ich zahle nichts und bekomme dafür einen computer, frühstück, mittagessen und ein käffchen. worauf ich mich aber besonders freuen würde, wenn ich jemals an einem preisrätsel teilgenommen hätte, wären die gratis-stichsäge, -bohrmaschine und -schleifmaschine.

ich sollte mich natürlich anmelden, am liebsten mit geburtsdatum, die restlichen daten haben sie schon schön zusammengetragen. um dies zu unterstreichen wurde auf die antwortkarte auch noch ein possierlicher strichcode gedruckt. aber das schönste ist, die antwortpostkarte geht an ein postfach in „großenkneten“, na wenn da nicht der name vater des gedanken ist. und die busfahrt geht wahrscheinlich in ein heizdeckenlager, das man erst wieder verlassen darf, wenn alles aufgekauft ist.

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500 nutzlose spam-kommentare sind zu entschlüsseln

es gibt jubiläen, die einen nachdenklich stimmen. „akismet“ hat mir vor einem tag gemeldet, dass inzwischen der 500te spam-kommentar abgewehrt wurde. selten ist dem filter einer durchgerutscht, das ist der schöne aspekt dieser meldung. der unangenehme besteht darin, dass es technik gibt, die keine andere aufgabe hat, als schrott zu versenden. meist wird noch nicht einmal für potenzmittel oder armbanduhren geworben. es handelt sich nur um sinnlose buchstaben- und zeichenfolgen.

aus der landwirtschaft kennt man es, dass auch eine ganze menge scheiße produziert wird. doch die kommt auf den misthaufen und kann dann zu dünger verarbeitet werden. spam-kommentare sind nutzlos. es gibt wenig dinge, die ausschließlich nutzlos sind. denn spam-kommentare legen nur noch selten netzwerke lahm oder werden gelesen. sie werden rausgefiltert und entsorgt. weshalb werden sie dann produziert? es muss doch extra rechner für die produktion geben, die jemand installiert und auf denen programme installiert werden, die sinnlose zeichenfolgen produzieren. doch was will uns jemand damit sagen?

postwurfsendungen sind ähnlich lästig, aber sie haben zumindest den zweck, dass jemand doch einmal einen blick hineinwirft und dann auf die heizdecken-ein-tages-busfahrt geht, um den schweinebraten und den ausblick auf die landschaft mitzunehmen. inzwischen hat es dieses werbe-penetranz auch schwer, da auf vielen briefkasten steht, dass man nichts dergleichen darin finden möchte. die zahl des papiermülls reduziert sich also.

doch die spam-kommentare nehmen nicht ab, zumindest nicht bei diesem blog. das verleitet mich zu der spekulation, dass sie doch einen sinn haben, der sich mir noch nicht erschlossen hat. und dann fährt es mir wie ein blitz durch die denkschale, die buchstaben- und zeichenfolgen sind gar nicht sinnlos. ich verstehe die sprache nur nicht. wir alle verstehen die sprache nicht. es sind nachrichten der außerirdischen an uns, so wie wir bespielte cds und dvds ins weltall ballern, so senden sie von ihrem server botschaften an uns. und wir stoppen die interstellare kommunikation durch filter. schickt mir bitte noch mehr spam, vielleicht entschlüssel ich irgendwann den code!!! sudoku ist ein dreck dagegen 😆