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web 2.60 – sprichwortrekombinator.de

manches kann ganz schlicht daherkommen und macht trotzdem viel spaß. so eine webseite ist http://sprichwortrekombinator.de. die seite besteht eigentlich nur aus einer zeile, aber die macht freude.

denn es werden (meist bekannte) sprichwörter neu kombiniert. so entstehen dann lehrreiche sätze wie diese:

  • hunger tut selten gut
  • jedes böhnchen fängt den wurm
  • wer lang hustet, kann tiefer fallen
  • viele köche sind unergründlich

weisheiten wie diese erlangt man dadurch, dass man einfach auf den pfeil unter dem angebotenen neuen sprichwort klickt. sollte man dazu keine lust haben und dem internet nicht die erfindung neuer sprichwörter überlassen wollen, kann man es ja gleich zu einer schreibidee umwandeln. man nehme zehn bekannte sprichwörter und mache neue daraus. aber im netz geht es dann doch viel schneller 😉

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„geflügelte worte“ – ein buchtipp

wussten sie, dass sprüche wie „sich in die höhle des löwen wagen“ oder „sich mit fremden federn schmücken“ aus fabeln des griechen äsop stammen und uralt sind. der berliner sprachforscher georg büchmann veröffentlichte 1864 das erste mal seinen zitatenschatz unter dem titel „geflügelte worte„. dabei griff er sprichwörter und begriffe auf, um deren quellen aufzuzeigen.

die heutige ausgabe ist natürlich überarbeitet und ein wenig modernisiert worden, doch sie enthält zum großteil noch die arbeit von büchmann. „wer niemals einen rausch gehabt, der ist kein braver mann“ und dergleichen mehr sind in dem buch versammelt. eine wunderbare grundlage für die gestern vorgestellte schreibidee (45). aber auch viele andere begrifflichkeiten können sowohl schreibanregung sein, als auch erklärt werden. oder wussten sie, dass die „lynchjustiz“ wirklich auf einen richter william lynch um 1780 zurückgeht?

einziges manko des buchs ist es, dass die aneinanderreihung der Zitate sich nicht in einem inhaltsverzeichnis widerspiegelt. dafür gibt es ein sehr ausführliches stichwortverzeichnis. und doch hätte man gern die zeitliche abfolge der sprichwörter noch ein wenig erklärt bekommen. aber ein runder, bürgerlicher zitatenschatz zur vielfältigen verwendung, erschienen 1977 in der droemerschen verlagsanstalt th.knaur nachf. in münchen, heute in der ich-weiß-nicht-wievielten auflage mit der ISBN 13-978-3-426-07502-9

schreibidee (45)

sprichwörter haben es in sich. teils pädagogisch, teils alltagsweisheiten und vor allen dingen rhythmen und reime. manches sprichwort erscheint heute sinnfrei, hatte aber früher eine bedeutung. und doch sind sprichwörter für etliche lebenssituationen oder menschen ein motto. sie sind eine kombination aus poesiealben-sprüchen und philosophischen überlegungen.

in schreibgruppen bieten sich diverse möglichkeiten, sprichwörter zu nutzen. die einfachste variante ist es eine palette von sprichwörtern zur verfügung zu stellen, zu denen texte verfasst werden sollen. es kann auch nur ein sprichwort dem treffen der gruppe vorangestellt und mehrere schreibanregungen dazu gegeben werden.

am interessantesten erscheint es mir aber, selber neue sprichwörter zu erfinden, wie zum beispiel: „ist am computerbildschirm nacht, fehlts am stecker oder am saft“. so können sprichwörter zu bestimmten gebieten erfunden werden oder alte sprichwörter abgewandelt und „modernisiert“ werden. hier sind viele schriftliche spielereien möglich.

am ende sollten die sprichwörter vorgestellt und prämiert werden. die teilnehmerInnen der schreibgruppen wählen das beliebteste sprichwort aus und es könnte das motto für die nächste schreibanregung sein.